(Liebens-)Wert

Wann ist man liebenswert? Was bestimmt den (Liebens-)Wert eines Menschen? Hat man das in sich oder wird man das erst dadurch, dass einen jemand liebt oder einen wenigstens dafür hält? Und kann man – wenn man als Kind nicht geliebt wurde – irgendwann und -wie als Erwachsene so sehr heilen, dass man ohne diese Bestätigung von aussen, an den eigenen (Liebens-)Wert glauben kann? Und falls ja, wie macht man das? In mir ist da ewig eine Lücke und ich weiss überhaupt nicht, wie ich die füllen soll ohne Input von aussen. Wenn ich den bekomme, fällt es mir viel leichter, mich selber mal nicht zu sehr zu hassen, manchmal sogar zu mögen. Aber ich denke immer, es gilt eigentlich nur, wenn man das alleine schafft an diesen eigenen Wert zu glauben, völlig unabhängig davon, ob man gerade dahingehende Bestätigung von aussen bekommt oder nicht.

Katja

 

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11 Kommentare zu “(Liebens-)Wert

  1. Liebe Katja, mal anders herum gefragt: Wann wäre ein Mensch aus Deiner Sicht denn nicht liebenswert? Wenn ich mich in meiner Umgebung so umschaue, so finde ich die allermeisten Menschen liebenswert (ohne dass nun ausgerechnet ICH alle lieben müsste) – und wer von mir als nicht liebenswert eingeschätzt wird, der muss sich schon so manch einen Schnitzer erlaubt haben. Häng Deine Latte nicht zu hoch 😉
    Lieber Gruß, Carola

  2. Hey Du!
    Ich sehe es ähnlich wie Casta. Natürlich wird es einfacher für einen selbst, wenn man von jemandem geliebt wird, weil man dann eher an sich glaubt und sich nicht mehr ganz so kritisch sieht. Aber letztendlich bleibt doch die Frage, wieso Du Dich selbst nicht als liebenswert empfindest und so streng zu Dir bist? LG, H.

  3. Eigentlich müsste ich Casta66 da zustimmen, da sie meiner Meinung nach Recht hat. Ich kenne aber auch dein Problem. So was ist in den Selbsthilfegruppen, die ich besuche häufig „Tagesthema“, das geht dort vielen so. Gut, bei uns liegt der Fokus auf Sucht, es sind Gruppen für Angehörige von Suchtkranker, da gibt es auch viele verschiedene Formulierungen des Problems und viel Mit-Geteiltes zum Umgang damit und das Konzept dieser Gruppen, wenn man es für sich annimmt (muss man nicht) führt bei vielen irgendwann dazu, dass der Input, der Bestätigung geben soll (weil man es nich braucht), einfach dadurch kommt, dass man es in der Gruppe lässt. Man sieht ja die Reaktionen oder bekommt ein Danke oder so. Ich habe allerdings auch schon Gruppen kaputtgehen sehen, weil niemand reagiert hat. (Besonders Online fatal, wenn die Leute keine reale Gruppe in der Nähe haben).

    Bei mir persönlich fällt mir eigentlich auf, dass ich einen Menschen dann lieben kann, wenn ich ihn sehe, also wenn mich emotional etwas erreicht, das wirklich von ihm kommt. Das führt dann manchmal zu für mich seltsamen Momenten, in denen ich sogar meine Mutter als liebenswert erachte. Ich sage bei mir auf den Fädenrisse viel darüber wie das mit ihr so ist und ich will das nicht alles wiederholen, wer es wissen mag kann es nachlesen, aber in so Momenten wie an ihrem Geburtstag wo dieser kalte, boshafte Mensch (das empfinden die meisten Leute) sich dann wie ein Kind über „Die kleine Hexe“ freute, kann ich sie lieben. Weil ich dann ganz genau sehen kann, das ist sie eigentlich, es ist nur irgendwo unter dem Rest verschüttet.

  4. Auf dem Weg zum Ziel sind auch Hilfen, Tricks und Abkürzungen erlaubt. Wenn Dir Rückmeldung hilft, Deine Liebenswürdigkeit besser zu verstehen und annehmen zu können, dann her damit!

    Stabil ist Selbstwert sicher dann, wenn man ihn selbst aus sich schöpft. Aber der Mensch ist ein soziales Wesen, und braucht Zustimmung, Anerkennung, Zuneigung und Austausch.

