Inception

Und dann erzählt sie zum hundertsten Mal, dass sie ihm das schon hundert Mal gesagt hat und du sagst zum hundertsten Mal deinen Text, den du immer an der Stelle sagst, nämlich, dass ja dann langsam auffällt, dass das nichts bringt und dass die Lösung also vielleicht irgendwie anders aussehen könnte und sie reagiert zum hundertsten Mal verschnupft und sagt zum hundertsten Mal, dass sie aber doch nichts anders machen kann und dass es ja vielleicht jetzt doch dieses Mal bei ihm angekommen ist und vielleicht ja doch dieses Mal alles ganz anders wird und dann noch ein bisschen später legt ihr auf und du fühlst dich – nicht erst zum hundertsten Mal nach einem solchen oder ähnlichen Gespräch – wie ein Luftballon, in dem nur noch ein letztes bisschen Luft zu finden ist, der ansonsten ganz schlapp und kraftlos im Wind vor sich hinbaumelt und es dauert eine ganze Weile und dann noch eine und dann wird dir zum ersten Mal die vollkommene Absurdität der Situation bewusst und dass das, was du ihr sagst, ja im Grunde auch für dich gilt, weil du mit deinen Worten genauso wenig zu ihr durchdringst wie sie mit ihren Worten zu ihm und dass das doch im Grunde genommen völlig egal und einzig ihr Bier ist, wenn sie es so und nicht anders haben will und dass du statt des ewig schalen Biers vielleicht doch lieber in Zukunft auf einen guten Schluck Rotwein umschwenkst und einfach gar nicht mehr reagierst, sondern sie einfach nur noch erzählen lässt, wenn sie das nächste Mal mit der ewig gleichen Schleife anfängt.

Katja (den Kreisel umschubsend)

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Einfach da.

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Morgens aufstehen, ein bisschen kaltes Wasser ins Gesicht, die Sneaker an die Füße und noch vorm ersten Kaffee erst mal aus der Wohnung, den Aufzug rufen, 10 Etagen nach unten, aus dem Haus, über die Straße und dann rechts, immer in Richtung der Altstadt, der „echten“ Stadt und es ist total egal, wenn die Haare trotz Kämmens noch wüst in Bettfrisur abstehen, weil um diese Zeit fast nur Jogger und Walker und Wiesienichtalleheißen auf der Promenade unterwegs sind. Den Blick mal vor die Füße gerichtet, vorsicht, da kommen gleich zwei Stufen, aber meist auf’s Meer. Den Wind im Gesicht, in den Haaren, die Leute, die entgegenkommen oder überholen, alle irgendwie in Sportklamotten, fast alle mit Händies am Oberarm festgeschnallt und Stöpseln im Ohr, eine Frau mit Kinderwagen joggend, zwischen allen, da wo die Stadt näher kommt, der alte Mann im weißen Hemd und schwarzen Anzug, Leute die vorbeigehen, ihn respektvoll grüßen, das sind die Einheimischen, die kennen sich, kennen ihn, der Bus, unser Bus, die 7, vorbeifahrend Richtung Stadt, Wellen, Surfer, einer davon mit Surfbrett über die Promenade joggend, nur schnell zum Strand, nur die nächste Welle nicht auch noch verpassen, wo sie gerade so schön sind…

Ich glaube, das ist es, was mir seit einer Woche am meisten fehlt, dieses morgens rausgehen, losstapfen und das Meer ist immer einfach so da. Kein spezielles an den Strand gehen, einfach nur raus vor die Tür, Richtung Stadt und es gehört völlig normal zum Leben dazu. Es müsste ja viel häufiger im Leben einfach so Meer da sein…

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Katja (mit viel Meerweh)

Für die Trauer

Die kopfeigene Ohrwurmkapelle dudelt schon seit dem Aufstehen immer wieder den gleichen Song. Repeat. Encore une fois.

Und wann bringst du mich nach Hause, mich nach Hause?
Egal wie weit, egal was immer das auch heißt
Und wann malst du mir ein Zeichen an die Wand?
Damit ich’s wiederfinden kann
Irgendwann.

(von Brücken – Immerhin (Für die Trauer)

Ey könnte der Novemberblues sich bitte wenigstens bis zum November gedulden?

Katja

*weird*

Heute Morgen aufgewacht, just als ich davon träume, eine gigantisch große Sammlung Dosenfisch mein eigen zu nennen, die ich in einer riesigen Lagerhalle bis unter die Decke gestapelt hatte. Gerade als ich entdeckte, dass ich Makrele in Tomatensoße mit Mindesthaltbarkeitsdatum 07/18 doppelt habe und eine der Dosen in die Hand nehme, wache ich auf und brauche einen Moment, bis ich realisiere, wo ich bin und dass ich von den vielen Dosen nur geträumt habe.

Heute Mittag ein bisschen ungläubige Freude über etwas, über das ich mich noch gar nicht so richtig zu freuen traue, zu fragil, zu ungewiss.

Heute Nachmittag gefroren, trotz Tee, und in ein Loch geplumpst so grau wie das Draußen. Ich muss mich wieder mal disziplinieren, manche Dinge im Internet lieber gar nicht lesen zu wollen. Zu viel Unverständnis, zu viel „ja merken die denn gar nicht…?“ in mir. Das tut mir nicht gut, zieht mich manchmal gewaltig runter.

