Gelesen im März 2016

Giulia Enders – Darm mit Charme

Giulia Enders zeigt mit „Darm mit Charme“ eindrucksvoll, dass Sachbücher witzig, interessant, charmant, unterhaltsam und zusätzlich unheimlich informativ sein können. Nachdem ich ein paar ihrer Slam-Videos gesehen und viel Gutes über das Buch gelesen hatte, stand es schon länger auf meiner Liste, aber wie das so ist, vor Sachbüchern drücke ich mich ganz gerne. Sind die doch eigentlich trocken und man muss beim Lesen konzentriert und wach sein (was meinem Leseverhalten widerspricht, weil ich fast nur im Bett lese), ganz anders aber der ‚Darm mit Charme. Der ist so unterhaltsam geschrieben, dass ich ihn einfach wie einen Roman runtergelesen habe. Große Verehrung für Giulia Enders, die ein an sich heikles Thema, über das ja kaum jemand offen spricht, mit so viel Begeisterung anpackt, dass man nach der Lektüre des Buches quasi ganz automatisch Fan der Bakterien-Mannschaft im heimischen Darm geworden ist.

Wer das nicht glauben kann, der nehme sich die Zeit für dieses Video:

 

Donna Leon – Reiches Erbe, Commissario Brunettis zwanzigster Fall

Es ist eine ganze Weile her, dass ich den 19. Band von Donna Leons Commissario Brunetti gelesen habe und noch länger ist es her, dass Rüdiger mich irgendwann mit der Serie angefixt hat. Eigentlich sind die Fälle, um die es in den Romanen geht, fast immer ein bisschen egal. Viel wichtiger ist für mich die Stimmung, die mich stets einsaugt, wenn ich mit Brunetti durch Venedig laufe und die Stadt durch die ihm von Donna Leon zugeschriebenen Beschreibungen wahrnehme, die Menschlichkeit mit der Brunetti der Bürokratie und Korruption trotzt und das gemeinsame Essen mit den Brunettis. Trotzdem der letzte Band 1,5 Jahre (ich musste jetzt doch nachschauen) für mich zurücklag, war das direkt von den ersten Seiten an wieder das vertraute Gefühl. Nach 19 bzw. 20 Bänden kennt man die Charaktere und wenn sich einer von ihnen überraschend verhält, dann überrascht es Brunetti ebenso wie die geneigte Leserin. Wie schön, ich habe gerade entdeckt, dass es schon noch 5 weitere Bände gibt, die auf mich warten.

 

Erich Kästner – Pünktchen und Anton

Das war jetzt mein dritter Kästner und ich bin jetzt auch mit Jules ‚Hausaufgabe‘ durch. 😀

Pünktchen und Anton hat mir von den dreien am besten gefallen, weil ich die beiden Protagonisten sehr liebenswert finde und auch Kästners Nachdenkereien am Ende jedes Kapitels mag. Die sind zwar stets irgendwie belehrend, aber ohne Überheblichkeit und zeugen von viel Idealismus und Hoffnung, auf eine (aus damaliger Sicht) schönere Welt und dass sie dazu werden kann, wenn Kinder sich mit Dingen wie Menschlichkeit und Teilen beschäftigen. Er thematisiert da zB Armut und einander helfen und das hat gerade heutzutage wieder viel traurige Aktualität.

 

Doris Lessing – Das fünfte Kind

Als die altmodischen und sehr familienbewussten Harriet und David ihr fünftes Kind Ben bekommen, ist es mit der großen glücklichen Familienidylle vorbei. Ben ist anders als die anderen, wild, animalisch, unzähmbar, er scheint nicht von dieser Welt oder zumindest ein paar tausend Jahre zu spät geboren zu sein. Das Familienglück bröckelt nicht nach und nach sondern ist recht schlagartig weg und speziell Harriet hat von da an ein ewiges Ringen zwischen der Verantwortung ihren vier älteren Kindern und dem Rest der Familie gegenüber und der moralischen Verpflichtung, sich auch so gut wie möglich um Ben zu kümmern, denn sie findet nirgendwo – weder innerhalb noch ausserhalb der Familie – wirkliche Verbündete.

Lessing entwirft ein düsteres Bild, wie das Glück der Familie durch das andersartige Kind zerstört wird und wirft auch die Frage auf, ob man einen solchen Störenfried und ganz konkret dessen Leben, der Familie opfern kann/darf/bzw. – wie der Rest der Familie von Harriet verlangt – muss oder nicht. Harriet entscheidet sich dagegen und steht ab dem Punkt alleine da und ich habe, speziell nachdem Ben den Familienhund getötet hat, gespannt und mit einem beklemmten Gefühl gewartet, was wohl noch passieren würde. Lessings Schreibstil hat mir nur wenig gefallen. Sie erzählt ein paar Jahrzehnte in nur ungefähr 200 Seiten runter. Da bleibt kein Raum für schöne Formulierungen oder sprachliche Eleganz oder bildhafte Ausschmückung. Unterhaltungen finden häufiger in indirekter Rede statt, nichts, wodurch das Buch mir richtig nahe gekommen wäre, da ist nur dieses dumpfe, beklemmende Gefühl beim Lesen. Vielleicht ist aber genau das beabsichtigt und auch, dass das Ende eher offen bleibt.

