Eine mit so fröhlich leuchtenden Pünktchen

(Für M.)

Und dann stehst du da, ein kleines Stück deines Herzens in den Händen und du hast es extra verpackt ins schönste Geschenkpapier, das du hast und dann noch eine kleine Schleife drumherum gebunden, eine mit so fröhlich leuchtenden Pünktchen drauf und du streckst die Hände vor, bereit es zu verschenken, jemanden hineinzulassen, der eigentlich ja längst schon drin ist und der guckt von dir zu deinen Händen und zurück und sagt, ach komm lass mal, das kann ich gar nicht brauchen, dafür hab ich keine Verwendung, das kommt mir irgendwie ungelegen und das ist doch eigentlich auch gar nicht so richtig was, und dein Lächeln erstirbt und du lässt beschämt die Hände sinken, würdest selber am liebsten im Erdboden versinken, guckst zu Boden und du brauchst eine Weile, versuchst, den Kloß im Hals runterzuschlucken, gehst langsam und zögerlich einen Schritt rückwärts und dann noch einen, während im Kopf laut der „du-hast-es-wieder-mal-vergeigt-Chor“ schon mal lossingt, in voller Lautstärke und schief, während das „du-bist-halt-einfach-nicht-liebenswert“-Orchester noch schrill seine Instrumente stimmt und du sagst, lasst mich, lasst mich doch, und willst nicht wahrhaben, was so wahr ist, hast so viele Abers im Kopf und im Herzen, aber irgendwann wird dir klar, dass du manche Dinge nicht verschenken kannst, auch wenn du sie wirklich als Geschenk meinst und du gehst traurig noch einen Schritt zurück und noch einen, während du das leise Klirren, das aus der Verpackung in deinen Händen kommt, hörst und du versuchst, tapfer die Zähne zusammenzubeißen und dir zu sagen, dass es zumindest nicht nur dein Verlust ist, aber du beißt dir dabei nur von innen in die Backe.

Katja

Und dann diese Tage…

…an denen du einfach irgendwann nur noch (menschen)müde bist. Zu viel (vergebliches) Warten, Missverstehen, Falschverstehen, Garnichtverstehen(wollen) und in deinem Kopf geht es drunter und drüber und es fällt dir schwer, die Gedanken und Themen zu sortieren und die ganzen Widersprüche, die das in dir auslöst, aufzudröseln. Und du denkst, dass du das vielleicht auch gar nicht musst, jedenfalls nicht direkt und nicht mehr heute, weil dir ohnehin gerade die Energie dafür fehlt und du dich so leer und hohl und ausgesaugt fühlst, wie sonst nur nach langen Telefonaten mit ihr. Also vielleicht lieber das Buch schnappen und den Lieblingsteddy an dich drücken und darauf vertrauen, dass die Welt morgen wieder anders und heller und besser aussieht.

Katja

Geschützt: Was es mit dem „Klack“ auf sich hat.

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Wirksam. (kurz zitiert #53)

„Aaah! Jetzt sind Sie endlich wieder blau! Wenn Sie blau sind ist alles total super!“

„Hihi. Wenn SIE das sagen, wird das sicher sehr wirksam sein.“

(Der Therapeut letztens so bei der neuen sehr wirksamen Mojito-Therapie beim geglückten Einlesen meiner Versicherungskarte nach mehreren gescheiterten Versuchen.)

Katja

Außerdem gestern so.

Alles übrigens Alsfeld, ganz in der Nähe des winzigen Vogelsbergnestes, in dem ich aufgewachsen bin. Klick macht groß, auch wenn die Qualität recht lausig ist, weil ich nur das Händi dabei hatte, keine Kamera.

 

Und ein ganz besonderes Schmankerl:

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In diesem Laden kaufte ich anno 1994 meinen ersten PC, einen 486er mit 33 MHz Prozessor, 214 MB Festplatte und 8 MB Ram. Mit den 33 MHz war der voll schnell im Vergleich zum Büro-Rechner, der nur 25 hatte. Es gab damals auch gerade so die 40 MHz Prozessoren, aber – und ich zitiere hier den Fachverkäufer anno 1994 – „das wird sich nicht durchsetzen. So schnelle Prozessoren braucht man allerhöchstens im Profibereich und auch da käme man eigentlich mit den 33ern aus“. Hab ich ihm natürlich geglaubt. Damals™.

Katja

Schmerzstellen.

Vielleicht muss man wirklich manchmal an die Stellen, die man lange gemieden hat, weil sie zu sehr schmerzen, zurückkehren, um herauszufinden, ob der Schmerz immer noch da ist und immer noch der gleiche ist oder ob es mehr die Angst vor dem (möglicherweise) wiedererwachenden Schmerz ist, die einen fern hält.*

Ich hab das heute mit einem Ort gemacht, vor dem ich mich jetzt lange gefürchtet habe, also nicht vor dem Ort, sondern dem, was an Erinnerung und Verlust daranhängt und es war gut, dorthin zu gehen, auch wenn es noch nicht diese Junimond-Sache ist, dass es jetzt nicht mehr wehtut, aber der Schmerz hat sich in den letzten 15 Jahren, denn so lange habe ich den Mut zurückzukehren, nicht aufgebracht, verändert.

Das Gefühl dort ist jetzt ein anderes und ich kann es noch gar nicht richtig greifen und einsortieren und konnte mich damit dann auch gar nicht direkt befassen, weil dann gleich so viel Action und Ablenkung kam, aber dass es anders ist, als damals, als ich dort zum letzten Mal war, das habe ich direkt gemerkt. Nur einmal bin ich in all der Zeit in die Nähe zurückgekommen und da konnte ich gar nicht so richtig gucken und reinspüren, war zu nervös, zu verwirrt, zu wasweißich. Das war heute anders. Ich war neugierig. Darauf, was noch gleich ist, darauf, was anders ist, darauf, was es mit mir macht. Ich musste vorgehen, nachschauen, es wissen.

Das ist alles noch unausgegoren, das muss noch in mir arbeiten, noch richtig ankommen. Aber es ist gut, dass ich mich dieser alten Angst endlich gestellt habe, dass ich dort war.

Katja

[*Beim nochmaligen Drüberlesen und -nachdenken glaube ich, das gilt sowohl für äußere Orte als auch für innere, an denen man bestimmte Erinnerungen und Gefühle vergraben hat. Und dass das der eigentliche Trick ist, nachdem ich jetzt äußerlich an den Ort zurückgekehrt bin, auch innerlich nochmal an diese Stelle im Leben zurückzukehren, die genau mit jener zusammenfällt, in der es mein Leben so aus der Bahn gehauen hat.]

Samstagspätnachmittagsspaziergangsimpressionen (nT)

Schon ganz hübsch hier in der Neuen Stadt. (Auch wenn mir der Rhein sehr fehlt.)

Katja