*Zusammenbrechgeräusch*

Heute so:

Um 5 aufgestanden, ins Ruhrgebiet gefahren, diverse Autos angeguckt, eines davon gekauft, äußerst spontan mit Svü getroffen, nach Hause gefahren, die September-Alkoholabstinenz für einen Augenblick ausgesetzt und ’nen Schluck vom Lieblings-Whisky eingegossen und an der Stelle bin ich gerade und jetzt reicht’s auch für heute.

Nacht Welt!

Bist du nicht müde nach so vielen Stunden
Du wankst und taumelst, deine Füße zerschunden
Drehst dich im Kreis, bis der Tag verschwimmt
Und hoffst am Ende dass die Nacht dich noch nimmt

 

Ich find dich am Boden, den Rücken zur Wand
Den Blick zur Tür, zwei Steine in jeder Hand

 

Gib mir das, ich kann es halten
Gib mir das, ich kann es halten
Wenn du es später noch willst
Kriegst du es wieder
Dann ist alles beim Alten
(Wir sind Helden – Bist du nicht müde?)

 

Katja
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Wie ich keine Zeit hatte und mir welche zum Kochen nahm und dann war alles in mir doch ruhig und schön aka Kürbis-Ziegenkäse-Quiche

Heute so: Kopf voll, Herz voll, Magen voll. Und da der Kopf und das Herz ausnahmsweise mal recht leicht sind, was möglicherweise – zumindest auch – daran liegt, dass Kochen mich nach wie vor sehr froh macht und ich gar kein Kopf-Auskipp-Bedürfnis habe, hier das Rezepte dessen, was den Magen gefüllt hat. Jessas war das gut.

Es gab

Kürbis-Ziegenkäse-Quiche mit Serranoschinken, Rosmarin und Honig

Für eine Quicheform mit 26-28 cm Durchmesser braucht man:

Für den Mürbeteig
100 g Margarine
200 g Mehl
1 Ei
1/2 TL Salz
+ wenig Margarine für die Form
Backpapier, Blindbackerbsen

Für den Guss
250 g Magerquark
ca. 50 ml Sahne oder Cremefine zum Kochen
2 EL geriebenen Parmesan
2 Eier
2-3 Zweige Rosmarin, die Nadeln davon fein gehackt
Salz, Pfeffer, Muskat – frisch gemahlen

Für den Belag
1/2 kleinen Hokaido-Kürbis
3-4 Scheiben Serranoschinken
100 – 150 g Ziegencamembert
1 Zweig Rosmarin, die Nadeln davon abgezupft
etwas Honig (ich nahm Akazienhonig)
grobes Fleur de Sel, Pfeffer

Und so geht’s:

Die Quiche-Form einfetten, den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Zutaten für den Mürbeteig mit den Fingern verkneten und möglichst gleichmäßig dick in die Form verteilen, gleichmäßig andrücken und mit einer Gabel ein paarmal einpieken Mit Backpapier abdecken und mit Blindbackerbsen (das sind ganz schnöde getrocknete Erbsen, die man nach dem Backen einfach abkühlen lässt, eintuppert und beim nächsten Mal wiederverwenden kann) beschweren, damit er nicht beim Blindbacken schon ungleichmäßig hochflufft – das Teil soll ja noch gefüllt werden. Für 10 Minuten backen, dann die Erbsen und das Backpapier entfernen.

Während der Teig backt, den Kürbis waschen, entkernen und in dünne Spalten schneiden, den Rosmarin abzupfen und 3/4 davon fein hacken, die Schinkenscheiben in schmale Streifen schneiden, den Käse in Scheiben oder Stücke schneiden.
Quark, Sahne, Eier, Parmesan, den feingehackten Rosmarin, Salz, Pfeffer, Muskatnuss in einer Schüssel glattrühren.

Den Teig mit ungefähr der Hälfte der Kürbisspalten belegen, den Guss darüber löffeln und gleichmäßig verteilen, dann mit den restlichen Kürbisspalten und den aufgerollten Schinkenstreifchen belegen. Käse drüber verteilen, Rosmarin drüber streuen und ein bisschen Honig drauftröpfeln, mit grobem Fleur de Sel und Pfeffer aus der Mühle würzen und ab in den Ofen für 40 min. Nach 30 min Alufolie drüberdecken falls der Käse zu dunkel wird.

