Insomnia

Wird das eigentlich reichen oder haben wir da doch zu wenig geplant. Mist! Vielleicht brauchen wir doch mehr Soße? Orrr. Schlafen. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Ich brauche Passbilder, aber hier bei der Fotografin lasse ich die nicht wieder machen. Wo soll ich aber sonst hingehen? Morgen mal M. fragen, wo sie ihre hat machen lassen. Die sind ja ziemlich hübsch. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Ich bin ganz… Ob ich das Fleisch lieber doch anbraten sollte? Aber dann wird das zeitlich wieder so ’ne enge Kiste. Oh Mann, nur noch dieses eine Mal. Ich mache drei Kreuze, wenn das dämliche Kochen erst rum ist. Ruhe kommt von selbst. Meine Arme und Beine sind angenehm warm und schwer. Ich bin ganz ruhig. Was ziehe ich eigentlich auf den blöden Passfotos an? Vielleicht die grüne Bluse? Qwertee wäre wohl eher blöd, auch wenn das am echtesten ist. Oder die lila Bluse? Aber die hat keinen Kragen, das sieht dann auch wieder doof aus. ORRRRR! Schlaf! Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Das ist schon über ein Jahr her und ich höre immer noch Frau S. Stimme im Kopf, wenn ich an die Formeln des autogenen Trainings denke. Krass. Ey, wieso hilft das heute eigentlich alles nichts? Es gibt nichts zu tun. Was ist eigentlich morgen Mittag auf dem Plan? Haben wir da EDV bei Herrn T.? Uh. Ich will nicht. Und wie wird das erst ab Mittwoch? Keine Ergo mehr, das stehe ich doch gar nicht durch. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Hoffentlich hat C. Spätzle gekauft. „Das könnt ihr doch ganz einfach selber machen. Das ist doch wohl kein Problem. So Spätzle sind doch schnell geschabt. Die kauf‘ ich nicht.“ ARRRRGH! Ich will den Mist nicht mehr. Nur noch einmal. Ommmm. Ruhe kommt von selbst. Ich muss morgen unbedingt Miss Verständnis fragen, ob sie da anruft wegen eines Termins oder ob ich das doch selber machen soll. Was mache ich denn nur, um da wieder rauszukommen? Und was, wenn’s gut aussieht? Das kann’s eigentlich nicht sein. Dann hat das ja noch länger kein Ende. Ok. Passbilder und dann so schnell wie möglich… Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Wieso hat A. sich damals eigentlich nicht mehr gemeldet? Das verstehe ich immer noch nicht. Was ist nur so verkehrt an mir? *soifz* Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Ich bin ganz… Lieber eine von den großen Formen für’s Gemüse oder nur eine von den Glasformen? Das passt doch eh wieder mal nie im Leben. Du ziehst alle Augen auf dich. Bewegst dich zu Liedern aus Licht, doch wir schauen uns nicht an, weil der Moment uns noch verraten kann. Wenn du tanzt und du weißt, dass du nie mehr so lieben kannst… Wer weiß wie viele morgen überhaupt da sind. Ich muss einkaufen, wenn ich da mittags raus bin, sonst hab ich Mittwoch nix zu essen. Ruhe kommt von selbst. Meine Arme und Beine sind angenehm warm und schwer. Vielleicht sollte ich N. fragen, ob wir lieber Mittwoch rübergehen wollen. Dann würde es reichen, wenn ich da nachmittags einkaufen gehe. Oder ich mache ’nen schnellen Nudelsalat. Ruhe kommt von selbst. Wie dieser Workshop wohl läuft? Ich kann mir gerade nicht vorstellen, was das überhaupt bringen soll. Hoffentlich ist das bald. 3 Monate sind total kurz. Mir ist schlecht. Ich hab Angst. Ok, im schlimmsten Fall bin ich einfach ganz raus. Und wahrscheinlich könnte ich dann wenigstens wieder ruhiger schlafen. *soifz* Ruhe kommt von selbst. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Du schaust nach oben, es wird Tag und du weißt nicht, ob du bereit bist. Und irgendwo hörst du Musik und dann ist wieder alles wie im Film und jeder weiß, dass es vorbei ist. Und was bleibt ist nur ein Lied. Und wenn ich die blau gestreifte Bluse anziehen würde? Obwohl, die hat auch wieder keinen echten Kragen. Ich kauf‘ mir doch keine verdammte Bluse, nur um Passbilder zu machen!1elf Ich darf nicht vergessen, den Tee einzupacken und eine Tasche für die Bilder. Vielleicht sollte ich morgen vor 8 noch über den Krakelierlack malen? Sonst muss ich das vom Tisch losmachen, wegpacken und wer weiß, wann ich dann überhaupt dazu komme. Ich bin ganz ruhig. Ruhe kommt von selbst. Jetzt gibt es nichts zu tun. Ruhe kommt von selbst. Du hast dich betrunken und die Nacht ist verschwunden bis du dir irgendwann sicher bist, dass du dich verlaufen hast hoffnungslos und du hast Angst, dass du nie mehr so fühlen kannst. ICH BIN GANZ RUHIG! RUHE KOMMT VON SELBST! Kopf, du blöder Arsch! Ich stehe jetzt auf und koch‘ mir’n Kaffee! So ein Mist!