    Ich will an die Heilung glauben. Sie mag nie alle Lücken schließen können, aber die Fortschritte machen doch Mut, oder?

  5. @casta66: Liebe Carola, das ist eine gute Frage. Vielen Dank, mir hat tatsächlich der Sprung auf diesen Blickwinkel von aussen gefehlt. Muss ich ein bisschen drauf rumdenken! 🙂

    @Hermine: Die Frage, warum ich mich selber nicht als liebenswert betrachte, ist gleichzeitig so einfach und so schwierig. Rein rational kann ich schon sagen „ja doch, ich bin irgendwie ganz ok so“, nur wenn es ums so Fühlen geht, ist da immer (noch) die Stimme im Kopf, die mich runtermacht und auch versucht, das rationale Erkennen klein zu reden. :/

    @dergl: „[…] führt bei vielen irgendwann dazu, dass der Input, der Bestätigung geben soll (weil man es nich braucht), einfach dadurch kommt, dass man es in der Gruppe lässt.“

    Könntest du mir erklären, was ‚in der Gruppe lassen‘ bedeutet?

    Was mir bei deinem zweiten Absatz wieder mal aufgefallen ist, wie sehr ich dazu neige, nur schwarz und weiss zu sehen… Danke für den Input! 🙂

    @Anette: Liebe Anette, manchmal denke ich, man müsste den Blick mal für eine Weile mit anderen tauschen können, anderen gewähren, dass sie einen durch die eigenen Augen sehen können und sich selber ohne die ganze innere Strenge und Zerrissenheit mal durch die Augen von anderen sehen.
    Ich drück dich feste! Durch meine Augen ist alles, was ich bisher von dir kenne, durch und durch liebenswert und freundlich! ❤

    @WdW: Danke! ♥
    Ich denke ja gerade, ich muss das alleine aus mir heraus hinbekommen können. Es macht mich irre, wenn ich mich dauernd wie ein Blatt im Wind fühle, nur getrieben von dem, was von aussen kommt. In welchem Ausmaß das tief in mir sitzt, begreife ich in den letzten Tagen immer deutlicher und es erschreckt mich zutiefst.

    Die Fortschritte sind die eine Seite und ja, die machen Mut. Die andere Seite sind die neuen Baustellen, die dadurch aufreissen. Mir wird das gerade alles zu viel, der Kopf dreht nur noch hohl.

  6. Das verstehe ich gut. Aber das ist nur eine Phase, sie wird vorüber gehen.

    Es ist anstrengend, das durchzuhalten. Die Grübeleien machen ganz mürbe. Es ist nicht einfach, damit aufzuhören, die Zweifel zum Schweigen zu bringen.

    Aber diese Phase geht vorüber, das verspreche ich Dir.

    <3!!!

    • ❤ Ich hoffe es so sehr.
      Nachdem ich gerade wo so viel im Kopf wirbelt, zuerst Angst hatte, mich dabei irgendwie zu verlieren, wird mir immer deutlicher, dass es mich eigentlich gar nicht gibt oder ich zumindest eigentlich (in Teilen?) gar nicht weiss, wer ich überhaupt bin. Und das ist so schmerzhaft, weil ich mir dessen immer ziemlich sicher war und mich jetzt fühle, als stünde ich hier komplett mit leeren Händen…

      • Vielleicht muss erst Leere entstehen, damit Platz für neues und gutes sein kann. Damit Du entscheiden kannst, wer Du wirklichbist und was Du hinter Dir lassen willst.

        Der Fall Böse singt es so schön: Der ganze Scheiss muss raus, aus den Herzen und den Köpfen auch.

        Das auszuhalten ist furchtbar.

        Ich bin in Gedanken bei Dir! ❤

  7. @WdW: Danke, liebste Wunderbare!
    Bei allem Durcheinander im Kopf gerade ist das Grundgefühl ja doch ein Gutes. Das ist alles furchtbar anstrengend, aber auch sehr viel mehr Bewegung als in den letzten Jahren, wo mich stellenweise die Stagnation (wenn auch oft nur gefühlt) ja irre gemacht hat.
    Ja, vielleicht muss das wirklich alles raus und noch gründlicher durcheinander geraten.


    (Passt irgendwie gerade.)

    @Anette: 🙂 !

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