Hinab zum Grund

Manchmal reicht ein einziger Song im Radio, manchmal sogar nur eine Textzeile und die Fassade, von der dir gar nicht mehr bewusst ist, wieviel Kraft es dich kostet, sie aufrechtzuerhalten, weil du sie ja andauernd vor dir herträgst, bricht zusammen. Alle Schleusen auf, Wasser marsch und die Tränen purzeln nur so aus dir heraus und finden kein Ende mehr, bilden erst kleine, dann tiefer werdende Pfützen um deine Füße und du merkst wie du versinkst. Immer tiefer. Die Luft bleibt weg, das Wasser schlägt über’m Kopf zusammen. Erst strampelst du mit aller Gewalt mit den Füßen dagegen an, paddelst, versuchst den Kopf über Wasser zu halten, aber irgendwann ist auch diese Kraft aufgebraucht. Du schließt die Augen, atmest noch einmal tief ein, gibst alle Starre, allen Widerstand auf und lässt dich in die Tiefe hinabsinken. Du sinkst. Versinkst. Bis die Füße auf dem Boden auftreffen, noch ein bisschen weiter, bis du auf dem Boden sitzt. Dann öffnest du die Augen, schaust dich um. Betrachtest das, was zu betrachten dir so viel Angst macht. Du schaust hin, nur einen Moment lang. Durch den Schmerz hindurch. Dann schließt du die Augen wieder, stehst auf, stößt dich mit den Füßen ab. Nach oben. Wieder durch die Oberfläche. Die Pfützen werden kleiner, verdunsten um deine Füße herum. Du reibst dir die Augen. Blinzelst. Du weisst, es war nicht das letzte Mal, dass du dort hinab musstest. Aber du weisst auch, dass der Grund dir entgegen kommt, dass es jedes Mal ein bisschen weniger tief nach unten geht. Und, dass du den Schmerz nur loslassen kannst, wenn du ihn betrachtest, weil die Wunden sonst immer wieder aufreissen.

Katja

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Zum ersten Mal #2

…Bücher in einen Bücherschrank gebracht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnd das fiel mir leichter als ich im Vorfeld befürchtet hatte.

Katja

Auch eine Art Loslassen

Manchmal muss nur erst mal der Groschen* fallen** und dann ist es irgendwie ganz einfach.

Eine meiner Eigenheiten, die ich eigentlich nie in Frage gestellt habe, ist (oder hoffentlich bald ‚war‘), Bücher, die ich einmal angefangen habe, auch zu Ende zu lesen. Zwar habe ich das nicht immer in einem Rutsch gemacht und manche lagen dann entsprechend auch mehrere Monate und teilweise sogar Jahre auf dem Nachttisch, aber alle musste ich sie irgendwann fertig lesen, weil angefangene Bücher mir, wie auch andere ‚unerledigte‘ Dinge, im Nacken sitzen und dort rumkrakelen und pieksen.

Gestern, als ich mich beim Lesen wieder mal über ein langatmiges Buch geärgert habe, an dem ich, obwohl es nicht besonders viele Seiten hat, schon wieder seit 2 Wochen lese, fiel mir auf, wie bescheuert dieses zwanghafte zu Ende Lesen eigentlich ist und wie einfach ich das ändern könnte.

Das Ding ist nämlich ausserdem, dass ich, wenn ich gerade wieder mal ein Buch lese, das mir nicht besonders gefällt, dann auch insgesamt kaum Lust zu lesen habe. Abends im Bett vorm Einschlafen ist eigentlich meine Hauptlesezeit. Wenn ich aber gerade so ein mäßiges Buch auf dem Nachttisch habe, dann neige ich dazu, viel länger vorm Rechner sitzen zu bleiben, weil das Internet viel unterhaltsamer ist als das Buch. Und auch für mein gelegentliches Luxuslesen – morgens den ersten Kaffee im Bett trinken und dabei lesen – fehlt mir dann die Muße. Und wenn ich dann insgesamt viel seltener und weniger lese, zieht sich die Zeit, die ich mit schlechten oder mäßigen Büchern vertrödele, noch länger hin. Und das, wo es doch so viele gute Bücher gibt, die gelesen werden wollen und für die ohnehin nie genügend Zeit da ist.

Deswegen gestern der Entschluss, das jetzt mal anders zu probieren und um mich selber ein bisschen in Zugzwang zu setzen, formuliere ich das auch direkt als Vorsatz für 2014, dass ich Bücher nicht mehr zwanghaft auslesen möchte, wenn sie mich auf den ersten 100-150 Seiten noch gar nicht begeistert haben. Ich glaube, das ist eine gute Übung für mich, denn auch dabei geht es ja irgendwie ums Loslassen. Etwas, das ich nicht besonders gut kann.

Katja

*Sagt man das eigentlich heutzutage auch zu den 10-Cent-Münzen so wie früher zu den 10-Pfennig-Münzen? Mir ist das zumindest noch nie untergekommen.

