Und was hat das eigentlich alles gebracht? Tagesklinik Nachklapp.

Eine meiner Mitpatientinnen, die ein paar Wochen vor mir entlassen wurde, und mit der ich in Kontakt stehe, erzählte mir, dass die Klinik ihr leider gar nichts gebracht hätte. Sie hängt nach wie vor in ihren Mustern und – in ihrer Wahrnehmung – ist das einzig Gute, was sie mitgenommen hat, das Malen. Man konnte das in der Klinikzeit schon ein bisschen ahnen, sie hat sich abgekämpft und abgekämpft und konnte sich nicht einlassen.
Vor ein paar Tagen als wir uns schrieben, fragte sie mich, nachdem ich erzählt hatte, dass mir die Zeit wahnsinnig viel gebracht hat, was genau sich für mich geändert hätte, was genau ich mitgenommen hätte und bat mich, meine Erfahrungen mit ihr zu teilen.

Ich schrieb ihr einen ziemlich langen Text und hab da auch wieder gemerkt, wie gut es für mich ist, mir das selber immer mal bewusst zu machen, was genau sich alles verändert hat.

Nachdem ich euch daran habe teilhaben lassen, was in der Klinik so passiert ist und wie das abläuft, ist es für euch vielleicht auch interessant zu lesen, wie das ganze denn nun eigentlich wirkt und was sich ändert. Ich paste euch mal meine Antwort an meine Mitpatientin hier rein und zensiere nur die Namen.

*

Ein bisschen schwieriger ist die Frage, was da genau von der Klinik bei mir gewirkt hat und ich mitgenommen habe. Das für mich wichtigste war, glaube ich, das Modell mit den Bedürfnis-Schiebereglern von Herrn X. Eines meiner großen Probleme ist ja, dass ich viele Dinge intellektuell längst verstanden habe, sich aber trotzdem nichts an meinem Fühlen ändert. Ich hab das immer als große Schere zwischen Kopf und Gefühl empfunden. Da hilft es mir sehr, drauf zu gucken, welches Bedürfnis dahinter steckt, dass ich auf bestimmte Weise fühle. UND, dass ich dann gezielt etwas für den ‚bedürftigen‘ Anteil von mir tun kann. Ich fürchte, das klingt sehr verworren. Ein Beispiel, das es vielleicht deutlicher macht: wenn ein Freund mir eine Verabredung wieder absagt, dann weiß ich jetzt, dass ich deswegen traurig bin, weil mein Bindungsregler unten ist. Statt in der Traurigkeit hängen zu bleiben, versuche ich also den Regler auf anderem Weg wieder hochzubekommen, zB indem ich dann mit einem anderen Freund was unternehme. Oder ich mache zumindest etwas, was mich davon ablenkt und mir gut tut, damit es mir insgesamt besser geht. Malen gehört da eben inzwischen dazu – da weiß ich, das hilft.
Und auch dazu passend ist, dass ich in der Klinik nicht nur gelernt habe, meine Gefühle besser zu verstehen, sondern auch, meine Bedürfnisse besser zu spüren UND mir zuzugestehen, sie zu haben und sie mir zu erfüllen. Das ist witzigerweise ganz am Anfang in der KBT (Bewegungstherapie) in Gang gekommen als es mir mal bei einer Entspannungsübung total übel ging, ich aber nicht rausgehen wollte, weil ich euch nicht stören wollte. Und dann haben mir hinterher alle versichert, es hätte gar nicht gestört, wenn ich leise raus wäre und vor allem, das wäre doch wichtiger gewesen, da auf mich zu achten, statt das auszuhalten, wenn es doch so schlimm für mich war. Das war für mich echt ein Schlüsselmoment in den 12 Wochen, weil ich tatsächlich voller innerer Verbote bin, wenn es um mich selber geht und darum, mich ernst und wichtig zu nehmen. Inzwischen überlege ich in so Momenten oft, wie ich da mit einer Freundin umgehen würde und ob ich zu ihr ebenso streng wäre, wie ich es mit mir selber bin, das hilft mir dann sehr bei der Einschätzung des ‚das hier darf ich mir erlauben‘ oder ‚das hier muss ich nicht aushalten‘.
Ich glaube, das sind so die Kerndinge. Dann aber eben auch, dass ich tatsächlich gelernt habe, gezielt zu entspannen. Ich hab ja seit 15 Jahren schlimme Schlafstörungen und hab jetzt zum einen endlich eine Medikation, die da hilft (auch aus der Klinik, mit Dr. Y wochenlang in jeder SoMa (Somatische Visite) an der Dosierung geschraubt), aber noch besser als die Tabletten hilft, dass ich jeden Abend, mit Qi Gong oder autogenem Training runterkomme.