Vorm Backen:

 

Und hinterher:

 

Das gibt’s mal wieder!

Katja

Mein Stern explodiert

Als ich vor ein paar Tagen hier die 3 guten Dinge des Tages gebloggt habe, hat eine Freundin mich gefragt, ob wir eine Weile täglich zusammen sammeln wollen, weil es ihr auch gut täte, da ein bisschen drauf zu fokussieren und gerade sitze ich mit den Fingern auf der Tastatur und überlege, was heute gut war. Gefühlt ist da heute nur Schwere in mir. Mit fieser Erkältung und ’nem Brummschädel wie nach zu viel schlechtem Wein – obwohl ich mit einem Tag Ausnahme schon den ganzen September überaus diszipliniert keinen Alkohol trinke – aufgewacht und auch innen ist alles schon wieder wund und voller Traurigkeit.

Mich selber traurig denken, das kann ich leider gerade sehr zuverlässig. Im Draußen muss gar nichts passieren, es reicht, wenn mein Kopf meinem Herz Vorträge hält und den Finger in die klaffende Wunde drückt. Die Diskrepanz zwischen den beiden könnte größer wieder mal nicht sein und zwischen dem, was der Kopf weiß und dem, was das Herz will, hänge irgendwo mittendrin ich. Wankend. Schwankend. Zerfasert. Zerrissen. What for? Und ich merke, wie ich schon wieder verdränge und die Augen schließe, weil ich nicht sehen will, was in Leuchtschrift von innen auf die Lider projiziert wird, was natürlich nicht geht und mit schwankender Präsenz, wankschwanke ich so rum. Projiziert. Gutes StichwORRRRRt übrigens.

Stopp jetzt. Reicht für heute. Jetzt mal Konzentration:

#3guteDingedesTages

* Quark mit Feigen und Walnüssen ❤

* am Aufenthalt in Barcelona rumgeplant (zu-wenig-Zeit-für-zu-viele-Dinge-die-ich-gerne-sehen-möchte-Mimimi)

* heute Morgen der Blick in die Blogstatistik, die gestern wegen meines Textes von vorgestern und weil @erzaehlmirnix den Link auf Twitter geteilt hat, durch die Decke gegangen ist. (Uffff. Das ist gleichermaßen schön, wie auch beängstigend, dass so viele den Text gelesen haben, der mir so schwer gefallen ist)

Ich bin das Chaos
Hey – wo willst du hin?
Ich bin das Chaos
Hey – du weißt wer ich bin
Ich bin das Chaos

Ein tanzender Stern?
Immer gern
Immer gern
Mein Stern
Tanzt
So

Mein Stern explodiert
In tausend Teile
Und ich räum
Keine wieder auf

(Judith Holofernes – Ich bin das Chaos)

Katja

Pascharori

Eine alte südhessische Regel* besagt: Wenn du ein Essen aus Resten zusammenbastelst und es ist lecker, schreib das Rezept auf! (Spätestens aber, wenn’s so lecker war, dass du – trotz vergessenen Aufschreibens – kurze Zeit später nochmal etwas ähnliches zusammenbrutzelst.)

Ich gebe ihm – nach Mehrheitsbeschluss mit zwei Damen, die keine Ahnung hatten, worum es ging – den wunderbaren Namen:

Pascharori 

Man braucht dafür:

3-4 SpitzPAprika
250 g SCHAlotten
30 g ROsinen
350 g RIndfleisch, geschnetzelt (bei mir war es ein Rest Filet, der beim Steaks schneiden übrig geblieben war)
70 ml Sherry
2 EL Balsamico
1/3 – 1/2 Tube Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
ca. 300 ml trockener Rotwein
Salz, Pfeffer, Muskatnuss (am besten beides frisch gemahlen)
(geräuchertes) Paprikapulver
1 Zimtstange
2 Zweige Rosmarin
4-5 Zweige Thymian (ideal: Zitronenthymian, den werfe ich gerade an fast alles, es ist Liebe)
Olivenöl

Und so geht’s:

Die Rosinen für mind. eine halbe Stunde im Sherry einweichen. Die Paprika waschen, entkernen und in feine Streifchen schneiden, die Schalotten schälen und halbieren, Knoblauch schälen und kleinschnippeln. Die Kräuter waschen, von den Stielen zupfen und kleinhacken.

