Against desert desserts, Teil 4

In der Reihe schnell zuzubereitender Nachspeisen heute:

Røde Grøde, die man eigentlich des Klangs wegen med Fløde machen müsste – sagt das mal schnell dreimal hintereinander: Røde Grøde med Fløde, Røde Grøde med Fløde, Røde Grøde med Fløde – wir mögen sie aber lieber mit Vanillesoße, deswegen hier das Rezept für die nicht ganz so schick klingende

Røde Grøde med Vanille Sauce

Für die Grütze braucht man:

1 Glas Sauerkirschen
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
ca. 300 – 400 g TK-Beerenmischung oder natürlich im Sommer frische gemischte Beeren (Him, Brom, Erd, Johannis, Heidel oder in beliebiger anderer Zusammensetzung, die man gerne mag)
3 EL Zucker
evtl. etwas Wasser

Und so geht’s:

Die Sauerkirschen über einem Sieb abtropfen lassen und dabei den Saft auffangen. Die Sauerkirschen zusammen mit den Beeren in eine Schüssel geben. Die Beeren kann man, so sie tiefgekühlt waren, direkt aus dem Tiefkühler verwenden und muss sie nicht erst auftauen lassen.

Den Sauerkirschsaft mit Wasser auf einen knappen halben Liter auffüllen. Den Großteil davon in einem kleinen Topf erhitzen. Ein wenig vom Saft mit Zucker und Puddingpulver verrühren und dann in den kochenden Saft einrühren. Den Kirsch-Vanille-Pudding unter Rühren 1, 2 Minuten kochen, dann direkt aus dem Topf über die Früchte in der Schüssel geben und gründlich vermischen.

Wenn die Beeren noch gefroren waren, tauen sie durch den heissen Pudding auf und der Pudding kühlt auch direkt ein bisschen ab, sodass man direkt eine lauwarme Grütze hat, die schnell vollständig abkühlt. Das hat den Vorteil, dass man die Grütze auch ganz spontan zubereiten kann und keine Stunden vorher vorbereiten muss, damit sie nicht mehr zu warm ist.

Für die Vanillesoße braucht man:

3 Eigelb
1 Vanilleschote (das Mark daraus)
2 Vanillezucker
2 EL Zucker
200 ml Milch
200 ml Sahne
1 EL Speisestärke

Und so geht’s:

Alle Zutaten in einem kleinen Topf gründlich mit einem Schneebesen verrühren und dann bei mittlerer Hitze auf dem Herd so lange erhitzen und dabei ohne Pause weiterrühren bis die Masse deutlich eindickt. Auf keinen Fall kochen lassen!

Ich mache das auf dem Herd bei Stufe 5-6 von 9 und es dauert annähernd 10 min bis die Soße eindickt. Meist habe ich dabei mein Kochthermometer griffbereit – das Eindicken passiert ca. bei 80°C, weil das Eigelb dann bindet. Den Topf vom Herd nehmen und die Soße entweder direkt warm oder abgekühlt mit der Grütze servieren.

(Die Soße fällt übrigens auch in die Kategorie „Der Fluch des Selbermachens“. Nachdem ich die einmal selber gemacht hatte, möchte ich die nicht mehr aus Pulver zusammenrühren, weil sie so schnell gemacht ist und so viel besser ist.)

Nyd dit måltid!

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Katja

Gelesen im April 2014

Ach je, schon wieder ein Monat vorbei, in dem ich fast nicht zum Lesen gekommen bin.

 

Paulo Coelho – Veronika beschließt zu sterben

Veronika, eine junge Frau aus Slowenien, irgendwo in den 20ern, beschließt ihrem Leben ein Ende zu bereiten und schluckt Tabletten. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in Vilette wieder, dem berühmt-berüchtigten ‚Irrenhaus‘ in Ljubljana – jetzt tatsächlich mit dem nahenden Tod konfrontiert, denn die Tabletten, mit denen sie sich umbringen wollte, haben einen irreparablen Schaden an ihrem Herzen verursacht und ihr bleiben nur noch wenige Tage zu leben.

Anfangs froh über diese Nachricht, wird Veronikas Kummer darüber mit jedem Tag in Vilette, größer, weil sie dort, zwischen den vermeintlich Verrückten, die Lust zu Leben (wieder-)findet.

Ein Fazit zu ‚Veronika beschließt zu sterben‘ fällt mir nicht ganz leicht. Das Buch insgesamt und inclusive des sehr vorhersehbaren Ausgangs kommt mir eigentlich zu sehr mit der ‚lebe jeden Tag als wäre es dein letzter‘-Keule daher, die Weisheiten sind teils sehr mit Gewalt dort untergebracht.

Andererseits enthält das Buch für mich jede Menge Schätze – die sich vor allem an all jenen Stellen zeigen, wo es um die Definition von Normalität/Realität oder Verrücktheit geht. Da hat Coelho einfach schöne Beispiele eingeflochten, die mich sehr oft beim Lesen schmunzeln ließen.

Ich hatte hier schon eines der Beispiele zitiert, hier noch ein weiteres:

„[…] Es gibt Dinge, die vom gesunden Menschenverstand bestimmt werden: Daß man die Knöpfe an einem Hemd vorn anbringt, ist eine Frage der Logik, denn es wäre sehr viel schwieriger, es seitlich oder gar auf dem Rücken zuzuknöpfen.
Andere Dinge jedoch setzen sich durch, weil immer mehr Menschen glauben, sie müßten so sein. Ich werde Ihnen zwei Beispiele nennen: Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Buchstaben auf den Tasten einer Schreibmaschine in der bekannten Ordnung verteilt wurden?“
„Nein.“
„Wir können die Tastatur QWERTY nennen, denn die Buchstaben der ersten Reihe sind so angeordnet. Ich habe mich gefragt, warum das so ist, und die Antwort gefunden: Die erste Maschine wurde 1873 von Christopher Scholes erfunden, damit die Leute schöner schreiben konnten. Doch dabei gab es ein Problem. Wenn man sehr schnell auf der Maschine schrieb, verhedderten sich die Typen und blockierten die Maschine. Da entwarf Scholes die QWERTY-Tastatur, eine Tastatur, die die Schreiber zwang, langsam zu schreiben.“

(Paulo Coelho, Veronika beschließt zu sterben, Diogenes, Seite 179)

Ich mochte am Buch, das Hinterfragen der Normalität und der Verrücktheit. Was mir überhaupt nicht gefallen hat ist, dass da eine junge Frau, deren Leben eher unerfüllt als unglücklich wirkt, als suizidal dargestellt wird. Natürlich kann auch innere Leere zu Depressionen und zu Suizidgedanken führen, aber irgendetwas stört mich bei diesem Buch gewaltig an dieser – auch nirgends schlüssig erklärten – Folgerung. Vielleicht ist es für mich deswegen nicht glaubwürdig, weil ich nicht glauben will, dass ein Mensch so leichtfertig, wie es hier auf mich wirkt, sein Leben wegwerfen will. Ich frage mich die ganze Zeit, warum Veronika denn nun überhaupt beschlossen hat zu sterben. Das wirkt auf mich alles ein wenig so konstruiert, nur damit der Autor eine Gelegenheit hat, die Weisheiten über den Wert des Lebens unterzubringen.

 

Katerina Dimitriadis – Käts Start-up Küche

Eigentlich geht es ja hier ’nur‘ um Lese- und nicht um Kochbücher. Wenn es ein Kochbuch aber schafft, dass ich – statt nur mal eben schnell reinzublättern, wie ich das normalerweise bei neuen Kochbüchern mache – das komplette Buch von vorne bis hinten innerhalb nur eines Wochenendes durchlese, dann ist das ein eindeutiges Indiz, dass auch das Lesen des Buches Spaß macht.