Ich hab am Ende der 12 Wochen für die drei von der Pflege, die Kreativtherapeuten und meine Therapeutin Postkarten mit Aquarellfarben bemalt und mir tatsächlich gezielt bei jedem überlegt, was ich von demjenigen gelernt habe und mit nach Hause nehme und das je auf die Karte geschrieben. Das war für mich irgendwie total gut, da genau hinzuspüren, was sich denn wirklich alles für mich geändert hat und was mich vorangebracht hat. Tatsächlich ist es ein Puzzle aus vielen kleinen Teilen, die ich da für mich rausgezogen und mitgenommen habe.

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Katja

 

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Wie geht das denn? #8c heute: Tagesklinik

Hier fängt’s an: Link, hier ist Teil 2: Link

Vielen Dank für eure Rückmeldung in den Kommentaren und auf Twitter. Ich mache dann mal in der gleichen epischen Breite weiter. 🙂

Inzwischen bin ich vor einer Woche (nach insgesamt 12 Wochen dort) aus der Tagesklinik entlassen worden und muss mich erst mal wieder in meinen normalen Alltag einfinden. Bevor die Erinnerungen zu sehr verblassen, schreibe ich also lieber mal zügig weiter.

Dienstags nach der Morgenrunde kam der eher unbeliebteste Teil der Woche: Wiegen und Blutdruck messen im Stationszimmer und natürlich haben wir dienstags erst danach gefrühstückt. Man will ja so leicht wie möglich davon kommen. 😀

Direkt vorm Mittagessen gab’s dienstags 100 Minuten KBT, was für Konzentrative Bewegungstherapie steht und wenig mit Sport oder „Turnen“, wie es ein Mitpatient immer genannt hat, zu tun hat. Bei der KBT ging es vor allem darum, mal weg von der Dauerverkopfung zu kommen und sich selber auf anderen Ebenen und vor allem auf jener des Körpers zu spüren. Die Eingangsfrage war dort meistens „Wie geht es Ihnen auf den 3 Ebenen? Wie geht es Ihnen körperlich? Wie geht es Ihnen auf der Gedankenebene? Was beschäftigt Sie da gerade? Und wie geht es Ihnen auf der Gefühlsebene?“, dann hat die Therapeutin versucht, irgendwie aus unseren Antworten etwas rauszuholen, das möglichst allen Bedürfnissen gerecht wird und auch im Tun und in der Bewegung ging es immer darum, nachzuspüren, was das gerade mit einem macht und wie es einem dabei geht. Oft in Verbindung mit Musik, die mit unterschiedlichem Tempo und unterschiedlicher Intensität zu verschiedenen Bewegungen anregen sollte. Ich glaube, nirgendwo hat es sich so krass wie in der KBT ausgewirkt, wenn die Gruppe gewürfelt wurde und neue dazu gekommen sind, weil das meist erst mal wieder dazu geführt hat, dass man sich vorsichtiger bewegt und zurückhaltender ist und eigentlich sagt das ja schon ziemlich viel aus, wie schambesetzt die Körperebene dann doch immer wieder ist und wie schwer das ‚dance like nobody’s watching‘ fällt.

Mittwoch Vormittags war Chefärztinnenvisite. Dafür kommt die Chefärztin der Station in die Ruheräume und besucht jeden an seinem Sessel. Da die aber ansonsten gar nichts bis wenig mit unserer Therapie zu tun hatte, war das eigentlich auch die sinnloseste Veranstaltung der ganzen Woche, denn in 3-5 Minuten zu erörtern, wie’s einem gerade geht und wo man in der Therapie steht – ob man das macht oder nicht, ist vollkommen egal und hat keinen Einfluss auf die Therapie.

Der Mittwoch war aber trotzdem einer meiner Lieblingstage, weil nach dem Mittagessen 100 Minuten Kunsttherapie auf dem Plan stehen. 🙂

Am vollgepacktesten ist der Donnerstag. Es fängt an mit Lockerung statt der üblichen Morgenrunde und das bedeutet zum ersten von insgesamt 3 Malen an dem Tag, in den Keller in den KBT-Raum, wo auch unter anderem die Lockerung stattfindet, zu stapfen. Schuhe aus – Antirutschsocken an und seit ich mir kurz vor Weihnachten in der Lockerung beim Fall auf den Hinterkopf und Rücken eine leichte Gehirnerschütterung geholt habe, achtet die Pflege auch sehr akribisch drauf, dass die wirklich antirutschend sind. In der Lockerung haben wir häufig Qi Gong gemacht, was ich dort für mich entdeckt habe und auch zu Hause noch immer mal mache, die schönsten Donnerstage waren aber mit Frau S., bei der wir meist gespielt haben und dabei schallend gelacht – angefangen beim pantomimischen Erklären von Sprichworten über Ballspiele, die mit Konzentration zu tun hatten, weil jede Ballfarbe in einer bestimmten Reihenfolge durch den Kreis geworfen werden musste bis hin zu einer Aufmerksamkeitsübung, wo wir uns zu zweit gegenüberstanden, einander eingehend betrachtet haben, uns dann jeweils umdrehen und ein kleines äußerliches Detail verändern mussten, was der andere dann beim Wiederumdrehen rausfinden musste. Den Vogel abgeschossen hat dabei Mitpatientin T., deren Veränderung KEINER erraten hat. Sie hat bei jedem Partnerwechsel ihre grauen Socken wahlweise an- oder ausgezogen und trug darunter schwarze Socken. Den Unterschied hat keiner rausfinden können. Erstaunlicherweise waren wir vorher immer total unmotiviert, wenn Lockerung statt Morgenrunde auf dem Plan stand, aber hinterher ging es uns allen immer gut – vor allem, wenn wir den Tag mit viel Lachen begonnen hatten.

