Bis dass der TÜV uns scheidet

Ein Golf war ein Golf, war ein Golf, war mein Golfi.

 

Und das war heute schon eine traurige Angelegenheit, als mir auf der Heimfahrt von der Zulassungsstelle, wo ich ihn abgemeldet habe, bewusst geworden ist, dass das unsere allerletzte gemeinsame Fahrt nach 8 Jahren ist und so richtig kann mich auch noch nicht die Tatsache trösten, dass ich morgen mein neues Auto, das nur 4 anstatt der 23 Jahre alt ist, bekomme. Erwähnte ich schon, dass ich nicht so gut im Loslassen bin? Das gilt auch – und erst recht – für meine bisher verflossenen Autos, die noch dazu allesamt Golfs waren. Jetzt kommt der erste Nichtgolf. Ich bin gespannt.

Farewell mein Guter.

Katja

 

Advertisements

Ka-putt-tja

Gerade: Tee mit ’nem ordentlichen Schluck Rum, Zucker und Zitrone.

Gleich: Bett in der Hoffnung, dass sich die fiese Erkältung mitsamt dem restlichen Weltschmerz dieses überaus doofen Tages über Nacht verflüchtigt.

Morgen: kann nur besser werden. OMMM. (Immerhin dieser Teil des Optimismus funktioniert gerade wieder. Wenn das kein gutes Zeichen ist!)

Ka-putt-tja

 

Muss ja.

„Schreibste morgen eben: ich hatte gestern keinen Bock mehr zu bloggen. Und um 22.28 Uhr muss ja auch niemand mehr bloggen.“, sagt er und dann sagen wir noch Gute Nacht, was eine Weile dauert und legen auf, was ja genau genommen gar nicht mehr so heißt, weil man gar keinen Hörer mehr auflegt, sondern nur einen blöden Knopf drückt, aber bei mir wird das wohl auf immer und ewig Auflegen heißen und ehrlich gesagt fand ich das richtige Auflegen auch immer viel schöner, weil jetzt kann man zum Beispiel nicht mal mehr wütend den Hörer auf die Gabel knallen, sondern höchstens wütend auf den roten Knopf drücken, der ja noch nicht mal ein echter Knopf ist, sondern nur als solcher auf dem Display angezeigt wird, aber das wütende Knopfdrücken kann man auch gleich bleiben lassen, weil der andere gar nicht merkt, ob man wütend oder traurig oder betrunken oder fröhlich gedrückt hat, also zumindest nicht am Drücken und obwohl das mit dem Telefonieren ja alles ein bisschen einfacher ist, auch dadurch, dass man nicht mehr angeleint ist, sondern volle Bewegungsfreiheit hat, ist es doch auch komplizierter.

Und jetzt ist es sogar noch deutlich später als zweiundzwanziguhrachtundzwanzig und ich sitze doch wieder mit den Fingern auf der Tastatur, weil es gar nicht mehr so ist, dass ich keinen Bock mehr habe zu bloggen, sondern eigentlich sogar das dringende Bedürfnis, jetzt doch noch aufzuschreiben, dass dieser durch und durch besch…eidene Tag noch ein so versöhnliches Ende findet. Yukon Jack und Tee trinkend, in der schummrigen Küche telefonierend und statt weiterheulend ganz schön viel lachend, dann auflegend, eine Nachricht findend und direkt weiterfreuend.

In diesem Internet gibt’s ganz schön großartige Menschen und ich bin froh, ein paar davon zu kennen. Heute wieder mal besonders. ❤

Katja

Inside

Und dann diese Tage, die von außen ganz ruhig wirken, aber von innen einer Achterbahn gleichen und daran merkst du vielleicht noch mehr, als an den gänzlich üblen Tagen, wie unsicher und wacklig du innendrin gerade bist, denn jede Kurve wirft dich herum, schleudert dich fast aus der Bahn und du musst dich zusammenreißen und festklammern, um nicht einfach durch die Fliehkräfte weggeschleudert zu werden. Hin- und hergerissen zwischen „ich bin doch wer!“ und „wer bin ich überhaupt?“ streitet es laut in dir drin und du hältst die Arme schützend vor die Brust, die eigenen Oberarme umklammert, als würdest du einfach auseinanderbrechen, wenn du dir nicht selber Halt gibst. Und dabei weißt du immer noch nicht so genau, wie das überhaupt geht, dich selber zu halten und zu (be-)schützen. Und – die noch wichtigere Frage – wie beschützt man sich eigentlich vor sich selber und vor den eigenen Gedanken? Wie, wenn der größte Feind im eigenen Kopf wohnt?