Und überhaupt Spaß…

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Mit dieser tollen Widmung vorne drin trudelte das Buch mit der freitäglichen Post bei mir ein, weil die Lieblingscorina wieder mal genau den richtigen Riecher hatte, dass das genau das passende Kochbuch für mich ist. ♥

Eigentlich sind ja Kochanfänger die Zielgruppe von Käts Start-up Küche und entsprechend einfach sind auch die meisten Rezepte und auch die Tipps, die sie überall im Buch gibt, sind jetzt nicht unbedingt sagenumwobenes Neuland für mich. Aber trotzdem und gerade deswegen liebe ich das Buch seit dem ersten Aufklappen. Da ist nämlich eine, die das, was sie macht, mit großer Leidenschaft und viel Spaß macht und sie schafft es, das wunderbar mit dem Buch zu vermitteln. Noch dazu erklärt Kät viele Handgriffe und vermeidet unnötigen Fachjargon, damit auch wirklich Anfänger mit den Rezepten klar kommen und das Kochen Lust statt Frust bereitet. Sehr sehr toll! Hinten dran gibt es einen unheimlich nützlichen Anhang, der sich der Küchengrundausstattung widmet und ein paar Lebensmitteln, die in keinem Vorrat fehlen sollten, dazu viele Tipps, was man mit Resten anfangen kann oder Gemüse, das schnell weg muss, damit man keine Lebensmittel wegwerfen muss. Spätestens an dieser Stelle war ich sehr in Kät verliebt, denn genau das sind praktische Probleme, vor denen Küchenanfänger oft stehen und ich habe ansonsten noch kein Kochbuch in der Hand gehabt, das auch an diese Belange denkt.

Und schließlich ist auch an Variation gedacht. Bei vielen Rezepten gibt es ein Grundrezept und direkt mehrere mögliche Abwandlungen, bei anderen ein Zutatenkarussell mit Tipps, welche Zutaten man durch welche ersetzen kann und ausserdem steht bei vielen Rezepten noch als Tipp dabei, wie man ganz einfach durch Austauschen einzelner Zutaten ein vegetarisches oder veganes Gericht daraus macht.

Wenn es Käts Ziel war, Spaß am Kochen und an ihren Rezepten zu vermitteln so hat das bei mir bereits beim Lesen geklappt! Und heute wird direkt das erste Rezept nachgekocht! Mittlerweile habe ich schon 4 oder 5 Rezepte ausprobiert, was es bisher vorher noch bei keinem Kochbuch innerhalb so kurzer Zeit gab. Das ist alles wirklich sehr alltagstauglich. Schwärmend, begeistert! Und mittlerweile habe ich es sogar schon direkt weiterverschenkt an eine, die noch ein bisschen besser in die Zielgruppe passt. Wobei hier durchaus nicht nur Anfänger gute Ideen finden!

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Ein paar kleine Mangos [ja, ich weiss es natürlich, aber das muss so 😀 ] hat das Buch übrigens schon. Die tun meiner Verliebtheit allerdings keinen Abbruch. ZB hat es kein(e) Lesebändchen, was ich gerade bei Kochbüchern immer sehr schade finde.  Und wenn mehrere einzelne Gerichte kombiniert werden (also zB Fisch mit Kartoffeln und Salat) werden alle benötigten Zutaten zusammengefasst aufgezählt. Wenn man dann nur einen Bestandteil davon zubereiten möchte, muss man sich Zutaten und Mengen selber aus dem Text rausfischen und oft auch erst noch berechnen. Wenn bei einem vorherigen Bestandteil 4 der 6 EL Öl verbraucht wurden, steht dann bei weiteren Bestandteilen nämlich nur noch ‚das restliche Öl‘. Das finde ich gerade für Anfänger eine ein bisschen unglückliche Methode. Und als letztes: Die angegebene Zubereitungsreihenfolge erscheint mir oft nicht sinnvoll geordnet. Bei den Bifteki zB, die ich schon zubereitet habe (Rezeptklick), steht als erste Anweisung, dass man den Ofen auf 200° vorheizen soll. Danach wird Toastbrot noch für 15 Min eingeweicht und danach überhaupt die ganzen Zutaten überhaupt erst verknetet und die Bifteki geformt, Kartoffeln geschält etc. und dann kommt der Kram in den Ofen. Einem Anfänger, und das ist ja die explizite Zielgruppe der Start-up Küche, fällt nicht zwingend auf, dass er seinen Ofen dann vielleicht eine Dreiviertelstunde zu früh einschaltet.

Katja

 

 

Ei Ei Ei-erlikörkuchen

Man möge bitte den Beitragstitel laut nach der bekannten Melodie des Werbejingles eines bekannten Eierlikörherstellers mitsingen!

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Einer der ersten Kuchen, die ich damals™ häufiger gebacken habe war dieser Eierlikörkuchen, weil er total einfach und schnell zusammengerührt ist. Das Rezept begleitet mich in der gleichen Form schon seit meiner Jugend und ist eines jener Rezepte, die sich in meiner Loseblattrezeptsammlung in einer Schublade des Geschirrschranks finden. Die meisten Rezepte habe ich längst digital und schnell gefunden, diesen Kuchen hatte ich so lange nicht gebacken, dass ich erst mal eine ganze Weile nach dem Zettel kramen musste.

Damit es in Zukunft leichter auffindbar ist, bekommt es jetzt auch seinen Platz hier. Lecker ist der nämlich immer noch! Und schnell und einfach ebenso.

Für eine Gugelhupfform oder so eine Springform mit Mitteldingens, wie ich sie verwendet habe, braucht man:

5 Eier
250 g Puderzucker
2 Tütchen Vanillezucker
200 ml Öl (ein neutrales Pflanzenöl, ich nehme immer Raps, wenn Olivenöl nicht passend ist)
250 ml Eierlikör
125 g Mehl
125 g Speisestärke
1 Tütchen Backpulver

Margarine und Paniermehl für die Form

 

Und so geht’s:

Die Form einfetten und mit Paniermehl ausstreuen (damit löst der Kuchen sich nach dem Backen leichter aus der Form und bekommt eine leicht knusprige Kruste, was zu dem ansonsten sehr feinen Kuchen gut passt). Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.*

Den Puderzucker in eine Rührschüssel sieben und mit Vanillezucker und den Eiern zusammen mit dem Rührgerät auf starker Stufe schaumig rühren. Während des Weiterrührens Öl und Eierlikör langsam einfließen lassen. Mehl, Speisestärke und Backpulver vermischen und ebenfalls in die Schüssel sieben, unterrühren. Und schwuppdiwupp ist der Teig schon fertig.

In die Form füllen und je nach Ofen 50 bis 70 min backen bis die Oberfläche leicht gebräunt ist und bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr klebt. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben und freuen, wie saftig so ein ‚trockener‘ Kuchen sein kann. 🙂

(*In meinem tollen neuen Backofen backe ich solche Kuchen jetzt bei 160°C und Heissluft, die Einstellungen oben sind die aus meinem alten Rezept und bei einem anderen Ofen würde ich das auch so machen.)

Serviervorschlag:

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Katja

 

Frisch verliebt…

…in ein Kochbuch! Die Lieblingscorina ist schuld und ich vermute, sie erträgt das breit grinsend. :mrgreen: Mehr über’s Buch demnächst, aber das erste Rezept daraus habe ich heute direkt ausprobiert und das war so gut, dass ich’s hier festhalten muss.

Es gab Bifteki mit Schafskäsefüllung und Zitronen-Thymian-Kartoffeln aus Käts Start-up Küche von Katerina Dimitriadis (mit leichten Abwandlungen von mir).

