Windwach

Erinnerst du dich an den Wind? Jenen, der nachts über die Insel fegte. Der uns in jeder einzelnen Nacht, wenn wir nach langem Reden und Feiern in den Zelten in die Schlafsäcke krochen, in den Schlaf klapperte. Hier ein zu lockerer Riemen, dort ein loser. Geräusche, die sich nach nur wenigen Nächten so vertraut anhörten. Die so dazu gehörten.

Erinnerst du dich an die Waschräume mit den Gemeinschaftsduschen? Daran beim nächtlichen Duschen niemals zu vergessen, die Oberlichter zu schließen. Erinnerst du dich an den Schrecken als der Hausmeister eines Nachts in der Dusche auftauchte, geweckt von unserem lauten Lachen? Wie gut das heisse Wasser tat, nach einem Regentag in klammen Klamotten. Dieses spezielle Klamm, wie sie sich nur bei Regen in Zeltlagern anfühlen, wo sich nach mehreren Tagen solchen Wetters alles so anfühlt. Und an die Bierflaschen, die wir mitnahmen? Immer den Daumen über der Öffnung, damit kein Wasser reinläuft. Erinnerst du dich an den kleinen grünen Kaktus und die müden weissen Stühle?

Erinnerst du dich an unser Morgenritual? Wir beide nach dem Frühstück, mit Weizenbiergläsern in der Hand, in denen sich sprudelnd zwei Multivitamintabletten und eine Aspirin auflösten während wir gegen den Wind ankämpfend auf den Deich hochliefen. Erinnerst du dich, wie wir Arm in Arm auf dem Deich standen, die erste Zigarette des Morgens zusammen rauchend und so laut es unsere heiseren Hälse zuließen ‚Paradise City‘ gröhlend.

Erinnerst du dich an diesen ganz speziellen Sommer? Wir beide unzertrennlich, das Duo Infernal. Denkst du da auch manchmal noch dran?

Katja

Der vermutlich heisseste und schärfste Beitrag, den es hier je geben wird. (sfw)

Irgendwann im Frühjahr hatte ich bei einem Einkauf im Gartencenter ein Tütchen Peperonisamen mitgebracht und ca. 15 Samen davon ausgesäht. Ich hatte damit gerechnet, dass daraus dann vielleicht 5, 6 Pflanzen würden und ich dann am Ende vielleicht eine Handvoll Peperoni würde ernten können. Ging ja nur um einen ersten Test, ob ich mit Peperoni klar komme, nachdem meine Paprikaversuche im letzten Jahr nicht so erfolgreich waren. (Die Pflanzen waren zwar prima, haben aber so gut wie keine Früchte getragen.)

Aber Pustekuchen – die Samen sind alle aufgegangen (und ich musste zusehen, wenigstens ein paar davon abzugeben) und tragen noch dazu wirklich viele Früchte. Weil ich die nie im Leben verbrauchen kann, so lange sie frisch sind, habe ich heute in einer Gewaltaktion etwa die Hälfte der Ernte verwurstet. Jetzt hängen überwiegend noch grüne Schoten, die sollen erst mal erröten. 😳

 

Ein erster Test hatte ergeben, dass die Teile höllenscharf sind (und wir sind eigentlich echt nicht zu große Weicheier), also war auch nix mit Einkochen. So zum Wegknabbern sind die gar nicht geeignet.

Daher wurde daraus:

Peperoni-Vanille-Öl

1 Vanillestange längs einschneiden, zusammen mit einer Schote in eine Flasche stecken, mit mildem Olivenöl auffüllen und ein paar Tage durchziehen lassen. Wie’s schmeckt, kann ich also noch nicht einschätzen, aber ich fand die Kombination sehr interessant. (Anregung von hier.)

Wenn’s gut wird und nicht so scharf, dass man es nur tröpfchenweise verwenden kann, wandert auch noch je eine Schote mit Knobi und eine mit Kräutern in eine Flasche. Aber erst mal dieses probieren.

Mojo Picón (my one and only ♥)

Das habe ich seit 2 Jahren immer mal wieder gemacht. Rezept hatte ich hier schonmal verbloggt. Dieses Mal habe ich 2 Schoten reingeworfen (irgendwie muss ich die Masse ja unterbekommen^^).

Das mit dem Spritzen und ins Gesicht und so habe ich heute – zwar nicht beim Mojo – aber doch sehr erfolgreich wieder hinbekommen. Aber im Gegensatz zu damals trage ich mittlerweile meine Brille immer, d.h. die Augen haben nichts abbekommen. Das anfängliche Handschuhe tragen hab ich irgendwann im Laufe des Vormittags auch aufgegeben, weil mir die Pampe eh dauernd über Arme und sogar bis auf die Zehen gespritzt ist. Aber man gewöhnt sich irgenwann an das Brennen am ganzen Körper. :mrgreen:

In Tupper hält sich das im Kühlschrank 2 – 3 Wochen, bei uns hat es jedoch noch nie so lange überlebt.

 

Sambal Oelek-artige Würzpaste

20 Peperoni
1 EL Salz
2 EL heller Balsamico
ein Schuss Olivenöl

in den Zerkleinerer werfen und so lange Gas geben, bis eine streichfähige Paste daraus geworden ist. In einem kleinen Döschen oder Glas im Kühlschrank aufbewahren, aber auf keinen Fall (!) am Löffel lecken, mit dem umgefüllt wurde. Aua! Aua! (Essig und Salz sorgen übrigens für die Konservierung, das Öl für die Konsistenz.)


Peperoni-Rosmarin-Zitronen-Salz

3 Peperoni
3 ca. 20 cm lange Zweige Rosmarin
Saft und abgeriebene Schale einer Biozitrone
6 – 7 gehäufte EL sehr grobes Meersalz

Die Peperoni grob zerkleinern, die Rosmarinnadeln abstreifen, Zitronenschale abreiben und den Saft auspressen und alles zusammen mit dem Salz im Zerkleinerer gründlich klein häckseln. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, flächig verteilen und für mehrere Stunden bei 75° C trocknen. Zwischendrin immer mal wieder das Salz lockern, das wird sehr hart. Am Ende alles lockern und luftdicht und dunkel aufbewahren.

Ein erster Test sagt sehr scharf. Ich bin mal gespannt, wie das über die Zeit wird.

(Rezeptanregung von hier.)

 

 

Und wo ich gerade dabei bin, fix noch eine weitere Salzvariante, die schon länger in meiner Küche wohnt:

Wer nicht so gerne Scharfes mag: ein sehr leckeres Würzsalz kann man auch aus grobem Meersalz und getrockneten Tomaten machen, die man 1:1 mischt, zerkleinert und dann wie oben beschrieben trocknen lässt. Ich finde es, durch das intensive Aroma der getrockneten Tomaten, herrlich. -> Tomaten-Salz

Finally:

Tabasco

6 Peperoni
2 TL Salz
3 EL Tomatenmark
10 EL heller Balsamico
8 EL Wasser

Alle Zutaten zusammen in einem hohen schmalen Gefäß pürieren (bloss nicht direkt im Topf, das ist so wenig Volumen, dass es spritzt wie nix!), in einen kleinen Topf füllen und 5 Min bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Bis zum nächsten Tag stehen lassen, nochmal aufkochen und durch ein feines Sieb absieben. (Rezept stammt von hier.)

Meines muss noch bis morgen stehen, ich bin extrem gespannt.

Hat zufällig noch jemand ein erprobtes Rezept für die scharfen Früchtchen? Ich wäre sehr dankbar, auf meiner Terasse reifen nämlich nochmal gut 30 vor sich hin.

 

Katja