Katja

Gelesen im Februar 2016

Das war ein überaus ereignisreicher Monat und zum Lesen blieb schon wieder nicht so viel Zeit. Aber kann man sich ja nicht immer aussuchen und die Dinge, die die Zeit stattdessen beansprucht haben, waren überwiegend Gute.

John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Ich drücke mich jetzt schon seit 2 Wochen davor, hier meine Eindrücke über das Buch festzuhalten, weil mich die Geschichte und die Charaktere einerseits so sehr berührt haben und mir so nahe gekommen sind, dass ich ab irgendwann in der Mitte des Buches bis zum Ende fast nur noch weinend weiterlesen konnte (obwohl ich den Film vorher schon gesehen hatte und wusste, um was es geht), andererseits finde ich es unheimlich schwierig, inhaltlich etwas darüber zu schreiben, ohne zu spoilern. Ich bediene mich also mal am Klappentext, auch wenn der dem Buch mMn nicht wirklich gerecht wird:

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Das war jetzt mein drittes John Green Buch und ich fand alle 3 sehr lesenswert.

 

Erich Kästner – Emil und die Detektive

Nachdem ich im Januar „Das doppelte Lottchen“ gelesen hatte, hat die liebe Jule mir in den Kommentaren für die nächsten Monate je ein weiteres Kästner-Buch ‚als Hausaufgabe‘ aufgegeben. Für den Februar war das „Emil und die Detektive“ und wiederum fand ich vor allem interessant daran, wie sehr sich die Welt seitdem verändert hat. Speziell die von den Jungs zur Schau getragene Uncoolness, die ja auf fehlende Notwendigkeit sich cool zu geben, hindeutet, hat mich sehr fasziniert. Ein bisschen mehr davon stünde uns allen heute immer noch gut.

 

Karen Köhler – Wir haben Raketen geangelt

Kurzgeschichten stehe ich ja eigentlich immer eher skeptisch gegenüber, weil wir die zu Abizeiten bis zum Umkippen sezieren mussten. Trotzdem hatte ich so viel Gutes über Karen Köhlers Raketenbuch gelesen, dass ich es gerne lesen wollte und das war eine gute Entscheidung, denn die Geschichten sind mir alle sehr nahe gegangen. Karen Köhler packt schwierige Themen an, in allen Geschichten geht es mehr oder weniger um Verlust, um Loslassen und das hat mir an manchen Stellen den Atem geraubt. Ihre Geschichten funktionieren, landen punktgenaue Treffer und sind dann auch schon wieder vorbei. Auch die Sprache bleibt dabei angenehm klar und schnörkellos. Ich bin ja ansonsten Freundin schöner Formulierungen, aber hier hätte das nicht gepasst, hätte die Wirkung zu sehr umgekehrt.

Eine echte Leseempfehlung, die allerdings nicht die Suche nach kurzweiliger Unterhaltung erfüllt, sondern oft betroffen zurücklässt.

 

Minette Walters – Das Echo

Ich habe so ein paar Autor*innen, auf die ich mich immer verlassen kann. Wenn ich total unschlüssig bin, was ich als nächstes lesen möchte, weiss ich bei denen, dass ich nichts verkehrt machen kann. Minette Walters ist eine davon. Bisher hat mich noch jedes ihrer Bücher in seinen Bann gezogen und so ging es mir auch mit ‚Das Echo‘.

Michael Deacon soll die wohlhabende Architektin Amanda Powell interviewen, die ein halbes Jahr zuvor die Leiche eines toten, offensichtlich verhungerten Obdachlosen, in ihrer Garage gefunden hatte. Amanda bittet ihn, ihr dabei zu helfen, herauszufinden, um wen es sich bei dem Toten handelt und warum er ausgerechnet ihre Garage ausgewählt hatte, um darin zu sterben. Denn daran, dass das seine Absicht war, bestand kein Zweifel, er saß neben der gut gefüllten Kühltruhe.

Michael findet schon nach kurzer Zeit heraus, dass Amandas Ehemann vor ein paar Jahren unter ungeklärten Umständen verschwunden war, just als er beschuldigt wurde, mehrere Millionen veruntreut zu haben. Handelt es sich bei dem Obdachlosen um James, Amandas verschwundenen Mann?