In einer großen Pfanne, für die man möglichst einen Deckel hat, das Öl erhitzen, das Fleisch und die Schalotten scharf anbraten, dabei salzen und pfeffern, nach ein paar Minuten das Tomatenmark dazugeben und ein bisschen anrösten, dann den Knoblauch und die Paprika dazugeben und mit den Rosinen samt Sherry ablöschen. Balsamico und Rotwein dazugeben, etwas Muskat drübermahlen, mit Paprikapulver würzen, die Zimtstange mit reingeben und für ca. 20 min bei geschlossenem Pfannendeckel bei mittlerer Hitze vor sich hinköcheln lassen. Dann abschmecken und falls die Soße noch zu flüssig ist für ein paar Minuten bei offenem Pfannendeckel weiterschmurgeln lassen. (Falls sie zwischendrin zu sehr verdampft einfach beherzt noch ’nen großen Schluck Rotwein (oder zur Not auch Wasser) dazugeben.

Fertsch!

Beim ersten Mal gab’s Reis dazu, gestern Nudelreste. Passt beides.

Katja

[*die ich just in diesem Moment erfunden habe]

Fettlogik überwunden!

Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich hier vor mittlerweile 8 Jahren zum ersten Mal offen über meine Depressionen gebloggt und sie beim Namen genannt habe und an das Zittern meiner Hände beim Schreiben des Artikels und noch mehr beim Veröffentlichen. Gerade sitze ich wieder mit ähnlichen Gefühlen vor der Tastatur, fange an zu schreiben und bin noch nicht sicher, ob ich mich am Ende trauen werde, den Text wirklich zu veröffentlichen, denn das persönliche Tabuthema, das ich heute anpacke ist für mich noch ein Stück größer und gewaltiger als die Psyche – ich will hier zum ersten Mal offen und öffentlich über meinen Körper schreiben.

Ich war als Kind schon das, was man – freundlich formuliert – moppelig nennt und noch immer brennt manchmal heißglühend die Erinnerung in meinen Wangen über Hänseleien, die ich in diesem Zusammenhang aushalten musste. Aber, wenn man meine Familie kennt, weiß man welches Schicksal mir blühte (zumindest dachte ich das bis vor gut einem Jahr), denn ausnahmslos alle waren und sind stark übergewichtig und adipös. Dass mir also bei den schlechten Genen, Ähnliches bevorstand war mir schon in meiner Jugend klar und so war es auch. Ich kann mich an keine genauen Gewichtsmarker erinnern, nur daran, dass es im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer mehr wurde. Daran änderten auch unzählige Diäten nichts. Also natürlich änderten sie etwas: in den 90ern zB, nahm ich mit Hilfe von Trennkost enorm ab, mehr als 20 kg waren es damals und ich dachte, dieses Mal hätte ich es tatsächlich geschafft. Bis ich dann irgendwann wieder anfing, ’normal‘ zu essen und dann geschah, was geschehen musste: ich nahm nicht nur die verlorenen 20 Kilo wieder zu, sondern noch ein paar zusätzliche obendrauf. Und so ging das weiter und fort. Diät 10 Kilo runter, 15 rauf, 25 runter 35 rauf etcpp. Irgendwann las ich vom Hungerstoffwechsel und dass der Körper nach Diäten – weil der Stoffwechsel ja auf ein Minimum runtergefahren ist – umso schneller die verlorenen Kilos wieder anhäuft und auf einmal ergab auch das einen Sinn. Ganz klar, bei meinen Genen und meinem, durch zahllose Diäten so dermaßen ruinierten Stoffwechsel, konnte ich ja gar nicht abnehmen!

