Ey Menschen, hmpf. *rumrant* / 2 to go

Manchmal bin ich von Menschen wirklich sehr überfordert und weiß nicht mal recht, ob ich von mir oder der anderen Person genervt bin. Seit ein paar Monaten nutze ich tatsächlich meinen Facebook-Account (den ich vorher nur hatte, um mit ein paar sehr wenigen Menschen relativ einfach in Kontakt zu bleiben) und bin da in einer lokalen Free-Your-Stuff-Gruppe. Dabei geht es darum, dass Menschen Zeug, das sie nicht mehr brauchen, das aber noch gut erhalten ist, verschenken und / oder dort gezielt nach Dingen suchen, in der Hoffnung, dass jemand aus der Gruppe sowas noch rumliegen hat. Im Gegensatz zu den ebay-Kleinanzeigen, wo ich vorher im Rahmen des Ausmistens für den Umzug, versucht hatte, Zeug zu verschenken, ist das total simpel, weil es wirklich eine lokale Gruppe ist und ganz klar ist und man nicht drüber diskutieren braucht, dass die Sachen natürlich von demjenigen, der sie haben möchte, abgeholt werden. Das alles geht total einfach via PN, niemand kommt (im Gegensatz zu den ebay-Anzeigen) auf die Idee, dass man dafür dringend telefonieren müsste oder dass man den Kram doch auch vorbeibringen könnte oder versenden.

Nach meinen ersten Erfahrungen war ich begeistert. Je 2, 3 Nachrichten, Adresse rausgegeben, Termin ausgemacht und manchmal stand schon eine halbe Stunde später eine vor der Tür, um etwas abzuholen. Ich hab dort Möbel verschenkt (die von denen, die sie haben wollten, abgebaut und rausgetragen wurden), aber auch viel Kleinkram und die meisten Kontakte liefen reibungslos – zumindest gemessen an dem, was ich vorher auf ebay so erlebt hatte. Und es fühlt sich für mich viel besser an, gut erhaltene Sachen zu verschenken als sie zu entsorgen. Dann kann ich viel leichter loslassen, wenn ich wegwerfen müsste, würde ich wahrscheinlich vieles doch lieber aufbewahren.

Aber jetzt bin ich kurz davor, die Sachen doch lieber wegzuwerfen oder zu horten (oder die kleinen, die sich verschicken lassen auch wieder über mein Blog gegen Porto zu verschenken), weil es nur noch nervt.

Wenn die Leute ja „nur“ unpünktlich wären, wäre das zwar ärgerlich, aber aushaltbar. Aber ich vereinbare Termine und richte mich dabei verdammt oft nach denen, die etwas geschenkt haben möchten, weil ich zeitlich ziemlich flexibel bin, und dann werde ich versetzt. Keine Nachricht, wenn’s jemand nicht schafft. Keine Nachricht hinterher, falls es jemand vergessen hat. Die Dinge werden einfach nicht abgeholt und wenn ich sehe, wie häufig jemand in der Gruppe kommentiert, dass Sachen wieder verfügbar sind, weil sie nicht abgeholt wurden, scheint es nicht nur mir so zu gehen.

Letztens machte ich einen Termin aus, diejenige kam nicht und sagte auch nicht Bescheid. Sie hatte mich schonmal kommentarlos versetzt, weil ich mit ihr aber vorher auch schon mal zu tun hatte und das eigentlich ein recht netter Kontakt war, hab ich ihr eine PN geschrieben und geäußert, dass ich mich geärgert habe. Oh Wunder mittlerweile bekomme ich sowas tatsächlich hin und es fühlt sich besser an, als alles einfach immer nur runterzuschlucken. Sie entschuldigte sich, Händi geklaut, 2 Tage keinen Kopp für irgendwas gehabt. Ok, verständlich. Mir tat’s fast leid, dass ich eines der Dinge, die sie haben wollte in der Zwischenzeit jemand anderem, der sich auch dafür interessierte versprochen hatte. Und nicht nur versprochen, sondern eine ganze Woche bis zum Wochenende reserviert. Da ging es dann auf einmal doch auch nicht und sie wollte es lieber Anfang der Woche abholen. Auf meine Nachricht, dass sie dann bitte Montag kommen soll, hat sie gar nicht mehr reagiert. Und ich hab trotzdem bis Dienstag abgewartet, ob sie sich doch noch meldet. Dann hab ich gestern doch nochmal jener mit dem geklauten Händi geschrieben, sie freute sich, wollte heute vorbeikommen. Die genaue Uhrzeit könnte sie heute erst ausmachen. Ich schrieb ihr nachmittags, fragte, ob sie zwischen 18 und 18.30 Uhr könnte. Sie wollte kommen. Sie kam nicht.

