Wenn du länger über einen Titel nachdenkst als du am Text geschrieben hast und ihn dann einfach weglässt

Wenn du wahnsinnig gerne bloggen würdest, deinen Kopf schreibend sortieren, aber das geht #aus_Gründen gerade nicht und du weißt nicht so recht, wohin sonst mit dem großen Wust an Durcheinander, der im Moment in dir herrscht. Eigentlich ist es ja alles ganz einfach und nichts ist anders und du hast sowieso viel, viel mehr gewonnen als du überhaupt hättest verlieren können, ach und doch in diesem Moment und gerade und heute fühlt sich alles wund in dir an und das Herz ist schwer. Und dann denkst du, ach besser es ist voll und gerade schwer als dass es leer wäre, denn das wäre doch irgendwie immer ein Grund für Traurigkeit und herrje es ist ja nicht nur blöd, dass du so ein emotionaler Mensch bist, so ein Gefühlsknubbel, denn es ist genau das, was dich vielleicht mehr als alles andere auf der Welt ausmacht, dich zu dir macht. Das dich zu dem Menschen macht, den du endlich nicht mehr ablehnen und hassen willst, sondern dafür annehmen, dass er nunmal genauso ist, wie er ist.

Was du auch gewonnen hast, ist wieder ein Stück Klarheit und Ruhe. Nicht nur nach außen, sondern, auch und gerade, in dir drin. Endlich verstehen, was mit dir passiert und dich aufwühlt und vielleicht sogar – ein kleines bisschen zumindest – weswegen das so ist. (Dich) verstehen nimmt Wucht und Hilflosigkeit raus, gibt dir Autonomie zurück. Wobei das Zurück im Zusammenhang mit Autonomie noch ein bisschen fremd erscheint, da ist immer noch viel zaghafte Wackligkeit in deinen Schritten. Aber es wird. Irgendwie. Es wird ja immer irgendwann irgendwie.

Was du (wieder mal) gemerkt hast, ist, wie mutig du manchmal sein kannst. Vielleicht da, wo es einem den größten Mut abverlangt, wenn es um die Ehrlichkeit mit sich selber geht.

Und jetzt? Doch nicht alles nur schlimm und schmerzhaft. Doch gebloggt. Kryptomode. Manchmal muss das gar niemand verstehen und es reicht, wenn du es aufschreiben kannst. Worte findest für schwurbelnde Gedanken und Gefühle und sie damit, wenigstens ein Stück weit, entschwurbelst. Wenn du die Dinge beim Namen nennen kannst, hast du mehr Macht über sie. Das weißt du seit Jahren und das gilt immer noch. Und gerade wieder.

Katja

 

Augenblick.

Dieser Moment, wenn der Sturm ein bisschen abflacht, der Regen nachlässt. Wenn zwar überall Blätter durch die Straßen fegen und kleine Äste rumliegen, weil noch niemand sie weg- und aufgeräumt hat, aber erst mal, wenigstens im Augenblick, keine neuen mehr runterfallen. Wenn die Luft ganz klar ist und frisch und noch nach Regen riecht. Wenn die grauen Sturmwolken erste Lücken bekommen, durch die Sonnenstrahlen gleißend einfallen und im Kontrast zum Grau, ein surreales Zwielicht entsteht. Wenn alles – für einen Augenblick nur – anhält. Ruhig. Klar. Durchatmen. Nur für einen Augenblick.

Dieser Moment. Aber in einem drinnen.

Katja

Freudemultiplikator

„Lass dich überraschen“ (stellt euch das bitte mit Rudi Carrell Stimme gesungen vor) lässt sich die Blogaktion sinngemäß zusammenfassen, bei der Anne mitmacht und die ich von ihrem Blog – da ich dort kommentiert habe – jetzt herschleppe und euch als Angebot unterbreite:

Die ersten 3 Kommentare unter diesem Beitrag bekommen von mir im Laufe des Jahres 2017 irgendwann per Post eine Überraschung ins Haus. Die einzige Bedingung, die daran geknüpft ist: ihr müsst im Gegenzug auf euren Blogs euren Lesern das gleiche Angebot machen und Überraschungen verteilen. Auf dass sich vielleicht ein bisschen Freude in Kleinbloggersdorf verbreitet! 🙂

Falls ihr mitmachen wollt (und ich eure Adresse nicht ohnehin schon habe), achtet bitte darauf, dass ihr beim Kommentieren eine eMail-Adresse angebt und/oder schickt mir, wenn ihr eine*r der ersten 3 seid, eure Adresse einfach direkt per Mail an ajtak33(arroba)gmail(punto)com.

Ich paste nochmal die Originalregeln, die Anne von dem Blog kopiert hatte, wo sie die Aktion aufgegabelt hat:

„Die ersten drei Menschen, die mir einen Kommentar hinterlassen, erhalten irgendwann dieses Kalenderjahr eine Überraschung von mir. Etwas Gebackenes, Gebasteltes, eine Postkarte oder irgendwas anderes Schönes… Auf jeden Fall etwas, das mit Liebe gemacht oder ausgewählt wurde. Wann die Überraschung kommt, steht noch nicht fest und wird auch nicht verraten. Nur, dass es dieses Jahr ankommt ist sicher. Der kleine Haken? Diese drei Leute müssen das gleiche Angebot in ihrem Blog machen. So lasst uns 2017 nette Dinge tun, ohne ersichtlichen Grund, einfach weil’s schön ist und Spaß macht!“

Da Anne mich erst vor kurzem mit einer ziemlich coolen Sache überrascht und bei mir genau ins Schwarze getroffen hat, bin ich schon gespannt und freue mich ein bisschen vor.