Probiert habe ich es natürlich trotzdem. Mit üppigem Frühstück direkt nach dem Aufstehen, obwohl ich morgens gar keinen Hunger habe, um den Stoffwechsel für den Tag vorzubereiten und in Gang zu bringen. Mit Weglassen aller Nahrung nach 17 Uhr. Mit Ananas, wegen der Enzyme, durch die man abnehmen sollte, aber von der ich immer nur ein säureverätztes Zahnfleisch davon trug, wenn ich sie in größeren Mengen aß. Mit tagelang nur Obst. Mit täglich Steak. Mit komischen Shakes, die den Hunger bremsen sollten. Lediglich Weightwatchers habe ich mir nie angetan.

Nichts half. Ich verbrachte mein Leben damit, mich selber (was die, die hier regelmäßig lesen, bereits wissen) und aber auch meinen Körper zu hassen. Irgendwann vor 4 oder 5 Jahren schwappte dann zum ersten Mal etwas über Fatacceptance in meine Wahrnehmung und je mehr ich darüber las und dass es unzähligen Menschen so ging wie mir, desto faszinierender fand ich die Idee, endlich Frieden mit meinem Körper zu schließen. Ich wollte nicht mehr weiterdiäten, ich wollte mich lieber so mögen und akzeptieren, wie es das Schicksal für meinen Körper vorgesehen hatte. Der Beschluss war einfach, die Umsetzung grandios schwer, denn _eigentlich_, wenn ich ehrlich zu mir selber war, wollte ich immer noch lieber – wenn vielleicht auch nicht wirklich schlank, dann doch wenigstens weniger übergewichtig, sein. Wenigstens in einem solchen Maß, dass ich mich nicht mehr so auffällig herausstechend fühlen müsste, denn Auffallen war das, was ich immer um jeden Preis vermeiden wollte.

Schnitt.

Im Frühjahr 2016 las eine Freundin ein Buch – „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann (Link zu Amazon) (im Web meist besser bekannt als @erzaehlmirnix) und weil Svü, dem Himmel sei’s gedankt, viel offener mit dieser Art Themen, die für mich so schwierig anzufassen sind, umgehen kann, erzählte sie für die nächsten Wochen und Monate von ihrer Abnahme mit Hilfe des Buchs und sie tat das in einer solch faszinierenden Begeisterung, dass ich neugierig wurde.

Ungefähr zeitgleich zogen wir um und durch den vielen Stress, die viele zusätzliche Bewegung und das Kisten durch die Gegend wuchten, nahm ich – eher aus Versehen – die ersten 3 Kilo ab. Die wollte ich nicht direkt wieder drauf bekommen (und schon gar nicht mit weiteren zusätzlichen), also fing ich – immer noch zögerlich – an, selber das Fettlogik-Buch zu lesen. Zögerlich und skeptisch war ich vor allen Dingen, weil ich einige der Comics zum Fettlogikthema von erzählmirnix kannte und mich bis dato immer ziemlich angegriffen davon gefühlt hatte. Klar, die hatte ja leicht reden, jeder kann abnehmen, blabla, die hatte ja nicht meine ’schlechten‘ Gene, kannte meine Familie nicht, hatte ihren Stoffwechsel vielleicht nicht so durch zahllose Diäten ruiniert.

Das Lesen war in erster Linie eines: verdammt schmerzhaft.

Die Erkenntnis, dass ALLES, woran ich, wenn es um mein Gewicht ging, so krampfhaft geglaubt hatte, auf Fettlogiken basiert, die durch Studien widerlegt bzw. entkräftet sind und nicht meine Gene, sondern mein Essverhalten Schuld an meinem Übergewicht waren, traf mich hart. Hatte ich doch in meiner Wahrnehmung eigentlich nie so sehr viel gegessen. Und überhaupt kein Junkfood, kein Convenience, immer nur gesundes Zeug, frisch gekocht, viel Salat und Gemüse. Dass man auch mit frischer, selbstgekochter Nahrung jede Menge Kalorien zu sich nehmen kann, wenn man alles in leckerer Butter und Olivenöl schwenkt – so logisch das eigentlich ist, es war mir nicht in diesem Ausmaß bewusst. 100 fucking Kalorien für einen einzigen Esslöffel meines innig geliebten und doch so gesunden Olivenöls – da hätte ich häufig, statt Salat zu essen, auch einfach direkt Schlagsahne löffeln können.

