Sanch van Nilpferto

Heutzutage ist es kaum noch denkbar, ohne Navigationsgerät auf Reisen zu gehen. Wo man früher als Beifahrerin den Atlas auf dem Schoß hatte oder unförmige Landkarten ent- und wieder zusammengefaltet hat, kann man jetzt lässig entspannt zurückgelehnt sitzen und den freundlich einlullenden Anweisungen des Navis lauschen.

Komplett einlullen sollte man sich allerdings doch nicht lassen, denn mitunter ist es im Ausland überaus unterhaltsam, was die Navistimme da hervorbringt, wenn der freundliche Computermann wieder mal versucht, die Ansagen in landessprachlicher Betonierung* zu machen.

„Fahren Sie rechts Richtung Franzi.“

„Biegen Sie im Kreisverkehr rechts ab in Richtung Pferto.“

„Fahren Sie in 600 Metern links in Richtung Port Ogall.“

„Nehmen Sie die nächste Abfahrt. Fahren Sie ab in Richtung Hülva.“

„Fahren Sie im Kreisverkehr links in Richtung Sanch van Nilpferto.“

Wenn man sich das als Beifahrer eine Weile lang anhört, kommt man gar nicht mehr in Versuchung einzuschlafen. Immerhin hat man auch genug damit zu tun, die schönsten Lapsus schnell zu notieren und den Fahrer zu beknien, dass er da dringend nochmal langfahren muss, damit man auf dem Schild nachlesen kann, wie dieser Sanch van Nilpferto denn nun tatsächlich heisst. 😀

Katja

(*Das ist mein Lieblingsaussprachefehler meiner Spanischlehrerin, die irgendwann in einem der ersten Kurse mehrfach von falscher Betonierung sprach und uns gestenreich erklärte, wie man auf Spanisch richtig betoniert.)

 

 

 

 

(Franzi = Francia = Frankreich, Pferto = Puerto = Hafen, Port Ogall = Portugal, Hülva = Huelva (im Spanischen wird jeder Buchstabe einzeln nacheinander betoniert), Sanch van Nilpferto ❤ = San Juan del Puerto)

Ganz schön spät dran…

…bin ich (allerdings nicht aus Versäumnis- sondern gesundheitsbedingten Gründen) mit meinem Dezemberheader, denn immerhin ist heute schon der 8.

Das ist übrigens eine Stelle, an der ich immer zögere und zweifle, ob ich nicht einen zweiten Punkt machen müsste, denn der erste steht ja schon, um die schnöde Zahl zur Ordnungszahl zu erheben. Aber ich meine auch, mich zu erinnern, irgendwann gelernt zu haben, dass im Deutschen keine zwei Satzzeichen hintereinander stehen dürfen und das ist der ordnungszahlstiftende Punkt ja ausserdem auch noch, also ein Satzzeichen. Die Spanier sind da übrigens ganz anders, da können Satzzeichen gerne mal zu zweit hintereinander auftauchen, zB wenn mitten im Satz eine Frage beginnt. Dann wird der Rest des Satzes durch ein Komma abgetrennt und dann steht das einleitende umgedrehte Fragezeichen mitten im Satz rum.

Wunderbarerweise liefert mir das Geschwurbel über Satzzeichen jetzt auch direkt eine gute Überleitung zum neuen Headerfoto, denn das ist, wie auch das vorherige, im diesjährigen Spanienurlaub entstanden. Wir waren in Punta Umbria und das ist ganz in der Nähe von Huelva, wo der Rio Tinto in den Rio Odiel fließt, nur um dann, ein kleines Stück weiter, zusammen in den Atlantik zu münden. Das Foto oben ist ganz in der Nähe dieses Zusammenflusses von Rio Tinto und Rio Odiel aufgenommen und kurz nachdem es entstanden ist, hatten wir den ersten größeren verletzungsbedingten Wendepunkt dieser Reise. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die hier vielleicht ein andermal ihren Platz findet.

(Alle früheren Header finden sich übrigens auf dem Hutständer des Blogs.)

Katja (wieder ab in Richtung Bett, um die Erkältung zu kurieren)

Tinto de verano

Als ich zum ersten Mal gelesen habe, dass ein in Spanien beliebtes Mixgetränk, der Tinto de verano (wobei Tinto die gängige Bezeichnung für Rotwein ist und ‚de verano‘ des Sommers bedeutet) eine Mischung aus Rotwein und Zitronenlimo ist, habe ich ziemlich angewidert geguckt. Als ich dann, in einem Anflug von ‚jetzt biste schon so oft hier gewesen, jetzt probierste das endlich mal‘ im letzten Jahr zum ersten Mal einen Tinto de verano getrunken habe, war ich überaus positiv überrascht, denn das schmeckt viel besser als es zunächst einmal klingt.