Donnerstags um 10 Uhr war die Rezeptive Musiktherapie. Rezeptiv bedeutet, wir haben dort nicht selber aktiv Musik gemacht, sondern zusammen Musik gehört und geguckt, was sie mit uns macht. Dafür hat jeder irgendwann, wenn er an der Reihe war, irgendwas um 4-6 Lieder ausgewählt und mitgebracht und den anderen vorgestellt. In der Stunde kann man dann beliebig viel selber zu seinen mitgebrachten Liedern sagen und die anderen können (aber müssen nicht) sagen, wie’s ihnen beim Hören geht. Das war meist eine eher träge Veranstaltung und es kam kaum zu Gesprächen, aber ich fand schon alleine den Teil ziemlich gut, mich selber damit auseinanderzusetzen, welche Songs ich präsentieren möchte und warum. Ich hab’s beim Aussuchen mit der Twitter-Timeline geteilt und da kam tatsächlich mehr Feedback als in der Therapiegruppe. Falls jemand mithören möchte, hier ist der Tweet, mit dem es losging und in den Antworten sind dann die einzelnen Songs verlinkt und meine Gedanken dazu, wieso die für mich wichtig sind: (Ein Klick auf’s Datum und die Uhrzeit im Tweet führt einen in den Thread)

Donnerstags, auch noch vorm Mittagessen ist Entspannung und nach der Musiktherapie ist das die dritte Veranstaltung, die im KBT-Keller stattfindet. Bei der Entspannung gibt’s immer entweder eine Achtsamkeitsübung in Körperwahrnehmung und Autogenes Training oder PME, das für Progressive Muskelentspannung steht, dann eine Buddhistische Atemübung und Stretching und es gilt die ungeschriebene Regel, dass wer einschläft und dabei schnarcht, der Pflege Apfelkuchen oder – wenn Frau S. die Entspannung macht – ein Mettbrötchen schuldet.

Nach dem Mittagessen findet dann nachmittags noch die somatische Visite statt, bei der alle nacheinander bei der Oberärztin antreten. Besprochen werden körperliche Beschwerden, Medikation, aber auch hier der Therapiefortschritt und was gerade an Themen anliegt.

Und dann schließlich Freitag und alle sind echt wochenend-ausruh-schlaf-bedürftig. Nach der Morgenrunde ist um 9 Uhr die zweite Gruppentherapiestunde der Woche, vorm Mittagessen nochmal 100 min KBT und nachmittags um 15 Uhr die Abschlussrunde, bei der Organisatorisches für die kommende Woche geklärt wird, zB wer den Küchendienst übernimmt und wer die Neuaufnahmen auf dem Gelände rumführt und alles erklärt und die Therapieräume zeigt.

Das ist der wöchentliche Rahmen, der für alle gleich ist. Zusätzlich gibt es noch diverse Gruppen, zB die Sozialkompetenzgruppe, die Angst- und Zwanggruppe, die Traumagruppe und einige mehr, in die man nach einigen Wochen in Absprache mit der Einzeltherapeutin geht. Und außerdem hat jeder pro Woche zwei Einzeltherapiesitzungen, ein langes Einzel, das 50 min dauert und ein kurzes, das 25 min dauert und ein Bezugspflegegespräch, das eigentlich 25 min dauert, aber bei meinem supertollen Bezugspfleger meist auf eine Stunde ausgedehnt war.

Und darüber hinaus ist die Pflege auch immer ansprechbar, wenn akut etwas anliegt – angefangen bei Panikattacken, Heulkrämpfen, aber auch solchen Dingen wie Formulare für die Krankenversicherung ausfüllen, wenn jemand damit gar nicht klar kommt.

Dass zwischendrin immer wieder so viel Leerlaufzeit da ist, ist ausdrücklich so gewollt, weil die Dinge, die in den Therapien hochkommen ja auch ihre Zeit brauchen, um verarbeitet werden zu können und weil außerdem Zeit für Gespräche mit den Mitpatienten sein soll, die ausdrücklich zum Konzept der Tagesklinik dazu gehören, damit man auch nochmal ganz andere Perspektiven auf die eigenen Themen bekommt.

Ich hoffe, das hat einen kleinen Einblick in die Blackbox (teil-)stationäre Psychosomatische Klinik gegeben. Fragt gerne, wenn euch darüber hinaus noch was interessiert. Danke für’s Lesen und euer Interesse!