Der Soundtrack zum Wachliegen wird Ihnen präsentiert von Lukas Meister:

Katja

Las olas

Heute wieder Sturm. Innendrin. Tosende, bordwändeüberschwappende Tränenfluten. Wellenwogendes Auf und Ab und Auf und Ab. Auf dem Deck rumirrend, nach dem Mast suchend, zum Festhalten. Halt. Halt suchend und nicht findend. Und dann irgendwann in und mit zornigen Wellen auf den Strand klatschend. Sich aufbäumend. Später kraftlos im Sand liegen bleibend. Das Gesicht nach unten in den kühlen, feuchten Sand drückend.

Nach außen funktionierend. Nur die Augen verraten, was unter der Oberfläche brodelt.

Nicht deine Zeit, nicht deine Füße
Nicht dein Beat, nicht deine Leute
Deine Welt nicht, und nicht mal dein Schmerz
Du musst hier nicht dazugehören, aber such dir, was zu dir gehört
Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz

Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du solltest
Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du bist.

(Wir sind Helden – The Geek (Shall Inherit))

Katja

Terrassenpausenfragen, eine Kaffeelänge

Warum ist der Trockner ausgerechnet in dem Moment fertig, wenn ich die vorherige Maschine Wäsche endlich zusammengelegt habe und suggeriert mir damit, dass ich direkt weitermachen muss?

Wie heißen diese Schmetterlinge?

Warum fällt es Mensch manchmal so schwer, Dinge, die zwischen den Zeilen gesagt werden, (richtig) zu verstehen und warum neigt Mensch andererseits an anderen Stellen dazu, Dinge zwischen die Zeilen zu interpretieren, die niemals da waren?

Warum ist Kommunikation überhaupt manchmal so kompliziert und geht das vielleicht nur mir so, dass ich es so empfinde?

Was ist das für ein ratterndes Geräusch und was für ein Vogel krächzt da gerade so rum?

Was ist das eigentlich für ein blaues Stoffdings, das bei den Nachbarn hinterm Garten schon seit ein paar Wochen vom Balkon hängt?

Wer singt da gerade so leise „Killing me softly“ vor sich hin? Ist das die C.?

Wo fliegt das Flugzeug über mir wohl gerade hin?

Wieso funktioniert die Maus eigentlich nicht auf dem Glastisch?

Wird der Fensterbauer tatsächlich noch vor unserem Urlaub kommen?

Wieso hab ich denn schon wieder solche Kopfschmerzen? Hab ich genügend Wasser getrunken?

Wird sich diese Sache jemals ändern?

Hat die Kamikaze-Maus sich jetzt selber vom Tisch gestürzt oder war ich das?

Wieso ist meine Tasse jetzt schon leer, wo doch noch so viele Fragen im Kopf sind?

Katja

 

Again.Just.Push.Play.

Neulich auf Twitter:

Das ist jetzt über 3 Wochen her und das ist einer der drei Songs, der bei mir in der Zeit am häufigsten und täglich und meist sogar mehrfach täglich gelaufen ist.

Spür‘ den Wind drehen, nachdem ich viel zu lange still stand.
Von vornherein schon wieder aufgab. Oh ich war so An und Aus.

Ich schau‘ aufs Meer raus, der Wind peitscht ins Gesicht,
die Augen weit auf. Ab heute hält mich nichts,
ab heute hält mich nichts zurück.

Denn die Uhren stehen und die Beine schweben, das Beben in der Luft.

Und ich renn‘ und ich renn‘ und ich renn‘
weil ich jetzt wieder weiß wer ich bin.
Und ich renn‘ und ich renn‘ und ich renn‘
weil jetzt alles von vorn beginnt.

