~ still ~

 

Dieses Gefühl das aufs Zuviel an Fühlen folgt, wenn da auf einmal gar nichts mehr ist, außer Taubheit, als sei das Fühlen auf einmal nebelverschleiert, wattig, ohne die scharfkantige Konturen die gerade noch so viel Schmerz verursacht haben. Der Kopf wie unter Wasser, aber nicht auf die unangenehme nach Luft japsende Art und auch nicht mehr das Ertrinken im eigenen Tränenmeer, sondern auf jene Art, bei der man freiwillig untertaucht, die Augen schließt und das, was über der Oberfläche tobt, hinter sich lassen kann.
Wenigstens
für
einen
Moment
nichts
als
Stille.

Katja

Wegschönchen und Schönwegchen

Und dann lichtet sich der dichte Nebel des Morgens und die Sonne kommt raus – werbend, lockend – wer könnte der Versuchung widerstehen? Kopf auslüften. Den Frühling mit allen Sinnen aufnehmen. Sich nicht satt sehen können am satten Grün. Frühling, schmag dich. Sehr.

Mittagssonnenspaziergangsbeutezug. Klick macht big.

Katja

madeja

So viel im Kopf und schon wieder klappt das nicht, dieses Hinsetzen und drauflos Schreiben bis es raus ist. Zu viele Gedanken auf einmal, zu ungeordnet, wie ein Wollknäuel, das die Katze dreimal quer durch den Raum gejagt hat und bei dem kein Anfang und kein Ende mehr zu finden ist. Wahrscheinlich würde es helfen, die Finger tief einzugraben in dieses Wollgedankenkonglomerat oder sie eben wieder so lange auf die Tastatur zu legen bis das funktioniert, aber das würde auch den Schmerz wieder hochholen, vor dem du schon die ganze Zeit in bunte Farben flüchtest, fast als könntest du in die Motive, die dabei entstehen schlüpfen und ihm entkommen. Aber nur fast. Und nur für eine kurze Weile funktioniert das ja auch wirklich, aber spätestens wenn die Nacht kommt, dreht der Kopf wieder rund und all die Tricks, die normalerweise ganz gut funktionieren, versagen derzeit. Zu viel auf einmal, zu ungeordnet, wie ein Wollknäuel… Moment, zurück, da waren wir doch gerade schon.

Katja

Hmpfngrmbl. (Heute nicht.)

Und dann, unter der Dusche, wenn das Gesicht eh schon mal nass ist, dann hat sich das wenigstens gelohnt, bricht das ganze Elend wieder aus dir heraus, rinnt dir der Schmerz in heißen Tränen über die Wangen und du verstehst wieder mal nicht, was der Auslöser ist, ging doch jetzt tagelang alles gut und es dir mit steigenden Sonnenstunden pro Tag und zunehmender Farbe und Blütenpracht in der Natur auch endlich besser, aber dann kommt dieser eine Gedanke und alles verschwimmt.

Und dann zählst du stumm bis 10. Atmest ein. Atmest aus. Und nochmal von vorn. Drehst das Wasser ab. Trocknest dir das Gesicht ab. Nimmst die Schultern zurück. Und machst weiter.

Again and again and again. Bitte gehen Sie weiter. Es gibt hier nichts zu sehen.

Katja

Tag 44/44

Manchmal stelle ich mir vor, dass jeder Mensch, dem man im Leben begegnet, eine (oder auch mehrere) Seiten im Buch des eigenen Lebens füllt. Manche Seiten sind dicht mit Text in einer unleserlichen Schrift beschrieben und offenbaren ihren Inhalt nur bruchstückhaft. Manche sind spärlich beschrieben, manche voller Poesie. Bei manchen Seiten ist die Schrift verschmiert und das Papier ist aufgeweicht – von den vielen Tränen die darauf gefallen sind. Manche enthalten die Noten eines Musikstücks. Manche Seiten scheinen aus Thermopapier zu sein, erst ganz deutlich erkennbar und präsent, aber nach einer kurzen Weile verblasst die Schrift völlig, als wäre sie nie da gewesen. Manche Seiten sind voller Tintenkleckse, manche voller Tipp-Ex-Spuren. Manche einfarbig, andere leuchten in bunten Farben. Manche rascheln, so dass man meinen könnte, das Meer rauscht.  Und dann gibt es noch ein paar Seiten mit Regenbögen, gefüllt von Menschen, die gleichermaßen Sonne wie Dunkelheit und Tränen ins Leben bringen.

Und manchmal frage ich mich, wie wohl meine Seite im Buch anderer Leben aussehen würde.

Katja

Tag 43/44

Aufgestanden, Brot gebacken, gefrühstückt, Küche aufgeräumt, jede Menge digitalen Papierkram erledigt, einen Kaffee in der Sonne getrunken, das Abendessen vorbereitet, die heute angekommene Palette ausprobiert und gemalt, zum Komposthof gefahren und einen dreiviertel Kubikmeter Kompost für’s Hochbeet geholt, geduscht, gekocht, gegessen und jetzt lümmele ich auf dem Sofa und hab keine Lust mehr, mich nochmal zum Bloggen an den PC zu setzen (oder die Küche wieder aufzuräumen 🙈) . Ihr müsst also heute mit dem Kurzabriss meines Tages vorlieb nehmen.

Katja

Tag 42/44

Über meinen Garten könnte ich bloggen, beantwortet die Lieblingshexe meine Frage auf Twitter über was ich denn heute bloggen soll, aber im Garten gibt es gerade ehrlich gesagt nicht viel zu sehen und folglich auch nicht so viel zu erzählen. Das Hochbeet ist noch nicht fertig, der Kirschbaum blüht noch nicht und spannend ist eigentlich nur mein Weltherrschaftssalbei und die Geschichte, wie er den mit ihm zusammen im Pflanzstein angepflanzten Rosmarin innerhalb eines Jahres fast komplett weggemobbt hat und jetzt auch noch über den Nachbarstein mit dem Zitronenthymian rankt, der also seit etwa 2 Jahren ein buchstäbliches Schattendasein führt. Aber so spannend ist die Geschichte nun auch wieder nicht, denn sie ist schon fertig erzählt. 😀
Just als ich also antworten will, dass es in meinem Garten gerade nichts Spannendes zu sehen gibt, fällt mein Blick aus dem Küchenfenster in den *Vor*garten und was soll ich sagen: wenn das nicht die Sensation des Tages (und leider wirklich nur für ein paar Tage, dann ist die Pracht ja schon wieder vorbei) ist, dann weiß ich’s auch nicht.

Klick macht big!

Ich liebe diese Magnolie innig.

Katja