Dafür braucht man:

3 Scheiben Toastbrot
400 g gemischtes Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Ei
1/2 Bund Minze (ich bekam keine und nahm ca. 1,5 EL getrocknete)
1/2 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer

100 g Schafskäse
3 Cocktailtomaten
1/2 frische Chilischote oder ein bisschen getrocknete gemahlene
1 EL fein gehackte, glatte Petersilie

für die Kartoffeln:

ca 1 Dutzend Drillinge aus neuer Ernte (das sind die ganz kleinen Kartöffelchen)
3 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
3-4 Zweige frischer Thymian
1 EL getrockneter Oregano
Salz

Und so geht’s:

Das Toastbrot für ca. 15 Min in viel kaltem Wasser einweichen. Die Kräuter waschen und zum Trocknen auf Küchenpapier legen, ebenso die Kartoffeln.

Den Schafskäse in einer kleinen Schüssel mit einer Gabel fein zerdrücken, die Cocktailtomaten waschen und in winzige Stücke schneiden, die Petersilie hacken, ebenso die Chilischote, falls man frische nimmt und dann Tomaten, 1 EL Petersilie und Chili mit dem Schafskäse vermischen.

Die Zwiebel schälen und auf einer Reibe grob raspeln. Ins Originalrezept kommen 2 Zwiebeln, ich nahm aber nur eine, weil die recht groß war. Beim nächsten Mal werde ich die aber nicht mehr reiben, sondern schneiden – da bin ich viel schneller und es gelingt besser. Zwiebeln in eine Schüssel geben, zusammen mit dem Hackfleisch, dem Ei, dem gründlich ausgedrückten Toastbrot, fein gehackter (oder getrockneter) Minze und fein gehackter Petersilie. Mit etwa 1,5 TL Salz und 3/4 TL schwarzem Pfeffer würzen. Die Masse mit den Händen gründlich durchkneten bis ein homogener Matschepamp entsteht. Dann in vier etwa gleich große Portionen teilen, daraus Kugeln formen und die direkt wieder groß und flach drücken. Je 1/4 der Schafskäsemasse daraufgeben und das Hackfleisch aussenrum zusammenklappen, sodass der Schafskäse als Füllung drin ist. Dabei das Hackfleisch gründlich verschließen. Ich hab das nicht richtig ordentlich gemacht und die Bifteki klappten im Ofen wieder ein Stückchen auf und ein Teil des Schafskäses lief dadurch aus. (Entschuldigung, die Fotos sind heute wieder mal in extralausiger Qualität!)

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Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Bifteki in eine eingeölte Auflaufform setzen.

Die Kartoffeln längs halbieren und mit der Schnittkante nach oben in die Zwischenräume legen. Kät nimmt übrigens im Originalrezept normalgroße geschälte Kartoffeln und schneidet sie in ca. 1 cm dicke halbe Scheiben, aber gerade die Drillinge mag ich gerne mitsamt Schale essen. Und es reduziert die Arbeit ja auch nochmal ein ganzes Stück weit.

Zitronensaft mit Öl in einem Schälchen grob vermischen und mit einem Backpinsel die Kartoffeln einpinseln, sodass sie überall Öl abbekommen haben. Kartoffeln salzen (am besten frisch gemahlen), die Thymianblättchen von den Zweigen zupfen und über dem Inhalt der Form verteilen, ebenso den Oregano. Ein bisschen Wasser in die Auflaufform füllen, sodass es ca. 2 mm hoch am Boden der Form steht und für 50 min im Ofen backen.

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Essen aus dem Ofen holen, futtern, freuen und nach dem nächsten Rezept im Buch schielen, was man ausprobieren könnte.

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Liebe Kät – und natürlich Corina ♥ – vielen Dank, den habe ich! 🙂

Katja

Rezeptesammlung für ein mediterranes Menü, simpel ohne Chichi

Wenn man an einem Freitag Mittag Besuch aus dem Internet bekommt, kann man mit einem mediterranen Mittagessen sicher nichts verkehrt machen!

Und so gab’s hier, vor einiger Zeit, als Svü, die häufiger hier in der Nähe ihre Ma besucht, zum ersten Mal bei mir zu Besuch war, Lunch for two. Die Rezepte, vielleicht mag ja jemand etwas davon nachbasteln, gibt es jetzt hier.

Besonders beliebt kann man sich bei derart internetaffinen Gästen natürlich machen, wenn man ihnen direkt einen Zettel mit dem heimischen wlan-Passwort auf den Platz legt, als Amuse Dingens quasi. 😀

Ansonsten war das ganze Menü im ‚keep it simple‘-Style und ganz ohne Chichi. Wir wollen’s ja an einem schnöden Freitagmittag auch nicht übertreiben!

Ausserdem war alles laktosefrei und (bis auf’s Baguetterösten) auch ohne Backofen zu bewältigen, weil ich ja immer noch keinen neuen habe. (Was sich *auf Holz klopf* hoffentlich in einer Woche ändert. Drückt mir die Daumen!)

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Bruschetta mit Tomate

Man braucht dafür:

1-2 Zehen Knoblauch
1-2 Tomaten
ein paar Blättchen frischen Basilikum
1/2-1 EL Olivenöl
Pfeffer und Salz, frisch aus der Mühle

pro Nase 2-3 Scheiben Baguette oder anderes Weissbrot
Olivenöl
1 Knoblauchzehe

Und so geht’s:

Am besten mind. 2-3 Stunden vorher, praktischerweise schon am Abend vorher, die Tomaten waschen, von den Kernen und dem flüssigen Innenleben befreien und nur die festen Bestandteile in sehr kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch sehr fein würfeln, ebenso die gewaschenen und trocken getupften Basilikumblätter. Alles vermischen, ein wenig Pfeffer und Salz drüber mahlen und mit einem Schluck Olivenöl verrühren. Das lässt man dann die paar Stunden oder über Nacht durchziehen, damit sich die Aromen verbinden.

Ein Wort zum Öl: Solche sehr simplen Rezepte leben von der Qualität der verwendeten Zutaten, hier, neben dem Geschmack der Tomaten, in erster Linie vom Öl. Ich habe ein relativ günstiges ‚Alltagsolivenöl‘, das ich für alle Brat- und sonstigen Sachen verwende, bei denen es nicht so sehr drauf ankommt. Da bringe ich immer den Jahresvorrat aus Spanien mit, weil ein Öl der gleichen Qualität hier einfach das doppelte bis dreifache kostet.
Gibt es Tomaten mit Mozzarella, Salat, Bruschetta oder dergleichen, nehme ich das Olivenöl, das ich im letzten Sommer in der Toskana, direkt in einer Ölmühle beim Hersteller gekauft habe. Das war bei weitem kein Schnäppchen – dafür ist es aber auch so gut, dass es mir schon ein bisschen die Tränen in die Augen getrieben hat, als ich die letzten Tropfen aus der ersten Flasche gewrungen habe. Ich liebe dieses Öl – das alleine wäre ein Grund nochmal in die Toskana zu fahren! Ach was! Das ist so gut, dafür könnte man direkt in die Gegend dort umziehen!

Und dann habe ich meist noch ein (selten zwei) mittelteures, mitteltolles wechselndes Olivenöl in Verwendung, das ich zB für Pestos verwende. Das ist nicht ganz so hammermäßig fruchtig wie das toskanische Öl, aber doch schon sehr und dafür auch noch einigermaßen bezahlbar, wenn man gleich so viel auf einmal braucht wie für ein Pesto. Aktuell ist das ein spanisches Öl, das ich im Urlaub dort gekauft und angebrochen habe, davor war es ein kretisches. Alle auch sehr fruchtig, aber nicht so sehr zum Niederknien wie das toskanische.

Hat man die Masse abends schon vorbereitet, sollte man sie unbedingt morgens aus dem Kühlschrank holen, damit die Zutaten Zimmertemperatur annehmen.

