maravillos@

Oder: warum ich die Spanische Sprache noch ein bisschen doller mag. 🙂

Die männliche Form endet im Spanischen fast immer auf „o“, die weibliche auf „a“ und bei allem machismo, der dazu führt, dass Gruppen von Menschis sprachlich immer männlich sind, sobald ein einziger Mann in einer Horde von Frauen anwesend ist, ist mir letztens im Spanischbuch in einem abgedruckten Brief eine wunderbare Möglichkeit, eine gendergerechte Sprache zu nutzen, aufgefallen, nämlich indem man das @-Zeichen einsetzt, das sowohl o als auch a enthält.

Querid@s amig@s! Wie schön wäre es, wenn es bei uns auch so einfach wäre!

Katja

Little Confessions #35

Es gibt Dinge aus meiner Schulzeit, die sitzen so tief in meinem Gedächtnis, dass man mich nachts aus dem Schlaf reissen könnte und ich könnte sie ohne Probleme aufsagen. Dazu gehört ein Herbstgedicht von Rilke, die lateinische Konjugation des Verbes esse in Präsens, Imperfekt und Futur I, aber zB auch die Binomischen Formeln oder die p-q-Formel zum Lösen quadratischer Gleichungen.

Allerdings scheint das leider dafür zu sorgen, dass ich jetzt an dem Punkt bin, an dem ich mir überhaupt gar nichts neues mehr merken kann. Gedächtnis voll. Sehr zum Leidwesen der spanischen Verbformen im Imperfekt und speziell des Indefinido mit seinen ganzen unregelmäßigen Formen.

Katja

La mujer come la manzana

Seit geraumer Zeit nutze ich zum Spanisch-ausserhalb-des-Kurses lernen Duolingo, durch das ich noch vor dem Start, durch dieses großartige TED Video aufmerksam wurde, bei dem es erst mal um recaptchas geht, die mich viel weniger nerven, seit ich weiss, dass ein Sinn dahintersteckt und sie nicht einfach nur zu meiner persönlichen Qual erfunden wurden. 😀

Mir gefällt die Idee hinter Duolingo und irgendwie bin ich viel motivierter, mich mit den Übungen am Rechner zu beschäftigen als mich mit meinem Spanischbuch, das nunmal für die Bearbeitung in einer Gruppe ausgelegt ist, still in die Ecke zu setzen. Speziell meinem Vokabellernen tut das gut, wozu ich mich üblicherrweise am schwersten aufraffen kann. Ich lerne damit jetzt seit Mai und dass man da Punkte sammelt und damit hochlevelt ist Ansporn für meine alte WoD-Seele. 🙂

Die Sätze wiederholen sich zugegebenermaßen relativ häufig (was aber für mein mieses Gedächtnis erst mal eher positiv ist) und sind teilweise schon recht krude.

Ein Satz, der immer wieder auftaucht und weswegen ich überhaupt darauf kam, endlich mal hier von Duolingo zu erzählen, ist der im Titel des Beitrags:

La mujer come la manzana. – Die Frau isst den Apfel.

Und wie ich drauf komme? Ich wollte hier eigentlich nur meine neuesten Apfelgeleerezepte festhalten, damit ich sie nicht vergesse und bei der Suche nach einem Titel, überlagerte dieser dusslige Satz alles andere. :mrgreen:

Im letzten Jahr hatte ich die Äpfel noch ‚in Handarbeit‘ entsaftet. Bei unserem letzten Aufeinandertreffen, drückte meine Mutter mir ihren ollen Dampfentsafter in den Arm, weil er bei ihr ohnehin nur rumsteht. Und wenn ich mich nicht so überaus dusslig angestellt hätte, wäre das eine ganz einfache und schnelle Sache gewesen. Kompliziert war’s jetzt auch so nicht, aber so 2 – 3 Stunden (Warte-)Zeit hätte ich wohl einsparen können. 😀

Aus ca. 1,5 kg Äpfeln wurden ca. 1,6 l Saft – also deutlich ergiebiger als bei der anderen Methode (wobei da natürlich auch die Apfelsorte eine Rolle spielt). Und daraus wurden dann:

Apfelgelee mit Wodka

1,25 l Apfelsaft
500 g Gelierzucker 1:3
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
sowie der Saft der Zitrone

vermischen und nach der Anleitung auf der Zuckerpackung in einem großen (!) Topf kochen – bei meinem Zucker sind das 4 min sprudelnd.