Wie alle Walters Krimis bleibt auch dieser bis zum Ende spannend. Flüssig lesbare, gute Unterhaltung.

Katja

Gelesen im Januar 2016

Krank sein an sich ist schon ätzend, zu krank sein zum Lesen ist nochmal eine Steigerung und so ging’s mir im Januar. Daher eine recht bescheidene Liste, auch wenn ich ansonsten nicht viel gemacht habe und ausreichend Zeit zum Lesen gehabt hätte.

Andreas Altmann – Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

Ufff! Andreas Altmann wächst nach dem zweiten Weltkrieg im beschaulichen Wallfahrtsort Altötting auf. Alles, was ihm da an Gewalt und Misshandlung innerhalb seiner Familie widerfährt, hat aber wenig mit Beschaulichkeit zu tun. In seinem autobiografischen Buch rechnet er wütend und schonungslos mit allen ab, die seine Jugend zu einer solchen Scheißjugend gemacht haben. Versöhnlich stimmt nur, dass er am Ende seinen Ausweg aus der eigenen Zerrissenheit durch die dauernde Abwertung, Ablehnung, den Missbrauch gefunden hat.

Als ich mit dem Buch anfing, wusste ich nicht so genau, auf was ich mich da einlasse, ich weiss gar nicht, ob ich es ansonsten gelesen hätte. Im Nachhinein bin ich aber froh (sofern man das in diesem Zusammenhang so nennen kann), dass ich es gelesen habe, denn alleine die Kraft, die hinter dieser wütenden Abrechnung steckt, hat mich sehr beeindruckt. Mich haben die Gewalterfahrungen meiner Kindheit eher in die passive Traurigkeit gedrängt, über einen zu lesen, der daraus soviel Wut und Hass gezogen hat, war eine heftige Erfahrung.

Nochmal: ufff!

Und direkt nach Altmann noch so ein ‚Psychobuch‘, das mir nahe gegangen ist:

 

Sarah Kuttner – Mängelexemplar

Als Karo erst ihren Job und dann ihre eher mittelmäßige Beziehung verliert, verliert die ansonsten in ungeduldiger Hektik lebende Städterin auch ihren Halt im Leben und wird von Panikattacken ereilt. Sie sucht Hilfe in Psychopharmaka, Gesprächstherapie, beim besten Freund, bei der Mutter, ständig selbstreflektierend, grübelnd und auch hier kann sie ihr gehetztes Wesen und den Druck schnell gesund zu werden, nicht ablegen.

Mir ging es selten so, dass ich bis zum Ende eines Buches nicht wusste, was ich von der Protagonistin halten soll und ob ich sie leiden kann, wie das bei Mängelexemplar der Fall war. Karo ist eine furchtbare Nervensäge, andererseits erinnern mich viele ihrer Erkenntnisse in der Therapie daran, was da mit mir gerade dauernd passiert und Sarah Kuttner bringt die Dinge gut auf den Punkt. Sicher ist das Buch ein Gewinn für alle die, die Angst, Panikattacken, Depressionen nur von aussen kennen. Natürlich gibt es da keinen typischen Krankheitsverlauf, keinen typischen Umgang, keine typischen Gedanken und doch gibt das Buch einen Einblick in die seelischen Nöte, in die man durch die Krankheit stürzt.

Noch ein Uffff-Buch. Lesenswert!

 

Erich Kästner – Das doppelte Lottchen

„Wie? Du hast noch nie was von Kästner gelesen?“, fragte der Mitdings vor Jahren und obwohl ich in meiner Kindheit alles verschlungen habe, was zwischen zwei Buchdeckeln daherkam, kann ich mich zumindest nicht erinnern, dass ich Erich Kästner in die Finger bekommen hätte. Daher hier endlich mal ein Anfang. Die Geschichte des doppelten Lottchens kannte ich natürlich seit Kindertagen in diversen Verfilmungen und natürlich habe ich mir damals sehnlich eine Zwillingsschwester gewünscht, um alle hereinlegen zu können. Jetzt also das Buch. Man merkt ihm deutlich sein Alter an, da geht es um Fräuleins und Mädchen die Zöpfe und Schürzen tragen und sich als kleine Hausfrauen hervortun. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte zauberhaft und lässt einen für einen kurzen Moment darüber nachdenken, wie schön es wäre, wenn man sich etwas nur ausreichend wünschen müsste, damit es in Erfüllung geht.

 

Katja

Gelesen im Dezember 2015

Ich bin ein bisschen spät dran, aber ich wollte erst noch den letzten Band der Loretta Luchs Serie zu Ende gelesen haben, weil ich da nix einzeln zu den Büchern schreiben wollte. Das letzte ist also eigentlich schon ein Januarbuch.