Den Backofen auf 180-200°C vorheizen.

Die Baguettescheiben auf einer Seite mit Olivenöl (wieder das gute verwenden!) einpinseln, auf ein Blech mit Backpapier legen (mit der geölten Seite nach oben) und so lange in den Ofen geben bis die Oberfläche leicht bräunt. In der Zwischenzeit die Knoblauchzehe schälen. Über die gebräunte Seite der Baguettescheiben mit der Knoblauchzehe reiben, dann auf einen Teller drappieren und mit einem Löffel die Tomaten-Knobi-Öl-Mischung auf den Baguettescheiben verteilen.

Sofort servieren! Ein Schälchen Oliven auf dem Tisch macht sich gut dazu.

*

Wenn dann das Eis schon gebrochen ist (im übertragenen Sinne!) und man mutig genug ist und sicher, dass man spätestens mit dem Nachtisch das Herz des Gastes gewinnen kann, dann gibt es natürlich als nächstes Salat!

Wieso man dafür mutig sein muss? Na deswegen! :mrgreen: (Den Song habe ich übrigens _immer_ im Ohr, wenn ich Salat zubereite. Immer.)

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Salat!

Also eigentlich sollte der Salat ein Rucola-Salat werden auf Bresaola mit Parmesanspähnen und Tomate. Dann habe ich aber keinen Bresaola und auch keinen Rucola beim Einkaufen bekommen und musste spontan im Laden umentscheiden. Es wurde dann dieser im Bild.

Und dafür braucht man:

Blattsalat nach Belieben. Ich nahm Feldsalat, jungen Spinat, Lollo Rossa, roten Mangold, roten Eichblattsalat und Rucola. *hust* Also eigentlich nahm ich eine Tüte Salat aus dem Kühlregal, schon gewaschen und geputzt mit eben jenen Zutaten oben. Das ist ein sehr toller Mix (Frischer Genießer-Mix), den es von B*nduelle so fertig gibt.
1-2 Handvoll Kirschtomaten
25 g Pinienkerne
1-2 EL Maiskörner
frischen Parmesan in Spänen

für das Dressing:

1-2 Frühlingszwiebeln
1 TL Dijon-Senf
1 EL Balsamico
1 unbehandelte Zitrone, davon den Schalenabrieb und 1 EL Saft
Pfeffer und Salz aus der Mühle
1 Prise Zucker
4-5 EL Olivenöl

So geht’s:

Die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten und ein bisschen abkühlen lassen. Die Tomaten waschen, halbieren und vom Stielansatz befreien.

Die Frühlingszwiebeln klein schneiden, die Zitronenschale fein abreiben. Frühlingszwiebeln, Senf, Balsamico, Zitronensaft und -schale, Pfeffer, Salz und Zucker in einer kleinen Schüssel mit einem Schneebesen verrühren und dann während des Weiterrührens ganz langsam das Olivenöl hineingießen und so lange weiterrühren bis eine geschmeidige Emulsion entstanden ist.

Die Blattsalate mit dem Dressing vermischen und auf einen Teller drappieren. Mais, Tomaten und Pinienkerne darüber streuen, ein paar Parmesanspäne drüberhobeln – dabei nicht vergessen, den Simpsons-Song vor sich hinzusummen und ab in den (hoffentlich) hungrigen Gast damit!

Der Salat macht quasi keine Arbeit, ist aber durch die Zitronenschale im Dressing doch recht pfiffig. 🙂

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Mit Rosmarin und Parmesan gefüllte Putenröllchen, Risoleekartoffeln und Peperonata

Das mit diesem Essen kam so:

Ich wollte irgendwas Gefülltes und am liebsten Gerolltes machen, weil es da recht viele verschiedene Möglichkeiten gibt und man das einigermaßen gut vorbereiten kann und dann später nur noch braten/garen muss.
Und weil es mediterran bleiben sollte und ich ausserdem für den Kontrast einen kräftigen roten Farbklecks auf dem Teller haben wollte (das Auge kocht ja doch gelegentlich mit), suchte ich nach Zubereitungsarten für Paprikagemüse und blieb direkt fasziniert an italienischer Peperonata hängen, von der ich bis dato nie gehört hatte, in die ich mich aber so spontan verliebt habe, dass ich sie jetzt dauernd machen könnte – die schmeckt nämlich unter anderem auch sehr toll zu Nudeln.
Weil ich aber noch nicht so sicher war, ob und wie ich eine Soße zur Pute machen würde und ob und wie flüssig und zerlaufend die Peperonata werden würde, musste eine Beilage her, die auch ohne Soße auskommt – was dann für mich zB Reis eindeutig auf die Reservebank verbannt, denn eines meiner Kindheitstraumata beinhaltet die Erinnerung an furchtbar trockenen Reissalat mit kaum weiteren Inhaltsstoffen und ohne Dressing; ehrlicherweise hätte es nicht Reissalat sondern ‚kalter, knochentrockener Reis‘ heissen müssen. Jedenfalls kann ich seitdem keinen Reis mehr essen, ohne ihn am liebsten in Soße zu ertränken.
Kartoffeln allerdings sind toll und sowieso dauernd und überall unterschätzt und mir fiel wieder ein, wie sehr ich mich über die Bedienung in dem Restaurant amüsiert hatte, wo ich zum ersten Mal den Begriff Risoleekartoffeln in der Wochenkarte gelesen habe. Die war nämlich von der Frage, um was es sich dabei handelt, sichtlich überfordert und meinte, das seien „eben so Kartoffeln, halt eben in so Soße gemacht, sogenauweissichdasdochauchnicht!“ Bestellt habe ich sie damals nicht. Eben-so-Kartoffeln-halt-eben-in-so-Soße-gemacht klang nicht so lecker. Google war dann, obwohl es nicht in dem Laden bedient, deutlich hilfreicher. Das fällt wohl unter die Kategorie, wenn Restaurantchefs irgendwas mit einem Angebernamen auf die Karte setzen, ihrem Personal aber nicht erklären, was das überhaupt ist. Ist übrigens doch lecker! Auch wenn man’s so merkwürdig umschreiben kann.

Äh ja! Ich schweife ab. 😳 Geht ja hier um die Rezepte.

Für die Putenröllchen braucht man:

pro Nase 1 – 2 kleine flache Scheiben Putenbrust
Pfeffer, Salz
pro Röllchen 1 Scheibe luftgetrockneten italienischen oder spanischen Schinken (ich hatte Serranoschinken)

für die Füllung:

2-3 große Zweige Rosmarin
1-2 Zehen Knoblauch
2 Handvoll frisch geriebener Parmesan
Olivenöl
Pfeffer

zum Braten:

Olivenöl
Rosmarinzweige (optional)
Knoblauchzehen (optional)
Weisswein
Geflügelfond

Und so geht’s:

Rosmarin waschen, trocken tupfen oder trocknen lassen, die Nadeln von den Zweigen trennen und sehr fein hacken. Knoblauch schälen und sehr fein schneiden, Parmesan reiben. Rosmarin, Knobi und Parmesan in einer Schüssel oder einem tiefen Teller mit einer Gabel vermischen/zerdrücken, ein bisschen schwarzen Pfeffer drübermahlen und langsam Olivenöl dazugeben. So lange bis man eine geschmeidige Paste erhält, lieber ein bisschen zu trocken als zu ölig.

Das Fleisch waschen, trocken tupfen und falls nötig ein bisschen plätten. Auf der einen Seite mit Pfeffer und Salz würzen, die andere Seite mit der Rosmarin-Paste bestreichen und den Schinken darauflegen. Das Fleisch mit dieser Seite nach innen aufrollen und mit Zahnstochern oder Rouladennadeln fixieren.

