Die mit Abstand wertvollsten Dinge beim Einkaufen gab’s gratis

… so viel Sonne und Wärme, dass es für die erste Fahrt mit heruntergekurbeltem* Autofenster reicht

… der im Laden telefonierende Typ mit der eindeutig norddeutschen Sprachfärbung, der sein Telefonat mit einem „Jou, kiek mo wedder in“ beendet #Dialektliebe

… das erste Gänseblümchen am Wegrand

… der mitgehörte „Gehen Sie ruhig vor.“-„Vielen Dank, aber ich habe heute jede Menge Zeit und gönne mir das Warten.“-Dialog an der Kasse

… der Vater mit seiner Tochter, der einen leeren Regalgang nutzt, um mit dem Einkaufswagen Geschwindigkeit aufzunehmen und die Kleine zum Juchzen zu bringen ❤

… das strahlende Lächeln, das mir der Mann auf dem Parkplatz zuwirft #aufgefangen_mitgenommen

Katja

[*und ich mag das immer noch so nennen, auch wenn man schon lange nicht mehr kurbeln muss, um die Fenster zu öffnen]

Jenga

Das neue Konstrukt aus (und du merkst, wie die Finger an dieser Stelle auf den Tasten zögern, denn was ist das überhaupt, wofür dir der passende Name und Begriff noch fehlt? also irgendetwas in Richtung) Selbstannahme / Selbst(wert)bewusstsein ist noch unfassbar wacklig, wie ein hoch aufgetürmtes Jenga, bei dem die unteren Klötzchen schon alle entfernt wurden (und hier hinkt der Vergleich, denn eigentlich waren sie nie da und genau das ist ja die Krux, dass diese stabile Basis fehlt) und bei dem jede weitere Berührung zum kompletten Zusammen- und Umfallen führt.

Manchmal reicht – und das kann in einem ganz anderen Zusammenhang sein – ein einzelner Satz und BADAUTZ und SCHEPPER, alles stürzt ein, während aus dem Hintergrundrauschen sofort wieder ein lärmender Chor aus Selbstzweifeln, Selbsthass und Minderwertigkeitsgefühlen aufbrandet. „Du kannst nix. Du bist nix. Nix wert, du Versagerin.“ und du merkst, dass all dieses Wertzeugs und die Gedanken darüber ohnehin immer in der Frage deiner LiebensWERTigkeit, deiner LiebensWÜRDIGkeit mündet. Gefühlt führen alle verdammten Fragen und Gedanken und Zweifel immer irgendwann an diesen einen Punkt. Und manchmal, wenn die Ver_zweif(e)l_ung groß wird, fragst du dich, ob sich dieser ganze verdammte Kampf überhaupt lohnt, ob es überhaupt (für dich) möglich ist, dieses Defizit in der Basis, diese Lücken, wo du in früher Kindheit ein Gefühl für deinen Wert – als Mensch, nicht für irgendeine deiner Leistungen – hättest bekommen müssen/sollen/können, ob sich diese Lücken noch jemals auffüllen lassen…

Katja

Geschützt: Eye of the storm

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Zuhause ist, wo der Schlüssel passt…

Heute war ein guter Tag. Aus vielen Gründen und einer davon ist:

Ich war heute in der Kleinen Stadt, in der ich die letzten 9 Jahre gewohnt habe und bin dort nicht nur einkaufen und am Rhein spazieren gewesen, sondern auch an dem Haus vorbeigefahren, in dem ich so viele Jahre zu Hause war.

Ein Zuhause ist für mich existenziell. Eines, das sich so anfühlt, nach Sicherheit und Wärme und so einem Myhomeismycasleding. Das war bei der letzten Wohnung #aus_Gründen in den letzten beiden Jahren, die ich dort gewohnt habe, nicht mehr so richtig so. Und heute dann, als ich dort vorbei bin, war da gar keine Sehnsucht in mir oder Wehmut oder Heimweh, sondern nur der Gedanke, dass es gut so ist, wie es jetzt ist. Gut, dass ich dort nicht mehr wohne. Gut, dass die Sorgen jetzt zwar auch nicht weg, aber ganz andere sind.

