Tag 4/44

Ich will Sommer. Ich will bis spät abends im Shirt draußen auf der Terrasse sitzen und Rotwein trinken. Mit geöffneten Scheiben, laut aufgedrehter Musik und wehenden Haaren im Auto fahren. Ich will morgens keine Socken anziehen müssen und die Haare lufttrocknen lassen können. Ich will Wassermelone aus dem Kühlschrank essen – nicht ohne vorher „ich habe eine Wassermelone getragen“ zu sagen – und über die Hitze fluchen. Ich will rund um die Uhr das Küchenfenster geöffnet lassen, so dass die Magnolie davor Teil meiner Küche wird. Ich will Spaghettieis essen und mich in den Sand am Rheinstrand fallen lassen. Ich will den Duft von frisch gemähtem Gras riechen und die schwere Süße der Rosen im Vorgarten, wenn ich zum Briefkasten gehe. Ich will Spargel und Erdbeeren von den Feldern vorm Ort kaufen und mich über die zahlreichen Regenbögen freuen, die in der Wasserfontäne der Felderbewässerung im Sonnenschein entstehen. Ich will den Geruch von Sommerregen auf staubigem Asphalt tief einatmen und auch den im Wald nach einem Regenguss. Ich will draußen vom Platzregen überrascht werden und ihn als herrliche Erfrischung empfinden und dann kurze Zeit später, doch lachend drüber fluchen, weil ich nix mehr durch die nassgeregnete Brille sehe und natürlich kein Brillenputztuch dabei habe.
Und dann will ich auch noch all diese Sommerdinge mit Menschen, die ganz und gar nicht pandemiekonform sind, aber viel mit gemeinsamem Grillen und/oder Essen, Lachen, Kaffee trinken in der Sonne, Reden, Wein trinken, Spazierengehen zu tun haben.

Ich will Sommer und ich will die Leichtigkeit zurück und diese Schwere endlich loslassen.

Katja

Eyo was geht?

Von den Nachbarn dringt noch seltsamere Musik als üblich durch’s Fenster herein und ich hatte heute zum ersten Mal seit langem fast den ganzen Tag über kalte Füße, weil ich seit Wochen so dermaßen im „zuhause bin ich nur barfuß unterwegs“-Modus bin, dass es wirklich lange dauerte, bis ich auf die Idee kam, dass ich mir ja auch einfach Schuhe oder eventuell sogar Socken anziehen könnte. So vernarrt ich den Rest des Jahres in meine mittlerweile wirklich vielen bunten Sockenpaare bin, so sehr genieße ich die Wochen und Monate im Sommer, in denen ich keine zu tragen brauche. Der erste Tag im Jahr ohne Socken ist für mich immer so ein klares Indiz für Sommer. Ähnlich wie der erste Tag, an dem man mit zwei geöffneten Autofenstern durch die Gegend brausen und die Frisur vom Wind richten lassen kann, aber vielleicht sogar noch ein bisschen sommeriger, weil ich an den Füßen wirklich recht schnell friere und wenn die so warm sind, dass ich barfuß laufen kann, dann MUSS ja quasi Sommer sein, das geht gar nicht anders, man könnte den auch so definieren.

Und wenn er hier jetzt langsam zu Ende geht, kann ich bei dieser Definition dann auch direkt sagen: in etwas über 4 Wochen brechen wir auf und fahren in den Sommer, der Sonne hinterher, denn in der Gegend, in die es uns verschlägt ist definitiv noch Sommer. Momentan herrschen da tagsüber gerade noch Temperaturen bis in die Enddreissiger. Ganz so heiß ist es hoffentlich in 5 Wochen nicht mehr, ich will ja nur barfuß laufen, nicht gegrillt werden. Nachdem wir heute geduldig etliche Stunden investiert hatten – dafür war das triste, kalte Regenwetter natürlich ideal – haben wir endlich auch alle Zimmer für die Übernachtungen auf der Route zusammen. Das war dieses Mal aus nicht greifbaren Gründen komplizierter als bei den letzten Reisen, oder naja, vielleicht ist es deswegen komplizierter geworden, weil wir mehr Erfahrungen damit haben, was für Möglichkeiten es so gibt. Aber jetzt haben wir alle zusammen – 5 an der Zahl – und jetzt kann’s quasi losgehen! Also bald. Ich freu‘ mich wie verrückt darauf! \o/

 

Katja

Sommer ist für mich…

…unter anderem, wenn sich die Puschelpopos auf Sonnenblumen tummeln und sich mit Blütenstaub einsauen. Noch ein paar Fotos vom Ausflug zum Sonnenblumenfeld.