 

Marc-Uwe Kling, Die Känguru-Chroniken (Hörbuch)

Nachdem ich erst mal mit dem Hören von Büchern angefangen hatte und das Eis gebrochen, habe ich direkt auch noch die Känguru-Chroniken gehört. Die standen schon ungefähr soooo lange auf der Liste der Bücher, die ich unbedingt lesen wollte, aber mir wurde nahegelegt, dass sich gerade hier das Hören anböte.

Was soll ich sagen? Mich hat’s erwischt. Ich mag die Mann-Känguru-WG unheimlich gerne. Die Geschichten sind witzig und Marc-Uwe Kling liest sie sehr unterhaltsam vor. Geht mir nicht häufig so, dass ich bei Büchern lauthals losprusten muss. Bei diesem war es so. 🙂

 

Hermann Hesse – Siddhartha, Eine indische Dichtung

„Lesen Sie mal Siddhartha von Hesse“, sagte der Therapeut mir letztens und dass es für ihn viele Dinge und speziell das Konzept des Loslassens sehr viel klarer und verständlicher gemacht hätte. Jetzt hab ich’s gelesen und weiss in etwa, was er gemeint hat. Ich weiss aber auch, dass ich’s vermutlich noch ein zweites Mal lesen muss, um das noch ein bisschen auf mich wirken zu lassen.

Gerade bin ich gar nicht in der Lage mehr dazu zu schreiben, weil mich die Assoziationen mehr beschäftigen als der eigentliche Inhalt. Aber wen jener interessiert, der wird sicher auch im Web fündig. Für nicht-gut-loslassen-Könner wie mich ist das sicher eine bereichernde Lektüre.

 

Lotte Minck – Radieschen von unten

Lotte Minck – Einer gibt den Löffel ab

Lotte Minck – An der Mordseeküste

Lotte Minck – Wenn der Postmann nicht mal klingelt

Lotte Minck – Tote Hippe an der Strippe

Hm ja. Nachdem das mit dem Lesen alles immer noch ein bisschen schleppend war, wollte ich dringend, um mal wieder reinzukommen, was leicht Lesbares und da kam mir die Serie um Loretta Luchs, auf die ich bei Svü gestoßen bin, gut entgegen. Die Bände lesen sich wirklich wie nix runter, da ist nichts kompliziertes, worüber man nachsinnen müsste. Oder könnte. Oder wollte. Loretta lebt im Ruhrpott in einer nicht näher bezeichneten Stadt und tappst in den Bänden immer unbeabsichtigt in Mordfälle bzw. stolpert fast im Wortsinne über Leichen und fängt dann an, mit ihren Freunden, zu denen Erwin, ein pensionierter Polizist gehört, auf eigene Faust, Untersuchungen anzustellen. Die Bücher sind als ‚Krimödien‘ ausgewiesen und das trifft es vermutlich ganz gut. Die eigentlichen Fälle sind eher unspektakulär und vor allem arg an den Haaren herbeikonstruiert. Im Grunde geht es um Loretta und ihren Freundeskreis, der erfreulicherweise von Band zu Band anwächst, weil aus jedem Band ein oder mehrer Charaktere in der Gruppe ‚hängen‘ bleiben und in Zukuft dazu gehören. Die Sprache ist oft Ruhrpottschnauze und das fand ich auch ohne Bezug zur Gegend zu haben oft amüsant. Was mich allerdings ab spätestens dem dritten Band sehr genervt hat, waren die dauernd ausgepackten Rollenklischees: MännersindsoundsoFrauensoundso und das konnte auch das lesbische Paar unter Lorettas Freunden nicht rausreissen, das war alles schrecklich festzementiert. Und so ging’s mir ab der Hälfte des 3. Bandes ein bisschen wie bei so ’ner Fremdschämveranstaltung, wo man doch fasziniert weiter hinguckt, obwohl man’s eher schlimm findet.

Die fünf Bände sind die einzigen bisher erschienenen und ich muss mal sehen, ob ich, wenn weitere rauskommen, noch Lust habe, da weiterzulesen. Momentan tendiere ich eher gegen ‚reicht jetzt‘.

Trotzdem – die Bücher haben mich ja doch gut unterhalten und mich vor allem wieder zum regelmäßigen Lesen gebracht. Und die Charaktere sind auch größtenteils sympathisch. Als eher anspruchslose Strandlektüre ist die Serie sicher ganz gut geeignet.

