Knäuel

Keine Ruhe im Kopf. Wieder mal. Zu viele Dinge, um die die Gedanken gleichzeitig kreisen und kreisen und weiterkreisen und dann scheint es als würden sie Fäden oder doch zumindest fadenartige Spuren hinter sich herziehen und je wilder alles kreiselt, desto mehr verheddert sich der ganze Mist im Kopf. Und ich sitze da, rolle den aufgewickelten, verhedderten Gedankenschnurwollball von der linken Hand in die rechte und wieder zurück, betrachte den wüsten Mix aus Farben und Mustern und finde wieder mal keinen Anfang, keine Stelle, an der ich anfassen kann und von wo aus ich mich ans Entwirren machen könnte. Irgendwie ist das tatsächlich ähnlich wie bei einem neuen Wollknäuel. „Man muss immer den Fadenanfang im Knäuelinneren suchen“, habe ich als Kind von meiner Oma gelernt, „weil sich dann alles ganz leicht einfach von innen rausziehen lässt“ und nicht rumkullert und sich auf’s neue verheddert, wie es passiert, wenn man einfach den äußeren losen Faden nimmt. Meine Oma konnte das wirklich perfekt. Von beiden Seiten steckte sie Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen ins Wollknäuel, tastete ein bisschen rum und voilà, kurze Zeit später zog sie lässig die Finger wieder raus und hatte den Fadenanfang zwischen den Fingern.

Bei mir sieht das leider ganz anders aus. Ich stecke die Finger, genau wie meine Oma, ins Knäuel, dann taste ich und fühle und suche und am Ende habe ich das halbe Knäuel Wolle rausgerissen, verknotet und vertüdelt, aber den Anfang sehe ich immer noch nicht und das ist jetzt am Ende des Bildes mehr Parallelität zu meinem aktuellen Gedankenschnurwollball als mir lieb ist.

Katja

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Neulich im Shoppingwahn

Eigentlich mag ich Shopping gar nicht. Samstag auch nicht wirklich. Aber rausgekommen ist trotzdem viel tolles Zeug. 6 Stunden im Geld-ausgeben-Taumel. :mrgreen:

  • Ich nenne jetzt 6 neue Meter Stoff mein eigen.
  • Ich war extrem diszipliniert im Wollgeschäft und habe ausschließlich Wolle für mein gewagtes „Wer Socken kann, kann auch Pullover – wer glatt rechts kann, kann auch patent“-Projekt besorgt. Teuer! Ufff. Spornt wenigstens an, mich jetzt auch dahinterzuklemmen. Hoffe ich. :mrgreen:
  • Bei so ’nem Dreckswetter durch die Gartenabteilung des Baumarktes zu schlendern hatte ein bisschen was von Urlaub. Herrlich. Alles so grün und bunt blühend. Ich hätte mir glatt ’nen Liegestuhl dort aufstellen und sitzen bleiben können. 🙂
  • Ich habe jetzt weltallertollste Frühlingsstimmungsmachtasse. Da passt ein halber Liter rein!!!!1111einself Und das beste ist, dass sie exakt von der Höhe unter meine Petra passt. Yay!
  • Ich kaufe häufig und gerne im Internet ein, weil’s so immens bequem ist. Eine Tastatur zu kaufen ohne sie vorher gesehen und mal die Finger drauf gelegt zu haben, ging aber gar nicht. Ich überlege, ob ich ein schlechtes Gewissen haben sollte, dass ich im Me*iamarkt geschätzte 20 Tastaturen durchprobiert habe um dann an Ort und Stelle im Internet festzustellen, dass es das Wunschmodell, wenn man’s bestellt 20 Euro (incl. Versandkosten) günstiger gibt und nicht im Laden zu kaufen. Ich denke an die schreckliche Mario Barth Werbung und verrechne einfach gedanklich mit dem Schmerzensgeldanspruch, den ich gefühlt dem Me*iamarkt gegenüber habe. Ich bin doch nicht blöd. 😉
  • Erschreckend: Ich will ’ne Microsofttastatur.
    Noch erschreckender: Ich habe immer über diese ergonomischen Teile gelästert und schon beim Testen gemerkt, dass das ja doch ’nen Zweck hat. Ich bin gespannt, wie ich letztendlich im Alltag damit klar kommen werde. Also wenn sie denn dann irgendwann mal da sein wird.
  • Meine Küchenhandtücher haben nach fast 3 Jahren in der Wohnung endlich ihren eigenen Platz gefunden und müssen nicht mehr wüst irgendwo rumliegen. 🙂
  • Gummiiiiibärcheeeeen. Nur Waldmeister.
  • Best Worscht in Town sind gar nicht solche Angeber, wie der Name vermuten ließe. Die ist wirklich lecker. In B aber noch nicht wirklich scharf, also gar nicht. Beim nächsten Mal probiere ich mindestens B+ *angeb*
  • Für die Wurst und vor allem das nach so langem Einkauf nicht mehr selber lange in der Küche stehen zu müssen extra noch im recht neuen RIESIGEN Shoppingcenter gewesen. Nach ungefähr einer Viertelstunde bekam ich den Kiefer wieder soweit zusammen, dass ich wohl nicht mehr so grenzdebil in die Gegend geguckt habe. In der speziellen Fressecke reihen sich nicht weniger als 18 Mampfgeschäfte aneinander. Vom McDonalds, über KFC, diverse Asiaten, einen Sushiladen, einen Schnitzelladen, einen Salatladen und und und bis eben zu besagter best Worscht in Town.
  • Was mir in diesem Shoppingtempel am krassesten aufgefallen ist, waren die Horden von Menschen, die in T-Shirts rumgelaufen sind. Drinnen war’s drückend heiss und die waren viel sinnvoller gekleidet als ich mit warmem Pulli und Winterjacke, aber bitte, wer zieht sich denn im Februar, wenn’s so dreckskalt und verschneit ist, extra so sommerlich an, um in ’nem Shoppingcenter richtig gekleidet zu sein? Plant man da ’nen Tagesaufenthalt, damit das hinhaut?
    Shocking.
  • Die Etagen des Loop Parkhauses sind nicht fortlaufend durchnummeriert, sondern haben jede Etage auch mit + und -, also -0, 0, +0, -1, 1, +1, -2, 2, +2. Die vorzeichenlosen Etagen sind jene mit Übergängen zum Einkaufscenter und entsprechen den dortigen Etagen. Lustig war die Familie, die mit im Fahrstuhl stand und wo sich gleich 4 (2 Erwachsene, 2 Kinder) gegenseitige wüste Beschimpfungen an den Kopf geknallt haben, weil der andere Depp sich jeweils nicht gemerkt hat, ob’s nun +/- oder was auch immer war. Ich frage mich, ob die Aufzüge video- und vor allem soundüberwacht sind und ob die wohl noch einen Video- bzw. Soundüberwacher einstellen. :mrgreen:

Katja