Und jetzt weiß ich nicht, ob ich mich über mich ärgern sollte, weil ich so blöd bin, tatsächlich anzunehmen, sie könnte dieses Mal zuverlässiger sein oder wenigstens Bescheid sagen, wenn ihr was dazwischen kommt, oder ob ich mich über diese egoistische, respektlose Rücksichtslosigkeit ärgere, wo jemand seine eigene Zeit über meine stellt und mich vergeblich warten lässt, ohne auch nur einen Pieps zu machen. Und das, obwohl sie was geschenkt haben möchte. Ich kann den Kram auch in die Tonne werfen. Das ist zwar kein so gutes Gefühl, wenn es ansonsten auch noch jemand verwenden könnte, aber ich frage mich gerade wirklich, ob es den ganzen Ärger der letzten Zeit wert ist.

Hmpf.

Katja

So easy-peasy war Brotbacken noch nie!1elf / 3 to go

Nach viel zu langer Zeit, habe ich endlich wieder mal ein Brot gebacken und wat sollsch sachen? So einfach und vor allem so schnell (!) war das wirklich noch nie. Ca. 30 min incl. Backzeit und heraus kommt ein wirklich leckeres Brot. Nachdem ich hier und hier schon zwei super einfache Brotrezepte Schrägstrich Brotbackmethoden verbloggt habe, ist das Irische Sodabrot wirklich nochmal einfacher. Das Rezept stammt aus „Cook’s Bible Backen“, mit dem ich recht zufrieden bin, weil alle bisher ausprobierten Rezepte, gut funktionierten und die Ergebnisse lecker waren.

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Für das Irische Sodabrot braucht man:

450 g Mehl (+evtl. 50 weitere Gramm)
400 ml Buttermilch
1 TL Salz
1 TL Natron

Und so geht’s:

Den Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen und daran merkt man, dass das Brot tatsächlich ruckzuck geht – man ist nämlich mit dem Teig fertig, wenn der Ofen heiß ist. Ein Backblech mit Backpapier belegen (das Originalrezept fettet das Blech ein, aber ich halte das Spülen lieber einfacher).

Mehl mit Natron vermischen und in eine Schüssel sieben, Salz untermischen, eine Mulde in die Mitte drücken und die Buttermilch komplett in die Mulde gießen. Den Teig zuerst in der Schüssel mit einem Löffel vermischen und dann mit der Hand durchkneten. Der Teig soll sehr weich, aber nicht zu feucht sein. Meiner war sehr feucht, ich habe noch etwas zusätzliches Mehl untergeknetet. Dann auf der bemehlten Arbeitsfläche noch ein bisschen weiterkneten und einen runden Laib formen. Den Laib auf’s Blech legen, mit einem scharfen Messer ein Kreuz in die Oberseite ritzen und für 20 bis 25 Min in der Mitte des Ofens backen. Mein Brot war nach 20 min fertig. Man erkennt das – außer an der Farbe – daran, dass es hohl klingt, wenn man drauf klopft.

Auf einem Gitter abkühlen lassen, anschneiden. #Omnomnom!

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Katja

Orangerot / 4 to go

Wenn du morgens schon mit stechendem Kopfweh hinterm Auge aufwachst, später eine Magenschmerzen machende Nachricht eintrudelt und eine, die dich mit ein bisschen gemischten Gefühlen zurücklässt, du dich über den Tag viel Zeit mit einer Entscheidung plagst, was schon an guten Tagen nicht gerade zu deinen Stärken gehört, dann bist du abends einfach nur noch froh, wenn alles für einen Moment ganz ruhig ist. Aussen Stille, in dir drin, nur für einen kleinen Moment, völlige Ruhe, dann eine gute Erkenntnis und irgendwie sieht die Welt direkt ein bisschen freundlicher aus, wie sie da mit der untergehenden Sonne orangerot leuchtend durch’s Fenster reinblinzelt.

