Selbstbesinnung

Es gibt Menschen, die schreiben so schöne Texte in ihre Blogs, dass ich beim Lesen einen dicken Kloß in den Hals bekomme und ehrfürchtig erstarre. So sehr, dass ich mich nicht mal traue, ihnen zu sagen, wie großartig sie schreiben. Oft passiert das bereits nach wenigen gelesenen Einträgen. Weil das, was sie schreiben und vor allem wie sie es schreiben, bei mir so dicht in Bilder gepackte, mit Worten verschnürte Gefühle abliefert, dass ich kaum noch weiteratmen kann. So greifbar werden diese Menschen (oder eigentlich eher diese Gefühle), die diese Texte schreiben durch diese Texte. Greifbarer als sich mein eigenes Leben manchmal anfühlt.

Und wenn das passiert und ich wieder einmal solch großartige dicht packende Texte lese, will ich eigentlich nie wieder auch nur drei Sätze in die eigene Tastatur hauen, so unzulänglich und stümperhaft fühle ich mich, so unfähig die richtigen Worte in richtigen Sätzen zu formulieren, so begrenzt in meiner Ausdrucksfähigkeit.

Und dann muss ich mir selber gewaltig feste auf die Füße treten und mich wieder auf den Boden zurückholen und mir klar machen, dass ich hier nicht schreibe, um besonders toll schreiben zu können und nicht um irgendjemanden so berühren zu können, wie es diese Menschen mit ihren Worten bei mir tun (auch wenn ich wohl meinen rechten großen Zeh dafür hergeben würde, wenn ich so schreiben könnte), sondern um ein bisschen mehr ich selber zu werden und vor allem rauszufinden, wer ich überhaupt bin. Und dafür genügt mein Gestümpere und meine Unzulänglichkeit, denn das gelingt mir seit ich hier schreibe immer wieder und auch immer besser. Und das ist doch genau das, was mir wirklich wichtig ist. Mehr wäre bloß noch Eitelkeit.

Die neueste großartige Entdeckung, die mir einen solchen Kloß im Hals gemacht hat findet sich hier.

Katja

Gedankenblitz

Es ist ein saucooles Gefühl, ein zweifelndes „Was mache ich hier überhaupt? Das ist so sinnlos.“ zum ersten Mal seit sehr langer Zeit mit einem „Ja und? Was juckt dich’n das gerade? Du wirst dafür bezahlt!!!11einself“ abzuwürgen. :mrgreen:

Katja