Innerer Schluckauf

Eigentlich bin ich gar kein sehr ordentlicher Mensch. Trotzdem hat bei mir jedes Dings seinen festen Platz und ich muss so gut wie nie etwas suchen. Obwohl ich auch im Suchen oder eigentlich eher im Finden von Sachen echt gut bin. Da ist irgendein Programm in meinem Kopf, das immer im Hintergrund mitläuft und das dafür sorgt, dass ich dauernd im Alltag unterbewusst mitschneide, wo Dinge sich befinden. Ich muss deswegen fast nie physisch etwas suchen, sondern nur in meiner Erinnerung graben, wo ich das Dings zuletzt gesehen habe.

Ich kann nicht gut mit Veränderungen umgehen und Reisen, so sehr ich es liebe, ist immer ganz viel Veränderung. Üblicherweise gibt es mir dann, gerade unterwegs bei der langen Anreise nach Spanien mit vielen fremden Orten, Menschen, Hotels und Betten, Halt, dass auch in den Taschen für unterwegs jedes Ding einen festen Platz hat. Jetzt haben wir vorm Urlaub einen neuen Rucksack mit einer anderen Fächereinteilung gekauft und auch ansonsten bekam ich es dieses Mal nicht gut hin, mir zu merken, wo die einzelnen Sachen waren und ich musste dauernd suchen – also so richtig mit Kram durchwühlen.

Und ich merke,  dass mich das wirklich mitgenommen hat und wie es in mir gerade noch trotz der tollen Umgebung schluckauft, weil mir dieser Halt fehlt, der mich auch innerlich sortiert.

Katja

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15 Kommentare zu “Innerer Schluckauf

  1. Ich habe hier eine neue Tasche liegen, mit ganz vielel Fächern. Ich könnte darin richtig Ordnung halten. Eigentlich. Und meine alte Tasche ist total hinüber, ich sollte mein ganzes Kram endlich mal umräumen. Aber ich trau mich nicht, weil ich genau weiß, dass ich dann wochenlang NICHTS wiederfinde.

  2. @Suse: Erstaunlich, dass es solche Kleinigkeiten sind, an denen man Halt findet! Hast du auch viele Rituale, die du einhältst?
    Erstaunlicherweise ging es, nachdem ich mir das von der Seele geschrieben hatte, total gut und ich hab einfach hingenommen, dass ich dieses Mal keine so festen Orte für die Dinge hatte und ich kaum damit sogar ganz gut klar. 🙂
    (Wahrscheinlich käme ich mit allem ganz gut klar, wenn ich nur das Meer direkt vor der Nase habe. :D)

    @Guinan: Oh ja, sowas kenne ich auch! Hast du die ‚Neue‘ mittlerweile eingeräumt und dich schon ein bisschen an sie gewöhnt? 🙂

      • Nach Hamburg. Mit Musicalkarten für Heiße Ecke St. Pauli. Wir haben ein Hotel in St. Pauli. Ich wollte möglichst kurze Wege und nicht für alles und jedes mit der Bahn fahren müssen – und Parkplätze suchen schon mal gar nicht.

      • Oh Hamburg! ♥
        Grüß mir meine deutsche Lieblingsstadt!
        Falls ihr unfassbar tolles Wetter haben solltet, guck doch mal, ob es im Oktober noch Wasserorgelkonzerte bei Planten un Blomen gibt. Das hat uns unheimlich gut gefallen. Aber man muss sich vermutlich warm einmummeln zu der Jahreszeit. 🙂

      • Gerade mal nachgeguckt, das ist noch bis Sonntag. Der Wetterbericht verheißt allerdings nichts Gutes. Sonst noch Empfehlungen?

      • Auf jeden Fall den Michel hoch, um die Stadt von oben zu betrachten. Das hilft auch sehr bei der Orientierung (mir zumindest immer).
        Ein Bummel durch die Colonnaden ist auch sehr toll, schöne Gebäude dort.
        Die Hafenrundfahrt fanden wir nicht so toll, weil wir eigentlich diese großen Containerschiffe nicht so spannend finden, dafür hat die Alsterrundfahrt Spaß gemacht. Da kann man die tollen Villen sehen, die direkten Wasserzugang haben. Es gibt wohl auch Fahrten (auch abends) durch die Speicherstadt, das hätte ich gerne noch gemacht, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten.

        Der Mithamburgmöger empfiehlt noch den Ohlsdorfer Friedhof, da war er früher mal. Und auch Hagenbeck und irgendeine Kunsthalle, deren Name ihm gerade nicht einfällt, wo es wohl moderne Kunst zu sehen gibt.

        Wir hatten so Tickets für die Doppeldeckerbusse, das fanden wir ganz praktisch, weil man da den ganzen Tag beliebig häufig rundfahren kann und bei den Dingen, die man sich anschauen möchte, aussteigen und später wieder dort weiterfahren.

        Wie lange bleibt ihr denn dort?

      • Wir bleiben bis Montag, fahren dann nach Berlin weiter.
        Speicherstadt haben wir bis jetzt geplant, mit dem Miniaturmuseum, und Sonntag den Fischmarkt. Irgend was mit Schiff hatte ich auch gedacht, Hafen oder Alster. Ich mag ja gerne groooooooße Maschinen, darum stelle ich mir den Hafen interssant vor. Natürlich auch was Stadtbummelmäßiges, die Colonnaden scheinen dafür genau richtig zu sein. Friedhof wohl eher nicht, im bin momentan etwas seelisch angeschlagen, da bekommt mir das nicht so.

      • Wieder nur ganz wenige Bilder. Ich bin meist viel zu sehr mit gucken und staunen und Eindrücke aufnehmen beschäftigt, um ams Fotografieren zu denken. Die meiste Zeit war es auch zu diesig.

      • Witzig. Ich fotografiere meist ganz viel, weil ich das Gefühl habe, das sonst gar nicht alles an Eindrücken aufnehmen zu können. So kann ich’s mitnehmen und dann auch hinterher noch im Kopf ordnen.

  3. Ja, liebe Katja, ich hab da so einige Dinge, die IMMER am selben Ort liegen (müssen).
    Meine Schlüssel liegen in der Wohnung immer auf der Mikrowelle.
    Mein Handy ist immer in einem roten „Handy-Strumpf“ von Tchibo. (Habe noch kein Iphone). Zusammen kommt es dann in die mittlere Innentasche meiner Handtasche.
    Meine Kamera ist immer in meiner Handtasche, in der Innentasche mit Reißverschluss. Immer.
    Meine diversen Kabel, z.B. für’s Handy, für die Kamera, für den Ipod usw. hängen an einem selbsangebrachten Haken in meinem Kleiderschrank. Nie woanders. Nach Gebrauch zurück.
    Meine 3 Brillenetuis (mit 3 verschiedenen Brillen) liegen immer auf dem Küchenschrank neben einem Block Schreibpapier und einem Kuli. (Brauche ich ständig)

    Tja… das war mal ein kleiner Einblick in meine Ordnung.
    Liebe Grüße 🙂

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