Die zweite (zunächst bittere Vermutung, die mittlerweile eine feste) Erkenntnis (ist) : möglicherweise neige ich zu emotionalem Essen. Stress, Aufregung, Kummer – davon hatte ich in den letzten Jahren mehr als genug. Schokolade im Haus hatte ich auch immer mehr als genug. Dass ich sie meistens nicht bewusst, sondern in emotionalen Stresssituationen völlig unbewusst gegessen hatte – das fiel mir erst auf als ich irgendwann vor ein paar Monaten bemerkte, dass ich es nicht mehr tue und mittlerweile völlig frei bin von emotionalem Essen, weil ich es durch Bewegung in solchen Stresssituationen ersetzt habe. Statt Schokolade zu essen, bewege ich mich und laufe (zugegebenermaßen manchmal wie eine Gestörte, einfach nur im Kreis durch die Wohnung). Wie gesund das sein mag, sei mal dahingestellt, aber die Bewegung tut meinem Körper in jedem Fall besser als die Kalorien der Schokolade.

Die dritte Erkenntnis: Ich bin durch mein Essverhalten dick geworden. Ich habe durch Diäten abgenommen. Ich habe danach wieder ’normal‘ gegessen – aber eben das Normal, das ich für normal hielt. Dass ich durch das gleiche Essverhalten, mit dem ich (nicht nur) einmal dick geworden war, immer wieder dick werden würde – das ist so bestechend logisch, dass ich Dussel ein Buch brauchte, um drauf zu kommen. (insert Facepalm here)

Was das Lesen in zweiter Linie mit mir machte: es gab mir zwar vollumfänglich die überaus schmerzhafte Verantwortung für meinen Körper, ABER (und das ist ein großes Aber): als diese Erkenntnis bis zum Grund gesickert war, reifte daraus auch jene, dass ich damit aber auch die Macht in der Hand habe, etwas daran zu ändern und endlich (ENDLICH!) nicht mehr Opfer meiner Gene und meines kaputten Stoffwechsels bin, sondern ich alleine entscheiden kann, welches Gewicht ich haben möchte.

Was mich aber letztendlich tatsächlich dazu brachte, nach dem Lesen, noch ein einziges Mal in meinem Leben, einen Diätversuch wagen zu wollen, war der ausführliche Teil über die gesundheitlichen Risiken des Übergewichts. Das kannte ich schon, von meiner langen Zeit als Raucherin, dass ich vor den Gefahren durch Rauchen, immer die Augen lieber geschlossen ließ und mich erst, nachdem ich aufgehört hatte, intensiv damit beschäftigen konnte, was ich meinem Körper da so lange an Schaden zugefügt hatte. Beim Fettlogik-Buch quälte ich mich sehenden Auges durch den Teil und am Ende stand für mich fest, dass ich bitte gerne mit 50 fitter sein möchte als ich es mit 25 war. Wenn das kein Ansporn ist!

Dazu kam, dass das Buch für mich zur genau richtigen Zeit kam – nämlich jener, wo ich in harter Arbeit in meiner Psychotherapie endlich lerne, gut für mich selber zu sorgen und mich selber nicht mehr zu hassen, sondern mich anzunehmen und lieb zu haben (es zumindest zu versuchen und daran zu arbeiten). Wie sehr mein Äußeres immer Spiegelbild meines inneren Selbsthasses gewesen ist – auch das ist mir erst in dieser Phase aufgegangen. Und so hielt mich in den letzten Monaten häufig der Gedanke vom Essen ab, dass ich mir durch’s Nichtessen zB von Schokolade gerade etwas Gutes tue, weil ich endlich gut für meinen Körper sorge. Eben genauso nur genau andersrum, wie ich früher dachte, ich würde mir selber etwas Gutes tun oder mich mit Nahrung belohnen oder trösten.

Und genauso nur genau andersrum funktioniert auch das mit der Wirkung: durch meiner Selbstliebe habe ich es endlich geschafft, mir einen für mich liebenswerten Körper „zuzugestehen“ und zu erarbeiten, durch den Körper, in dem ich mich endlich wohler fühle, geht es auch der Psyche besser und das Selbstbewusstsein profitiert davon.