Katja

 

Wie geht das denn? #8b heute: Tagesklinik

Zu Teil 1, in dem es um eher organisatorischen Kram geht: Hier entlang!

 

Jeder Morgen (bis auf den Donnerstag) beginnt um 8 Uhr mit der sog. Morgenrunde. Die findet im Gruppenraum statt, wird von einem der 3 Leute aus dem Pflegeteam geleitet und dauert ungefähr eine halbe Stunde. Je nachdem, wer von der Pflege anwesend ist, läuft die ein wenig unterschiedlich ab. Im Grunde geht es meist um so Fragen: Wie geht’s dir gerade? Wo stehst du gerade in der Therapie? Montags erzählen wir vom Wochenende und woran wir in der Woche therapeutisch arbeiten wollen, freitags von der Wochenendplanung. In der Morgenrunde werden organisatorische Fragen geklärt, manchmal Atemübungen gemacht, manchmal psychologische Hintergründe und Modelle zB die Transaktionsanalyse und dergleichen grob umrissen und erklärt. Manchmal bekommen wir eine Geschichte vorgelesen – die natürlich stets einen psychologischen Hintergrund hat. Manchmal machen wir Imaginationsübungen und müssen unser aktuelles Befinden nicht einfach nur beschreiben, sondern zB uns vorstellen, wir seien Sportler, die gerade im Trainingslager sind und wir müssen uns eine Sportart aussuchen, in der wir trainieren und unseren Stand in der Therapie mit dem Trainingszustand beschreiben. Bei einer anderen Übung mussten wir uns ein Werkzeug überlegen, das wir benutzen könnten um an unserem aktuellen Problem zu arbeiten.
Manchmal spielen wir Spiele, bei denen es um Konzentration geht. Die Morgenrunde ist von allen Therapien die vielseitigste, wo die meisten unterschiedlichen Dinge passieren.
Der Donnerstag sticht da noch besonders raus, da haben wir statt der üblichen Morgenrunde Lockerung, wo wir manchmal ein Ballspiel machen, manchmal Qi Gong, manchmal pantomimisch Sprichworte erklären, manchmal Wikinger Schach spielen oder Betttuch Tennis und was sich durch alle Therapien durchzieht sind immer die Fragen: „Wie geht’s mir gerade? Was macht die Übung mit mir? Tut mir das gut oder eher nicht? Woher kenne ich das Gefühl?“ Es wird quasi nichts getan ohne es auch noch zu reflektieren und das alleine ist ungeheuer anstrengend, dass man sich den ganzen Tag immer wieder mit der Frage beschäftigen muss, wie es einem gerade geht und Worte dafür finden muss, es zu beschreiben. Es ist natürlich auch ok, einfach mal die Klappe zu halten, weil man das gerade nicht in Worte fassen kann. Und man darf sich generell aus bestimmten Dingen ausklinken, wenn einem eine Übung nicht gut tut, ein Thema triggert oder dergleichen. Es ist in der Klinik nicht nur erlaubt, sondern erwünscht, dass man auf sich selber und seine Bedürfnisse achtet, seine Grenzen findet und beachtet. Natürlich auch, dass man probiert, darüber hinaus zu gehen – es soll sich ja schließlich etwas ändern. Aber ein ‚geht gerade nicht‘, ist jederzeit legitim und man kann dann – im Rahmen der jeweiligen Therapie – sehen, was das aktuelle Bedürfnis ist und die Therapeuten sind da auch immer mit Hilfestellung da, um herauszufinden, was man gerade braucht. Einer meiner liebsten Sätze aus der Lockerung ist „Die Übung ist für Sie da, nicht Sie für die Übung“ und das beschreibt den Umgang mit den Patienten ganz gut. Das ist insgesamt sehr auf Augenhöhe und jederzeit transparent, wozu Dinge dienen.

Außer der Morgenrunde, die es täglich gibt, gibt es nur noch zwei weitere tägliche Rituale: das eine ist das gemeinsame Mittagessen in der Gruppe um 12.45 Uhr und das andere der Tagesabschluss, der bedeutet, dass wir uns alle nacheinander persönlich bei der Pflege abmelden müssen bevor wir die Klinik nachmittags verlassen und nach Hause fahren. Dafür stehen wir tatsächlich ab kurz vor halb 4 nachmittags vor dem Stationszimmer an und warten drauf, dass die Tür endlich aufgeht, wir nacheinander reingehen können, unsere Medikamentenration bekommen und evtl. noch Terminzettel oder dergleichen. Wenn man in therapiefreien Zeiten tagsüber das Klinikgelände verlassen möchte, ist das aber kein Problem – man muss sich dafür nur in eine Abwesenheitsliste eintragen.