Macht doch mit und lasst euch von mir überraschen! 🙂

Katja

Zeitparadoxon.

Es ist ja gerade dann gut, mir die Zeit zu nehmen und ein paar Gedanken festzuhalten, wenn mich die Hektik und das Gefühl, überhaupt keine Zeit zu haben, am heftigsten im Griff haben. Ich bin immer noch nicht dahinter gekommen, weswegen das so ist und weswegen das Gefühl, keine Zeit zu haben, bei mir am ehesten dann weicht, wenn ich mir ganz bewusst welche nehme, um sie quasi zu vertrödeln, aber zum Glück muss ich das nicht so dringend herausfinden, wie ich am liebsten viele andere Dinge herausfinden würde.

Da ist immer noch die Frage, die mich seit Wochen beschäftigt, was das überhaupt gerade ist, was da so tief in mir in Aufruhr geraten ist und auch weswegen das gerade so ist. Immer wieder kehrt die zurück, wenn ich es schaffe, dem Strudel und dem Mittendrin des Aufruhrs für eine Weile zu entrinnen, denn irgendwie glaube ich, dass ich die Auf-Lösung des Aufruhrs nur finden – im Sinne von drauf kommen, was hilft – kann, wenn ich in diesen ruhigeren Momenten von außen gucke und überhaupt erst mal verstehe, was das für eine tiefsitzende und vermutlich sehr alte Not ist, in der ein Teil meinerselbst gerade festhängt.

Und dann, beim Drübernachdenken muss ich aufpassen, dass ich nicht zu sehr abrutsche ins Hadern mit der eigenen Verkorkstheit und der Tatsache, dass ich da nach all den Jahren immer noch nicht weiter bin.

„Für das, was Sie erlebt haben, sind Sie erstaunlich gesund geblieben.“, klingt ein Satz meines Therapeuten, den er mir schon ein paar Mal gesagt hat, dann mittlerweile zum Glück immer mal wieder in meinem Kopf nach und ich weiss nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll.

Katja

Immerzu.

Dann sitzt du da, mit den Fingern auf der Tastatur, versuchst die Gedanken zu entwirren, die den Kopf heute den ganzen Tag so schwer gemacht haben und Worte zu finden, für das, was da gerade in dir passiert, bis dir auffällt, dass es die Gefühle sind, die so durcheinander, so aus allen Fugen geraten sind und dass es mal nicht am Denken hängt. Da hat es nur angefangen, alles zergrübeln, zerdenken, kaputtdenken, dich kaputtdenken, in Frage stellen und wieder von vorne. So lange bis das Fühlen dich kaputt macht, der Schmerz so übermächtig ist, du dich _wieder_ _einmal_ falsch fühlst, wie du bist. Zu. Immer zu. Du bist immer zu irgendwas, zu dings. Meist zu viel von irgendwas. Anders. Falsch. Zu sehr du selbst. Zu viel Katja. Und du bist dir damit ja selber zu viel. Kein Wunder also dass. Kein Wunder. Auch wenn du dir das Wunder so sehr wünscht. In dir ist alles wundgedacht, wundgefühlt und du kannst dich nicht selber trösten. Wie auch? Wo du dich so falsch fühlst. Wie sollst du also diesen falschen Teil von dir annehmen können, wo er doch immer alles so kompliziert macht, du alles so kompliziert machst. Zu viel. Vor allem zu viel denken. Zu viel fühlen. Und dann betäubst du wenigstens den Schmerz. Den innen. Durch äußeren. So lange bewegen bis die Muskeln schmerzen und du wünscht dir so sehr, du könntest stattdessen den Schmerz innen aushalten und irgendwie durch ihn durch und vielleicht auf der anderen Seite stärker herauskommen, aber gerade geht nichts, außer Betäuben. Wenigstens das. Wenigstens für eine kleine Weile.

Morgen wird besser. Muss ja.

Katja

Die mit Abstand wertvollsten Dinge beim Einkaufen gab’s gratis

… so viel Sonne und Wärme, dass es für die erste Fahrt mit heruntergekurbeltem* Autofenster reicht

… der im Laden telefonierende Typ mit der eindeutig norddeutschen Sprachfärbung, der sein Telefonat mit einem „Jou, kiek mo wedder in“ beendet #Dialektliebe

… das erste Gänseblümchen am Wegrand

… der mitgehörte „Gehen Sie ruhig vor.“-„Vielen Dank, aber ich habe heute jede Menge Zeit und gönne mir das Warten.“-Dialog an der Kasse

… der Vater mit seiner Tochter, der einen leeren Regalgang nutzt, um mit dem Einkaufswagen Geschwindigkeit aufzunehmen und die Kleine zum Juchzen zu bringen ❤

… das strahlende Lächeln, das mir der Mann auf dem Parkplatz zuwirft #aufgefangen_mitgenommen

Katja

[*und ich mag das immer noch so nennen, auch wenn man schon lange nicht mehr kurbeln muss, um die Fenster zu öffnen]