Inside

Und dann diese Tage, die von außen ganz ruhig wirken, aber von innen einer Achterbahn gleichen und daran merkst du vielleicht noch mehr, als an den gänzlich üblen Tagen, wie unsicher und wacklig du innendrin gerade bist, denn jede Kurve wirft dich herum, schleudert dich fast aus der Bahn und du musst dich zusammenreißen und festklammern, um nicht einfach durch die Fliehkräfte weggeschleudert zu werden. Hin- und hergerissen zwischen „ich bin doch wer!“ und „wer bin ich überhaupt?“ streitet es laut in dir drin und du hältst die Arme schützend vor die Brust, die eigenen Oberarme umklammert, als würdest du einfach auseinanderbrechen, wenn du dir nicht selber Halt gibst. Und dabei weißt du immer noch nicht so genau, wie das überhaupt geht, dich selber zu halten und zu (be-)schützen. Und – die noch wichtigere Frage – wie beschützt man sich eigentlich vor sich selber und vor den eigenen Gedanken? Wie, wenn der größte Feind im eigenen Kopf wohnt?

I wanna hide the truth
I wanna shelter you
But with the beast inside
There’s nowhere we can hide

No matter what we breed
We still are made of greed
This is my kingdom come
This is my kingdom come

When you feel my heat
Look into my eyes
It’s where my demons hide
It’s where my demons hide
Don’t get too close
It’s dark inside
It’s where my demons hide
It’s where my demons hide

(Imagine Dragons – Demons)

Katja

 

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Mein Stern explodiert

Als ich vor ein paar Tagen hier die 3 guten Dinge des Tages gebloggt habe, hat eine Freundin mich gefragt, ob wir eine Weile täglich zusammen sammeln wollen, weil es ihr auch gut täte, da ein bisschen drauf zu fokussieren und gerade sitze ich mit den Fingern auf der Tastatur und überlege, was heute gut war. Gefühlt ist da heute nur Schwere in mir. Mit fieser Erkältung und ’nem Brummschädel wie nach zu viel schlechtem Wein – obwohl ich mit einem Tag Ausnahme schon den ganzen September überaus diszipliniert keinen Alkohol trinke – aufgewacht und auch innen ist alles schon wieder wund und voller Traurigkeit.

Mich selber traurig denken, das kann ich leider gerade sehr zuverlässig. Im Draußen muss gar nichts passieren, es reicht, wenn mein Kopf meinem Herz Vorträge hält und den Finger in die klaffende Wunde drückt. Die Diskrepanz zwischen den beiden könnte größer wieder mal nicht sein und zwischen dem, was der Kopf weiß und dem, was das Herz will, hänge irgendwo mittendrin ich. Wankend. Schwankend. Zerfasert. Zerrissen. What for? Und ich merke, wie ich schon wieder verdränge und die Augen schließe, weil ich nicht sehen will, was in Leuchtschrift von innen auf die Lider projiziert wird, was natürlich nicht geht und mit schwankender Präsenz, wankschwanke ich so rum. Projiziert. Gutes StichwORRRRRt übrigens.

Stopp jetzt. Reicht für heute. Jetzt mal Konzentration:

#3guteDingedesTages

* Quark mit Feigen und Walnüssen ❤

* am Aufenthalt in Barcelona rumgeplant (zu-wenig-Zeit-für-zu-viele-Dinge-die-ich-gerne-sehen-möchte-Mimimi)

* heute Morgen der Blick in die Blogstatistik, die gestern wegen meines Textes von vorgestern und weil @erzaehlmirnix den Link auf Twitter geteilt hat, durch die Decke gegangen ist. (Uffff. Das ist gleichermaßen schön, wie auch beängstigend, dass so viele den Text gelesen haben, der mir so schwer gefallen ist)

Ich bin das Chaos
Hey – wo willst du hin?
Ich bin das Chaos
Hey – du weißt wer ich bin
Ich bin das Chaos

Ein tanzender Stern?
Immer gern
Immer gern
Mein Stern
Tanzt
So

Mein Stern explodiert
In tausend Teile
Und ich räum
Keine wieder auf

(Judith Holofernes – Ich bin das Chaos)

Katja

Irgendwas mit Fokussierung: #3guteDingedesTages

Ich muss DRINGEND wieder mal häufiger meinen Fokus auf die kleinen Dinge richten, die das Leben schön und mich glücklich machen, daher hier wieder mal #3guteDingedesTages

*Ein Spaziergang im herrlichen Sonnenschein.

*Ein Blümchen am Wegesrand.

*Die erste Kürbissuppe des Herbstes mit Kräutern aus dem eigenen Garten. ❤

Katja

 

Quicksand

Und dann reicht ein Satz aus, nein fast nur ein Wort und eine schlaflose Nacht und ein Gedanke, der dich nicht mehr loslässt. Und vielleicht war das der entscheidende Satz für den entscheidenden Gedanken, auf dem Weg herauszufinden, wo dir möglicherweise derzeit so viel von deinem ohnehin nicht besonders großen und recht neuen Selbstbewusstsein verloren geht. Like quicksand. I can’t stand. Ufff.

Jetzt erst mal rausfinden, wie rum die Katze da gerade im Kreis rennt, die sich selber in den Schwanz beißt und wie du da wieder rauskommst. Vielleicht ist das ähnlich wie beim Sport. Aufraffen. Ankämpfen. Machen.

Einatmen. Rücken gerade. Ausatmen. Brust raus. Und von vorne.

Was auch immer das noch ist,
was da leise durch den Kopf schwirrt,
hab den Mut und schmeiss es raus,
wenn es traurig in dein Herz irrt.