Wenn die Morgenrunde gegen 8.30 Uhr vorbei ist, sitzen wir oft im Gruppenraum zusammen und jeder futtert sein mitgebrachtes Frühstück. Die meisten frühstücken erst in der Klinik, weil wir fast immer zwischen 8.30 und 9 Uhr Zeit haben und man dann morgens zu Hause ein paar Minuten einsparen kann.

Montags ist dann ab 9 Uhr Kunsttherapie. Auch da gibt es eine Anfangsrunde, in der alle – schon wieder – sagen, wie es ihnen geht und auch, woran bzw. mit welchen Materialien sie in der Kunsttherapie arbeiten wollen. Was wir da machen, ist vollkommen uns überlassen. Manche malen 10 Wochen lang Mandalas mit Buntstiften aus, weil es ihnen gut tut – oder sie sich nicht trauen, etwas anderes auszuprobieren. Manche bearbeiten Speckstein oder Ton oder Modelliermasse. Es gibt jede Menge Bastelkram, Papier und Tonkarton in allen Farben und für alle möglichen Zwecke und jede Menge Farben von Acryl- und Aquarellfarben über Buntstifte, Pastellkreide, bunte Tusche…. bis zu Wachsmalern. Wer möchte, legt einfach los, wer keine Idee hat, kann mit der Kunsttherapeutin gemeinsam überlegen, was gerade das richtige für ihn sein könnte. Die Therapie geht über 100 min und die letzten paar Minuten nutzen wir fast immer für eine Abschlussrunde, in der jeder (freiwillig) sein Bild vorzeigen kann und nochmal reflektieren, wie’s ihm geht und ob das gut getan hat oder ob man womöglich das Falsche für die jeweilige Stimmung erwischt hatte.

Die Kunsttherapie war für mich persönlich die größte Überraschung an der ganzen Kliniksache. Ich habe zuletzt in meiner Jugend ’nen Pinsel oder Farben in der Hand gehabt und das nie besonders gerne und schon gar nicht gut gemacht. Aber ich habe es in der Kunsttherapie tatsächlich geschafft, ab der ersten Therapiestunde völlig unbefangen ranzugehen, all mein ‚ich kann doch nicht malen‘ zu unterdrücken und mir zu erlauben, einfach mit Farbe rumzumachen, ohne dass da am Ende was künstlerisch Wertvolles dabei rauskommen muss. Zu meiner großen Überraschung tut mir das zum einen unglaublich gut – mich einfach einzulassen ohne mich zu bewerten, noch überraschter bin ich aber darüber, dass es mir nicht nur Spaß macht, sondern mir einige meiner dort entstandenen Bilder echt gut gefallen. Und dann noch Überraschungspunkt 3: ich kann mir zugestehen, dass mir meine eigenen Bilder gefallen und mache sie nicht direkt wieder klein und tue das ab. In 10 Wochen ist es mir nicht einmal passiert, dass ich aus dem Kunstraum gegangen bin und nicht breit gegrinst habe und auch in therapiefreien Zeiten packe ich häufig die Malsachen im Gruppenraum aus und male dort einfach weiter.

Nach dem Mittagessen gibt es montags um 13.30 Uhr noch die Gruppenpsychotherapie, die 50 min dauert. Dabei sitzen wir tatsächlich ganz klischeehaft in einem Stuhlkreis. Zu Beginn suchen wir immer ein Thema. Jeder hat da die Möglichkeit sein Thema, über das er gerne reden möchte, einzubringen und wenn mehrere ein Thema haben, das bei ihnen gerade ansteht, dann einigen wir uns zuerst darauf, über was wir reden. Der Psychologe, der die GPT leitet, hält sich selber meist raus und wir diskutieren unsere verschiedenen Erfahrungen und Blickwinkel und er mischt sich nur selten ein und moderiert ein bisschen oder erklärt einen psychologischen Hintergrund. Themen sind zB Abschied nehmen, Überforderung, Umgang mit Erwartungen und Enttäuschungen, soziale Ängste und dergleichen. Dadurch, dass in der Gruppe so viele verschiedene Charaktere – von der Frau mit den 14 Geschwistern bis zum leitenden Angestellten mit Burnout – zusammenkommen, sind die unterschiedlichen Perspektiven breit gefächert und meist bekommt man irgendwie wertvollen Input.

Hm, ich merke, dass ich ganz schön aus- und abschweife. Interessiert euch das auf diesem detaillierten Level? Ich mache hier mal wieder einen Cut für die Lesbarkeit.

Katja

Wie geht das denn? #8a heute: Tagesklinik

Watt issen Tajesklinik? Da stellnwa uns ma janz dumm!

