Tapeamos

Die Spanier haben ein eigenes Verb dafür, von Bar zu Bar zu ziehen, überall eine ‚Copa‘ (ein Glas) zu trinken und dabei ein paar Tapas* zu futtern und passenderweise heisst dieses Verb ‚tapear‘. Also die Kneipentour im spanischen Sinne.

Das haben wir in diesem Jahr ausgiebig getan, denn wir hatten zum ersten Mal eine Wohnung, die zwar ebenso dicht am Meer war wie ich es liebe – nämlich direkt in erster Reihe – aber hintenraus hatte die Wohnung das große Plus einer gemütlichen andalusischen Altstadt mit einer Menge Bars.

Bei den Tapas gibt es viele Klassiker, die man fast überall bekommt, aber bisher gab es auch je nach Region immer einige Besonderheiten. In Rota, das sehr nahe an Cadiz liegt, sind die Tapas recht fischlastig und uns sind dort zum ersten Mal neben der klassischen Tortilla Española auch Tortillas de Camarones auf der Karte begegnet. Und nachdem wir die erst mal probiert hatten, gab es die häufiger.

Dass es sie tatsächlich nur in der Gegend rund um Cadiz gibt, habe ich aber erst hinterher zu Hause erfahren als ich auf der Suche nach einem Rezept dafür war. Camarones, die uns die Pons-App in Spanien als Krabben übersetzte, sind nämlich eine ganz spezielle Sorte, winziger Gambas, die es nur in dieser Gegend nahe Cadiz gibt. In Ermangelung derer habe ich kleine Nordseekrabben verwendet.

Ein Rezept hatte ich auf einer spanischen Webseite entdeckt und dabei wieder mal festgestellt, dass das so ganz langsam was wird mit mir und der Sprache.

Im Nachhinein hätte es die halbe Teigmenge für die Krabbenmenge, die ich hatte getan. Ich glaube, die Camarones sind deutlich intensiver im Geschmack als die Nordseekrabben. Ich notiere hier also mal direkt die abgewandelten Mengen für’s nächste Mal.

Man braucht dafür:

100 g Krabben oder kleingeschnittene größere Garnelen
50 g Weizenmehl
25 g Kichererbsenmehl
ca. 150 ml Wasser
1/4 – 1/2 TL Salz
1 Zwiebel
1 EL frische gehackte Petersilie
viel Olivenöl zum Ausbacken

Und so geht’s:

Die Zwiebel schälen und sehr fein schneiden. Die beiden Mehlsorten mischen, Salz und Wasser dazugeben und mit einer Gabel verrühren. Zwiebel, Petersilie und Krabben unterrühren und den Teig mindestens eine halbe Stunde quellen lassen.

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In einer Pfanne ca. einen halben Zentimeter hoch Olivenöl erhitzen. Mit einem Esslöffel den Teig in die Pfanne geben, ich habe immer etwa 2 EL pro Tortilla reingekleckst. Der Teig sollte so flüssig sein, dass er möglichst direkt von selber auseinanderläuft. Im Zweifel kann man nach dem ersten Test also noch einen Schluck Wasser unterrühren. Wenn die Teigoberseite nicht mehr flüssig ist, Tortillas wenden. Unten sollten sie dann schon goldbraun geworden sein.

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Wenn beide Seiten goldbraun sind, Tortillas aus der Pfanne nehmen und auf einem Küchenpapier das Fett abtropfen lassen. Dann möglichst heiss futtern. 🙂

Bekommt man kein Kichererbsenmehl kann man das wohl auch mit reinem Weizenmehl machen, aber dann werden die Tortillas vermutlich längst nicht so knusprig. In der kleinen Stadt war es nicht so einfach, welches aufzutreiben. In größeren Städten bekommt man das aber vermutlich sehr einfach (und wahrscheinlich auch viel günstiger) bei einem türkischen Händler.

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¡Que Aproveche!

Katja

*Es ist in einigen Bars üblich, dass man Tapas wirklich nur an der Bar bekommt. Sobald man an einem Tisch Platz nimmt, gibt es dort nur ‚Raciones‘. Oft sind das die gleichen Dinge, die man auch als Tapas bekommt und sie unterscheiden sich nur in der Portionsgröße (und dann natürlich auch im Preis). Tapas < Medio Raciones < Raciones.

Ach und noch eines: Getränkepreise finden sich in spanischen Bars nur selten irgendwo ausgezeichnet. Man kann aber fast immer einfach den Tinto de la casa, also den roten Hauswein nehmen. Der schmeckt immer gut – die Spanier sind viel zu stolz auf ihren Wein als dass sie einem gerade beim Hauswein irgendeine Plörre ausschenken würden – und ist unserer Erfahrung nach nie besonders teuer. Die Preise für ein Glas – und das ist meist eine ordentliche Portion – lagen noch nie über 2,50 €, meist deutlich darunter, ganze Flaschen bekommt man oft schon für 8 €, für 14, 15 € gibt’s schon eine Flasche Reserva, Literflaschen Agua sin gas bekommt man oft schon für 1,5 €. Vermutlich ist das alles auch von der Gegend abhängig, wo man ist, aber an der Costa de la Luz haben wir dahingehend (mit einer Ausnahme, aber da wussten wir vorher, dass es teuer wird, weil es in einem Parador war) nur gute Erfahrungen gemacht und uns nie abgezockt gefühlt, eher das Gegenteil.

Katja knipst Sonnenuntergänge, die 138.

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Zum Beispiel jenen vorhin am Strand vor der Haustür, mit den Füßen im Meer, das sich abends temperaturmäßig sehr nach Badewanne anfühlt.

Bitte verzeiht, dass ich, obwohl ich häufig twittere und gelegentlich hier ein paar Sätze schreibe, gerade keine Kommentare beantworte! Das ist so nervig mit dem Tablet. Das kommt aber spätestens, wenn ich wieder zuhause bin.

Katja