Tinto de verano ist leicht und frisch und auf Eiswürfeln, wie er fast immer serviert wird, auch überaus erfrischend. In diesem Jahr hat sich das für mich häufig als Getränk erster Wahl herausgestellt, wenn wir in den Städten unterwegs waren. Für Wein war es mir meist entweder zu früh am Tag oder deutlich zu heiss.

Über meine Begeisterung über das ‚ir de tapas‘ oder auch ‚tapear‘ hatte ich hier schon geschrieben. (Da gibt es auch ein Rezept für eine meiner Lieblingstapas, die Tortillas de Camarones.) Beide Bezeichnungen meinen das gleiche: von Bar zu Bar zu ziehen, überall eine Copa (ein Glas) zu trinken und dazu Tapas zu essen. Der Name dieser oft köstlichen Kleinigkeiten verrät auch ihren Ursprung – oder zumindest eine der Legenden über ihren Ursprung. So soll es in Sevilla (wo die Tapas herkommen) üblich gewesen sein, alkoholische Getränke mit einem Deckel, der mit Oliven beschwert wurde, um das Wegfliegen zu verhindern, vor Fliegen zu schützen. Nach und nach entwickelten sich immer kunstvollere und schmackhaftere Tapas – oder „Deckel“, denn das ist eine weitere Bedeutung des Wortes.

Aber eigentlich erzähle ich das gerade nur, um den Bogen zum neuen Blogheader zu bekommen. Der stammt nämlich vom dritten Abend unserer kürzlichen Spanienreise und wir waren dieses Jahr zum ersten Mal einen ganzen Tag in meiner spanischen Lieblingsstadt und haben auf der Hinreise dort übernachtet, um auch mal abends durch die Straßen schlendern zu können. Die Küste ist doch noch über 100 km entfernt und wenn wir in früheren Jahren ’nur‘ zu Tagesausflügen in Sevilla waren, waren wir abends meist so erledigt, dass wir keine Muße mehr gehabt hätten, noch durch die Kneipen zu ziehen.

Das Foto im Header stammt von diesem Abend, von einer Bar, ganz in der Nähe der Kathedrale, wo wir unsere Tour durch die Bars begonnen haben.

Schön war’s!

Spanien2014

Katja

Ich bin wieder da!

Es ist fast in jedem Herbst das gleiche. Wenn ich aus Spanien zurückkomme, fühlt es sich doch so an, als bliebe ein Teil von mir dort. Dort in der Sonne. Dort am Strand. Dort mit den Zehen im warmen Sand. Dort mit den Augen in der blauen Weite, wo Meer und Himmel sich begegnen. Dort mit dem Kopf in alter Geschichte, Architektur und Kultur.

Und in jedem Jahr ist da dieses seltsame Gefühl in mir, das alles noch ein bisschen länger festhalten zu können, wenn ich nur so tue als sei ich noch dort. Und dann stürze ich mich in den ersten Tagen in Geschäftigkeit, packe alles aus, wasche etliche Maschinen schmutziger Wäsche und räume die saubere Wäsche zurück in die Schränke, suche Platz für die neu mitgebrachten Dinge und vermeide fast alle Kommunikation. Kein Anruf bei der Familie, dass ich wieder da bin und zum Glück wissen die selten so genau, wann ich wieder zurück sein wollte. Kaum Zeit am Rechner, kaum Twitter, kein Blog.

Fast so als wäre ein „ich bin wieder da“ so lange nicht wahr bis es ausgesprochen ist. Als könnte ich Spanien, Sommer, Sonne, Meer und alles was dazu gehört, ein bisschen länger festhalten, wenn ich nur niemandem sage, dass ich wieder zurück bin.

Aber so richtig funktioniert das ja auch nicht, denn zB friere ich, seit wir Donnerstag Abend wieder zuhause angekommen sind. Trotz – dank programmierbarer Thermostate – vorgeheizter Wohnung, trotz warmer Klamotten. Mir fehlt die Sonne, mir fehlt die Helligkeit der Costa de la Luz, der Küste des Lichts, die nicht umsonst diesen Namen hat und mir fehlt die Wärme, auch wenn es in diesem Jahr mit teilweise an die 40°C-Marke ran eigentlich deutlich zu heiss für mich war.