(Joris, Neustart)

OK, ich komme bei Joris Tempo nicht ganz mit, es ist bei mir mehr ein Laufen als Rennen, aber ich weiss nicht, wie lange es her ist, dass ich mich so dermaßen lebendig gefühlt habe und so sehr den Eindruck hatte, voran zu kommen statt auf der Stelle zu treten.

(Danke, @stefl0510 ❤ )

Katja

(Liebens-)Wert

Wann ist man liebenswert? Was bestimmt den (Liebens-)Wert eines Menschen? Hat man das in sich oder wird man das erst dadurch, dass einen jemand liebt oder einen wenigstens dafür hält? Und kann man – wenn man als Kind nicht geliebt wurde – irgendwann und -wie als Erwachsene so sehr heilen, dass man ohne diese Bestätigung von aussen, an den eigenen (Liebens-)Wert glauben kann? Und falls ja, wie macht man das? In mir ist da ewig eine Lücke und ich weiss überhaupt nicht, wie ich die füllen soll ohne Input von aussen. Wenn ich den bekomme, fällt es mir viel leichter, mich selber mal nicht zu sehr zu hassen, manchmal sogar zu mögen. Aber ich denke immer, es gilt eigentlich nur, wenn man das alleine schafft an diesen eigenen Wert zu glauben, völlig unabhängig davon, ob man gerade dahingehende Bestätigung von aussen bekommt oder nicht.

Katja

 

White Zinfandel

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Der eben geöffnete Rosé, mein erster seit vielen Jahren, schmeckt ganz leicht nach Erdbeeren, aber insgesamt ist er so süß, dass im Geschmack schon die Ahnung von Kopfschmerzen liegt, die er vermutlich morgen Früh bescheren wird. Es gibt ja so Weine, bei denen weiss man schon beim Trinken, dass es so ausgehen wird. Dieser ist so einer, aber er ist auch kühler Kontrast zu dem, für meinen Geschmack, immer noch viel zu heissen Sommerabend. Der fing an mit einem gewaltigen Farbspiel am Himmel und jetzt findet sich eine der Himmelsfarben im Weinglas wieder, ohne dass ich wüsste, wer sie eingefangen hat und wie sie in das Glas kam. Und überhaupt – welch ein Sommer! Jahrelang kann man die Tage gut abzählen, ist alles immer viel zu schnell vorbei und in diesem Jahr treibt die Hitze mich in die Kühle der Wohnung, die nach wochenlanger Dauerhitze auch schon bei annähernd 30 Grad angelangt ist. Der Kopf ist träge und wattig, die Hitze höhlt Kopf und Gedanken zugleich und das obwohl da gerade so viele sind, diese fleissige Hitze aber auch. So viel im Kopf und das ist gleichermaßen so leicht und so schwer, dass die Gedanken Pingpongball-artig hin und her hüpfen, nicht zur Ruhe kommen und irgendwo steht einer und wirft dauernd noch weitere Bälle dazu bis mir vom lauten Ping und Pong und Ping und Pong ganz schwindlig wird – oder vielleicht ist es auch ein bisschen vom Wein, der diesertage zahlreich fließt – und ich mich erst mal auf’s Bett fallen lassen muss. Da liege ich dann, ohne Decke, in der Hitze, mit geschlossenen Augen und die Zimmerdecke weicht hinter den gesenkten Lidern einem bombastischen Sternenhimmel. Der scheint so greifbar nah und doch weiss ich eigentlich schon im Greifen genau, dass meine Arme nicht lang genug sind. Stattdessen bekomme ich nur wieder einen dieser Ping-Pong-Gedankenbälle zu fassen und dann geht es schon wieder los mit dem Ping und Pong und Auf und Ab. Immer wieder dabei sein, immer wieder mitmachen. Nur dass hier leider nicht jedes Los gewinnt. Aber das sagt einem natürlich vorher keiner, damit macht ja nie einer Werbung.

Kommse her, bleibense steh’n, machense Ihren Einsatz und jetzt wollnwa mal seh’n. Huiiiiiiiiiuuuu!

War was?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

(Ich hoffe doch.)

Katja

Hach Lesen

oder:

Wie ich einmal ein angefangenes Buch weglegte, weil ich mir total schwer damit tat und wie ich direkt danach ein Buch anfing, bei dem ich mir total schwer damit tat, es einmal wegzulegen.

Katja