scattering like light

Seit Tagen und Wochen in Dauerschleife.

(Dank an Anne, die mir den Link letztens in die Kommentare legte und mich an den grandiosen Song erinnerte und wie gut er gerade passt.)

Small blue thing.

Katja

 

Gedankenschnappschuss, veraltet

Das habe ich gerade, titellos und unvollendet in meinen Entwürfen gefunden, als ich eigentlich was ganz anderes gesucht habe. Liegt 2,5 Monate zurück, aber ich kann mich noch gut an den Tag erinnern und die Stimmung, die ich da (und auch in der Zeit rundrum hatte). Nicht fertig geschrieben habe ich den, glaube ich, weil dann das Telefon klingelte und diese ganz seltsame Stimmung, die ich beim Schreiben hatte, war verflogen.

Gerade wollte ich den Text löschen, weil das ja eine Stimmungsmomentaufnahme ist – aber das hab ich dann doch nicht fertig gebracht. 🙄 Da ich ihn aber auch nicht einfach, in den Entwürfen liegen lassen will (da liegt sowieso schon genug rum) und da ich ihn aufgrund der Momentaufnahme nicht fertig schreiben werde, veröffentliche ich ihn jetzt einfach so, gedankenschnippselmäßig oder vermutlich eher gedankenfotografiemäßig, weil es ja keine aktuellen Gedanken sind.

Katja

~*~

Manchmal hat der Tag schon beim Aufwachen verloren, kaum eine Chance, dass er noch mein Freund werden kann. Das Kopfweh ist noch das gleiche wie beim Schlafengehen, die Augen kaum weniger geschwollen, die Welt hinter Milchglas versteckt – einzig das Herz hört nicht auf, schmerzhaft bis zum Hals zu klopfen, so sehr, dass ich kaum Schlucken kann.

Die Gedanken rotieren. Verflucht, was ist echt und was Selbstbetrug? Geht’s mir überhaupt so gut mittlerweile wie ich nicht umhin kann mir selber und allen anderen immer wieder zu versichern? Oder ist das nur die Illusion, die ich mir selber aufgebaut habe, weil alles andere sich überhaupt nicht aushalten ließe?

Ist es dieser doofe Herbst, der längst nicht so doof wäre, wenn er nur sonnig und bunt wäre und nicht den verschissenen lichtlosen Winter nachziehen würde, der mir (auch) so auf’s Gemüt schlägt? Ich bin noch nicht so weit. Ich war gerade erst so weit überhaupt die Arme auszubreiten und den Sommer, der erst zu plötzlich, direkt aus dem Winter ohne Frühling entsprungen war, dann zu heiss, dann zu nass, dann zu kalt war, endlich zu begrüßen und dann dreht der sich schon wieder um und geht und ich weiss nicht, wo die Zeit geblieben ist. So wie einzelne Tage an mir vorbeirasen, ich dauernd in Hektik und ohne Zeit bin, obwohl ich doch eigentlich jede Menge davon haben müsste, ist auch der ganze Sommer an mir vorbeigezogen.

Und ich weiss nicht mal, ob’s daran liegt, dass mir das bewusst wird. Oder ob ich mir einfach nur selber die ganze Zeit die Taschen volllüge, mich eben mit allem irgendwie arrangiert habe, aber eigentlich nur leer und zombiemäßig durch mein Leben hetze.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert

Ich bin ein doofes wetterfühliges Dingens! Jedes Jahr das gleiche Drama. Spätestens im November plumse ich in ein Loch und es geht mir schlecht. Fast reglos verharre ich, lasse den Winter und die Depressionen über mich ergehen bis endlich im Frühling die Sonne wieder rauskommt, die Natur erwacht und es auch mir wie durch Zauberhand wieder besser geht.

In den ersten Jahren meiner Depressionen ist mir nicht mal aufgefallen, wie sehr das vom Wetter abhängig war und dass es immer der Herbst war, wo alles noch schlimmer als ohnehin schon wurde. Die Verschlechterung hat mir da jedesmal eine Heidenangst gemacht. Seit ich weiss, dass meine Stimmung mit Sonne und Licht schwankt – und das nicht zu knapp – schwankt’s zum Glück nicht mehr so schlimm. Das Bewusstmachen und bewusst Gegendenken musste ich zwar erst mühsam lernen, ist aber häufig wirklich hilfreich. Der Sturz ist kein so tiefer.

Vorhin, beim Nachgrübeln über diesen hässlichen Tag, ist mir wieder eingefallen, dass ich ja dieses Jahr in weiser Voraussicht tatsächlich vorgesorgt habe. Im April habe ich angefangen mir Glückskonserven anzulegen, kleine Dinge, kurze Momente festzuhalten, die mich glücklich machen / gemacht haben. Gerade habe ich darin gestöbert, gelesen, die Augen geschlossen, mich erinnert. Jetzt habe ich ein Grinsen im Gesicht. Und das an einem so durch und durch doofen und grauen Tag.

Um es mit John „Hannibal“ Smith Worten zu sagen: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Katja

 

 

Herbstdepri

Manchmal sollte man einfach im Bett bleiben und sich die Decke über’n Kopf ziehen.

Ich weiss nicht mal, ob’s Vernunft oder was auch immer sonst ist, es heute nicht zu tun. Irgendwie traue ich mich gerade nicht, mir Traurigkeit zuzugestehen. Zu groß ist die Angst vor dem Fall, wenn ich nicht direkt die Schultern straffe und mich aufrappele, so schwer es auch fällt. Herbst. Definitiv nicht meine Jahreszeit. Irgendwie muss es doch möglich sein, die Abhängigkeit von Helligkeit und Sonnenschein mal hinter mir zu lassen. Zu wissen, dass es an der Dunkelheit liegt, bewahrt mich nicht vor der Wirkung. *soifz*

Katja

Rückenwind

Wenn ich merke, ich bin knapp davor wieder mal in ein Loch zu fallen, gibt mir dieser Song ganz oft Auftrieb, den nötigen Ruck, den ich dann brauche, um die Schultern zu straffen und den Kopf hoch zu halten.

Wundermedizin Musik.

Hat heute wieder mal herrlich funktioniert. Seit heute Früh hab ich das Lied jetzt wohl ein Dutzend mal gehört. Immer wieder zwischendrin. Die Schultern sind hinten und es geht mir besser als die ganze letzte Woche, in der ich schon befürchtet habe, dass das Herbstmonster mich umschubst. Ich hasse es, so vom Wetter und den Jahreszeiten abhängig zu sein in meinen Stimmungen. Dieses Jahr will werde ich erst gar nicht so tief fallen. So!

Katja