Katja

Gelesen von August bis November

Ja äh. Nachdem ich in den ersten 7 Monaten des Jahres wirklich viel gelesen habe, habe ich dann erst mal schlagartig aufgehört und zwischendrin wochenmonatelang überhaupt nicht gelesen, weil so viel anderes so viel wichtiger war. Aber ich bin ziemlich froh, dass ich jetzt langsam wieder zu meinem fast täglichen Lesen zurückkehre. Zwar nicht ganz so viel wie vorher, aber das ist gerade alles besser als diese ganze Zeit ohne Bücher.

Leonie Swann – Dunkelsprung

Das arme Buch hat nicht verdient, was ich ihm angetan habe – ich hab’s nämlich zwischendurch wochenlang liegen lassen statt es flüssig durchzulesen. Das ist besonders deswegen schade, weil Leonie Swann mich eigentlich von den ersten Seiten an, in ihrem Bann hatte. Ich mochte schon ihre beiden Schafskrimis (Glennkill und Garou) wegen der originellen Idee, sie aus der Perspektive der Schafherde zu schreiben sehr, aber mit Dunkelsprung setzt sie da noch eins drauf.

Ich bediene mich für den Inhalt mal des Klappentextes, weil der einen Einblick gibt, ohne direkt zu spoilern, was mir bei dem Buch total schwer fallen würde:

Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchkünstler, wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine ruhige, unbescholtene Existenz führen zu können. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, überstürzen sich die Ereignisse. Ein Magier wird ohnmächtig, eine alte Dame macht sich in einem gestohlenen Lastwagen davon, ein Detektiv mit Konzentrationsstörungen findet zu einem ungewöhnlichen Haustier, und Julius sieht sich auf einmal mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen? Julius bleibt nichts anderes übrig, als sich weit über den Tellerrand seiner Welt hinauszulehnen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Ein phantastisches Abenteuer beginnt …

So vielschichtig, wie sich der Inhalt hier andeutet, ist er auch und das ist tatsächlich ein gewaltiges Abenteuer. Das wirklich Faszinierende an Dunkelsprung ist aber die Sprache des Buchs. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Stellen in einem Buch markiert, um sie wiederzufinden. Das ist eine solche Schatzkiste an schönen Sätzen, die Leonie Swann da in Buchform abgeliefert hat. Grandios.

Es war auf eine seltsame Art schlimmer gewesen, als wirklich zu ertrinken, ein Ertrinken an Küssen, jeder tiefer und trauriger als der vorherhige, und jeder mit einem bitteren kleinen Luftbläschen Hoffnung, das ihn schwindelig werden ließ vor Sehnsucht nach dem Leben.

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„Wünsch mir Glück“, sagte Elizabeth.
„Glück“, sagte Julius, und er meinte es auch. Manchmal half es nichts wegzulaufen, sogar seine Flöhe hatten das begriffen. Manchmal musste man einfach springen, hinein ins Ungewisse. Es war eine radikale Erkenntnis. Er seufzte melancholisch.

Und vielleicht mein Lieblingssatz, den ich bisher in einem Buch gelesen habe:

Dann passierten Dinge.

 

Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Der Tod erzählt die Geschichte von Liesel Memminger, die 1939 zu Pflegeeltern in der Nähe von München kommt. Auf dem Weg dorthin begegnet er ihr zum ersten Mal als er ihren, in ihren Armen sterbenden kleinen Bruder abholt und bei dessen Beerdigung stiehlt die 9-jährige Liesel, die gar nicht lesen kann, ihr erstes Buch. Im Hause ihrer Pflegeeltern herrscht ein eher ruppiger Ton, zumindest von der Stiefmutter aus, doch der Pflegevater bringt ihr mit viel Geduld nachts das Lesen bei, wenn Liesel wieder einmal von einem Albtraum geplagt erwacht ist. Liesel freundet sich schnell mit dem Nachbarsjungen Rudi an und dann ist da auch noch der Jude Max Vandenburg, dessen Vater Liesesls Pflegevater Hans Hubermann im 1. Weltkrieg das Leben gerettet hat. Und natürlich Liesels Liebe zu Büchern. Doch an die ist schwer heranzukommen, wo kaum genug zu Essen da ist…

Markus Zusak hat hier eine gute Verbindung aus Tragik und Humor abgeliefert. Angefangen beim Tod, der sich selber die Pointen vorwegnimmt und in dieser Zeit mit seinem Job alles andere als glücklich ist über die beklemmenden Situationen bei Bombenangriffen, die für alle im Luftschutzkeller Anwesenden dadurch erträglicher werden, dass Liesel ihnen aus ihren Büchern vorliest, bis hin zu den oft ganz normalen Streitgesprächen zwischen Liesel und Rudi und nicht zu vergessen, den verbalen Ausrastern von Liesels Pflegemutter. Von herzhaftem Lachen bis zum dicken Kloß im Hals, alles da, alles im Wechsel. Gutes Buch, alleine schon weil ich Liesels innige Bücherliebe so gut nachvollziehen kann.