Wenn’s dich anschreit und nicht loslässt
und sich bitter in den Weg stellt
Mit dem Stolz von 1000 Seelen
gegen eine die ihr Wort hält

oooooh
Lass es los und lass es frei
ooooooh
Lass es gehn, dann gehts vorbei

(Jupiter Jones – Fulda Horasplatz)

Katja

Las olas

Heute wieder Sturm. Innendrin. Tosende, bordwändeüberschwappende Tränenfluten. Wellenwogendes Auf und Ab und Auf und Ab. Auf dem Deck rumirrend, nach dem Mast suchend, zum Festhalten. Halt. Halt suchend und nicht findend. Und dann irgendwann in und mit zornigen Wellen auf den Strand klatschend. Sich aufbäumend. Später kraftlos im Sand liegen bleibend. Das Gesicht nach unten in den kühlen, feuchten Sand drückend.

Nach außen funktionierend. Nur die Augen verraten, was unter der Oberfläche brodelt.

Nicht deine Zeit, nicht deine Füße
Nicht dein Beat, nicht deine Leute
Deine Welt nicht, und nicht mal dein Schmerz
Du musst hier nicht dazugehören, aber such dir, was zu dir gehört
Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz

Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du solltest
Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du bist.

(Wir sind Helden – The Geek (Shall Inherit))

Katja

Umgekehrt wird ein Schuh daraus*

Vor ein paar Monaten habe ich zum ersten Mal im Leben Sport für mich entdeckt und vor allem in dem Sinne entdeckt, dass ich merke, wie sehr er sich auf mein seelisches Gleichgewicht und Wohlbefinden auswirkt. Wenn ich japse, alle Muskeln jaulen, ich an meine Grenzen gehe und manchmal auch drüber hinaus, dabei die richtige Musik im Ohr habe, stellt sich irgendwann automatisch ein Grinsen im Gesicht ein und es hat schon seinen Grund, dass ich vom Fitnessstudio meist als die „Endorphinfabrik“ spreche.

In den letzten 3 Wochen war ich nicht trainieren, weil’s mir schlecht geht (Ha! Mit ein bisschen Übung fällt es mir gerade leichter, das Kind beim Namen zu nennen und ich habe mich nicht von „nicht so gut“ kommend auf „schlecht“ korrigieren müssen.) und ich so viele Termine um die Ohren habe, dass ich froh über jeden Tag war, an dem ich nicht aus dem Haus und vor allem nicht unter Menschen musste. Ich habe mich stattdessen, so oft und gut es ging (und das war nicht besonders häufig) zu Hause vergraben und darauf gewartet, dass es mir irgendwann wieder so viel besser gehen wird, dass ich auch wieder motiviert bin, trainieren zu gehen.

Das. Funktioniert. So. Aber. Nicht.

Das dämmerte mir schon vor ein paar Tagen und heute hatte ich endlich wirklich die Zeit, hab mir ’nen Tritt abgeholt, mich aufgerafft, die Sportsachen gepackt und bin trainieren gegangen. Und es war wie’s fast immer ist: ich habe geschwitzt, jeder Muskel tat irgendwann weh – aber der Kopf wurde im Laufe der zwei Stunden immer leichter und es ging mir seit Tagen nicht so gut wie gerade. Körperlich total ko, psychisch endlich mal nicht mehr im Dauernd-Losweinen-Müssen-Modus.

Und damit ich nicht so schnell wieder vergesse, dass ich mich erst aufraffen muss, um Sport zu machen, damit es mir besser geht, anstatt zu warten, dass es mir von selber besser geht, um mich wieder zum Sport aufraffen zu können, halte ich das lieber direkt hier fest! (Filed under: #TIL)

Gib mir ein leichtes Schwert
für meine schwere Hand
eins das führt, wenn ich folge
und folgt, wenn ich führe

Ein leichtes Schwert
für meine müde Hand
eins das tanzt wie ein Schmetterling
tanzt wie ein Schmetterling
tanzt, tanzt, tanzt

(Judith Holofernes – Ein leichtes Schwert)

Katja

[*Link zur Erklärung des Ursprungs der Redewendung im Titel. Geht euch das auch so, dass ihr sowas immer nachschlagen müsst?]

Sinuosität

Der Knoten wird nicht kleiner. Der im Kopf nicht. Der im Hals nicht. Der im Herz nicht. Und du warst lange nicht mehr so ratlos darüber, wo und wie du anfangen sollst, anfangen kannst, sie zu ent-knoten. Bei aller Traurigkeit, die gerade in dir ist, musst du dann doch lachen, weil ent-knoten, sich so nach End-Knoten – wie in End-Gegner – anhört und du fragst dich, wer dir hier gerade dein Endgegner ist. Dabei wird dir aber schon mitten im dich selber fragen klar, dass du es _wieder_ _einmal_ selber bist, nur du alleine. Alleine, das bist du gerade viel zu selten und das Alleinsein ist das, wonach du dich gerade tatsächlich am meisten sehnst. Und nach dem Meer. Aber diese Sehnsucht ist ja all- und allzeit gegenwärtig und immerhin diese wird in baldzeit gestillt werden, denn heute in genau 4 Wochen fährst du los in Richtung Meer, bist zu dieser Uhrzeit gerade in einer Stadt am Mittelmeer und 3 Tage später dann am Atlantik angekommen und vielleicht, hoffentlich, wenn es bis dahin nicht klappt, kommst du dann dort, mit Blick in die blaue Weite, wo dein Inneres zuhausener ist als zu Hause, endlich wieder an.

Bei dir.

Du hast dich betrunken und die
Nacht ist verschwunden bis du dir
irgendwann sicher bist, dass du
dich jetzt verlaufen hast, hoffnungslos
und du hast Angst, 
dass du nie mehr so fühlen kannst.

(Lukas Meister – Wenn es vorbei ist)

Katja