Heute Abend eins meiner all-time-Lieblingsessen gekocht, mir den Wein verkniffen, mit dem Mitdings über eine unschöne Sache und deren möglichen Weitergang rumgegrübelt.

Jetzt wieder Tee, immer noch kalt, immer noch in einer ganz merkwürdigen, seltsamen Stimmung, wie fast den ganzen Tag schon. Ob das so ist, wenn man unvermittelt aus Dosenfischsammlungsträumen erwacht? Gehört das dann so für den Rest des Tages oder ist das nur so, wenn man eigentlich gar nicht so gerne Dosenfisch mag? Alles schräg gerade, alles komisch, ich bin müde und gehe gleich mit Buch ins frisch bezogene Bett, wo der Lieblingsteddy sicher schon wartet. Immerhin da ist alles gut.

Katja

Das Mädchen und die Frau.

Das kleine Mädchen auf Rollschuhen, lachend, strahlend, ungestüm rumrasend, stolpernd, weinend, aufstehend, lachend, strahlend, ungestüm rumrasend. Immer wieder ein ganzes Stück nach vorne auf der Promenade und zurück zu ihrem Vater. Der, ebenfalls lachend, strahlend, sie immer wieder und wieder anfeuernd, ihr Mut zusprechend.

Die Frau, die die Szene beobachtet, zuerst denkend „Ufff, das geht doch hier niemals gut, die tut sich gleich ernsthaft weh, wie leichtsinnig das alles ist“, dann auf einmal erkennend, woher diese Gedanken kommen. An ihre eigene Kindheit zurückdenkend „Komm da runter, du fällst. Mach das nicht, du tust dir weh. Nicht so schnell. Nicht so hoch. Nicht so weit. Nicht so, nicht, nicht, nicht. Du tust dir weh. Du kannst das nicht. Du fällst hin.“. Die Frau, die die Szene beobachtet, auf einmal wissend „So geht das. So er_mutigt_ man sein Kind, so bestärkt man es, gibt ihm Selbstvertrauen.“.

Die Frau auf der Promenade, Tränen in den Augen, zum ersten Mal nicht voller Selbsthass wegen ihrer Feigheit vor allem, vorm Leben, sondern voller Mitgefühl mit dem kleinen Mädchen, das sie vor so vielen Jahren war und das eine ganz andere Lektion zu lernen hatte als jenes auf den Rollschuhen, sich fragend, was für ein Leben sie hätte führen können, wenn jemand da gewesen wäre, der sie lachend und strahlend angefeuert, ihr Mut gemacht hätte.

Die Frau mit den Fingern auf der Tastatur, „besser spät als nie“ denkend, sich endlich mehr trauend, sich endlich Dinge zu_trauend_.

Katja

Tadaaa!

Da bin ich wieder! 🙂

Nein, nein, ich hatte euch nicht vergessen. Ich war nur so mit „im Urlaub sein“ beschäftigt, dass ich unterwegs gar keine Lust zu bloggen hatte und nur die Twitter-Timeline mit ungefähr einer Schrilliarde Meer-, Sonnenuntergangs- und Zeugsfotos versorgt habe, weil das so einfach zwischendurch und von unterwegs aus geht und nicht so vieler Worte bedarf.

Jetzt bin ich seit Montag spätabends wieder im Lande, habe gestern ALLES wieder ausgepackt und die ersten 6 Maschinen Wäsche gewaschen und bin aber ansonsten noch nicht wieder so richtig und mit dem Kopf und allen Sinnen hier angekommen. Die Gedanken hängen noch ein bisschen am Meer rum und gucken den Wellen zu und in mir regt sich wieder das altbekannte Gefühl, das mich nach jeder Spanienreise überkommt. Die Gedanken noch ein bisschen beisammen halten, den Alltag noch ein bisschen ausklammern und mich stattdessen noch ein bisschen an den letzten 3 Wochen festklammern, die wirklich großartig waren. Doch davon in der nächsten Zeit vielleicht – oder besser hoffentlich, wenn ich Zeit und Ruhe dafür finde – noch ein bisschen mehr. Heute erst mal nur das kleine Lebenszeichen, erst mal die Gedanken noch ein bisschen beisammen und bei mir behalten, den Alltag noch ein bisschen ausklammern.

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Geht’s euch gut?

Katja

 

Ich bin dann mal weg

Jetzt nochmal einen Wimpernschlag lang hinlegen und dann in etwa 3 Stunden aufstehen, duschen, Kaffee kochen, Reste einpacken, Kaffeemaschine putzen und los geht’s.

Meerluft schnuppern, Sonnenuntergänge am Atlantik bestaunen, die Zehen in warmen Sand graben, tinto de verano und vino tinto trinken, Tapas futtern, Zeux angucken, Gambas pulen, Spanisch üben, den Sommer noch ein bisschen verlängern,…

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Mal sehen, ob ich Lust habe, direkt von unterwegs aus ein bisschen live zu bloggen. Ansonsten bis in etwa 3 Wochen!
Lasst’s euch gut gehen!

Katja