 

Andy Stanton – Sie sind ein schlechter Mensch, Mr. Gum

„Magst du eigentlich Hörbücher?“, fragte mich letztens einer und obwohl ich bisher nie Zugang zu Hörbüchern gefunden hatte (Ich kann da nicht wirklich was nebenbei machen, sonst bekomme ich nichts mit und dann hab ich bisher immer Lesen vorgezogen.), war ich spätestens neugierig als ich hörte, dass es ein selbst eingesprochenes und mit allerlei Sound unterlegtes Hörbuch, also eher ein Hörspiel ist. Irgendwann nachts hatte ich’s fertig runtergeladen und wollte nur mal gaaaanz kurz reinhören und dann war’s auch schon halb 4, das Buch zu Ende und ich war vom vielen Lachen wieder hellwach.

Ganz grob geht es um einen Bösewicht, Mr. Gum, der in einem total versifften Haus, inmitten des hübschesten, grünlichsten, geblümtesten, gartenartigsten Gartens von ganz Bad Lamonisch an der Bibber lebt. Und dass der Garten so hübsch, grünlich, geblümt und gartenartig ist, liegt daran, dass immer, wenn er den nicht ordentlich pflegt in seiner Badewanne eine Fee mit einer Bratpfanne erscheint und ihn verhaut. Nun gibt es aber auch einen Riesenköter von einem Hund, Jakob, dem der Garten gefällt und der dort regelmäßig spielt, was den Garten verwüstet, was Mr. Gum Hiebe mit der Pfanne einbringt. Der Hund muss also weg! Aber dann ist da auch noch Polly…

Nun hieß dieses kleine Mädchen zwar Jammy Grammy Lammy F’Huppa F’Huppa Berlin Stereo Eo Eo Lebb C’Yepp Nermonica le Straypek de Grespin de Crespin de Spespin de Vespin di Schwupp di Wupp de Brönckel Frohe Weihnachten Lenoir, aber ihre Freunde nannten sie einfach Polly.

Du wirst dich jetzt entscheiden müssen, ob du mit ihr befreundet bist. Wenn ja, darfst auch du sie Polly nennen.

Aber wenn du nicht mit ihr befreundet bist, musst du jedes Mal, wenn du in dieser Geschichte den Namen »Polly« siehst, im Geiste stattdessen »Jammy Grammy Lammy F’Huppa F’Huppa Berlin Stereo Eo Eo Lebb C’Yepp Nermonica le Straypek de Grespin de Crespin de Spespin de Vespin di Schwupp di Wupp de Brönckel Frohe Weihnachten Lenoir« sagen. Wenn sie zum Beispiel einen Hügel hinunterrennen will, etwa so –

Polly raste den Hügel hinunter wie eine wild gewordene Murmel

– brauchst du dir, wenn du mit ihr befreundet bist, keine Sorgen zu machen. Aber wenn du nicht mit ihr befreundet bist, wirst du es so lesen müssen:

Jammy Grammy Lammy F’Huppa F’Huppa Berlin Stereo Eo Eo Lebb C’Yepp Nermonica le Straypek de Grespin de Crespin de Spespin de Vespin di Schwupp di Wupp de Brönckel Frohe Weihnachten Lenoir raste den Hügel hinunter wie eine wild gewordene Murmel.

Die meisten Menschen in Bad Lamonisch an der Bibber zogen es vor, mit Polly befreundet zu sein, um Zeit und Aufwand zu sparen.

…und Freitag O’Leary, die Jakob natürlich am Ende retten! Schließlich ist das ein Kinderbuch! Aber tragisch wird’s schon zwischendrin…

Das Buch ist eines der großartigsten Kinderbücher, die ich je gelesen habe – das habe ich mittlerweile nämlich auch nachgeholt, nachdem ich es schon ein gutes Dutzend Mal angehört hatte. Andy Stanton schreibt unheimlich witzig und hat total verrückte und interessante Ideen. Noch besser gefällt mir aber die Hörbuch-/Hörspielvariante! Die ist so unfassbar charmant, dass ich auch nach so vielen Malen, die ich sie schon gehört habe, jedes Mal wieder lauthals lachen muss.

Und damit du dir vorstellen kannst, wie erstaunlich das (Hör-)Buch ist

denk dir eine Zahl zwischen eins und zehn.

Multipliziere diese Zahl mit fünf.

Addiere zu der Zahl dreihundertfünfzig.

Ziehe elf ab.

Wirf all diese Zahlen weg.

Und stell dir einen ganz erstaunliches Buch vor.

Egal, mit welcher Zahl du angefangen hast, nach meinen Berechnungen müsstest du jetzt an ein erstaunliches Buch denken. Und genauso erstaunlich war Andy Stantons Buch.