 

Ich hatte vor ein paar Tagen auf Twitter mal nachgefragt, ob Interesse daran besteht, etwas mehr darüber zu erfahren, was ich gerade so mache. Im Blog ist es unter anderem gerade so ruhig, weil ich jetzt schon in der 10. Woche in einer Psychosomatischen Tagesklinik bin. Und da ich zwar schon einige Jahre zu meinem ambulanten Therapeuten gehe, aber selber vor meinem ersten stationären Klinikaufenthalt im Frühjahr letzten Jahres, überhaupt keine Ahnung hatte, was stationäre oder teilstationäre Psychotherapie so macht und mir unter anderem diese Ungewissheit solche Angst gemacht hat, versuche ich hier ein bisschen zu beschreiben, was da so passiert. Vielleicht macht es dem einen der der anderen Mut, sich Hilfe zu holen und vielleicht macht es insgesamt die Blackbox ein bisschen durchsichtiger. Ich kann das natürlich nur mit meinen eigenen Erfahrungen aus der speziellen Klinik füttern, in der ich gerade bin. Anderswo mag es ganz anders sein.

Der erste Punkt, der mich völlig verwirrt hat war jener, dass es zwar recht viele Tageskliniken gibt, ABER (großes Aber) man muss im Vorfeld erst mal genauer recherchieren, was die können/machen. Ich wurde im Mai aus der stationären Therapie entlassen mit der dringenden Empfehlung, doch auch noch in eine Tagesklinik zu gehen. Bei der Adresse, die der Sozialdienst mir mitgegeben hatte, rief ich an und musste dann bis Ende Juli auf einen Termin für ein Erstgespräch warten. In der Zwischenzeit hatte ich selber noch nach Kliniken recherchiert und war dann insgesamt bei 3 verschiedenen zu einem solchen Gespräch und erst im Verlauf dort, wurde mir klar, dass es ein sehr großer Unterschied ist, ob man in eine psychiatrische Tagesklinik oder in eine psychosomatische Tagesklinik geht.

In der psychiatrischenTK gibt es eher konkrete Hilfestellungen zur Alltagsbewältigung – das ist ein Angebot für Menschen, deren „Funktionieren“ im Alltag so weit eingeschränkt ist, dass sie zB ihren Haushalt, Einkaufen und dergleichen nicht ohne Hilfe bewältigen. In einer der besuchten Kliniken gibt es gar keine regelmäßigen Therapiesitzungen mit den Psychologen (die sind nur für Notfälle da), dafür aber so Dinge wie gemeinsames Einkaufen, Tisch decken und sehr viel (täglich 3 Stunden) Ergotherapie, wo gebastelt oder gemalt oder gewerkelt wird – einfach um mal wieder die Belastbarkeit zu testen und die Frustrationsschwelle und den Umgang damit. Ansonsten gibt es dort einen Sozialarbeiter, der bei allen Behördenbelangen, Anträgen und dergleichen berät und hilft. Hätte ich vorher von dem Unterschied gewusst, hätte ich mir 2 der Gespräche bzw. Besuchstage sparen können, denn was ich brauche, ist psychotherapeutische bzw. psychosomatische Therapie.

Die Tagesklinik, in der ich seit Ende November bin, ist eine psychosomatische. Die Station hat insgesamt 21 Plätze für Patienten und die sind nochmal in 2 Gruppen unterteilt. In meiner Gruppe sind 10 Leute, mit denen ich sämtliche Gruppendinge gemeinsam habe. Fast jeder bleibt zwischen 8 und 12 Wochen dort zur Behandlung, wobei 12 auch das Maximum ist (und ich bin froh, dass ich so lange bleiben darf). Neuaufnahmen sind fast immer nur montags, Entlassungen freitags. Tagesklinik grundsätzlich bedeutet, dass man von Montag bis Freitag tagsüber in der Klinik ist und abends bzw. über Nacht und an den Wochenenden zu Hause. Daher ist das Einzugsgebiet auch recht begrenzt, denn man muss ja täglich zur Klinik pendeln. (Und der Anteil an Flüchen in meinen Selbstgesprächen ist um 37% gestiegen seit ich täglich im Berufsverkehr unterwegs bin.)

Auf meiner Station geht die Therapiezeit von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr, die Anwesenheitspflicht endet aber fast immer schon um 15.30 Uhr – falls man nicht noch einen späten Einzeltermin bekommen hat, der länger dauert. In der Regel sind wir von kurz vor 8 bis 15.30 Uhr dort anwesend.

Ich bin morgens meistens um 7.45 Uhr da, um in Ruhe die Jacke ausziehen, die Tasche wegschließen und ’nen Schluck Kaffee zu trinken bevor es los geht. In den Therapien sind Getränke, Essen und Handys verpönt, was gerade bei den Getränken echt blöd ist, weil einige Therapien über 100 Minuten gehen. Weil es ja keine stationäre Behandlung ist, haben wir keine typischen Krankenhauszimmer, sondern nur Ruheräume. Da teilen sich je 7 Leute einen Raum (das ist auch das einzige, wo die Gruppen gemischt sind) und jeder hat einen bequemen Liegesessel, einen kleinen Tisch daneben und einen Spind. Außerdem gibt es auf der Station 2 Gruppenräume (für jede Gruppe einen festen) eine kleine Küche mit Kaffeeautomat, Mikrowelle, Wasserkocher, Geschirrspüler und Kühlschrank und über mehrere Gebäude verteilt diverse Therapeutenzimmer und Therapieräume. Die Ruheräume sind tatsächlich so gedacht, dass es dort ruhig ist, für Gespräche in therapiefreien Zeiten dient der Gruppenraum – in dem übrigens auch jeder einen festen Platz hat. Dort finden auch manche Therapien statt und auch das gemeinsame Mittagessen. Neben zB den Kreativtherapeuten, die die ganze Gruppe in Therapien betreuen, hat jeder Patient eine fest zugewiesene Psychologin, eine Ärztin und eine*n Bezugspfleger*in.

