Wie auf’s Stichwort…

Dieses Gefühl, wenn es manchmal nur eines Stichwortes oder ein paar weniger Sätze bedarf und ganz unerwartet fängt es an, in dir zu purzeln. Da fallen Puzzleteile plötzlich wie von selbst an die richtige Stelle vor deinen Füßen und dann siehst du auf einmal die Linien und Muster und Zusammenhänge, die dir vorher verschlossen waren und die teilweise nicht mal nur vom Verstehen her verschlossen waren sondern von deren schierer Existenz du bis zu jenem Stichwort und den folgenden Gedanken nichts gewusst hast.

Haaapuh! Ach so ist das? Aber das bedeutet ja…

Und du verstehst an einer neuen Stelle, bei einem neuen Gebiet, bei einer deiner ‚Macken‘, deiner Eigenarten was es damit auf sich haben könnte, lernst etwas über dich, an einer Stelle, an der dir gar nicht bewusst war, dass es dort gerade etwas zu lernen gibt, weil du dir die (dazu passende) Frage nie gestellt hattest.

Ach so ist das!

Dann fällt dir auf einmal die frisch gefundene Erkenntnis wieder aus den Händen, rollt über den Boden, auf die offene Kellertür zu, kullert hopsend die Treppe runter, springt ein letztes Mal und landet im Regal zwischen all dem Kram, der dort schon rumliegt, zielsicher, genau in einer Lücke, die dir vorher nicht mal aufgefallen war. Du merkst: ach da kommt das her und da passt das rein? Und du hoffst, dass auch diese Erkennen-Verstehen-Bemerken-Umlernen-Kette sich irgendwann schließen wird. Den Anfang davon hast du gerade zumindest in den Händen und den nimmt dir erst mal keiner mehr…

(Und du denkst dir: Krasser Shice! Was kommt denn da noch alles?)

[A big shout-out to the one with the keyword! Again.]

Katja

Umlernprozess

Vielleicht eine meiner wichtigsten Erkenntnisse in den letzten Wochen (genauer gesagt auf meinem Lernweg, mich selber anzunehmen und zu versuchen, mich zu mögen, anstatt mich immer selber fertig zu machen und klein zu halten) war jene, dass es völlig ok / erlaubt / legitim ist, wenn ich das (versuche zu) lerne(n).

Das mag nach einer unglaublich simplen Erkenntnis klingen und vermutlich ist sie das auch, aber trotzdem ist mir tatsächlich erst jetzt aufgegangen, dass das eine der Stellen ist, wo es innerlich bei mir bei sämtlichen Umdenkversuchen hakt.

Jeden Versuch, mich selber zu trösten, nicht so streng mit mir zu sein, mir selber Mut zu machen, habe ich doch an einer späteren Stelle noch selber sabotiert, nämlich mit dem Schuldgefühl, das einsetzt, sobald ich etwas Positives über mich denke. Bzw. genügt dafür sogar schon, mir gezielt Positives zu sagen. Davon, tatsächlich so zu denken, bin ich ja ohnehin noch weit entfernt.

Jetzt also noch eine zusätzliche Stelle, an der mir immerhin schon bewusst wird, wo meine alten Muster anspringen, an der ich immerhin mittlerweile merke, dass da diese schädliche Stimme im Kopf einsetzt.

Zum Beispiel: ich lasse etwas fallen. Die Stimme im Kopf höhnt los, wie typisch das wieder mal ist und dass ich nix kann und zu blöd zu allem bin. Ich bemerke mittlerweile recht gut solche Abwertungen und versuche gezielt gerade zu rücken, dass ich nicht mehr so denken möchte und dass daraus etwas fallen zu lassen, längst nicht folgt, dass ich eine Versagerin auf ganzer Linie bin. Und nicht nur, dass mir das eh schon schwer fällt, mich da gegen mich selber zu verteidigen – diese Stimme im Kopf geht jetzt weiter und setzt dort an, dass ich mir das ja wohl selber nicht glaube und diese Milde ja wohl auch kaum verdiene. Dazu Schuldgefühle dafür, dass ich denke mich mögen zu dürfen…

Immerhin erkenne ich jetzt diese nächste Stolperstelle (häufig) und letztens abends ging mir auf, dass ich mir vielleicht einfach endlich erlauben sollte/könnte, mich selber zu mögen. Vielleicht setzt das die Sperre im Kopf endlich ausser Gefecht.

Das wirkt schon beim Denken irgendwie skurril und lächerlich und es ist mir ein bisschen peinlich, diese Art des inneren Streits mit mir selber überhaupt hier aufzuschreiben. Ich will es trotzdem hier notieren, denn für mich ist das gerade ein wichtiger Schritt, den ich weiterkomme und ich möchte das festhalten – vor allem auch, um es für mich abrufbarer zu halten, wenn die nächste dahingehende Stufe auftaucht.

Auch wenn ich vom ‚echten‘ Umdenken noch weit entfernt bin, alleine die Tatsache, dass mir die selbstabwertenden Gedanken als solche mittlerweile oft bewusst sind und ich mir da selbst Einhalt gebieten kann, fühlt sich schon deutlich besser an.

Katja