Windwach

Erinnerst du dich an den Wind? Jenen, der nachts über die Insel fegte. Der uns in jeder einzelnen Nacht, wenn wir nach langem Reden und Feiern in den Zelten in die Schlafsäcke krochen, in den Schlaf klapperte. Hier ein zu lockerer Riemen, dort ein loser. Geräusche, die sich nach nur wenigen Nächten so vertraut anhörten. Die so dazu gehörten.

Erinnerst du dich an die Waschräume mit den Gemeinschaftsduschen? Daran beim nächtlichen Duschen niemals zu vergessen, die Oberlichter zu schließen. Erinnerst du dich an den Schrecken als der Hausmeister eines Nachts in der Dusche auftauchte, geweckt von unserem lauten Lachen? Wie gut das heisse Wasser tat, nach einem Regentag in klammen Klamotten. Dieses spezielle Klamm, wie sie sich nur bei Regen in Zeltlagern anfühlen, wo sich nach mehreren Tagen solchen Wetters alles so anfühlt. Und an die Bierflaschen, die wir mitnahmen? Immer den Daumen über der Öffnung, damit kein Wasser reinläuft. Erinnerst du dich an den kleinen grünen Kaktus und die müden weissen Stühle?

Erinnerst du dich an unser Morgenritual? Wir beide nach dem Frühstück, mit Weizenbiergläsern in der Hand, in denen sich sprudelnd zwei Multivitamintabletten und eine Aspirin auflösten während wir gegen den Wind ankämpfend auf den Deich hochliefen. Erinnerst du dich, wie wir Arm in Arm auf dem Deich standen, die erste Zigarette des Morgens zusammen rauchend und so laut es unsere heiseren Hälse zuließen ‚Paradise City‘ gröhlend.

Erinnerst du dich an diesen ganz speziellen Sommer? Wir beide unzertrennlich, das Duo Infernal. Denkst du da auch manchmal noch dran?

Katja

Rauschen

Eigentlich wollte ich vorhin, beim Spaziergang am Rhein, das Rascheln des Windes in den Blättern der Bäume einfangen, das fast wie Meeresrauschen klang und mich gedanklich an viel größeres Wasser katapultierte. Stattdessen ist bei der kurzen Videoaufnahme jede Menge Rauschen des Windes am Mikrophon meines Fotoapparates zu hören und wenig dessen in den Bäumen.

Aber weil es trotzdem ganz hübsch anzusehen ist, hier heute mal kurze bewegte Bilder anstelle von Spaziergangfotos:

Ach na gut. Wenigstens eines muss doch noch sein, weil ich mich nicht entscheiden kann, welches der beiden ich ins Dailyfotoblog bammeln soll.

Katja

Glück ist #11

…festzustellen, dass man das Meer so fest in sich trägt, dass manchmal das Spiel vom Wind in Bäumen und Sträuchern und ein Spaziergang mit halbgeschlossenen Augen genügen um einen Eindruck von tosender Brandung in sich aufsaugen und Energie daraus schöpfen zu können.

Katja