**Die Redewendung „Endlich ist der Groschen gefallen“ kommt übrigens daher, dass, wenn man Münzen in die früheren mechanischen Automaten eingeworfen hat, um Süßigkeiten, Getränke oder Fahrkarten herauszuholen, man darauf warten musste, dass der Groschen gefallen und auch eingerastet – und nicht durchgefallen – ist, um an die begehrte Ware zu kommen.

Do you remember the twenty first night of september?

Eigentlich wollte ich hier gerade eine Version von Greendays ‚When September ends‘ einbetten, aber dann fiel mir auf, dass das ganz schöner Blödsinn wäre!

Den September will ich nämlich auf gar gar gar keinen Fall verschlafen oder verpassen in diesem Jahr, denn im September fahre ich ans Meer. Abgesehen von ein paar Minuten am wirklich hässlichen italienischen Strand, ist das dieses Jahr auch das erste Mal Meer! So lange war ich seit ein paar Jahren nicht mehr von sämtlichen Küsten abwesend.

Statt den September zu verschlafen also lieber tanzen! Und auch wenn ich sicher bin, das Video hier schonmal in den Ohrwürmern gehabt zu haben – manche Songs oder Versionen von Songs, sind so großartig, dass sie einfach immer wieder sein müssen und dazu gehört das von mir heiss geliebte Pomplamoose-Cover von Earth, Wind and Fires ‚Dancing in September‘. Und das passt nochmal so gut, weil sogar das Datum stimmt. 🙂

Aber weil ja mittlerweile sogar schon der 2. September ist, gibt es hier natürlich auch wieder einen neuen Header.

Jener neue Hut oben stammt aus dem Juni diesen Jahres und ist abends bei einem Spaziergang am Rhein entstanden.

Und wie im letzten Monat gilt, dass ich den neuesten Header (oder einen nach Wahl von vorherigen Monaten, die man hier alle sehen kann) als laminiertes Lesezeichen unter allen verlose, die in den Kommentaren (Edit: bis 9.9., 9 Uhr) kund tun, dass sie gerne mitmachen möchten. 🙂

Katja

Eigentlich ja ganz logisch, dass man nur loslassen kann, was man überhaupt angefasst hat

Ich weiss, dass etwas an dem Spruch dran ist, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

Ich weiss, dass es oft / meist eine Frage meiner Einstellung und Wahrnehmung ist, als wie glücklich ich mich empfinde.

Ich weiss, welche Dinge es sind, die mich darin blockieren, ich kenne die Muster, in denen ich gefangen bin.

Und das ist genau der Punkt. All dieses Wissen (und bitte versteht mich da nicht falsch, das ist nur meine Wahrheit, keine für die ich Allgemeingültigkeit beanspruchen wollen würde) nützt mir an dem Punkt nichts, wo es darum geht, aus den Mustern auszubrechen und diese Blockaden loszuwerden.

Das ist diese Sache, die ich bei allen Versuchen, mich selber besser leiden zu können, mich selber wertschätzen zu lernen, mich selber nicht mehr abzuwerten, mir immer wieder ankreide und wo ich nicht milde mit mir sein kann, sondern wofür ich mich verurteile. Dass ich es nicht schaffe, diesen Kram abzulegen, diese Muster loszuwerden – trotz all des intelektuellen Verständnisses. Andere hatten doch auch eine schwierige / komplizierte Vergangenheit und denen gelingt es doch auch. Warum bin ich dann zu doof dafür?

Aber mittlerweile glaube ich auch zu wissen, woran das liegt, dass genau das der Punkt ist. Es gibt da nichts mehr zu verstehen, das ist keine Frage des Denkens sondern eine des Fühlens.

Das was mich plagt, was mich so kaputt hat werden lassen, sind Gefühle, die ich nicht zulassen/erleben/empfinden konnte/durfte, zu denen ich keinen Zugang habe. Und ich habe solche schrägen Ersatzempfindungsmuster so tief in meinem Unterbewusstsein programmiert, dass ich es auch mit Wissen und Wollen nicht schaffe, dort rauszukommen.

Jetzt stoße ich immer wieder an den Punkt, wo Erinnerungen hochkommen, wo es mich plagt, die Dinge nicht loslassen zu können und ich glaube langsam, dass ich da nur weiterkommen kann, wenn ich nicht mehr versuche, das unter Verschluss zu halten, sondern wenn ich mich dem stelle. Das macht mir wahnsinnige Angst und davor laufe ich jetzt schon längere Zeit erfolgreich mit meiner hab-ich-ja-gar-keine-Zeit-für-Methode davon.