Bis hierhin war’s hauptsächlich ein bisschen über die organisatorischen Abläufe und weil das schon arg lang ist, mache ich hier mal einen Einschnitt und schreibe das lieber in mehreren Teilen auf, damit’s nicht so ein unlesbares Monster wird. Mehr über die Therapien und wie so ein Tag bzw. eine Woche aussieht, dann sobald ich wieder Energie und Zeit zum Weiterschreiben finde.

Katja

 

Doch nicht ganz aussichtslos

Ich versuche gerade die richtigen oder überhaupt Worte für das zu finden, was heute passiert ist und merke, das ist gar nicht so leicht, weil ich mal wieder gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. In meinem Kopf geht es immer noch drunter und drüber, aber ich möchte es auch gerne festhalten, so lange der Eindruck noch frisch genug ist, damit ich im wahrsten Wortsinne, was zum daran Festhalten habe.

Vielleicht fange ich mit dem an, was für mich so festhaltenswert ist: ich war heute Nachmittag ziemlich saumäßig stolz auf mich, ich stand nämlich irgendwann auf der höchsten begehbaren Stelle eines Turms an der nahegelegenen Bergstraße und das obwohl ich mich etwa 1,5 Stunden vorher wieder mal wie weltgrößte Versagerin gefühlt hatte.

Aber von vorne: ein Spaziergang sollte es werden, wobei das im Nachhinein schon eine eher euphemistische Bezeichnung ist, für den steilen, schmalen Weg über Stock und Stein, der sich durch den Wald den Berg hochwindet und so ging es mir auch schon nach wenigen hundert Metern ernsthaft an die Substanz. Ich gehe echt gerne spazieren, aber herrje, wir wohnen hier im totalen Flachland und die Wochen in der Klinik im Taunus, in denen ich relativ viel Bergstrecke zurückgelegt habe und dahingehend etwas trainierter war, liegen dann doch schon wieder ein paar Monate zurück und gerade schlaucht die Psyche den Körper ohnehin unglaublich und ich bin die meiste Zeit müde und völlig platt und energielos. Also saß ich schon nach ein paar hundert Metern steilen Bergwegs auf einer Bank, mit einer heftigen Panikattacke kämpfend, weil ich nicht schwindelfrei bin und der geröllige Weg sich alles andere als sicher angefühlt hat und der Verzweiflung nahe, weil ich da eigentlich am liebsten direkt wieder umgedreht und nach Hause gefahren wäre. Eigentlich wollte ich losziehen, um durch die Bewegung und das draußen Rumlaufen der Psyche was Gutes zu tun, aber das ging irgendwie voll nach hinten los und mir ging’s in dem Moment hundsmiserabel, weil es wieder mal so gut zu meinem depressiven Ich passte – der Vollversagerin, die nichts auf die Reihe bekommt. Nicht mal ’nen Sonntagmittagspaziergang zu ’nem ollen Schloss.

Irgendwoher hab ich dann immerhin soviel Trotz aufgebracht, dass ich dachte, ich probier’s jetzt wenigstens nochmal ein, zwei Serpentinen länger und irgendwie ging’s dann auf einmal mit ’nem großen Schluck Wasser, langem tiefen Durchatmen und vor allem erst mal nur noch vor die Füße gucken, um nicht zu stolpern und auch, um nicht zu sehen, wie schmal und steil der Weg wirklich war. Und dann, irgendwann so ’ne Stunde später, war der Weg hoch geschafft und ich den Berg endlich oben, aber da gab’s zwar viele dicke Mauern, aber keine echte Aussicht, also musste ich dringend auch noch den Turm hoch – auch noch das allerletzte Stück, wo die breite gut begehbare Betonwendeltreppe einer schmalen, engen, unebenen Steinwendeltreppe, die kaum noch den Namen Treppe verdient, weicht bis man endlich oben auf dem Turm steht.

Und dann musste ich, oben stehend, dran denken, wie ich das letzte Mal versucht habe, so einen engen Turmtreppenaufstieg zu bewältigen und wie ich damals mit einer grandiosen Panikattacke mitten auf der Treppe des Belfrieds von Brügge gescheitert bin. Und auf einmal war ich ganz schön gewaltig stolz auf mich, dass ich nicht nur den Berg doch noch bezwungen habe, sondern quasi ohne nachzudenken oder zu zögern den Turm auch noch hoch bin, weil ich jetzt nun mal eben auch Aussicht haben wollte, wo ich schonmal den Berg hoch war. Und zwar die beste Aussicht, die man haben kann – die von ganz oben.