Bis dahin lässt sich das morgens super vorbereiten.

Später dann Olivenöl in einer Pfanne (möglichst eine, für die man einen Deckel hat) erhitzen, ein oder zwei Knoblauchzehen mit ins Öl werfen und ebenso ein oder zwei Zweige Rosmarin. Die Röllchen von allen Seiten scharf anbraten, mit einem kräftigen Schluck Weisswein ablöschen, ca. 200 ml Geflügelfond angießen, die Hitze der Herdplatte auf mittlere Einstellung reduzieren, den Deckel auf die Pfanne und die Röllchen für ca. 20 min gar ziehen lassen. Dabei ein- oder zweimal wenden.

Falls man eine Soße haben möchte, nimmt man am Ende den Deckel runter, nimmt die Röllchen aus der Pfanne und stellt sie im Backofen warm, schmeckt die Flüssigkeit in der Pfanne mit Pfeffer, Salz, Zucker und einer kleinen Prise Muskat ab, fischt die Knoblauchzehen und die Rosmarinzweige raus und lässt die Soße (wieder bei stärkerer Hitze) ein bisschen reduzieren bis einem die Konsistenz gefällt. Falls sie einem dann noch zu ‚dünn‘ vorkommt, kann man auch ein paar kleine Stückchen kalte Butter mit dem Schneebesen einarbeiten – dann aber vorher die Pfanne vom Herd nehmen, damit es nicht mehr kocht.

Für die Peperonata braucht man:

1 Zwiebel
2 Paprikaschoten
ca. eine halbe Dose stückige Tomaten (oder natürlich frische kleingeschnippelte)
ein großzügiger Schluck Weisswein (optional)
Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
Zucker
scharfes Paprikapulver (ich nehme am liebsten das aus Spanien mitgebrachte geräucherte)
Peperoni, frisch oder getrocknet, Menge nach Belieben
Olivenöl

Und so geht’s:

Die Zwiebel schälen und klein würfeln, die Paprika waschen, putzen und in Streifen schneiden. Öl im Topf erhitzen, die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig braten, die Paprikastreifen dazugeben und ein paar Minuten mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und mit einem großzügigen Schluck Weisswein ablöschen. Die Tomaten dazugeben und mit Paprika und Peperoni abschmecken. Insgesamt 30-45 Minuten bei niedirger Hitze vor sich hinköcheln lassen, die ersten 15 min mit geschlossenem Topfdeckel, später dann mit offenem, sodass der größte Teil der Flüssigkeit von den Tomaten verdunstet und eine geschmeidige Masse übrig bleibt. Nochmal abschmecken. Fertig.

Lässt sich ebenfalls gut vorbereiten und schmeckt auch super zu Nudeln, Gnocchi oder Polenta. Und sogar zu Reis. 😀

Für die Risoleekartoffeln braucht man:

Drillinge (das sind diese ganz winzigen Kartöffelchen – man kann natürlich auch größere nehmen und die ein bisschen kleinschnippeln), Menge nach Belieben
Butter
Olivenöl
Salz

Und so geht’s:

Kartoffeln abschrubben und mit Schale gar kochen. Dann abgießen, ausdampfen lassen und möglichst direkt schälen. (Auch das kann man morgens prima erledigen.)

Butter mit einem Schuss Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze die Kartoffeln in der Butter schwenken bis sie gerade so ein bisschen rundum gebräunt sind. Idealerweise denkt man dann daran, ein bisschen Salz darüberzumahlen – zur Not flitzt man aber nach dem Probieren auch nochmal in die Küche, um die Mühle zu holen und fuchtelt dem Gast damit wild über’m Teller rum. 😀

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Cookie-Eiscreme mit Karamellsoße

Eis geht ja quasi immer, selbstgemachtes erst recht. Hier alles mit laktosefreien Zutaten – ich schreib’s jetzt nicht nochmal extra für alle Zutaten dazu, denn es geht natürlich genausogut mit den laktosehaltigen Produkten.

Wie das Cookies-Eis geht, hatte ich hier schon aufgeschrieben.

Für die Karamellsoße braucht man:

75 g Zucker
25 g Butter
100 ml Sahne
100 g Creme Fraiche

Und so geht’s:

Butter und Zucker in einen Topf geben und schmelzen. Auf meinem Herd mache ich das immer auf Stufe 7-8 von 10. Unter Rühren so lange köcheln lassen bis ein hellbraunes Karamell entsteht. Das schäumt am Anfang ziemlich, einfach weiterrühren und weiterköcheln, dann wird es später wieder klar.

Wenn das Karamell hellbraun ist, die Sahne einrühren. Durch die kalte Flüssigkeit erstarrt das Karamell erst mal. Einfach bei niedriger bis mittlerer Hitze so lange weiterrühren bis sich alles wieder gelöst hat. Dann die Creme Fraiche unterrühren und die Soße abkühlen lassen.

Wenn man die Soße im Kühlschrank aufbewahrt, wird sie ziemlich fest, je wärmer sie wird, desto flüssiger wird sie aber wieder. Also am besten, falls man sie am Vortag schon zubereitet, rechtzeitig vorher aus dem Kühlschrank nehmen.

Das Eis mit der Karamellsoße und ein bisschen Dekoobst auf einen Teller drappieren und grinsend den zufrieden löffelnden Gast beobachten. 🙂

*

Hat Spaß gemacht (fand Svü wohl auch)! Man sollte ja häufiger mal jemanden zum Mittagessen einladen.

Katja

Nochmal neulich in meiner Küche

Eigentlich wollte ich ja auch die zweite Rezeptesammlung vom zweiten Freundebekochen im November noch pünktlich vor Weihnachten bloggen, falls vielleicht noch dem einen oder der anderen eine Idee für’s Feiertagsessen fehlt, aber dann begab es sich, dass ich selber Weihnachten gar nicht großartig kochen durfte bzw. konnte, weil wir uns bei meiner Mutter trafen statt dass die Familie hierher zu Besuch kam und dann war ich erst mal ein bisschen frustriert, weil ich ja ohnehin nicht sooo viele Gelegenheiten zum hübsch kochen habe und nun eine davon wegfiel und damit fiel auch irgendwie meine Laune, lange an Menürezeptbeiträgen rumzutippen.

Aber trotzdem mag ich’s jetzt doch noch hier festhalten. Ostern steht ja fast schon wieder vor der Tür ( 😀 ), mein neuer Herd und Ofen hoffentlich auch bald, also kocht doch mal für eure Lieben! 🙂

Weil einer meiner Gäste laktoseintolerant ist, habe ich möglichst auf Milchprodukte verzichtet (was sich zB beim Nachtisch zeigt) und da, wo ich Milchprodukte verwendet habe, war es immer die laktosefreie Version.

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Zucchinimus mit Parmesancreme

Das Rezept dafür hatte ich schon vor längerem bei Theofel entdeckt und wollte das immer mal ausprobieren.

Man braucht dafür:

2 Zucchini
1 Zweig frischen bzw. 1 EL getrockneter (und dann unbedingt fein gemahlener!) Rosmarin
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Zucker
gemahlenen Kreuzkümmel
Olivenöl
und für die Creme:
200 g Sahne (ich nahm laktosefreie)
100 g frisch geriebener Parmesan (der ist von Haus aus laktosefrei)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Parmesanspäne zum Bestreuen

Und so geht’s:

Die Zucchini waschen, die Enden abschneiden und in sehr dünne Scheiben schneiden (die Zucchini, nicht die Enden). Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen, den Knoblauch dazu geben und aufpassen, dass er nicht bräunt. Die Zucchini in einem kleinen Topf mit Wasser aufsetzen und ca. 3 min köcheln lassen. Sie dann abtropfen lassen und zusammen mit dem Rosmarin und den Gewürzen mit in die Pfanne geben. Alles für ein paar Minuten zusammen durchziehen lassen, dann den Rosmarinzweig wieder entfernen und die Masse mit einer Gabel fein zerdrücken. (Bei einer beschichteten Pfanne natürlich nicht in der Pfanne, sondern dann erst in eine Schüssel oder einen Teller umfüllen.)