Katja

Orrrr / 5 to go

Ganz super. Da entdeckst du nach so vielen Jahren auch diese neuen, anderen Gefühle, kommst zum ersten Mal an sowas wie Wut ran, lernst es zumindest gerade, nicht immer nur Traurigkeit und Angst und Verzweiflung, sondern echt Mal Wut an genau den richtigen Stellen, wo sie passt und auch angemessen ist und dann kommt auch dieser ganze Ronz so oft wieder in Form von Tränen raus und nachdem du jetzt eine Weile wirklich viel weniger geheult hast als all die vielen letzten Jahre, verfällst du jetzt schon wieder in deine alte Heulsusigkeit, vergießt bittere Zornestränen aus Wut, weil du gar nicht weisst, wie du sie sonst rauslassen könntest, weil sie dir Angst macht, so groß und manchmal so unbeherrscht in dir drin und was läge da näher als sie in altvertrauter Form für Gefühlsäusserungen zu verarbeiten. Also wieder mal Tränen. Wütende. Und in dir drin bist du genauso genervt von ihnen, wie du von all denen aus Traurigkeit vergossenen bist und warst. Das muss doch alles auch irgendwie anders gehen, irgendwie so, dass du mal aufhören kannst, dich für deine Gefühle und deren Art an die Oberfläche zu drängen, immer noch und schon wieder selbst zu hassen…

Aber das ist ja noch so ein vertrautes Muster, aus dem du so leicht nicht rauskommst.

Katja

Pink Fluffy / 6 to go

rainbow

Den ganzen Tag unterwegs und dann beschäftigt gewesen. Jetzt ist nur noch Brei im Hirn und der Kopf ansonsten zu leer und müde zum Bloggen. Daher heute wirklich ultrakurz, aber dafür mit einem Foto von dem wunderbar leuchtenden Regenbogen, den ich unterwegs durch’s Autofenster eingefangen habe.

Nacht!

Katja

2000 \o/ und die Sache mit der Angst / 7 to go

Irgendwann heute Nachmittag fiel mir ganz zufällig ins Auge, dass mein Blog aktuell 1.999 veröffentliche Beiträge zählt, dass also der nächste veröffentliche und das ist natürlich genau derjenige, den ich jetzt zu tippen begonnen habe, der zweitausendste Blogeintrag wird, was eine wirklich enorme Menge ist. Der nächste Gedanke war dann direkt die Frage, ob ich da nicht irgendwas Besonderes schreiben müsste, irgendwas Wichtiges, so x-tausendste Blogeinträge schreibt man ja nicht alle Nase lang und ich habe fast genau 8 Jahre für die 2k gebraucht. Aber das, was mich heute wirklich seit mittags beschäftigt ist nicht mal irgendwas Eigenes, sondern ein paar Mails und zwei Artikel, die ich las und dann fiel mir auf, dass das vielleicht genau der richtige Rahmen ist – so ein x-tausendster Eintrag, denn das ist ja nunmal genau das Thema, das mir am Herzen liegt, nämlich die Angst. Genauer gesagt die im großen Rahmen der Angststörung.

Nachdem ich schon seit einiger Zeit großartig finde, was Nicholas Müller – ehemals Frontmann von Jupiter Jones, jetzt Teil der wunderbaren Von Brücken Familie – alles tut, um das Tabu zu brechen, über Angst(-störungen) zu reden, erschien vor ein paar Tagen ein Artikel von Franziska Seyboldt in der taz, in dem sie ausführlich über ihre Angststörung und das Leben und den Umgang damit schreibt. Den Tab hatte ich, seit er mir bei Erscheinen in die Twitter-Timeline gespült wurde offen, aber zum Lesen des wirklich langen Artikels bin ich erst heute gekommen, nachdem ein Freund mir per eMail den Link nochmal schickte. Passenderweise hat sie im Rahmen des Artikelschreibens auch Nicholas getroffen und aus diesem Gespräch stammt das folgende Zitat:

Dass ich über meine Angst schreibe, findet Nicholas Müller super. „Eigentlich dürfte das nicht außergewöhnlicher sein als ein Schnupfen“, sagt er. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Menschen kennen, der eine Angsterkrankung hat, liegt bei 100 Prozent. Oder man kennt einfach unfassbar wenige Menschen.“

Alleine das sollte ein Grund sein, den Artikel, der wirklich einen wertvollen Einblick hinter die Kulisse der Angststörung gibt, zu lesen – selbst, wenn man nicht betroffen ist. Man kennt vermutlich eine*n Betroffene*n und das muss einem nicht zwingend bekannt sein.

