¡Terminado!

Diese Dinge, die man _wo_chen_lang_ vor sich herschiebt, obwohl man sie eigentlich dringend erledigen möchte, nicht mal muss, aber die genau wegen dieses fehlenden Müssens und stattdessen nur Wollens, immer wieder der Hektik und der fehlenden Zeit und (inneren) Unruhe zum Opfer fallen, denn die sind genau das Gegenteil von dem, was man dafür bräuchte, sie zu erledigen, nämlich ein bisschen Zeit (möglichst am Stück) und viel Ruhe. Irgendwann drängen diese Möchte-Gerns dann auch noch zusätzlich, also nicht wirklich die Dinge, sondern die Zeit, weil sie irgendwie ein Verfallsdatum haben, das nicht wirklich konkret ein Datum beinhaltet, sondern eher ein Ablauf ist und sie zu der Kategorie von Dingen gehören, die man nur innerhalb einer bestimmten Frist oder sonst gar nicht mehr erledigt. Und irgendwann dann der Gedanke, dass wenn man’s jetzt nicht macht, man’s vermutlich gar nicht mehr macht und wie schade das dann doch irgendwie wäre.

Also tief Luft holen, todo-Liste beiseite schieben, Pläne für den Nachmittag umwerfen und stattdessen einen Kaffee kochen und vielleicht später noch einen weiteren und dann genau das machen, was man schon so lange machen wollte.

Das Gefühl hinterher. Das.

Katja

maravillos@

Oder: warum ich die Spanische Sprache noch ein bisschen doller mag.🙂

Die männliche Form endet im Spanischen fast immer auf „o“, die weibliche auf „a“ und bei allem machismo, der dazu führt, dass Gruppen von Menschis sprachlich immer männlich sind, sobald ein einziger Mann in einer Horde von Frauen anwesend ist, ist mir letztens im Spanischbuch in einem abgedruckten Brief eine wunderbare Möglichkeit, eine gendergerechte Sprache zu nutzen, aufgefallen, nämlich indem man das @-Zeichen einsetzt, das sowohl o als auch a enthält.

Querid@s amig@s! Wie schön wäre es, wenn es bei uns auch so einfach wäre!

Katja

Still

Wenn der innere Hamster ohne Unterlass in seinem Rad rumrennt und es dauerhaft im Kopf ratteratteratterattert, hilft es manchmal nur, die Mütze weit über die Ohren zu ziehen und so lange loszulaufen, bis das Gesicht sich halb erfroren anfühlt und mit der Kältelähmung dann auch endlich die Stille im Kopf zurückkehrt.

 

Katja

Von fallenden Altwährungsmünzen

Dieser Moment, wenn der Groschen* noch zwei-, dreimal auf der Kante wippt, sich dabei immer ein Stückchen weiter neigt und dann schließlich wie in Zeitlupe fällt…

Da ist auf einmal ein passendes „ACH DARUM“ und es muss so groß geschrieben sein, weil es so bedeutsam ist, weil die Frage, die dieses Darum beantwortet so groß und so alt und so beharrlich über Jahre und Jahrzehnte in einem gebohrt hat und gebrodelt und gegärt und manchmal mit einer solchen Heftigkeit, dass da kaum Raum für andere Gedanken und Fragen war. Ganz zu schweigen von dem Schmerz, den das Warum jedes einzelne Mal verursacht hat. WarumwarumWARUMwarumWaRuM?

Und dann, in der Therapiesitzung das Ringen und die Tränen und das um-Worte-Ringen und das Nachdenken und dann auf einmal dieser Groschen, der kreist und kreist und sich weiter neigt und dann in Zeitlupe fällt. Ach DARUM! Und das muss ein Ausrufezeichen haben und eigentlich noch einen Paukenschlag. Und es ist so verwunderlich, dass sich das eigentlich gar nicht angekündigt hat. Da war vorher nicht irgendwie so eine Musik, wie sie im Film ertönt, wenn es spannend wird, wenn gleich etwas passiert, wenn zB die Protagonistin ganz alleine über den dunklen Pfad geht und Schritte hinter sich hört und man weiß, jetzt muss gleich was passieren, das wird hier nicht einfach so aus- und weitergehen. Aber nichts. Eben noch die Tränen und das Ringen um Worte und dann auf einmal ist der Zusammenhang da und da sind gar nicht genügend Hände, um sie vor die Stirn zu patschen, weil es eigentlich so offensichtlich ist. Wenn man’s erst mal weiß, wenn man den Zusammenhang erst mal gefunden hat.

Danach völlige Erschöpfung. Stille. Das muss erst mal sacken. Langsam. Erst mal abwarten und sehen, was der Kopf daraus macht.