Das Zucchinimus in Gläser füllen, mit einem Löffelrücken andrücken, damit sich keine Blasen bilden und kalt stellen.

Den Parmesan in kleine Stücke schneiden und in der Sahne in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen bis der Käse geschmolzen ist. Mit ein bisschen schwarzem Pfeffer würzen. (Salz braucht man keines, weil der Parmesan schon salzig schmeckt.)

Die Creme ein bisschen abkühlen lassen und dann über das Zucchinimus in die Gläser füllen. Am besten über Nacht, mindestens aber für einige Stunden kalt stellen. Die Sahne wird dann fest. Vorm Servieren kann man (muss aber nicht) noch ein paar frisch gehobelte Parmesanspäne drüberstreuen.

Lässt sich super vorbereiten, wenig Aufwand und eine sehr feine kleine Vorspeise! Die Masse oben reicht für 4 – 6 kleine Gläser. Falls ihr das nachmachen möchtet, lasst bitte auf keinen Fall den Kreuzkümmel weg! Der gibt dem ganzen Gericht den letzten Pfiff und ich glaube ja seitdem, man sollte Zucchini ruhig häufiger mit Kreuzkümmel kombinieren.

Dazu eine Schale mit frischem Baguette auf den Tisch. Die kann da auch gerne bis nach dem Hauptgericht stehen bleiben, weil es überall dazu passt.

*

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Salat mit würzig gebratenen Kichererbsen

Dieses Rezept wiederum hatte ich irgendwann mal bei Anke Gröner entdeckt, die es aus einem Ottolenghi Kochbuch hat und das gibt es hier häufiger und ich freue mich jedesmal über die tollen Aromen.

Man braucht dafür:

Salat.
Den mische ich immer nach Belieben, was ich gerade da habe oder frisch ergattern konnte. Hier war das:

Lollo Rosso
Gurke
Tomaten
rote Paprika
Radieschen
Mais
Frühlingszwiebeln
viel frische glatte Petersilie

für das Dressing:
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
2 EL Zitronensaft
1 EL Sherryessig (wer keinen hat: Balsamico geht auch)
1 TL Zucker
Pfeffer und Salz, möglichst frisch gemahlen
ca. 50 ml Olivenöl

nach Belieben Naturjoghurt, ich nahm laktosefreien

für die Kichererbsen:
1 kleine Dose Kichererbsen
1 TL gemahlenen Kardamon
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1,5 TL gemahlenes Piment
1/4 TL Salz
Olivenöl

Die Salatzutaten waschen, putzen und in mundgerechte Größe schneiden und zupfen, die Petersilie hacken. Die Zutaten für die Salatsoße miteinander vermischen – dabei gibt man zuerst die Gewürze und die Säure (also Zitronensaft und Essig) in ein Schüsselchen und gießt dann langsam unter Rühren mit einem Schneebesen das Öl dazu. Dann wird’s eine fluffige Vinaigrette. (Auf keinen Fall zuerst das Öl rein und die Säure später, das verbindet sich nicht zur Emulsion.)

Die Kichererbsen über einem Sieb abtropfen lassen. Die Gewürze in einem tiefen Teller vermischen und die Kichererbsen dazu geben und wälzen bis sie rundum von Gewürzen überzogen sind. In einer Pfanne das Öl erhitzen und bei mittlerer Hitze die Kichererbsen für ein paar Minuten braten.

In der Zwischenzeit den Salat auf Teller drappieren, das Dressing darüber geben, mit Petersilie bestreuen. Dann die Kichererbsen dazugeben und entweder direkt einen Klecks Joghurt mit auf die Teller geben oder in einem Schälchen Joghurt zur Selbstbedienung mit auf den Tisch stellen.

Vorbereiten lässt sich davon das Salat putzen und das Gewürze bereitstellen. Aber auch alles andere erfordert dann nur ein paar wenige Handgriffe und geht schnell während die Kichererbsen braten.

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(Ich kann übrigens viel besser kochen als Essen fotografieren. 🙄 )

Danach gab es, schon mehrfach bewährtes, Boeuf Bourguignon, das ich zum einen gerne für Gäste koche, weil es sich toll vorbereiten lässt, zum anderen aber auch, weil mir diese Passage aus Julie & Julia so gut gefällt, die ich beim Rezept (Link) schon zitiert hatte – oh und lecker ist es natürlich auch! Irgendwie fühlt es sich für mich richtig an, für Gäste, speziell, wenn sie zum ersten Mal zum Essen hier sind, Boeuf Bourgignon zu kochen. 🙂

Zum Eintopf gab es dieses Mal Salzkartoffeln und dafür hatte ich ganz kleine Kartoffeln (Drillinge) besorgt und sie dann im Ganzen (natürlich geschält) gekocht. Wenn der Mitesser nicht vorher schon angeboten hätte, dass er sich ums Kartoffelschälen kümmert, hätte ich aber wohl eine weniger arbeitsaufwändige Beilage gewählt. Die Kartoffeln habe ich aufgesetzt kurz bevor ich den Salat angerichtet habe und habe sie dann in eine Schüssel gefüllt, in der sie gut warm bleiben. Das ging so zeitlich ganz entspannt für eine gemütliche Pause zwischen den einzelnen Gängen. Nudelwasser würde ich wohl (beim bisherigen Ceranherd, das wird wohl bald anders mit einem Induktionskochfeld) einschalten, wenn der Salat fertig zum Servieren ist.

 

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Zum Dessert gab es Orangensorbet mit Schokoladen-Minimuffins und Orangenscheiben in Orangensirup

Für das Sorbet braucht man:

200 ml frisch gepresster Orangensaft oder Orangendirektsaft
1 Eiweiss
1 Messerspitze gemahlenen Kardamon
150 ml Läuterzucker*

Und so geht’s:

Die Zutaten müssen alle gut gekühlt sein. Das Eiweiss sehr steif schlagen. Saft und Läuterzucker vermischen und das Eiweiss mit einem Schneebesen vorsichtig unterrühren, Kardamon dazugeben. Für etwa 1 Stunde in die Eismaschine füllen und danach noch etwa 2 Stunden in den Gefrierschrank, damit es fest genug ist, dass man Kugeln daraus formen kann.

(*Läuterzucker kann man ganz einfach selber herstellen, indem man Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 vermischt, aufkocht und ca. 3 min sprudelnd kochen lässt. Das lässt sich in Gläsern oder Flaschen gut aufheben.)

Dazu gab es frische Orangen in Orangensirup:

Dafür einfach die Orangen mit einem scharfen Messer inclusive der weissen Haut abschälen und in dünne Scheiben schneiden. Einen Esslöffel Zucker in einem Topf leicht karamellisieren lassen und mit ca. 50-70 ml Orangensaft ablöschen und so lange köcheln lassen bis sich das Karamell gelöst hat. Mit gemahlenem Kardamon parfümieren und die Orangenscheiben darin für mind. 2 Stunden ziehen lassen.

Und ausserdem Schokoladen-Minimuffins.