Und dann später, als ich hier in die Wohnung kam und zum ersten Mal seit dem Umzug nicht nur ahnte, sondern wirklich wusste, dass sich nichts in mir mehr dorthin zurücksehnt, war das noch ein bisschen mehr nach Hause kommen, als es eh in den letzten 9 Monaten schon war.

Heute war ein guter Tag. 🙂

Katja

 

Wie ich einmal ein Rezept wegen seines tollen Namens ausprobieren musste und dann war das auch noch lecker #2

Machen wir uns nix vor: Eintöpfe sind nie besonders ansehnlich. Die meisten könnte man in einem Lexikon Wiki zur perfekten Bebilderung von „Matschepamp“ abbilden und sie würden einen guten Job machen.

Machen wir uns nix vor²: Eintöpfe sind ungefähr das beste, was man nach ’nem blöden Tag auf dem Teller haben kann, die meisten sind echtes Soulfood. Und so ziemlich das souligste Soulfood, das es hier seit ein paar Jahren immer wieder gibt und das ich damals nur dringend unbedingt kochen wollte, weil es so einen schönen Namen hat (ja, in viel früheren Jahren hab ich auch Wein stets wegen schöner Etiketten gekauft) ist Jambalaya!

Jambalaya stammt aus der creolischen Küche Louisianas und ist in seiner Zusammenstellung im ersten Moment ähnlich gewöhnungsbedürftig wie spanische Paella, von der es möglicherweise abgeleitet ist, aber so krude die Zutatenliste auch wirken mag, wirft man das Zeug alles zusammen in einen Topf, wird daraus ein unglaublich harmonisches (und so man möchte scharfes) Essen.

Man braucht dafür:

für die Gewürzmischung:

2 TL Salz
1 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
1 TL  Oregano (getrocknet)
3 TL Paprika (scharf, ich nehme immer geräuchertes Paprikapulver)
2 TL  Thymian (getrocknet
1 TL  schwarzer Pfeffer 
1 TL Cayennepfeffer

Die Gewürzmischung bereite ich immer auf Vorrat zu und bewahre sie in einem Schraubglas auf.

für die Jambalaya:

250 g Hühnerbrust
50 g Chorizo
10 rel. große Gambas (oder mehr kleinere)
1 Zwiebel
2-3 Zehen Knoblauch
3-4 Stangen Sellerie
2 Paprikaschoten
100 g Reis
500 ml Hühnerbrühe
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 Lorbeerblätter
1-3 TL der Gewürzmischung (je nach gewünschter Schärfe)
optional falls vorhanden: 2-3 Zweige frischer Thymian
2 Frühlingszwiebeln und/oder ein paar Zweige glatte Petersilie

Und so geht’s:

Die Chorizo in dünne (0,5 cm) Scheiben schneiden, die Hühnerbrust klein würfeln, die Gambas nach Belieben halbieren oder ganz lassen. Zwiebel und Knobi schälen und fein würfeln, Sellerie und Paprika waschen, putzen und in kleine Streifchen schneiden.

Die Chorizoscheiben in einem relativ großen Topf auf dem Topfboden nebeneinander legen und den Herd auf mittlere Hitze stellen. Nicht rühren bis ordentlich Fett aus der Chorizo ausgetreten ist, dann die Chorizoscheiben aus dem Topf nehmen – das Fett bleibt drin – und die Hühnerbrustwürfel im ausgetretenen Fett rundum anbraten und dabei Pfeffern und Salzen. Hühnerbrust aus dem Topf nehmen und die Gambas ins immer noch gleiche Fett der Chorizo geben, ebenso Zwiebel und Knoblauch und zusammen ein bisschen anbraten. Sellerie dazu, Paprika ebenfalls und nach ein paar Minuten auch wieder die Chorizo und Hühnerbrust zurück in den Topf. Den Reis dazugeben und die Gewürzmischung und alles kräftig durchmischen. Mit der Hühnerbrühe ablöschen, Lorbeerblätter (und frischen Thymian) dazu und im geschlossenen Topf ca. 45 min bei niedriger Hitze vor sich hinköcheln lassen.

Die Frühlingszwiebeln oder Petersilie in feine Ringe schneiden und die Jambalaya auf dem Teller damit bestreuen.

Die Portion reicht für zwei Hungrige, Profis bereiten direkt die doppelte Menge zu, weil das Zeug aufgewärmt noch ein bisschen geiler toller schmeckt. Wie das eben oft so ist bei Eintöpfen.