Und davon hab ich euch auch ein bisschen was mitgebracht. Und auch von etwas weiter unten. (Klick macht groß.)

 

Jetzt ein paar Stunden später, ist von diesem Stolz nicht wirklich mehr was übrig und die Tränen kullern wieder. Aber gerade deswegen muss ich’s dringend aufschreiben, um nicht zu vergessen, dass es so Momente gerade auch zwischendrin doch gelegentlich gibt.

Katja

Ich bin ja ansonsten nicht nachtragend…

…aber @poelsebude meint, ich sollte doch daraus auch noch einen Blogartikel machen

und das ist jetzt also quasi ein Nachtrag zum letzten Eintrag und einer der Gründe, weswegen ich mich, wenn es mir schlecht geht, am liebsten verkrieche und aus der meisten Kommunikation aussteige.

 

Katja

Glitzerdinger oder 300 vollgeheulte Taschentücher später

Es ist wieder mal und immer noch der gleiche Mist wie immer. Ich warte darauf, dass sich die Gedanken im Kopf sortieren und ich sie endlich zu fassen bekomme, sie in Worte fassen kann, denn wofür ich Worte finde, das verliert wenigstens einen Teil seines Schreckens, ist im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und sicher werden fassen und (be-)greifen nicht zufällig auch für Worte und Gedanken verwendet. Was ich (in Worte) fassen kann, kann ich besser (be-)greifen. Nur funktioniert es wieder mal nicht so herum, dass die Gedanken sich automatisch und zuerst sortieren, also probiere ich’s wieder mal andersrum. Finger auf die Tastatur und gucken, was dabei herauskommt. Dass (Auf-)Schreiben hilft, weiß ich doch schon so lange und doch falle ich immer wieder aus der Übung raus, lasse es soweit kommen, dass es mir so fern und fremd wird, dass ich wieder nach Anfängen suchen muss, vorsichtig tastend mit kleinen Schritten, wie wenn man barfuß im Dunklen durch ein fremdes Zimmer geht und versucht, sich nirgends den Zeh anzustoßen und nirgendwo raufzutreten, wo es schmerzt.

Fremd ist mir auch einiges hier geworden, wo ich doch eigentlich zu Hause bin. Sieben ganze Wochen war ich weg, auf den Tag genau 50 Tage und so lange war ich noch nie von zu Hause weg und alleine war ich schonmal noch gar nicht weg. Nie zuvor. Und jetzt ist erst mal das Zuhause ein bisschen komisch und ungewohnt. Ich, die für alles einen festen Platz hat, habe von manchen Dingen vergessen, wo ich sie hinhabe und auch in welch chaotischem Zustand ich meinen Schreibtisch zurückgelassen hatte, hatte ich in der Zwischenzeit vergessen. Oder wollte das zumindest am liebsten.

So chaotisch wie der Schreibtisch im ‚außen‘ ist, sieht es auch gerade wieder_mal_immer_noch in mir drin aus. Ein bisschen fühlt es sich so an, als sei in den letzten 7 Wochen meine komplette Psyche einmal wie eine Schneekugel durchgeschüttelt worden und gerade warte ich darauf, dass sich der Sturm in mir drin wieder ein bisschen legt und die einzelnen Flöckchen aufhören so doll zu wirbeln und stattdessen langsam in den sanften Landeanflug übergehen.

Holy cheesecake war das eine unfassbar anstrengende Scheiße und ging’s mir in der Zeit in der Klinik schlecht. Und ich bin immer noch nicht sicher, ob es gut war hinzugehen oder eher eine Scheißidee. Hätte ich auch nur ansatzweise geahnt, was mich erwartet – ich hätte wohl niemals den Mut dazu aufgebracht. Und doch, es war nicht alles schlecht. Ich hab auch gute Dinge im dort vielzitierten Gepäck, das sind wohl die kleinen glänzenden Flöckchen, die hie und da in der Schneekugel glitzern während sie auf dem Weg zum Boden sind. Jetzt gilt es, die Glitzerdinger nicht wieder zu verlieren. Wenn das Bild mit der Schneekugel ja halbwegs stimmt, dann ist es ein geschlossenes System, aus dem nichts so schnell wieder entweicht und doch ist das gerade meine größte Befürchtung. Dass die Zeit und die 2 vollgeheulten Großpackungen Taschentücher am Ende irgendwie vergeblich war, weil ich es nicht auf die Reihe bekomme, die guten Dinge hinüberzuretten.

Ufff. Da liegt noch viel Arbeit vor mir, jetzt bloß nicht aufgeben und den Faden wieder verlieren.

Katja