Katja knipst Sonnenuntergänge, die 143. #4

Aus dem Augenwinkel während des Kochens die Röte vorm Küchenfenster erspäht, die Herdplatte runtergedreht, die Kamera geschnappt und rausgestürmt.

Es gibt Dinge, die dulden keinen Aufschub, die kann man nicht mit einem ‚mach ich gleich‘ vertrösten. Sonnenuntergänge gehören dazu.

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Mein Ohrwurm, der beim Knipsen auf einmal da war und den ich dann beim Auswählen der Fotos natürlich hören musste. Laut.

Katja

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Gulgoltogh, Dämon der dritten Hölle*

oder aber: Resteverwertung in schürf.

Man nehme:

eine Katja, die eigentlich eh keine Zeit hat, mitsamt ihren letzten 3 leeren Einkochgläsern, sauber
einen Kürbisrest von 500 – 600 Gramm, gewürfelt
eine Dose Tomate in Stücken (400 g) oder entsprechend frische Tomaten
1 große Gemüsezwiebel, kleingeschnippelt
4-5 Zehen Knobi
100 Gramm brauner Zucker
150 ml heller Balsamico
eine paar Körner Piment
2 gehäufte TL Sambal Oelek, selbstgemacht
1 EL Salz
ca. 1-1,5 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Alles zusammen in einen Topf werfen, 1,5 Stunden vor sich hinköcheln lassen, die Kürbiswürfel mit einem Kartoffelstampfer plätten, probieren und dabei auf der Stelle losheulen, weil’s so scharf ist, in heiss ausgespülte, saubere Gläser füllen und beschließen, dass das Chutney nur so und nicht anders heissen kann. 😀

Das unschuldige Aussehen täuscht!

Katja

(*Der Name ist hier ausgeborgt und nicht selbst erdacht.)

 

 

 

 

kurz zitiert #25

Ich glaube, Emerson hat irgendwo geschrieben, eine Bibliothek sei so etwas wie eine Zauberhöhle voll von Toten. Und diese Toten können neu geboren, wieder zum Leben gebracht werden, wenn man ihre Seiten öffnet.
Über Bischof Berkeley […] schrieb er, wie ich mich entsinne, der Geschmack des Apfels liege weder im Apfel selbst – der Apfel kann sich selbst nicht schmecken – noch im Mund des Essenden. Zwischen beiden ist ein Kontakt nötig. Das gleiche geschieht mit einem Buch oder einer Sammlung von Büchern, einer Bibliothek. Was ist denn schon ein Buch an sich? Ein Buch ist ein physisches Objekt in einer Welt physischer Objekte. Es ist eine Serie toter Symbole. Und dann kommt der richtige Leser vorbei, und die Wörter – oder besser die Dichtung hinter den Wörtern, denn die Wörter selbst sind bloße Symbole – werden lebendig, und wir haben einer [sic!] Auferstehung des Wortes.

(Jorge Luis Borges, Das Handwerk des Dichters, S. 8/9)

 

Wie wahr das ist und wie sehr Lesen eine wechselseitige Beziehung zwischen Buch und Leser ist, wird mir in letzter Zeit immer deutlicher bewusst.

zB wenn ich manches Buch nach 20 Jahren mal wieder lese, was mich früher sehr fasziniert hat und das jetzt jeglichen Zauber von früher verloren hat. Oder wenn ich daran denke, dass ich den kleinen Prinzen als ich ihn mit 6 oder 7 geschenkt bekam, ziemlich langweilig fand, aber er als ich ihn mit 15 nochmal las, direkt mein Lieblingsbuch wurde. Oder dieses Buch aus dem das Zitat stammt, das ich vor 3 oder 4 Jahren geschenkt bekam und das zu lesen ich 2 oder 3 Mal begann, das ich aber immer wieder weglegen musste und jetzt auf einmal sitze ich da, lesend und bei fast jeder Zeile lächelnd oder nickend.

Die Bücher sind ja noch genau die gleichen, also muss die Veränderung in mir liegen, in meiner Wahrnehmung.

Und das stimmt ja nicht nur für’s Lesen.

