How to make a tasty Thermoskannen-Schnaps

Es ist schon eine Weile her, als ich ein bisschen angeschickert und überaus begeistert über den Schnaps aus der Thermoskanne bloggte, den es in einem Balkan-Restaurant in der Kleinen Stadt nach dem Essen gab. Danach besorgten wir voller Enthusiasmus Slivovic und Kruskovac und mixten und mixten und mixten – eine Mischung ekliger als die andere! Wir konnten einfach nicht dahinter kommen, wieso das Zeug im Restaurant so dermaßen gut war und wir es einfach nicht hinbekamen.

„Zu scharf.“ „Viel zu süß.“ „Das schmeckte dort doch ganz anders, hatte eine ganz feine Süße.“

Irgendwann im letzten Sommer waren wir nochmal da und ich fragte den Chef nach seiner Mischung. Der hielt sich, was die Mengen betraf, komplett bedeckt – ich weiss nicht, ob er’s mir nur nicht verraten wollte oder ob er wirklich immer nur ganz frei Schnauze zusammenmixt. Was er aber machte: er verriet mir seine Geheimzutat. Aber da war’s heiss und ich nicht in der passenden Laune, größere Testreihen mit heissem Schnaps durchzuführen, um ein Rezept rauszuknobeln.

Sonntag Abend waren wir wieder mal dort essen und nachdem wir schon bezahlt hatten, kam der Chef mit 2 Gläsern Julischka an den Tisch und ich habe zu Hause nicht mal die Schuhe in die Ecke gefeuert, sondern nur fix die Jacke ausgezogen und mich direkt an den Herd gestellt, so lange der Geschmackseindruck noch so frisch war.

Dies ist das Rezept, das dabei rausgekommen ist und das ist in warm ein verdammt leckeres Stöffchen und kommt geschmacklich ziemlich nahe an das ran, was die dort aus der Thermoskanne auf der Theke ausschenken.

Man braucht dafür:

50 g Zucker
300 ml Wasser
300 ml Slivovic
100 ml Kruskovac

Und so geht’s:

Den Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen und unter Rühren hellbraun karamellisieren. Währenddessen das Wasser im Wasserkocher oder einem weiteren Topf kochen. Ist der Zucker komplett karamellisiert (Vorsicht, dass er nicht zu dunkel wird!), das heisse Wasser dazukippen (Vorsicht! Das zischt wie Hölle und es steigt sehr heisser Dampf auf!), die Herdplatte runterdrehen und das Karamell noch so lange köcheln lassen, bis es komplett im Wasser gelöst ist. Dann den Herd ganz ausschalten und Slivovic und Kruskovac dazugeben.

Bei uns hatte der Julischka so eine gute Trinktemperatur, aber da wir natürlich nicht alles auf einmal getrunken haben, habe ich den Rest in kleine saubere Flaschen abgefüllt. Wenn man den dann wieder erhitzt, sollte man aufpassen, dass er nicht zu heiss wird bzw. auf keinen Fall kocht, sonst verdunstet der Alkohol.

Živjeli!

Katja

Zum ersten Mal #6

… nachdem es im Restaurant zur Rechnung einen Schnaps gab, nach dem Bezahlen an die Theke marschiert und dort grinsend im Stehen noch einen weiteren bestellt und getrunken. Heisser Slivovitz mit Birnenlikör, was, wie ich mittlerweile herausgefunden habe, einfach das Rezept für Julischka ist. Nur dass er selber gemixt extrem viel leckerer schmeckt als alle fertig zu kaufenden, die ich je probiert habe. Der stand übrigens in einer großen Thermoskanne und in sehr heiss, also vermutlich frisch zubereitet, direkt auf der Theke und es war auch das erste Mal, dass ich Schnaps aus einer Thermoskanne getrunken habe. Das sollte man ja vielleicht häufiger mal machen.

Sicher war es aber nur ein Zufall, dass wir dort zwar schon ein paar Mal waren, aber noch nie so dermaßen freundlich verabschiedet wurden. :mrgreen:

#hicks

Katja