Aber das ist auch so eine schräge Sache: bei solchen Temperaturen von 35°, 37°,… da würde ich zu Hause in der abgedunkelten Wohnung vorm Ventilator sitzen und mir wäre jede Bewegung zu viel und Rausgehen käme schon mal gar nicht in Frage. Anders in Spanien, da stapfe ich auch bei dieser Hitze den ganzen Tag draussen rum und fluche zwar auch ein bisschen über die Höllenglut, aber nichts würde mich dort drinnen halten.

Jetzt aber… lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin wieder da!

Und auch wenn der diesjährige Urlaub unser bisher unfall- und pannenträchtigster war und wir an Verletzungen einiges wegzustecken hatten und so ungeplant viel mehr am Strand rumlagen als dass wir uns, wie eigentlich geplant, Dinge angesehen hätten und auch wenn das, weil dauernd wieder etwas neues Blödes passiert ist, weniger erholsam war, als es hätte sein können und wir jetzt dringend ein bisschen Urlaub brauchen könnten, war es doch wieder eine sehr schöne Reise! Wir hatten ein Superferienhaus, so dermaßen direkt an einem phantastischen Strand, dass man bei geöffneten Fenstern Tag und Nacht das Wellenrauschen im Ohr hatte und ich (die ich seit vielen Jahren von Schlaflosigkeit geplagt bin) habe dort so gut geschlafen wie wohl seit über 10 Jahren nicht mehr. Und wenn ich irgendwann Zeit und Muße habe dann gibt es hier auch mehr über die Reise zu lesen und zu sehen!

Nochmals von Herzen ❤ vielen Dank an meine sämtlichen Gastblogger*innen! Ich lose auf jeden Fall in der kommenden Woche die/den Gewinner*in unter euch aus!

Meine Lieblingsbeschäftigung: Stundenlang auf's Meer gucken (Symbolbild)

Meine Lieblingsbeschäftigung: Stundenlang auf’s Meer gucken (Symbolbild)

Katja

 

 

Wenn zwei in Spanien…

…spontan den gleichen Ohrwurm aus den 70ern haben, könnte es daran liegen:

image

Im Wagen vor mir fährt ein junges Schäfchen.
Es fährt allein und es scheint hübsch zu sein.

(Die Jüngeren mögen bitte nach dem Titel googeln. Ich bekomme es mit der App leider auf die Schnelle nicht hin, ein Video einzubinden.)

Katja

Ich bin dann mal weg

Zugegebenermaßen ist der Titel dieses Blogeintrages einer meiner Lieblingstitel und er taucht auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit hier auf. Seit ein paar Jahren tut er das zumindest immer im Herbst, fast immer im Oktober – quasi der besten Zeit, um nochmal richtig Sonne zu tanken, die Füße in warmen Sand zu graben und Meerluft zu schnuppern.

Jetzt ist alles verpackt und ins Auto verladen, die Blumen sind gegossen und die Heizungsventile so programmiert, dass die Wohnung hoffentlich bei unserer Rückkehr ausreichend warm ist, damit wir nicht gleich zu sehr frieren.

Hier geht’s übrigens lang:

route_2014

(Karte und Route erstellt mit google maps)

Am süd-westlichsten Punkt der Route, nicht weit von der portugiesischen Grenze entfernt, liegt das ausgeguckte Ferienhaus. Aber bis wir dort ankommen dauert es noch ein paar Tage.

Mal sehen, ob und wie ich Lust und Zeit finde, gelegentlich von unterwegs zu bloggen, auf jeden Fall gibt es – so die Technik denn mitspielt – auch aus Spanien mein tägliches Foto auf dem anderen Blog zu sehen. Seht’s mir bitte nach, falls ich nicht dazu komme, Kommentare zu beantworten. Das macht mit der WordPress-App wenig Spaß, ich bekomme es nicht hin, dass die meinen Login zum Kommentieren mal dauerhaft frisst und ich muss bei jedem einzelnen Kommentar die Daten neu eingeben.

Hier wird es aber, egal ob ich mich von unterwegs melde oder nicht, alles andere als ruhig werden, denn im Dashbord liegt eine ganze Menge geplanter Artikel – die Gastartikel meiner Sdfmsid-Aktion.

Habt viel Spaß damit! 🙂

Und ansonsten: lasst es euch so gut gehen, wie nur möglich!

Jetzt geht’s los! Bis bald,

Katja