Liebe Shampoo-Hersteller

…, wir müssen mal reden!

Ich war wirklich zufrieden mit meinem Shampoo, dann habt Ihr der Flasche ein neues Design verpasst, das zwar sehr stylish aussieht, aber seitdem bekommt man den Verschluss mit nassen Händen kaum noch auf. Also vielleicht ginge das noch, hätte man Mörderfingernägel. Die habe ich aber nicht und möchte sie mir aus Shampooflaschenöffnungsgründen auch nicht zulegen.

Ich gebe es zu, ich bin echt eingefahren in manchen Dingen und ändere nicht so gerne meine Gewohnheiten, aber irgendwann hatte ich mich dann ausgiebigt genug geärgert (ich glaube, ich hatte darüber sogar schonmal gebloggt, find’s aber gerade nicht wieder)  und habe mir dann schweren Herzens eine neue Haarshampoomarke gesucht und so nach der zweiten oder dritten Flasche war ich gar nicht mehr so böse über den Wechsel, weil meine Haare dann doch ein bisschen fluffiger waren als mit der alten Sorte.

Aber dann, so schnell schon, habt Ihr – aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen – der Flasche ein neues Design verpasst. Das sieht jetzt nicht mal unbedingt toller aus als das alte – wobei ich mich zugegebenermaßen mit hippem Design nicht so wirklich auskenne.

Was die neue Flasche allerdings auch hat, ist ein härterer Kunststoff. Zusammen mit der neuen Flaschenform, der Konsistenz des Shampoos – und noch schlimmer der Spülung, die um einiges zähflüssiger ist – und der kleinen Öffnung sorgt das dafür, dass man, selbst wenn die Flasche kopfüber gelagert wird, quasi kurz nach Entnahme der ersten Hälfte des Inhalts eigentlich zwei Hände und immense Kraft bräuchte, um an den restlichen Inhalt zu kommen. Wenn man allerdings zwei Hände zum Rausdrücken braucht, fehlt einem eindeutig die dritte Hand, um das Shampoo aufzufangen. Man kann es natürlich erst mal auf’s Knie drücken, die Flasche wegstellen und es dann von dort mit den Händen aufklauben, aber dafür ist es dann leider doch ein bisschen zu flüssig. Und man könnte es vielleicht auch direkt auf die nassen Haare drücken, aber mir fehlt da ehrlich gesagt das Gespür, um eine sinnvolle Mengeneinschätzung zu tätigen und wenn ich am gestreckten Arm überm Kopf rumwurschtele fehlt mir dann auch schon wieder ein bisschen Kraft, die ich zum Drücken der Flasche bräuchte

Sagt mal, was macht Ihr denn nur? Sitzt Ihr da in der Runde um einen großen Konferenztisch rum und guckt Euch die neuen Flaschen in diversen Meetings nur auf Flipcharts und in Power Point Präsentationen an, bevor Ihr ein neues Design am Markt einführt oder nehmt Ihr die auch mal in die Hand? Oder noch besser: testet die tatsächlich mal irgendjemand? Und damit meine ich jetzt nicht unter Laborbedingungen, möglichst noch mit Handschuhen, die Grip verleihen sondern mit nassen, rutschigen Händen unter einer Dusche, im natürlichen Lebensumfeld einer normalen Shampooflasche. Kann doch echt nicht sein, dass ich mir jetzt schon wieder eine neue Marke suchen muss.

(Ja, ich weiss. Eigentlich liegt’s sicher an mir und meinen motorischen Fähigkeiten. 🙄 )