Katja

en apuntes #19

  • Ich hatte mein erstes superrichtig echtes Erfolgserlebnis mit der Nähmaschine!1elf Bisher fand ich bei alles, was bei meinen noch recht seltenen Nähversuchen rausgekommen ist, ziemlich stümperhaft, weil mir alleine einigermaßen gerade Nähte immer noch Schwierigkeiten machen und ich bin leider auch ziemlich befangen und übe nicht einfach drauf los. Aber ich habe jetzt zum ersten Mal was repariert und das fühlte sich toll an. Bei einer ganz neu gekauften Hose, war der Reisverschluss so schlecht eingenäht, dass er sich direkt gelöst hatte. Den habe ich ohne größere Probleme wieder festgenäht, was eigentlich kein größerer Akt war, aber ich bin gerade trotzdem stolz darauf, weil sich das so gut anfühlt. Normalerweise hätte ich die Hose wohl direkt über’n Jordan geschickt, weil sie so günstig war, dass sich das Reparieren gegen Bezahlung nicht gelohnt hätte. Toll. 🙂
  • Falls hier zufällig jemand liest, der sich an der Algarve auskennt: Welchen Ort dort sollte man unbedingt gesehen haben? (möglichst nicht gar zu weit im Westen)
  • Seit einigen Jahren habe ich so ’ne Macke, dass ich es gar nicht ertragen kann, wenn die Wohnung chaotisch aussieht, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme. Was dazu führt, dass ich nicht nur den Vorbereitungs- und Packstress vorm Urlaub habe, sondern auch noch wie wild die Wohnung putze. Fühlt sich aber wirklich viel viel besser an, wenn man in ’ne saubere, ordentliche Wohnung zurückkommt. (Oh je, ist das ein Anzeichen von Alter?)
  • Nach 3 Staffeln Big Bang Theory, die wohl neben House unerreicht an der Spitze bleiben werden, habe ich gerade die erste Staffel Gilmore Girls hinter mir. Durch diese Familienkonfliktdinge weniger leichte Kost für mich als ich erwartet hätte. Puh.
  • Wenn man aufhört, fremdsprachige Grammatik analog der deutschen anwenden zu wollen bzw. krampfhaft deutsche Entsprechungen zu suchen, sondern einfach hinnimmt, dass bestimmte Dinge auf bestimmte Weise gebildet / verwendet werden und das stur lernt und anwendet, löst sich der Knoten im Kopf und auf einmal ist das gar nicht mehr so kompliziert.
  • Ich gucke gerade täglich was die Wettervorhersage für den Urlaub prognostiziert. Das ändert sich zwar noch täglich, aber die Temperaturen gefallen mir bisher ausgesprochen gut. Die niedrigste Tiefsttemperatur für die paar Tage, die schon in der Vorhersage erfasst werden, liegt bei 19°, die Höchsttemperatur an 2 Tagen bei 29°. Yay. 🙂
  • Beim Einkaufen die Frau, der es scheinbar sehr peinlich ist, die Unterwäsche vom Kaffeeröster zu kaufen. Am Kassenband platziert sie – peinlich genau darauf achtend, dass die Packung komplett bedeckt ist – eine Zeitung darüber.
    Erstaunlicherweise ist es ihr nicht peinlich, dass das eine Bildzeitung ist. Überhaupt wundert mich immer wieder wie wenig peinlich es Menschen ist, die zu kaufen.
  • Eine meiner Tomatenpflanzen muss von einer Art Superinsekt angeflogen worden sein (so wie diese radioaktive rot-blaue Spidermanspinne stelle ich mir das vor). Anders kann ich mir langsam nicht mehr erklären, dass sie seit etwa 2 oder 3 Wochen wild wuchert und ungefähr 5 Mal so buschig geworden ist wie sie den ganzen Sommer über war. Ausserdem blüht sie wieder wie irre. Ich schwanke zwischen Freude und Angst, dass sie nach dem Urlaub das ganze Haus umschlungen haben könnte – oder zumindest durch ein Fenster eingedrungen sein könnte und ihren eigenen eMailaccount angelegt haben. Oder vielleicht bloggt sie bis dahin sogar schon? 😯 (killertomate.wordpress.com ist noch frei. Ob ich den präventiv mal sichern sollte?^^)
  • Erkenntnis des Tages: Im Garten finde ich Spinnen nicht halb so bedrohlich wie in der Wohnung und kann friedlich mit ihnen koexistieren.
  • Wolltet ihr auch schon immer mal wissen, ob’s in 5-Sterne-Hotels tatsächlich flauschige Bademäntel gibt? Ich werde mich im Dienste der Wissensbeschaffung opfern und das in ein paar Tagen überprüfen. 😀
  • Mein Garten ist quasi urlaubs- und fast auch schon winterfein und auch die todo-Liste für vorm Urlaub schrumpft in beachtlichem Tempo.
  • Ich hab mir vor einigen Tagen die erste kostenpflichtige App für’s Smartphone gekauft – ein Spanisch-Deutsch-Wörterbuch von Pons, das im Gegensatz zur Leo-App offline nutzbar ist. Bisher falle ich jedes Mal wieder darauf rein und versuche Swype zu nutzen, was aber bei der Spanisch nach Deutsch Richtung natürlich nicht geht. Hmpf. Ich vermute, im Urlaub werde ich das ganz schnell lernen.
  • Draussen ist feinster Sommer und ich bekomme am Samstag die Winterreifen auf Golfi. Wuuuh. Passt aber, weil ich da ohnehin wegen einer Kleinigkeit, die ich vorm Urlaub gemacht haben wollte, zur Werkstatt muss und dann lasse ich’s direkt mitmachen. Zumindest kann mich dann dieses Jahr kein zu früher Schnee überraschen. 😀
  • Und bei euch so?