Und um jetzt endlich den Bogen zu schlagen und auf den Punkt zu kommen, wieso ich ausgerechnet heute dieses, für mich seit meiner Kindheit so schambesetzte und schmerzhafte Tabuthema anpacke und hier darüber erzähle:

Ich bin heute Morgen zum ersten Mal in meinem kompletten Erwachsenenleben mit Normalgewicht aufgewacht. Hinter mir liegen 15 Monate, in denen ich meine Fettlogiken überwunden habe und ein Minus von 50 Kilogramm. Was jetzt noch folgt ist die Kür: weitere 8 Kilo würde ich gerne verlieren, dann bin ich bei mittlerem Normalgewicht, primär will ich aber – denn inzwischen habe ich vor einem halben Jahr auch zum ersten Mal in meinem Leben Spaß an Sport gefunden – fit werden und noch ein paar Prozent Körperfett gegen Muskelmasse austauschen. Und in meinem Körper wohlfühlen will ich mich – zum ersten Mal in meinem Leben. So nah wie jetzt war ich noch nie daran. Mein Körpergefühl ist ein völlig anderes und erst jetzt, wo ich zB am Donnerstag in Erfurt stolz die 70 Stufen der Domtreppe hochgestiegen bin, dabei reden konnte und oben angekommen kein bisschen aus der Puste war, ist mir bewusst, wie eingeschränkt ich vorher mein ganzes Leben lang war und wie großartig und wunderbar dieses neue Körpergefühl ist.

Danke, liebe Nadja. Ich könnte dich seit 15 Monaten fast täglich vor Dankbarkeit küssen! Du hast mir ein völlig anderes Leben geschenkt!

Katja

 

Svü sagt, da fehlt noch’n Foto und ich soll das mit dem Pulli nehmen und da ich sie heute ganz besonders lieb habe, gibt es hier tatsächlich eines. Da hab ich mal reingepasst.

Irgendwas mit Fokussierung: #3guteDingedesTages

Ich muss DRINGEND wieder mal häufiger meinen Fokus auf die kleinen Dinge richten, die das Leben schön und mich glücklich machen, daher hier wieder mal #3guteDingedesTages

*Ein Spaziergang im herrlichen Sonnenschein.

*Ein Blümchen am Wegesrand.

*Die erste Kürbissuppe des Herbstes mit Kräutern aus dem eigenen Garten. ❤

Katja

 

Über starke Schwäche und schwache Stärke

Und dann bist du an dem Punkt, wo du merkst, dass du gerade mal ganz bewusst einen bestimmten Schmerz anschauen solltest, statt ihn wegzuschieben und zu verdrängen, wo du anfangen solltest, umzudenken. Wenn du jemandem einen Platz in deinem Herzen gibst, ist das ein Privileg für denjenigen. Du willst dich nicht mehr als die kleine, naive, vertrauensselige TreuDOOFE fühlen, die zu blöd ist, eine Mauer um ihr Herz zu bauen und deswegen alle direkt so nah an sich ranlässt. Du willst dich nicht mehr selber für diese Eigenschaft hassen, wenn du wieder mal eins auf die Nase bekommst, sondern du willst dich endlich als die annehmen und mögen, die du bist und diese Eigenschaft, immer wieder vertrauen zu _können_ und Menschen nah an dich ranlassen zu _können_, als eine deiner Stärken und Fähigkeiten zu sehen. Wenn du jemandem einen Platz in deinem Herzen gewährst, ist das eine Einladung für Freundschaft und Nähe. Aber du musst endlich anfangen, die Einladung an ein gewisses Benehmen zu knüpfen. Es ist nicht nötig, an der Tür die Schuhe auszuziehen oder reglos in Sonntagsklamotten am Tisch zu sitzen. Es gibt aber auch keinen Freibrief, mit schmutzigen Schuhen auf dem Sofa rumzuhopsen oder wie ein volltrunkener Elefant im Porzellanladen, Scherben anzurichten. Und das ist der Punkt, an dem du wirklich endlich lernen musst/solltest auf dich selber aufzupassen und Menschen, die sich daneben benehmen auch wieder rauszuwerfen. Keine Türsteher, aber wenigstens Rausschmeißer. Und dafür ist es vermutlich ganz gut, gelegentlich mal einen Schmerz genauer zu betrachten und zuzulassen.

Katja