Typen / 24 to go

Meine persönlichen Highlights, was Menschen in Amsterdam in den 5 Tagen, die wir kürzlich dort waren, angeht:

  • die Barfrau, die zuerst schlecht gelaunt und missmutig wirkte als wir eine halbe Stunde vor Schluss als einzige Gäste reinstürmten und dann aber – als sie eigentlich schon Feierabend hatte und wir längst bezahlt – an den Tisch kam und freundlich zu plaudern anfing
  • der Kellner im Café, der mir nach meinem Sturz ein Handtuch mit jeder Menge Eis zum Kühlen der Augenverletzung brachte, weswegen das Veilchen nicht noch schlimmer geworden ist, echte Zehenschuhe tragend, was für mich immer ein bisschen wie Froschfüße aussieht, mich fragend, ob ich nicht zum Eis auch lieber ein Bier, statt meines Wassers, gegen die Schmerzen haben wollte
  • die 5 Ladies in Abendgarderobe (wenn das keine waren, weiss ich nicht, wie man das sonst definieren sollte), die direkt vorm Bahnhof Sloterdijk auf der anderen Straßenseite auf das Grün der Fußgängerampel warteten und dort anfingen zu tanzen und zu singen (noch dazu saugut) und die sich sichtlich freuten als ich mitwippte und ihnen dann mitten auf der Straße beim Vorübergehen applaudierte
  • der überaus high wirkende Typ, direkt neben der Gracht, mit riesigen Kopfhörern auf den Ohren und Bob Marley-Shirt, virtuos seine Luftgitarre bearbeitend
  • die Security-Frau in Het Rembrandthuis, die mit ihrer Erscheinung und Körpersprache wirkte, als könne sie genauso gut bei  Men in Black mitmachen (ich schaute mich verstohlen um, konnte aber keine Aliens erkennen!)
  • und mein Favorit: der Typ, Anfang 20 in Bermudas und FlipFlops, der alleine am Tisch beim Hotelfrühstück saß und nachdem er sich hingesetzt hatte, erst mal die Vase mit der einzelnen Sonnenblume so drehte, dass er die Blume besser anschauen konnte ❤

Katja

Und dann war da noch…

…der Typ, der auf dem Weg vom Hotel in Burgos zur Autovia mit einem Gewehr in der Hand über’n Graben sprang und dann am Strassenrand stand und das Teil notdürftig hinterm Rücken verbarg während wir vorbeifuhren.

…der Surfertyp mit bezaubernden Hunden, ebenso bezaubernden blonden rückenlangen Rastas und eindeutig ein Gesichtszwilling von Robbie Williams, der auf dem, etwas oberhalb des Atlantiks gelegenen Parkplatz, in der Nähe von Biarritz, neben uns stand und ebenso fasziniert wie wir, allerdings mit eindeutigem Kennerblick, die gigantischen Wellen und die darauf rumreitenden Surfer beobachtete.

…der Typ, der an der Raststätte auf der französischen Autobahn in Richtung Paris, auf dem Grünstreifen zwischen zwei Parkplatzreihen, seinen Teppich zum Gebet ausgerollt hatte und dort ungeachtet seiner Umwelt sein Gebetsritual durchführte.

…die Wolke in Form einer Schildkröte, die über die spanische Autobahn zog und von der ich absolut sicher war, sie zuhause am Himmel vor Monaten schon einmal gesehen zu haben. Gute Reise!

…der Jean Reno Doppelgänger an der französischen Raststätte, die ausserdem den coolsten Händetrockner ever vorzuweisen hatte.

Katja