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Fehlt nur noch der Soundtrack zum Rezept:

Katja

Momentbestandsaufnahme

Dann bist du krank und zwei Tage geht gar nichts und der Kopf ist wie mit Watte gefüllt und die Welt rundum dumpf und obwohl dich das ganze Kranksein – schon wieder Kranksein – nervt, bist du doch ganz froh über die Watte im Kopf und die Ruhe, die daraus entsteht, denn da wo viel Watte ist, ist kein Platz für allzu viele Gedanken. Da können sie überhaupt nicht ausholen und kreiselnkreiselnkreiseln und noch eine Schleife und sich verheddern und aufundab und dich dabei mitreißen. Zwei Tage Ruhe, zwei Nächte mit immerhin einigermaßen ausreichend Schlaf und dann ist diese ganze Krankseinfunktionsshice so ins System integriert, dass das Grübeln, einfach so, wieder nebenbei funktioniert und da ist zwar immer noch Watte im Kopf, aber die Zweifel drücken sie immer fester zusammen, nehmen immer mehr Raum ein, machen sich breit, kreiselnkreiseln und von vorne. Zu viele offene Baustellen auf einmal und du kommst nicht mehr hinterher beim Sortieren und Einordnen.

Und dann ist da so viel Traurigkeit in den letzten Tagen und Wochen und immerhin davon weißt du mittlerweile, was es mit ihr auf sich hat oder hast zumindest eine ziemlich starke Ahnung darüber, weißt, dass sie zwar im Jetzt getriggert und ausgelöst wird, aber eigentlich so weit in die Vergangenheit gehört, wie du überhaupt nur denken kannst. Du schaffst es zum ersten Mal, dir diese alte Sache überhaupt anzuschauen, nicht wegzuzucken, sie nicht wegzuschieben, sondern die Gefühle zuzulassen und den uralten Schmerz und das, wo er herkommt, zu betrachten, die Verzweiflung und Not zu spüren und das kostet Kraft und ist unendlich anstrengend, aber trotzdem ist da auch so etwas wie Hoffnung in dir, dass dir das Loslassen vielleicht doch irgendwann noch gelingen wird…

Katja

Neulich in meiner Küche

 

 

img_20161213_104606Jaja, es ist schon ein bisschen länger her und statt neulich könnte ich fast schon damals™ sagen, aber da ich einer meiner Spanischcompañeras versprochen habe, dass ich ihr die Fotos und ein Rezept endlich mal schicke, habe ich endlich mal auf dem Händi gekramt und wenn ich sie jetzt eh schon rausgesucht habe, kann ich sie ja auch direkt noch bloggen.

Nachdem ich schon eine ganze Weile die Idee im Kopf gewälzt hatte, mal Tapas für die Leute von meinem Spanisch-Stammtisch formerly known as Spanisch-Kurs zu machen, bot sich das mit der neuen innig geliebten Riesenküche jetzt tatsächlich an. Noch dazu, weil wir wieder einiges an Lebensmitteln aus Spanien nach Hause geschleppt hatten, unter anderem einen kompletten Pata Negra und diverse Käsesorten.

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Und damit meine Gäste was zu tun hatten, während ich mit diversen Töpfen und Pfannen beschäftigt war – denn bei Tapas bietet es sich an, sie nach und nach zuzubereiten – durften sie ein bisschen Spanisch üben und die zerschnippelte Tapaskarte am Kühlschrank zusammenbasteln. (Klick macht Extragroß)

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Am Tag vorher sah meine Küche übrigens so aus. Und das war nachdem ich zwischendrin aufgeräumt hatte.

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Und jetzt: Bilder von Essen. (Falls ihr Interesse an den Rezepten – oder Teilen davon habt – piepst ruhig in den Kommentaren. Ansonsten spare ich mir das gerade mal, weil es wirklich viel Zeug war.)

Nicht ins Bild haben es geschafft: die Gambas al ajillo con romero und die Crema catalana. Die waren schneller verputzt als ich dran gedacht habe, Fotos zu machen. Und ja, lausige Händiqualität bei Schummerlicht bei den Fotos.

 

Schee war’s! Die lade ich garantiert wieder ein. 🙂

Katja