Katja

Dufte Erinnerung

Ich staune und wundere mich immer wieder darüber, wie mächtig Gerüche sind und wie stark scheinbar Verknüpfungen zu ‚Dufterinnerungen‘ sind.

Gerade bin ich unter der Dusche wieder einmal in meine Kindheit zurückkatapultiert worden – direkt ins Badezimmer des Hauses meiner ‚Bodenseeoma‘. Die hieß so, weil sie einige Kilometer vom See entfernt in einer wunderbaren Villa an einem Hang mit unverbautem Blick auf den Bodensee wohnte. Einige Male pro Jahr besuchten wir sie und ihr Haus hatte ganz spezielle Gerüche, in fast jedem Raum einen anderen.

Vor einigen Tagen hatte ich ein neues Duschgel jener Marke gekauft, von der es bis vor kurzem mein absolutes Lieblingsduschgel gab. Von denen probiere ich eigentlich alle neuen Sorten aus – auch in der Hoffnung, dass es wieder mal ein ähnliches wie mein liebstes geben könnte. In der Flasche roch das ziemlich unscheinbar, aber beim Benutzen!1elf Totaler Erinnerungsflash und ich sah erst meine Oma vor mir, wie sie vorm großen Spiegel steht und ihr Haar bürstet, ihr kleiner, ewig in die Zehen kneifender, wenn man sich meiner Oma, die darauf bestand Omi genannt zu werden, auf mehr als 2 Meter näherte, verzogener Yorkshire Terrier auf dem Toilettendeckel ‚geparkt‘ und dann hatte ich Details des Badezimmers mit seinen goldfarbenen Armaturen vor Augen. Bei dem ich mir nie hätte vorstellen können, es zu benutzen, wenn man im Garten gespielt hatte und schlammig reinkam. Das war für mich eher ein Raum zum Besichtigen und Anschauen als einer zum Benutzen.

Wir hatten, wenn wir zu Besuch waren, zum Glück unser eigenes Bad, das man auch benutzen konnte. Das hatte einen ganz anderen Geruch und erstaunlicherweise hatte ich auch das schon vor einigen Jahren so deutlich vor Augen. Noch erstaunlicher daran ist, dass auch das beim Duschen war und zwar mit einer anderen Duschgelduftrichtung der genau gleichen Marke.

Ob die auf Düfte aus dem Haus meiner Bodenseeoma spezialisiert sind? Irgendwie warte ich jetzt auf jeden Fall darauf, dass die in einigen Jahren eines herausbringen, das wie die Küche meiner Oma riecht – eine Mischung aus Gewürzen und allen möglichen Teesorten, die in Blechdosen im Regal standen – dominiert vom Bergamotte-Aroma des Earl Grey, was sich vermutlich als Duft besser verkauft als die Gerüche nach Apfelmus oder Frikadellen, die es in der Küche meiner anderen Oma zu schnuppern gab. :mrgreen:

Katja

Herzsaiten

Diese Gitarre, speziell am Anfang, die berührt mich ganz tief – jedes Mal, wenn ich den Song höre.

Gestern Abend wieder mal in einem Soundtrack gehört, seitdem bestimmt ein Dutzend mal auf youtube und zwischendrin klingt es dauerhaft in meinem Kopf.

There’re so many different worlds
So many different suns
And we have just one world
But we live in different ones

Katja

Bonusmeerblick Deluxe

Am Strand von Alcaidesa im Oktober 2010.

Katja