52 Bücher, Teil 7

Kochbücher lautet das aktuelle Thema des monsterschen Bücherprojektes und das ist ja ganz klar, dass ich dabei wieder mal am Start sein muss.

Ich hatte vor langem hier schon einmal erzählt, dass ich es schon seit meiner Jugend liebe, Kochbücher zu kaufen und darin zu blättern und wenn ich mich nicht gewaltsam mäßigen würde, wären das noch mehr als es so schon sind. Obwohl ich bis vor 2 Jahren so gut wie nie nach Rezept sondern fast immer nur frei Schnauze gekocht habe.

Aus all den vielen Kochbüchern in meinem Besitz ist eines ganz herausragend und das ist ‚ganz & einfach, Tempofrei kochen‘ von Dieter Mo0r und Sabine Schneider. Im Januar hatte Corina über das Buch gebloggt und als ich ihren Blogartikel noch nicht zur Hälfte gelesen hatte, war mir schon klar, dass ich das Buch unbedingt haben muss. Ein paar Tage später stand ich dann in der örtlichen Buchhandlung und hab es direkt gekauft und seitdem schon etliche Rezepte daraus getestet. Mein bisheriger Favorit der getesteten Rezepte sind die Kasknepfle, die sich im Mund so sanft und samtig anfühlen und einfach auf der Zunge zergehen. Hier hatte ich das von mir etwas abgewandelte Rezept gebloggt.

Was das Buch aber ausser den Rezepten, die durchweg bodenständig sind und eher aus der Bauernküche stammen als im feinen Sternetempel zu finden sind und die auf frische Gartenkräuter statt Trüffelschäumchen setzen, so besonders macht sind die Texte und Geschichten von Dieter Moor, die sich zwischen Sabine Schneiders Rezepten finden. Da geht es fast immer um’s Essen und Erinnerungen an besondere Begebenheiten seines Lebens, die mit Essen zusammenhängen. Das, zusammen mit den Rezepten und den rustikalen Bildern, bei denen einem das Wasser im Munde zusammenläuft, macht für mich das Buch zu einem echten Schätzchen, in dem ich immer wieder weiterblättere und lese.

Lesen mag ich das nämlich komplett, inclusive aller Rezepte von vorne bis hinten. Seines großen Formates wegen ist es nichts, was ich so abends im Bett in einem fort lesen würde, daher bin ich immer noch nicht durch. Aber zuviel des Genusses auf einmal geht auch gar nicht. Ich brauche nur 3 Rezepte durchzulesen und kann mich kaum zusammenreissen, nicht direkt in die Küche zu rennen, um das sofort alles nachzukochen.

Frisch und schlicht und einfach und so voller Lebensfreude, Herzblut und Genuss. ‚Ganz & einfach & verliebt‘ hatte Corina ihren Artikel damals benamst und das unterschreibe ich sofort, weil das von all meinen vielen Kochbüchern dasjenige ist, das zwischen und in den Rezepten ganz viel Liebe und Hingabe vermittelt. 🙂

Ich kann mich gar nicht oft genug für den Tipp damals bedanken. 🙂

Katja

 

Auf der Suche nach dem Käse

Mein erster Gedanke als ich das Rezept der ‚Kasknepfle‘ zum ersten Mal durchgelesen habe war ‚Wo bitte ist denn da der Käse?‘ In Käsekuchen benutze ich das ganz automatisch synonym für Quark (obwohl Käsekuchen ja, da wo ich herstamme, ‚Mattekuchen‘ heisst), aber bei herzhaftem Essen, hat mich das erst mal verwirrt. Und unter Knepfle hätte ich mir auch eher was kleineres vorgestellt, wie eben die kurze Spätzlevariante. Aber ob sie nun Kasknepfle oder Quarknocken heissen, eins ist gewiss: Verflucht, sind die lecker!

Und weil es die jetzt schon zweimal in der heimischen Küche gab, hier das Rezept. Bei solchem Wetter, wie es gerade draussen herrscht – neblig, nieselig und das alles in gefroren – wärmen die Knepfle von innen und hinterlassen ein breites Grinsen im Gesicht.

 

750 Gramm Quark
5 Eier
250 Gramm Mehl
jede Menge Kräuter –  ich hab sie einmal mit frischer Petersielie und jetzt beim zweiten Mal mit einer Tiefkühlmischung italienischer Kräuter gemacht. Die roten Zwiebeln in der Kräutermischung gaben dem ganzen noch einen besonderen Kick
150 Gramm Schinkenwürfel
300 ml Sahne
evtl. eine Hand voll frisch geriebenen Parmesan
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss – am besten alles frisch gemahlen bzw. gerieben

Quark, Eier, Mehl, Kräuter und Gewürze zu einem glatten Teig verrühren. In einem weiten Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, mit zwei Esslöffeln längliche Nocken vom Teig abstechen und ins Wasser gleiten lassen. Den Herd auf kleine Flamme runterdrehen und die Nocken etwa 10 Minuten im heissen Wasser ziehen lassen. Im Originalrezept steht, dass sie fertig seien, wenn sie alle oben schwimmen. Bei mir kommen die aber quasi sofort an die Wasseroberfläche. Ich lasse sie wirklich die 10 Minuten ziehen. Danach sind die Knepfle richtig dick aufgeplustert.

Wenn die Knepfle im Wasser sind, den Backofen auf 180°C vorheizen und eine große Auflaufform einfetten. In einer Pfanne die Schinkenwürfel in wenig Butter und Olivenöl anbraten, die Sahne dazugeben, mit Pfeffer würzen und etwas einköcheln lassen. Wer mag, gibt ’ne Handvoll Parmesan in die Soße, das macht einen etwas kräftigeren Geschmack aus.

Die fertigen Knepfle mit einer Schaumkelle aus dem Wasser fischen und nebeneinander in die Auflaufform setzen. Die Soße drüber geben und für 15 bis 20 Minuten im Backofen überbacken bis die Knepfle die bevorzugte Bräunung haben.

Zusammen mit Salat reicht die Menge lässig für vier.

Das Rezept, das ich ein bisschen abgewandelt habe, stammt aus dem großartigen ‚ganz & einfach‘ von Dieter Mohr und Sabine Schneider.

Katja