Für die braucht man:

200 g Butter
150 g Zartbitterschokolade in Stücken
200 g Mehl
2 TL Backpulver
100 g Zucker
1 Vanillezucker
1 TL Vanilleessenz
4 Eier
75 g gehackte Pistazien
Puderzucker zum Bestäuben

Und so geht’s:

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen und anschließend ein bisschen abkühlen lassen. Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben. Zucker, Vanillezucker dazugeben. Die Eier in eine weitere Schüssel schlagen und verquirlen, die Vanilleessenz dazugeben. Die abgekühlte Butter-Schokoladen-Mischung dazugeben, verrühren und anschließend alles zu der Mehl-Zucker-Mischung geben und unterrühren. Pistazien unterrühren und den Teig gleichmäßig auf Minimuffinförmchen verteilen.

Zur Backzeit kann ich leider keine sinnvolle Aussage machen, so lange ich das nicht irgendwann nochmal mit dem dann neuen Backofen probiert habe. Meiner funktionierte da schon nicht mehr richtig, weswegen es auch kleine Muffins statt Brownies (wie ursprünglich geplant) wurden, weil die leichter durchbacken. Bei funktionierendem Backofen und Minimuffins sollte die Backzeit bei ca. 10 – 12 min liegen.

Auch das lässt sich super am Vortag vorbereiten, sodass man dann nur noch alle Bestandteile zusammen auf einen Teller zu drappieren braucht.

*

Das war schon alles! 🙂

Und auch dieses Mal lassen sich die meisten Bestandteile sehr gut vorbereiten und man kann den Aufwand, wenn es dann soweit ist und die Gäste am Tisch sitzen, gut bewältigen.

Noch ein Tipp: Falls ihr noch nie ein mehrgängiges Menü gekocht habt, denkt daran euch bei der Auswahl der Gerichte schon Gedanken um das Geschirr zu machen. Ich habe früher manchmal noch Gänge umwerfen müssen, als ich noch nicht ausreichend viele Teller hatte. Es gibt kaum einen größeren Stressfaktor als wenn man mitten im Kochgewirr, wenn es in den meisten Küchen ohnehin schon recht eng zugeht, noch Teller spülen muss.

Katja

Rezeptbeiträge mit kompletten Menüideen gab es übrigens auch schon hier, hier und hier. 🙂

Neulich in meiner Küche

Wird Zeit, dass ich mal damit anfange, ein paar der Rezepte der letzten beiden Sonntage zu notieren. Weihnachten steht ja quasi schon in den Startlöchern, kocht doch mal für eure Lieben! 🙂

Los geht’s mit dem Menü vom 17. November, von dem es hier zumindest schon mal die Bilder gab:

Crostini mit Ziegenkäse

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Sehr simpel und gut tauglich als erstes Häppchen zum Aperitif.

Man braucht dafür:

Baguette, pro Nase 1 oder 2 Scheibchen
Ziegenweichkäse von der Rolle (ich habe immer Sainte Maure, aber natürlich tut’s auch jeder andere Ziegenkäse oder auch Camembert, wem Ziege zu streng ist)
Walnüsse
Pflaumenchutney (Klick für’s Rezept), aber es gehen sicherlich auch Preisselbeeren
gutes Olivenöl

Und so geht’s:

Backofen auf 180-200°C vorheizen. Baguette in Scheiben schneiden, auf ein Backblech legen und die Oberseite dünn mit Olivenöl einpinseln. Für ein paar Minuten in den Ofen schieben bis die Oberseite leicht bräunt.
Dann jede Baguettescheibe mit einer Scheibe Ziegenkäse belegen und wieder in den Ofen schieben bis der Käse schmilzt. Einen Klecks Chutney drauf, eine Walnusshälfte reindrücken und direkt servieren.

Wenig Aufwand, gute Wirkung.

Und weil’s gerade passt:

Mein aktueller Lieblingsaperitif, den es bei uns dazu gab, ist der 4.4.2

4 cl Grand Marnier
4 cl sprudelndes Mineralwasser
2 cl Zitronensaft

mit ’nem Scheibchen Zitrone und 1, 2 Eiswürfeln.

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Süffiges Zeug das!

(No-Butter-no-Chicken-) Kürbiscappuccino mit Parmesankeks

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Bei der Suche nach einem Suppenrezept für mein Menü war ich auf ein Rezept für Kürbiscappuccino gestoßen, der mit Milchschaum serviert wird und das fand ich des Effekts wegen ganz schick.
Beim Testkochen stellte sich dann raus, dass die Suppe (mit Orangensaft und Kokosmilch) zwar ganz nett schmeckte, aber auch nicht darüber hinauskam. Und dann fing mein großes Problem an, denn es gibt so viele Kürbissuppenrezepte wie Bärchenpärchen in meinem Regal – vielleicht sogar noch ein paar mehr.

Weil es aber ein paar Tage vorher bei uns wieder mal Tanyas Keine-Butter-Huhn gegeben hatte – eines der Rezepte, die ich wahnsinnig gerne und immer wieder koche, weil ich die Duft- und Geschmacksexplosion der Gewürzmischung so unheimlich mag – kam mir die Idee, die Gewürze in Kombination mit Kürbis zu probieren und das fand ich so grandios, dass ich sehr versucht bin, Kürbissuppe jetzt immer so zuzubereiten.

Man braucht dafür:

1 kleinen Hokaidokürbis
1 rote Zwiebel (weiss tut’s aber auch)
2 Knobizehen
Ingwer, ungefähr ein daumengroßes Stück
2 EL Tomatenmark
1 EL brauner Zucker
1 EL Cumin (ganz)
1 EL Garam Masala
1 TL Curcuma
1 TL rote Chiliflocken, gemahlen
1 TL Salz
2 EL Joghurt (oder Schmand, den hatte ich gerade offen)
ca. 1/2 Liter Gemüsebrühe
Olivenöl

Und so geht’s:

Den Kürbis halbieren, die Kerne und den sehr weichen Innenteil des Fruchtfleischs mit einem Löffel auskratzen und den Kürbis mitsamt der Schale, die man beim Hokaido mitessen kann, in ca. 1,5 – 2 cm große Würfel schneiden.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln, ebenso Knobi und Ingwer. Die Gewürze schonmal zusammensammeln und in ein Schälchen abmessen. Das habe ich von Tanya übernommen, das ist praktischer als später über dem Topf rumzuhantieren.

Olivenöl in einem ausreichend großen Topf für alle Zutaten erhitzen und die Zwiebel, den Knobi und den Ingwer ein paar Minuten bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Dann sämtliche Gewürze dazugeben und unter Rühren anbraten. Dabei nicht vergessen, sich über den wahnsinnig intensiven Duft zu freuen, der aus dem Topf in die Nase steigt! Das Tomatenmark dazugeben und mit den Gewürzen und Zwiebel und Co. zu einer Art Paste im Topf verrühren, dann die Kürbiswürfel dazugeben und unter rühren ein bisschen anbraten bis der Kürbis rundum von der Paste überzogen ist. Joghurt dazu, ebenso die Gemüsebrühe und bei mittlerer Hitze mit aufgelegtem Topfdeckel für ca. 20 min vor sich hinköcheln lassen und immer mal umrühren.

Das kann man bis hierhin prima am Vortag vorbereiten – auch wenn dann natürlich den Gästen bei der Ankunft leider nicht mehr der krasse Duft der gerösteten Gewürze im Flur schon in die Nase steigt.

Wenn der Kürbis weich ist, die Suppe mit dem Pürierstab pürieren. Falls man das am nächsten Tag macht, sollte man den Kram unbedingt vorher (!) erhitzen und erst danach pürieren. Es ist sehr viel einfacher, weil wenn die Suppe schon püriert ist und dann kocht, blubbert das heisse Kürbismus vulkanähnlich durch die halbe Küche. Falls die Suppe zu dickflüssig ist, nochmal einen Schluck Brühe oder auch einfach Wasser dazugeben.