Mich hat beim Lesen ein echter Holzhammer erwischt. Verflucht. Was wenn das alles schon viel viel früher da war und ich es nur nicht einzuordnen wusste?
Die Erkenntnis, wo meine ganze Angst ihren Ursprung hat, ist für mich noch neu, war mir bis vor wenigen Wochen nicht in diesem Umfang bewusst, wie es das jetzt ist und die Wurzel liegt nicht bei meinem „Zusammenbruch“, meinem „Nix geht mehr“ vor ein paar Jahren, sondern weit zurück in meiner Kindheit.
Und dann heute der neue Zusammenhang: In meiner Kindheit und Jugend gab es einige Erlebnisse, bei denen mir – so dachte ich bisher – der Kreislauf schlapp machte und ich in Ohnmacht fiel. Dass es sich dabei ausnahmslos um Situationen handelt, in denen ich wahnsinnige Angst hatte, fiel mir heute beim Lesen des Artikels von Franziska Seyboldt wie Schuppen von den Augen und auf einmal ergibt so vieles einen ganz anderen Sinn, werden mir immer mehr Zusammenhänge klar. Das beschäftigt mich gerade sehr…

Kurze Zeit später schickte mir jener Freund noch einen Link zu einem Text, den ich bis dahin noch nicht entdeckt hatte und den empfinde ich als sehr gute und wichtige Ergänzung des eigentlichen Artikels. Es geht um die Sichtbarmachung der Krankheit, um ein Stück Normalität und Offenheit im Umgang damit.

Es bringt nichts, darauf zu warten, dass die Gesellschaft so weit ist, einen als „normal“ anzuerkennen. Eine Gesellschaft passt sich Tatsachen an. Tatsachen werden dadurch geschaffen, dass sich sehr viele Menschen so zeigen, wie sie sind. Und irgendwann guckt niemand mehr doof, wenn Schwule sich küssen, Frauen mit Kopftuch rumlaufen oder im Personalausweis ein drittes Geschlecht steht.

Wenn ich also einen Wunsch äussern dürfte, dann ist es jener, dass ihr euch die Zeit nehmt, den wirklich langen mit dem ersten Zitat verlinkten Artikel zu lesen und am liebsten den mit dem zweiten Zitat verlinkten auch noch hinterher. Wenn ihr auch nicht selber betroffen seid, dann für ein bisschen mehr Verständnis dafür, wie das so ist mit der Angst zu leben.

Dankesehr!❤

Katja

Zurück und gut! / 8 to go

Samstag waren wir wieder beim jährlich hier in der Nähe stattfindenden Open Air Poetry Slam und das war überaus großartig. Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr, weil die Veranstalter Regen befürchteten, in die der Open Air Bühne benachbarten Halle verlegt worden war, worunter die Stimmung ziemlich gelitten hat, fand der Slam dieses Mal wieder draussen statt und all meinen Befürchtungen zum Trotz brauchte ich von dem großen Rucksack voller gepackter warmer Klamotten weder den Resche-Resche-Resche-Scherm, noch die Jacke, noch die Decke – es war nämlich bis spät noch echt angenehm, bis auf die in der Gegend quasi obligatorischen Stechmücken…

Die Poet*innen und ihre Texte waren fast alle fantastisch, aber richtig nachhaltig begeistert hat mich auch dieses Mal wieder der Musik Support Act. Vor 2 Jahren habe ich mich da sehr in Das Lumpenpack verknallt (ey, wenn ihr die mal live sehen könnt, geht da unbedingt hin!) und dieses Jahr gab’s Welthits auf Hessisch von den kreativerweise genauso heissenden Welthits auf Hessisch.

Ich bin nicht sicher, ob man vielleicht Hesse*in sein muss, um die gut finden zu können, ich kann’s ja nicht von aussen beurteilen, aber ich finde die beiden einfach nur famos und witzig.

Aber hört selbst!

Hier gibt’s mehr davon!🙂

Katja