(Das stammt natürlich auch aus dem Buch, ich hab’s nur von Garten in Buch abgewandelt, denn eigentlich geht es um den hübschen, grünlichen, geblümten, gartenartigen Garten von Mr. Gum.)

Wie großartig, dass es noch jede Menge ungelesene Bände der Reihe gibt! \o/

 

Katja

Gelesen im Juli 2015

Wuh. Der Monat ist schon wieder vorbei und ich habe gerade mal nur 2 Bücher gelesen und das zweite gerade noch haarscharf vor Monatsende ausgelesen. Irgendwie bin ich gar nicht dazu gekommen, viel zu lesen. Dafür war Sommer und andere spannende Dinge. 🙂

Trudi Canavan – Die Novizin, Die Gilde der schwarzen Magier, Band 2

Im Juni hatte ich den ersten Band der Trilogie gelesen, der mit einem bösen Cliffhanger endete und so musste ich quasi nahtlos mit Band 2 weitermachen. Über den zu schreiben, ohne den Inhalt des ersten zu spoilern ist mMn fast unmöglich, daher nur in aller Kürze: es hat sich gelohnt, den ersten Band trotz seiner Längen durchzuhalten. Der Titel des 2. Bandes lässt ahnen, dass Sonea bei den Magiern gelandet ist und dort die universitäre Ausbildung durchläuft. Und wie sich das für einen ordentlichen Harry Potter gehört, gibt es natürlich auch den grundbösen Erzfeind, Soneas ganz persönlichen Draco Malfoy – vielleicht noch ein bisschen anstrengender als der echte. Ausserdem formt sich endlich eine Geschichte rund um das Geschehen um Sonea, in der es um alte und auch um schwarze (verbotene) Magie geht. Dieses Rätsel deutete sich im ersten Teil schon an und im zweiten gerät man mitten hinein. Das liest sich immer noch gut und unterhaltsam und gegen Ende fiel es mir zunehmend schwerer, das Buch beiseite zu legen.

Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es im letzten Band der Trilogie weitergeht – den habe ich direkt im Anschluss aufgeklappt und angefangen.

 

Trudi Canavan – Die Meisterin, Die Gilde der schwarzen Magier, Band 3

Die Wendungen, die die Geschichte im dritten Band nimmt, sind nicht ganz so überraschend oder interessant wie die des zweiten Bandes. Die schwarzen Magier der Gilde fliegen auf und niemand glaubt ihnen ihre Motive, sie werden verbannt, die Feinde des Königreichs bekommen das direkt mit und stehen fast schon vor den Toren der Stadt. Es wird viel gekämpft, gibt eine eher überraschende und für meinen Geschmack zu unglaubwürdige Liebesgeschichte, große Teile der Stadt werden zerstört und dann kommt der Endkampf. Davon ist vieles vorhersehbar und was nicht vorhersehbar ist, ist mir teils zu konstruiert.

Insgesamt ist das aber eine durchaus lesenswerte Trilogie – möglicherweise ein bisschen besser für die eigentliche Zielgruppe (Jugendliche) geeignet. Die Ideen, wie die Magie und vor allem auch wie die schwarze Magie funktioniert, finde ich aber sehr gelungen und interessant. Das ist erfreulicherweise alles ganz anders als bei Harry Potter. Da stecken sehr viele (für mich) neue Ideen drin.

Katja

Gelesen im Juni 2015

Weil ich gerade so einen dicken Wälzer am Start habe, dass ich ihn garantiert nicht mehr in den nächsten beiden Tagen fertig bekomme, hier schon die, diesen Monat sehr kurze, Bücherliste. Nur zwei. Diesen Monat war so viel zu tun, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin und speziell bei der Magiergilde ist ein bisschen doof, dass die Kapitel vergleichsweise lang sind. Das hält mich morgens oft vom Lesen ab, wenn ich nur mal ein paar Minütchen vorm Aufstehen hätte.

Irvin D. Yalom – Und Nietzsche weinte

So dicht, so vielschichtig, so reich. Ich komme nicht umhin die Beschreibung des Buches bei goodreads zu ‚mopsen‘, denn es will mir nicht gelingen, den Inhalt so kurz und treffend zu skizzieren:

Das Wien des Fin de siècle. Die junge Russin Lou Salomé sucht Josef Breuer auf, den angesehenen Arzt und Mentor Sigmund Freuds. Sie macht sich Sorgen um ihren Freund Friedrich Nietzsche. Breuer soll den unter betäubenden Kopfschmerzen leidenden, einsamen großen Denker kurieren und von seiner Obsession für sie heilen. Doch Nietzsche darf nicht erfahren, dass Salomé Breuer gebeten hat, ihn zu behandeln. Breuer will ihn der neuartigen „Redekur“ unterziehen, die er gerade mit seiner Patientin Anna O. entwickelt hat. Um Nietzsche zum Reden zu bewegen, beginnt er von seiner Obsession für die junge Patientin Bertha zu erzählen. So entspinnen sich zwischen dem ruhigen, einfühlsamen Breuer und dem verschlossenen, verletzlichen Nietzsche heftige Rededuelle. Und je näher sich die beiden kommen, umso deutlicher muss Breuer erkennen, dass er Nietzsche nur heilen kann, wenn er diesem erlaubt, auch ihm zu helfen.
Yalom verwebt Fiktion und Wirklichkeit zu einem dichten Netz, und bald beginnen die großen Köpfe aus den Pioniertagen der Psychotherapie lebendig zu werden und zu uns zu sprechen.

Wenn man selber gewohnt ist, nach innen zu hören, sich selber zu analysieren und zu reflektieren, immer auf der Suche nach dem Verstehen und Erklärungen, warum man auf bestimmte Weise tickt, welche Bedeutung und Zusammenhänge bestimmte Gedanken und Gefühle haben, ist es einfach grandios und großartig diesen beiden großen Köpfen in ihrer Auseinandersetzung mit sich und den Fragen des Lebens, Liebens, Glaubens zu folgen. Die Geschichte, das Aufeinandertreffen Nietzsches und Breuers ist fiktiv und doch könnte man sich genau so die Geburtsstunde der Psychotherapie vorstellen.

Ein sehr tolles Buch!

 

Trudi Canavan – Die Rebellin, Die Gilde der Schwarzen Magier, Band 1

Ich glaube, die Serie hatte ich bei Novemberregen aufgeschnappt und hatte noch dunkel in Erinnerung, dass sie irgendwas darüber schrieb, dass es eine Magierschulgeschichte ist, die ein bisschen an Harry Potter erinnert. Beim ersten Band merkt man aber noch nichts davon. Die 17-jährige Sonea, die in einem erfundenen Königreich im armen Hüttenviertel der Stadt lebt, entdeckt zufällig, dass sie über magische Kräfte verfügt als sie einen Stein gegen eine magische Barriere wirft und der Stein die Barriere durchdringt. Blöderweise merken das auch die Magier der Stadt und machen in Folge Jagd auf Sonea, denn es wird niemand mit magischen Fähigkeiten ausserhalb der Magiergilde geduldet. Sonea, die glaubt, die Magier – die allesamt aus einer anderen Gesellschaftsschicht, den sog. Häusern, stammen – wollen sie töten und ist ab dann auf der Flucht. Die Diebe der Stadt, die gerne jemanden mit magischen Fähigkeiten auf ihrer Seite hätten, helfen ihr dabei und bringen sie von Versteck zu Versteck. Und das ist auch schon fast die ganze Geschichte des ersten Bandes, der sich ein bisschen quälend auf über 500 Seiten ausbreitet.

Erst in den letzten paar Kapiteln passiert da noch ein bisschen mehr und hätte ich nicht die Hoffnung gehabt, dass noch mehr Abwechslung kommt, hätte ich vermutlich eher aufgegeben. So wollte ich wenigstens den ersten Band zu Ende lesen und gemeinerweise ist das, was am Ende passiert so spannend, dass ich direkt den zweiten Band der Trilogie angefangen habe.

Immerhin liest sich das alles recht flüssig, wie es ja bei Jugendbüchern oft der Fall ist. Einzig von Canavans Fantasiebegriffen war ich ein bisschen genervt. Vieles in der fiktiven Fantasywelt ist sehr vergleichbar mit der echten Welt, aber bei Tieren und Pflanzen und Getränken und dergleichen hat sie sich dann neue Begriffe ausgedacht, die man sich erst mal alle merken muss. Das ist ganz anders als bei Rowling, die den erfundenen Begriffen und Dingen der magischen Welt, richtiges Leben verleiht. Bei Canavan ist erkennbar, dass es sich um ein Getränk ähnlich unseres Kaffees oder auch unseres Bieres handelt und sie hat die Dinge einfach anders benannt. Hätte man von mir aus gerne einfach sein lassen können, aber letztendlich kann man auch einfach drüber hinweglesen. Bisher war keines davon wirklich wichtig für’s Verständnis.

Oh, aber wo ich schon am Vergleichen war, vielleicht doch auch noch ein positiver Punkt: die Magier fuchteln nicht mit Zauberstäben rum und sagen Sprüche auf, sondern man bekommt Einblick, wie die Magie in ihnen wirkt und wie sie sie steuern. Das hat mir sehr gut gefallen.

Katja