Katja

[*die Älteren hier werden sich erinnern, so nannte man früher 10-Pfennig-Stücke, die Noch-Älteren werden sich erinnern, dass es schon im Mittelalter Groschen gab und der Begriff bis zu dieser D-Mark-Münzgeneration weitergereicht wurde]

#läuft_bei_mir

Und dann sind da diese Tage, an denen läuft’s echt ganz gut und du hast das Gefühl, mit der Lage klarzukommen und nicht einfach nur gerade so zu funktionieren. An denen kommst du damit klar, erst ewig auf den Handwerker zu warten und ihn dann stundenlang um dich rum zu haben, mit Kaffee und Werkzeug zu versorgen und bezüglich der temperamentvollen Nachbarn zu beruhigen, die direkt hinterher die Wohnung stürmen und die du spontan auf einen Espresso einlädst, während ihr euch immer wieder laut lachend an vorletzten Samstag erinnert, wo ihr ebenso spontan zusammen bis kurz vor 4 mit unfassbar viel Alkohol versumpft seid und dann schreibste noch eine Mail, natürlich auf Spanisch, an deine Spanisch-Stammtisch- formerly known as Spanisch-Kurs-Compañeros und traust dich endlich, sie zu dir nach Hause auf Tapas einzuladen, was du schon seit Jahren gerne getan hättest und dann fährste hin und triffst sie und freust dich, dass sie sich über die Einladung freuen und du bist zwar völlig geschafft, aber alles ist mal wirklich ok an diesem Tag.

Katja

Wie ich einmal ein Rezept wegen seines tollen Namens ausprobieren musste und dann war das auch noch lecker #1

Heute: Schakschuka

Man braucht für 2-3:

2 Zwiebeln
2-3 Zehen Knobi
1-2 rote (Spitz-)Paprika
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
1 Flasche Passata (700 ml)
Tomatenmark
Salz und Pfeffer, am besten frisch gemahlen
1 TL Kreuzkümmelsaat (ganz)
1 TL Koriandersaat (ganz)
3 Kapseln Kardamom
1 Zimtstange
1/2 – 1 TL Chiliflocken
1 TL Paprikapulver (ich nehme immer geräuchertes, scharfes)
1 TL brauner Zucker
4-6 Eier (2 pro Nase)
etwas Olivenöl
2 Frühlingszwiebeln

Und so geht’s:

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein schneiden, Paprika waschen, putzen und in kleine Streifchen schneiden. Die Gewürze zusammensuchen, den Kardamom aus den Kapseln lösen und alle Saaten falls vorhanden im Mörser ein bisschen andrücken. (Wer keine Saaten hat: die gemahlenen Schwestern gehen auch).

Die Gewürze von Kreuzkümmel bis Chiliflocken in eine große Pfanne (trocken ohne Öl), für die man idealerweise einen Deckel hat, geben und bei mittlerer Hitze so lange anrösten bis sie zu duften beginnen. Dann aus der Pfanne nehmen, das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch für ein paar Minuten anschwitzen. Tomatenmark dazugeben, sämtliche Gewürze incl. des Zuckers wieder in die Pfanne und auch die Paprika dazu. Noch einen Moment unter Rühren anbraten und dann mit den Tomaten ablöschen, den Deckel auflegen und die Soße für ca. 45 min bei niedriger Hitze einköcheln lassen. Dabei immer mal umrühren, damit sie nicht ansetzt. Falls sie noch zu flüssig ist, den Deckel mal runternehmen. Das soll am Ende eine recht breiige Konsistenz haben.

Dann den Deckel von der Pfanne nehmen, die Zimtstange rausfischen und mit einem Esslöffel Mulden, in passender Anzahl für die Eier, in die Soße drücken. Die Eier einzeln in eine Tasse oder ein kleines Schälchen aufschlagen und vorsichtig, damit das Eigelb heil bleibt in die Soßenmulden gleiten lassen. Das Eiweiß ein bisschen mit der Soße verzwirbeln. Den Deckel wieder auflegen und die Eier für ein paar Minuten stocken lassen, sodass das Eiweiß fest wird, das Eigelb aber innen noch flüssig bleibt.

In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die Schakschuka damit bestreuen.

Auf die Teller, fertig los!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sieht unspektakulär aus, duftet und schmeckt aber durch die vielen Gewürze ganz großartig!

Katja

kurz zitiert #54

Es ging ihr ganz gut. Und zwar nicht im Sinne von »Mir geht es ein bisschen gut«, wie die meisten es meinen. Aus irgendeiner Sprachwendung hatte sich das »ganz« in seiner allumfassenden Definition in ihre Sprache rübergerettet.
Es ging ihr ganz gut. »Ganz« im Sinne von »Es geht mir universalunfassbarfantastisch gut«.

(aus: Thees Uhlmann – Sophia, der Tod und ich)

Möglicherweise die beste Stelle des Buches, der Rest ist eher so ganz gut, in einem Sinne, wie es die meisten meinen, aber diesen Gedanken mag ich sehr, das „Ganz“ wieder mal als allumfassende und nicht relativierende Ergänzung, das ist schon ein Satzschatz.

Katja