Und dann war da noch…

…die fast perfekte Wohnung, inclusive kleinem Garten. -> leider auf der falschen Rheinseite.

…die riesige und vergleichsweise günstige Wohnung mit unfassbar tollem Badezimmer und einem riesigen Raum im ausgebauten Dach. -> zwar richtige Rheinseite, aber leider 10 km zu weit von Darmstadt entfernt.

…die 150 qm Maisonettewohnung mit Kamin und tollem Badezimmer. -> leider ein bisschen zu teuer und ausserdem über Makler angeboten (und die Küche ist unterm Dach, was mich verwöhnte Erdgeschosspflanze beim Gedanken alle Einkäufe 3 Etagen hochzuschleppen ein wenig aufstöhnen lässt)

…die coole Doppelhaushälfte mit Garten in idealer Lage. -> leider nach wenigen Stunden wieder vom Immobilienportal verschwunden.

Also eigentlich bleibt da doch nur* die 300 qm Villa am Rande des Odenwaldes, auf einem Hügel mit Aussicht, Innen- und Aussenpool und diversem anderen hübschen und praktischen Schnickschnack, deren sportliche Kaltmiete von 2.500 € wir sicherlich lässig (*hust*) dadurch gegenfinanziert bekämen, dass ich dort eine Pension betreibe. Dann hätte ich auch endlich regelmäßig Gelegenheit für Gäste zu kochen und ihr ein Ziel, wo ihr in eurem Jahresurlaub viel Geld verprassen könntet. 😀

Katja

(*Ok, ok, weitergucken bleibt natürlich auch noch. Wenn’s denn sein muss!)

Hessisch für Fortgeschrittene

Jawoll! Ihr habt richtig gelesen im Titel. Nach 5 Folgen ‚Hessisch für Anfänger‚, in denen es um eher leichte Vokabeln meines früheren Heimatortes ging, widmen wir uns heute einem etwas komplexeren Thema: der hessischen Grammatik oder zumindest einem Teil davon, nämlich dem Possessiv, jenem grammatischen Kasus, der Besitz anzeigt.

Im Grunde genommen ist das nicht kompliziert und ganz einfach zu lernen.

a) Die Frage nach der Besitzerin / dem Besitzer wird im Hessischen durch den einfachen Satz

„Wem is der / die / das?“

oder im Plural:

„Wem sin die?“

ausgedrückt. Wenn nicht klar ist, auf welches Objekt sich die Frage bezieht, hängt man das einfach an:

Bsp.:

Wem is das Audo?
Wem is der Gadde?
Wem sin die Kinner?

b) Die Anzeige von Besitz erfolgt auch im Hessischen über die Possessivpronomen:

mein Fernseh / mei Mudder / mei Audo – Plural: mei Sogge
dein Fernseh / dei Mudder / dei Audo – Plural: dei Sogge
*die jeweils dritte Person bildet eine Ausnahme und wird weiter unten erklärt
unser Fernseh / unser Mudder / unser Audo – Plural: euer Sogge
euer Fernseh / euer Mudder / euer Audo – Plural: euer Sogge

3. Person Singular:

dem sein Fernseh / dem sei Mudder / dem sei Audo – Plural: dem sei Sogge
dere ihr Fernseh / dere ihr Mudder / dere ihr Audo – Plural: dere ihr Sogge

3. Person Plural:

dene ihr Fernseh / dene ihr Mudder / dene ihr Audo – Plural: dene ihr Sogge

Ihr seht, das ist alles kein Hexenwerk und mit dem Wissen seid ihr dann fast so weit, dass ihr in der Hessischen Provinz überleben könntet. 😀

Katja

 

 

 

Schluss mit der Maßlosigkeit!

Ich schlage für ab sofort und bis in alle Ewigkeit die Einführung einer neuen (Zeit-)Maßeinheit vor, die in logischer Konsequenz natürlich auch nach mir benannt werden muss:

Katja

Wobei 1 Katja definitionsgemäß die kürzeste messbare Zeitspanne zwischen

einer frisch aufgeräumten und sauber gemachten

und

einer direkt wieder schlachtfeldmäßig verwüsteten Küche beschreibt.

Wo muss ich das denn jetzt eintragen lassen? Oder reicht es unter Umständen, das einfach hier festgehalten zu haben?

Katja (nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen. ommm.)

Neulich in Innsbruck

Beim Durchqueren der Innsbrucker Innenstadt bot sich mir vor einigen Tagen dieses hier abgebildete grausame Bild der Tierquälerei:

Gleich zu Dutzenden hatte man die armen Bärchen gezwungen, in die landestypische Tracht der Alpenregionen zu schlüpfen und ich mochte mir gar nicht das Ausmaß des seelischen Schadens vorstellen, das die gepeinigten Bärenseelen davontragen würden.

Doch just als ich dabei war, mein Handy zu zücken, um zuerst das Fellmonsterchen zu verständigen, um mir wortgewaltige Unterstützung im Kampf gegen Seppelhosen zu sichern und anschließend Bärnesty International zur Befreiung der misshandelten Geschöpfe, sprach mich einer der Bären in fast akzentfreiem Hochdeutsch an und versicherte mir, dass das alles seine Richtigkeit hätte und dass sie alle freiwillig, sowohl in dieser Kluft als auch in diesem Körbchen verweilten, da es sich um eine Spezialeinheit der Bärizei handele, die ihrerseits in Undercovermission unterwegs sei, um die tatsächlich gepeinigten Mützentiere zu retten, denen man – man mag sich das Ausmaß der Grausamkeit kaum vorstellen – kalte Metallständer dorthin geschoben hätte, wo sich eigentlich wärmende Kinderköpfe befinden sollten, damit es den Mützentieren nicht zu kalt ist und das natürlich gerade in diesem Sommer, wo keine Mütze ohne wärmenden Kopf rumlaufen und schon gar nicht auf kalten Metallständern rumhängen sollte!

Der Oberspezialagent der Bären bat mich also – unerklärlicherweise auf einmal gar nicht mehr so akzentfrei – mit einem freundlichen ‚Oiso schlaich di!‘ die Undercoverermittlungsarbeiten nicht durch mein auffälliges Verhalten zu gefährden und ein letzter Blick in die Augen eines der Mützentiere zeigte mir, wie dringend ich diesem Wunsch nachkommen sollte!

Katja