Das kann man einfach so in tiefen Tellern oder Suppenschalen servieren, aber wenn man einen Kürbiscappuccino daraus machen möchte, muss man jetzt mit einem Milchschaumerzeugungsgerät seines Vertrauens Milchschaum erstellen. (Bei mir macht das ein Gerät, das mit Induktionsenergie arbeitet und falls ihr Kaffee mit Milchschaum liebt, kann ich das ohnehin uneingeschränkt empfehlen. Dolles Teil, superstabiler Schaum und alle Teile sind spülmaschinentauglich. *der hier Klick*). Dann die Suppe in ein Glas füllen, den Schaum drüber und nach Belieben oben noch Dekogewürz drauf streuen – bei mir sind das ein paar Chilifäden.

Dazu gab’s Parmesankekse. Die hatte ich schon vor längerem beim Sammelhamster entdeckt und hab’s in der Tat noch mit den Resten des im Juli aus Italien mitgebrachten Parmesan zu backen. Rezept hab ich ein bisschen variiert.

Für meine Variante braucht man:

70 g weiche Butter
50 g Kürbiskerne
80 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
30-40 g Parmesan
1 Ei

Und so geht’s:

Backofen auf 180°C vorheizen. Kürbiskerne trocken in einer Pfanne anrösten, anschließend ein bisschen abkühlen lassen und auf einem Brett mit einem Messer ein bisschen kleinhacken. Den Parmesan fein reiben.

Butter, Mehl, Backpulver, Salz und Ei mit den Fingern zu einem Teig verkneten. Die Kürbiskerne drunter kneten und ca. walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen. Die Kugeln ein bisschen flach zu Keksen drücken und auf einem mit Backpapier belegten Blech ca. 20 – 25 min backen bis sie leicht bräunen.

Schweinefilet gefüllt mit Backpflaumen in Rumsoße mit Kartoffelplätzchen und Rotkraut

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Wie praktisch! Die Rezepte hatte ich alle schonmal verbloggt. Ich verlinke also an dieser Stelle nur. Vom Rotkraut hatte ich zum Glück noch ein Glas selber eingekochtes im Keller stehen und habe an der Stelle viel Zubereitungszeit und -arbeit gespart. (Und dabei fällt mir ein, wofür ich mir in den nächsten Wochen auch direkt dringend wieder mal Zeit nehmen sollte.)

Schweinefilet-Klick

Kartoffelplätzchen-Klick (Die müsste man sowieso viel häufiger machen! Wie montags angebratene Restklöße vom Sonntagsessen. Nur, dass man sich den Umweg über die Sonntagsklöße spart, gebraten schmecken sie eh nochmal so gut!)

Rotkraut-Klick

Vorbereiten lässt sich davon das Rotkraut – wenn man es einfriert oder in Gläsern einkocht mit ordentlich Vorlaufzeit – und die Kartoffeln kann man am Vortag schon kochen und pellen. Pressen oder reiben sollte man sie aber erst am Morgen des Essens und dann kann man sie auch direkt in Plätzchen verwandeln und dann später nur in die Pfanne werfen. Das Schweinefilet lässt sich auch schon morgens bis zu dem Punkt, wo’s in die Pfanne kommt, gut vorbereiten und im Kühlschrank lagern.

Wenn man das Menü in dieser Zusammensetzung und Reihenfolge kocht, ist es gut, direkt nach den Crostini den Backofen ein bisschen offen stehen zu lassen, damit er auf ca. 80°C runterkühlen kann bis man an der Stelle ankommt, an der das Filet warm gehalten werden muss, damit man die Soße in der Pfanne reduzieren kann. Da lassen sich auch die Kartoffelplätzchen auf Küchenkrepp warm halten, falls man nicht alle auf einmal in die Pfanne bekommt.

Und dann noch:

Orangen Crème Brûlée

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Für 4 solcher ofenfester Förmchen braucht man:

200 ml Sahne
200 ml Vollmilch
das Mark aus 1 Vanilleschote
6 Eigelb
50 Gramm Zucker
1-2 EL Grand Marnier
1 TL fein geriebene Orangenschale (weil es so schwierig ist, Orangen zu bekommen, deren Schale unbehandelt ist, weiche ich da meist auf jene aus, die es bei den Backzutaten zu kaufen gibt)
1 Prise gemahlener Kardamom (jetzt zuschlagen! Zumindest hier in der kleinen Stadt ist es fast unmöglich, das Zeug ausserhalb der Weihnachtsbäckereizutatenverkaufssaison zu bekommen.)
2-3 EL brauner Zucker zum Karamellisieren

Und so geht’s:

Die Vanilleschote auskratzen. Das Vanillemark zusammen mit der ausgekratzen Schote, der Sahne, der Milch, der Hälfte des Zuckers und dem Grand Marnier in einem kleinen Topf zum kochen bringen. Dann vom Herd nehmen und wieder auf etwa Handwärme abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150°C vorheizen.

Dann die leere Vanilleschote rausfischen. Die Eigelb verrühren, einen kleinen Schluck der Milchmischung dazugeben und mit einem Schneebesen mit der zweiten Zuckerhälfte verrühren. Der Zucker sollte sich möglichst auflösen, aber das Eigelb nicht schaumig werden. Langsam den Rest der lauwarmen Milch-Sahne-Mischung zufügen und alles miteinander verrühren und auch Orangenschale und Kardamom mit einrühren.

(Die meisten Crème Brûlée Rezepte, die ich gesehen habe, verlangen, dass man direkt Eigelb und Zucker verrühren soll. Macht das nicht! Das gibt kleine Zucker-Eigelb-Klümpchen, die sich nie wieder auflösen. Mit einem Schluck Milchmischung geht es hingegen wunderbar.)

Die Mischung in die ofenfesten Förmchen füllen. Die Förmchen in eine große flache Auflaufform, in die alle reinpassen ohne sich zu berühren oder in die Fettpfanne des Ofens stellen und die Form bzw. Fettpfanne mit Wasser auffüllen, sodass das Wasser bis 1-2 cm unter dem Rand der Creme-Förmchen steht.

In den Backofen damit und nach 35-40 min anfangen, immer mal danach zu schauen und an den Förmchen zu wackeln, um festzustellen, ob die Masse schon gestockt ist. Man merkt das eigentlich relativ leicht. Die Oberfläche sieht zwar schon recht schnell fest aus, aber wenn man an den Förmchen wackelt, bilden sich da große Wellen. Wenn die Masse fest genug ist, bewegt sich die Oberfläche beim Förmchenwackeln nicht mehr.

Meine letzte Crème Brûlée brauchte ca. 50 min. Mein Backofen hat aber eine Macke und dieses Mal hatte ich die Form doppelt so lange im Ofen und habe am Ende die Temperatur auch noch ein bisschen erhöht. So lange man aufpasst, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird, kann innendrin kaum was passieren, wenn man die Creme etwas länger im Ofen hat.

Für mindestens 4 Stunden, aber besser ist über Nacht in den Kühlschrank stellen. Lässt sich also auch super vorbereiten.

Direkt vorm Servieren dann mit braunem Zucker bestreuen und den Zucker mit einem Gasbrenner karamellisieren. (Das kann man wohl auch im Backofen machen, sofern der über einen Grill verfügt, aber ich habe das noch nicht ausprobiert und weiss auch nicht, ob das schnell genug geht, damit die Creme nicht wieder warm wird. Das Schöne an der fertigen Creme ist ja nämlich eigentlich, die noch etwas warme, knackige Karamellkruste über der gut gekühlten Creme.)

Und das war’s schon. 🙂

Alles viel weniger Aufwand als es vielleicht erst mal aussieht, das Kochen ging ja fast schneller als das Aufschreiben. 😀

Demnächst dann noch die Rezepte vom Freunde bekochen gestern!

Katja

Übrigens gab es hier und hier auch schonmal Rezeptsammlungen von vollständigen Menüs.