Weil ich nicht einfach so drauflosdenken kann, wohl aber einfach so drauflosschreiben und mich schreibend Dingen besser annähern, besser stellen kann, werde ich das auch damit probieren. Weil ich dafür aber sehr viel konkreter werden muss, die Dinge, die ich immer nur als Dinge oder Kram oder wasauchimmer bezeichne, aussprechen bzw. aufschreiben muss, bin ich zögerlich damit, es (öffentlich) im Blog zu tun. Es ist eine Sache für mich, mittlerweile recht frei über meine Depressionen und Ängste zu schreiben, die mich aktuell, respektive in den letzten Jahren plag(t)en, eine andere Sache ist es für mich, konkret Sachen aufzuschreiben, von denen ich denke/weiss, dass sie mich krank gemacht haben und diese schädlichen Denkmuster geprägt haben.

Kann sein, dass es hier in Zukunft einige Artikel mit Passwortschutz gibt (falls ihr da mitlesen wollt, fragt dann bitte einfach per Mail). Ich habe in letzter Zeit häufiger unter anderem deswegen gezögert, Gedanken direkt festzuhalten, weil ich unsicher war, ob ich das tatsächlich aufschreiben kann. Und klar, natürlich könnte ich es dann auch einfach in die Entwürfe tippen oder in ein Textfile auf meinem Rechner, aber ich weiss auch nicht, was das mit diesem Bloggen ist, dass dieser ‚Publizieren‘-Knopf irgendwie für mich einen Teil des aus-dem-Kopf-Kippens ausmacht. Zumindest fühlt es sich gelegentlich so an, denn Dinge, die in den Entwürfen schlummern, plagen mich oft trotzdem weiter.

Aber sofern ich es überhaupt schaffe, die Dinge aufzuschreiben und evtl. auch zu veröffentlichen, muss ich wenigstens in diesen Fällen gerade das Gefühl haben, dass ich die Kontrolle darüber habe, wer das lesen kann. Das soll jetzt erst mal gar niemanden pauschal aussperren, ich möchte vor allem nur wissen, wer das liest und wissen, dass niemand diese Dinge lesen kann, weil er zufällig oder über meinen Klarnamen auf meinem Blog gelandet ist. Diese Gedanken, dass ich mich dem wirklich stellen muss, um loslassen zu können, fühlen sich für mich ziemlich nach Kontrollverlust an, deswegen ist es für mich wichtig, wenigstens diesen Teil unter Kontrolle zu behalten.

Und bevor ich jetzt wieder an den Punkt komme zu denken ’nee, das kannste doch nicht schreiben‘ klicke ich jetzt einfach auf den Publizieren-Knopf und entlasse das Geschwurbel aus dem Kopf.

Katja

Neuer Monat, neuer Header

Dieses Mal ganz kurz und knapp:

Ich brauche dringend einen Header, der meiner Meeressehnsucht wieder mal gerecht wird. Und da ich letztens eh schon, wenigstens die Meerfotos des ersten Abends am Strand von Zahara de los Atunes durchgeguckt und sortiert hatte, stammt der Märzhut auch von jenem Abend im Oktober 2012.

Katja

(Und ganz ganz ganz hoffentlich kann ich beim nächsten Hutwechsel dann sagen, dass diese doofen Angstwochen jetzt erst mal wieder vorbei sind!)

 

Neues Spiel*, neues Glück**

(*Jahr, **Design)

Eigentlich wollte ich nur einen neuen Header aussuchen, weil ja zusätzlich zum neuen Jahr auch ein neuer Monat angebrochen ist, aber irgendwie bin ich dann bei den Blogthemes hängen geblieben und weil ich ja im Loslassen schon viel besser geworden bin (was mein Blog angeht auch durch das monatliche Headerwechseln), gibt’s jetzt direkt auch ein ganz neues Theme, das vor allem viel breiter ist als das alte und den Monitor besser nutzt. An meinem eigenen Monitor fällt mir das nie so auf, weil der noch 4:3 ist, aber wenn ich das Blog auf des Mitlesers 16:10 anschaue, dann ist der seitliche Rand fast breiter als der Inhalt.

Es ist auch irgendwie moderner und die Tabs, die zu den Seiten führen, sind harmonischer und nicht so aufgesetzt. Und durch die größere Breite, können meine Header auch ein ganz anderes Format haben und ich bin nicht mehr so zwingend darauf angewiesen, dass ich Bilder finde, in denen es einen schicken schmalen Streifen gibt, den ich ausschneiden kann. Also alles irgendwie schön und praktisch und falls es sich doch als doof erweist, dann fliegt’s eben wieder. 😀

Aber jetzt bin ich gerade ganz verliebt und muss dann in den nächsten Tagen erst mal gucken, ob auch noch alles funktioniert und was ich noch umstellen kann und mag.

Heute gibt es erst mal nur einen neuen Header dazu, weil der ja eh gekommen wäre. Und weil sich das große Headerbild so panomarös anfühlt und mir ausserdem nach blauem Himmel zumute ist, gibt es ein Bergpanorama aus Tirol, das ich dort im letzten Juli geknipst habe. Das gab’s hier schonmal zu sehen und hier gab’s ein paar Bilder aus Innsbruck.

Katja