I wanna hide the truth
I wanna shelter you
But with the beast inside
There’s nowhere we can hide

No matter what we breed
We still are made of greed
This is my kingdom come
This is my kingdom come

When you feel my heat
Look into my eyes
It’s where my demons hide
It’s where my demons hide
Don’t get too close
It’s dark inside
It’s where my demons hide
It’s where my demons hide

(Imagine Dragons – Demons)

Katja

 

Hold on

Diese kurzen Momente, in denen sich alles gut anfühlt und in denen du denkst, dass alles gut werden kann und von denen du dir wünscht, du könntest sie festhalten. Aber vermutlich liegt genau in der Nichtfesthaltbarkeit der Trick, weswegen sie dir so besonders und so groß erscheinen und du kannst nur die Augen schließen und versuchen, dir das ‚alles gut‘-Gefühl im Herzen einzuprägen und die Zuversicht, die in der gleichen Ecke wohnt, damit zu füttern auf dass sie groß und stark werden kann.

Katja

Bleikristall

Und dann sitzt du da, die bleierne Müdigkeit, die den ganzen Tag auf dir liegt, wird immer schwerer und drückt dir auf die Lider und auf’s Gemüt. Oder ist es das schwere Gemüt, das dich heute so müde macht? Gemütsmüde. Nach zu wenig Schlaf, nach zu viel Grübeln. Es sind immer wieder die gleichen Kreise, die die Gedanken im Kopf drehen und sie winden und wickeln sich spiralig zum Labyrinth und du weißt nicht, wie du da rauskommen sollst. Und ob du da rauskommen willst. Also aus den Gedanken schon, aber sonst so insgesamt? Schwarz oder weiß? Warum nur fällt es dir hier so schwer, die Schattierungen zu sehen? Warum fühlt sich das so oft nach entweder_oder an? Das Rauszufinden wäre ja vielleicht mal ein Anfang, aber du denkst dich beim Draufrumdenken immer daran fest, verkeilst dich und landest mit einem Ruck immer wieder am gleichen Ausgangspunkt. Gehe zurück auf Los. Ziehe keine 4000 DM ein. Und dann beginnt die Runde von vorne und dein Blick fällt auf einen Zettel, der schon seit langem auf deinem Schreibtisch liegt „Du kannst nur dich selber ändern“ und du soifzt leise und denkst „wenn das ja doch mal so einfach wäre und was würde das in diesem Fall überhaupt genau bedeuten und überhaupt und uff?“ und du hast Angst, dass in deinem Inneren etwas in 1000 kleine Scherben zerspringen könnte und dann hängst du in der nächsten Spiralwicklung, weil wegen und weil weil. Weil. Weile. Verweilen.

Immer wenn sich nichts mehr tut, 
hab ich das Gefühl, es wird nie wieder gut.
Aber schon nach ein paar Schmerzen kommt der Mut zurück.
Und in den Venen fließt das Blut,
und ich hab das Gefühl es ist Feuer und Glut.
Und es strömt hin zum Herzen, und dann hat man wieder Glück.

(Lukas Meister – Weiter)

Katja

*Zusammenbrechgeräusch*

Heute so:

Um 5 aufgestanden, ins Ruhrgebiet gefahren, diverse Autos angeguckt, eines davon gekauft, äußerst spontan mit Svü getroffen, nach Hause gefahren, die September-Alkoholabstinenz für einen Augenblick ausgesetzt und ’nen Schluck vom Lieblings-Whisky eingegossen und an der Stelle bin ich gerade und jetzt reicht’s auch für heute.

Nacht Welt!

Bist du nicht müde nach so vielen Stunden
Du wankst und taumelst, deine Füße zerschunden
Drehst dich im Kreis, bis der Tag verschwimmt
Und hoffst am Ende dass die Nacht dich noch nimmt

 

Ich find dich am Boden, den Rücken zur Wand
Den Blick zur Tür, zwei Steine in jeder Hand

 

Gib mir das, ich kann es halten
Gib mir das, ich kann es halten
Wenn du es später noch willst
Kriegst du es wieder
Dann ist alles beim Alten
(Wir sind Helden – Bist du nicht müde?)

 

Katja