Dann einen großzügigen Schlenker mit der offenen Wodkaflasche über’m Topf vollführen – ich hab anfangs löffelweise reingegeben, aber nachdem man davon überhaupt nichts gemerkt hat, habe ich gekippt. Insgesamt sind da schon was um 150 ml reingewandert.

In sterilisierte Gläser füllen und verschließen und für ein paar Minuten kopfüber stellen.

 

Orange-Apfel-Nektarinen-Gelee

400 ml Apfelsaft
600 ml frisch gepresster Orangensaft oder Direktsaft (den hatte ich)
das Fruchtfleisch von 3 Nektarinen, geschält und kleingeschnippelt
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
und den Saft selbiger
mit 500 g Gelierzucker 1:3 vermischen und wie oben – nur ohne den Wodka – weitermachen.

Katja

 

Erkenntnis des Tages

Irgendwann fällt dir auf, dass du trotz der ganztägig verstopften Nase und dem steifen Nacken, keine Sekunde darüber nachgedacht hast, heute die Spanischstunde ausfallen zu lassen und dann weisst du, dass irgendwie alles wieder ein bisschen besser sein muss.

Katja

Vorsatzzementierung

Eigentlich wollte ich gerade nur mal gucken, wie wenig ich verstehe, wenn ich mich an ‚El Principito‘ – dem kleinen Prinzen auf Spanisch – versuche. Da ich das Buch aber fast auswendig kenne, ging es doch so überraschend gut, dass ich beschlossen habe, den nicht wieder auf den SUB zu werfen, sondern jetzt jeden Tag ein Kapitel zu lesen. Und weil ich mich und meinen inneren SchweineSchoßhund viel zu gut kenne, verkünde ich das jetzt hier mal laut schwarz auf weiss, um mir selber ein bisschen Druck Mut zu machen, damit ich auch durchhalte.

Es sind 27. Kapitel, ich müsste also am 22. August, falls ich mir selber gelegentlich einen Schlendriantag gönne ohne das Kapitel vor- oder nachzuholen, großzügig gerechnet also am 25. August fertig sein.

Tritte, Pieksen, Anfeuerungsrufe und gelegentliche Nachfragen zur DruckMotivationsförderung gerne gesehen. 😀

Katja

Querida Julia

¡muchas gracias por la grande sorpresa! Me alegro mucho y me faltan las palabras, no sé que sedir.

¡Gracias y saludos afectuosos!

Katja

Neulich in der ersten Spanischstunde

Oder um’s mit Rüdigers Worten zu sagen: Und, wie war es?

Erste Eindrücke:

  • Wie erwartet waren 99,9 % meiner Befürchtungen völlig haltlos und übertrieben. Ich habe es überlebt, gut sogar.
  • Die Spanischlehrerin stammt aus Mexico und als sie die ersten Blätter verteilte, fiel mir auf, dass ihre Hände leicht zitterten. Links neben mir saß eine Frau, die so nervös und verschüchtert wirkte, wie es in mir aussah. Beides hat mir direkt gut getan, weil ich gemerkt habe, dass ich ja gar nicht alleine mit Ängsten und Unsicherheit zu kämpfen habe.
  • Ich glaube, mir ist es ganz gut gelungen, die Angst nicht nach aussen zu tragen. Beim Zahnarzt habe ich zwar gute Erfahrungen damit gemacht, direkt damit rauszupoltern, dass ich unter einer Angststörung leide, bei dem Kurs ist es mir aber natürlich lieber, wenn das niemand merkt.
  • Es waren viel mehr Leute im Kurs als ich für das kleine Nachbar-Kaff, in dem er stattfindet, erwartet hätte. Im Nachhinein ist das aber sehr gut so, weil es die Chance erhöht, dass auch für Folgekurse noch genügend Anmeldungen erfolgen. (Wenn ich Spaß dran finde, will ich natürlich auch gerne bis zu einem brauchbaren Niveau weiterlernen.)
  • Die meisten Kursteilnehmer sind in Zweiergrüppchen eingetrudelt / angemeldet. Das hatte ich vorher schon befürchtet. Dass das auch ein Zeichen von Unsicherheit sein kann, sich nicht alleine auf so einen Kurs einzulassen, da musste mich vorhin erst ein Freund drauf stubsen. Ich fühle mich gerade mutig. 🙂
  • Spanisch klingt toll! Und ich glaube, die Aussprache wird einfacher als das Zungengeknote bei meinen Anfängen in Französisch.
    Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich mittlerweile einfach traue, diese fremdklingende Aussprache auszuprobieren. Ich glaube, 12, 13 war ein denkbar ungünstiges Alter, um in gemischten Klassen, eine neue Fremdsprache zu lernen. :mrgreen:
  • Die Leute machen aus spannenden Motiven Spanischkurse. Am beeindruckendsten fand ich wohl die Frau, die Spanisch lernen will, um die Bücher lesen zu können, die ihr Vater auf Spanisch geschrieben hat. Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, ihr Vater ist aber wohl Südamerikaner.
    Und den Mann, der in Peru geboren wurde und 5 Jahre dort lebte bevor er von Deutschen adoptiert wurde und der jetzt auf der Spur seiner Wurzeln auch die Sprache (wieder)erlernen möchte, in der er seine ersten Worte gesprochen hat.
    Erzählt habe ich dort von meinem letzten Urlaub und dass dort niemand Englisch oder Deutsch konnte und dass ich mich ins Land verliebt habe und mich gerne verständigen können möchte. Dass ich damit nicht mal die Hälfte der Wahrheit erzählt habe, hat mich nicht mal gestört. Ich hatte nicht das Gefühl, bei den spannenden Motiven mithalten zu müssen.
  • In VHS-Kursen, das habe ich früher schon beobachtet, wenn ich mal einen gemacht habe, trifft eine überaus bunte Menschenmischung aufeinander. Alleine altersmäßig liegen geschätzte 40 Jahre zwischen ältester und jüngster Teilnehmerin.
  • Wir haben zusammen gelacht, gleich mehrfach. 🙂
  • Ich kann auch solche Situationen ohne Zigarette überstehen, lustigerweise vielleicht sogar besser als mit. Vorher graute mir schon davor, immerhin wollte ich, um sicherzugehen, nicht zu spät zu kommen, ordentlich rechtzeitig losfahren und bei der Erinnerung wie sowas früher war, fiel mir ein, dass ich dann solche Wartezeiten rauchenderweise überstanden habe. Und zwar eine nach der anderen. Hektisch irgendwo im kalten stehend durchgezogen und dann, trotzdem ich so pünktlich war, auf den letzten Drücker eintrudelnd, weil ich ja nur schnell doch noch eine halbe Kippe gegen die Nervosität rauchen musste.
    Gestern war ich fast 15 Minuten zu früh im Raum, habe aber vor lauter „Guten Abend. Ist das der Spanischkurs“-Unterbrechungen, nicht mal mein extra mitgenommenes Buch ausgepackt.
    Kein Herzrasen, von den vielen hektisch gerauchten Zigaretten. Keine Atemnot, von den in letzter Minute hochgestürmten Treppen. Kein Nikotingestank, für den ich mich hätte schämen müssen. Das war ziemlich gut.
  • Das Wissen über eure gedrückten Daumen und die Aufmunterungen vorher, haben echt gut getan und beim selber an mich und vor allem meinen Mut glauben geholfen. Vielen Dank dafür!

Ich bin gespannt wie’s weitergeht!

(Yo me llamo) Katja