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Katja

Sommerduftkonserve

Der süße Duft, den Erdbeeren abgeben, wenn sie von der Sonne aufgewärmt sind.

Frisch gemähtes Gras durch’s geöffnete Fenster.

Knoblauch, Thymian und fruchtiges Olivenöl, in dem Oliven marinieren.

Sommerfliederduft, der in der Nase kitzelt. (Oh, ein Schmetterling!)

Grillgeruch, der aus dem Nachbargarten rüberzieht.

Und dann fast schon erlösend: der Duft vom eigenen Grill.

Süß. Sehr reife Wassermelone. Eisgekühlt.

Am Abend ein Hauch von Lavendel, vom Wind getragen.

Zitronig im Glas und von der Mückenabwehrkerze.

Nochmal süß: der blubbernde Marmeladentopf auf dem Herd.

Sommerregen auf heissem Asphalt.

Frische Kräuter: Rosmarin, harzig. Thymian, Basilikum.

Sonnencreme auf sonnenwarmer Haut.

Nachts, die kühle Frische eines Gewitters – tief einatmen.

(Nicht explizit Sommer, einer meiner ganzjährigen Lieblingsdüfte: die leicht salzige, leicht fischige Brise, die vom Meer kommt. Im Sommer riecht sogar manchmal der Rhein so.)

*

Ich habe ein unheimlich gutes Geruchsgedächtnis und kann mir, wenn ich die Augen schließe und tief einatme, viele Gerüche so intensiv vorstellen als würde ich gerade daran schnuppern.

Hier zum Nachriechen für die kalte Jahreszeit aufbewahrt und damit ich nicht vergesse, sie noch ein paarmal tief ‚in echt‘ einzuatmen, so lange das geht. Was fehlt noch? Wie riecht Sommer für dich?

Katja

Es gibt da bestimmt auch so Kurse für!

Einen guten Cocktail mixt man nicht alleine dadurch, dass man die richtigen Zutaten zusammen in ein Glas kippt.
Es muss schon auch das richtige Mengenverhältnis und (zumindest meistens) gut vermischt sein.

Lieber Sommer, ähnlich verhält es sich ja mit tollem Sommerwetter.

Katja

~summer~ (nT)

(Klick macht groß)

sonnenblitzerKatja

Strandfeeling

Zeit für einen neuen Header! Irgendwie bekomme ich das gar nicht mehr hin, den wirklich monatlich zu wechseln – nicht, weil ich nicht daran denken würde, sondern meistens, weil mir die Zeit wegrennt und bevor ich dazu käme, ist der halbe Monat rum. Irgendwie komme ich gerade auch viel weniger zum Bloggen als mir eigentlich lieb wäre. Im Kopf ist so viel los, nur die Zeit, es in Worte zu fassen fehlt mir andauernd.

Gestern war ich beim Einkaufen zwischen zwei Läden kurz am Rhein, seit langem wieder mal an meiner Lieblingsstelle. So schön! Seichte Wellen und es roch sogar ein bisschen nach Meer. Weil es dort zwei kleine Sandstrände gibt, ist bei schönem Wetter leider immer viel los (im Winter habe ich die Stelle oft für mich alleine). Gestern habe ich dort dann zum ersten Mal tatsächlich Leute im Rhein baden sehen. Das hatte dann schon sehr was von Strandfeeling.

Weil mir gerade so sommerlich ist und ich ausserdem in ein paar Tagen für ein paar Tage unterwegs bin und unter anderem ganz echtes Strandfeeling am Meer mitbekommen kann, gibt’s jetzt auch ein sommerliches Hütchen für’s Blog. 🙂
Das Foto ist gestern am Rhein entstanden und weil ich es in Gänze und nicht nur als Header-Ausschnitt noch lieber mag, hier mal die vollständige Version davon:

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Und noch eines:

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Katja