Zwischen Kirchen und Kaffee, Katja entdeckt Italien #3

Pistoia. Kirchen : Eis : Cappuccino = 4 : 1 : 1 – das müssen wir wohl noch üben!

Am Sonntag dann erst mal halbwegs ausschlafen und gemütlich in den Tag starten. Wir frühstücken draussen unter den Argusaugen der Katze, die sich schon dichter rantraut als am Abend vorher. Dann irgendwann nimmt sie eine Jagdpose ein und kurz drauf, springt sie wie angestochen auf den Olivenbaum direkt vor uns zu und scheint irgendein kleines schwarzes Tier im Baum mit den Tatzen zu jagen.

Die Katze flitzt weg und stattdessen springt der Mitreisende wie angestochen vom Stuhl und rennt zum Baum hin. Das kleine Tier, das sie da erfolgreich vom Baum gejagt hat, ist nämlich unser MiFi, das am Kabel runterhing, weil die Antenne für besseren Empfang im Baum stand. :mrgreen:

Zum Glück finden sich alle Einzelteile wieder und dem Tierchen ist nix passiert. Leider war das aber auch der letzte Besuch der Mieze. Ob die nur am Wochenende für die Touristenbetreuung auf dem Grundstück zuständig ist oder hat ihr das MiFi so einen Schrecken eingejagt?

Gegen 14 Uhr brechen wir auf in Richtung Pistoia – einkaufen und wenn wir schonmal da sind, ein bisschen Stadt gucken – und dann zeigt sich erst wirklich was für eine grandiose Aussicht man von unserem Berg bei der Auf- und Abfahrt hat. Das kam am Samstag bei der Anreise ein bisschen zu kurz, weil wir da noch zu sehr damit beschäftigt waren, das Haus zu finden. Montecatini-Terme liegt im Tal direkt vor unserer Nase und auf den beiden Nachbarhügeln sieht man den ursprünglichen Stadtkern, Montecatini Alto. Und auch weiter in Richtung Süden haben wir eine Wahnsinnsaussicht, weil wir am Rande des Apennin sind und vor uns erst mal eine größere Ebene liegt. Die nächsten ernstzunehmenden Berge kommen erst wieder fern am Horizont in Sicht. (Klick macht alle Bilder groß!)

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52 Bücher, Teil 7 und 8

Das ist ja jetzt schon ein bisschen peinlich. 6 Wochen lang war ich ziemlich pünktlich mit dabei und habe meine Beiträge für’s 52-Bücher-Projekt geschrieben und dann ausgerechnet im 7. Teil, als Katrin ein Thema ausgewählt hat, das ich vorgeschlagen hatte, fange ich an so zu schwächeln. 😳

Im März ging bei mir echt überaus wenig, das war kein guter Monat und so richtig ist das auch noch nicht vorbei, aber ich will jetzt endlich mal anfangen, ein bisschen aufzuholen. Die Themen waren nämlich schon durchaus so, dass ich sie gerne beantworten möchte.

Daher jetzt in ein bisschen gehetzt und knapp direkt 2 Themen auf einmal:

Woche 7:

Du betrittst zum ersten Mal die Wohnung deines neuen Schwarms. Welches Buch sollte auf dem Couchtisch (oder natürlich wahlweise auf dem Nachttisch) rumliegen, damit du dir sicher bist “Hier bin ich richtig!”?
(Bonusfrage: Welches Buch dürfte dort auf keinen Fall rumliegen?)

Das Thema fiel mir irgendwann nächtens ein, als ich nicht schlafen konnte und als ich mich morgens beim Aufstehen immer noch daran erinnerte, reichte ich es bei Katrin ein. Zugegebenermaßen sah das in der Theorie viel einfacher aus: ich war nämlich irre gespannt darauf, was da an Ergebnissen bei den Projektteilnehmern rauskäme, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, mal darüber nachzudenken, welche Bücher das bei mir wären. Dass das in der Praxis nämlich gar nicht so einfach ist, fiel mir auf, als das Thema tatsächlich bei Katrin auftauchte. 😀

Weil es natürlich feige wäre ausgerechnet beim eigenen Thema zu kneifen, lasse ich mir also trotzdem etwas einfallen. :mrgreen:

Früher, in Zeiten als ich noch mehr oder weniger regelmäßig zum ersten Mal in Wohnungen oder Zimmer von von mir Umschwärmten kam, hatte ich ehrlich gesagt gar kein Auge für Bücher. Mir fiel zwar auf, ob es welche gab und ich war misstrauisch, wenn es keine gab. Aber der eigentliche Anziehungspunkt war für mich immer die Schallplattensammlung. Die musste ich stets erst mal durchblättern, nach Gemeinsamkeiten suchen und auch nach Musik, die ich gar nicht kannte.

Weil das aber natürlich bei einem Buchprojekt nicht gilt, hier also eine Auswahl von Büchern, von denen eines zu finden, ich schon recht cool fände:

Dieter Moor und Sabine Schneider – ganz & einfach

Ja, ein Kochbuch, mein Lieblingskochbuch. Lustigerweise waren Kochbücher in der letzten Runde der 52 Bücher das 7. Thema und ich habe das Buch damals dort vorgestellt. Zum Thema passt es für mich, weil ich wahnsinnig gerne koche, weil ich kochende Männer mag und denke, wenn einer jenes Buch rumliegen hat, dann hat er vielleicht eine ähnliche Leidenschaft für’s Kochen. Aber nicht so chichi-mäßig, sondern ganz & einfach.

Flix – Don Quijote

oder auch ein anderes von Flix Büchern, weil ich es grandios finde, wie wahnsinnig viel dieser großartige Zeichner mit so wenigen Worten im Zusammenspiel mit seinen Zeichnungen sagen kann und dass die ganz textlosen Bilder und auch manchmal einfach nur weisse Seiten ganz ohne Text oder Zeichnung, häufig die tiefsten Aussagen enthalten – wirkungsvoll ohne effekthascherisch zu sein. Große Liebe hier. ♥

Ein (oder auch gerne mehrere) Reiseführer

weil Reisen für mich etwas ganz anderes ist, als irgendwo Urlaub zu machen und weil dazu natürlich gehört, dass man sich schon vorher oder auch hinterher mit der Gegend irgendwie vertraut macht. Weil Reiseführer ein gutes Indiz für Fernweh sind, das mich auch dauernd plagt, fände ich es gut, wenn in der Wohnung welche rumlägen.

Irgendwo in der Wohnung, am besten in einer unteren Ecke eines Bücherregals, auf keinen Fall irgendwo effekthascherisch auf einem Tisch oder Nachttisch liegend, würde ich ausserdem gerne den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry finden, am liebsten ein bisschen zerfledderd, weil er mehr als einmal gelesen wurde. Finden würde ich ihn gerne, weil er für mich besonderen (Stellen-)Wert hat, rumliegen sollte er aber auf keinen Fall, weil mir das zu kalkuliert wirken würde, zu manipulativ.

Das mit den no-go Büchern ist auch nicht so einfach, weil man da ja schon differenzieren muss, aus welchen Gründen sie gelesen werden. Da kommen bei mir auch die gleichen vor, wie bei einigen anderen auch schon, zB die Bohlen Biografie oder Thilo Sarrazin. Ein Parteibuch von der FDP würde mich wohl auch rückwärts zur Tür raustreiben.

Woche 8:

Klolektüre

Kurzes und knappes Thema von Lioman.

Kurze und knappe Antwort von mir: Hier gibt’s gar keine Klolektüre. In ganz ganz seltenen Fällen, wandert das aktuelle Buch mal mit ins Bad – aber nur, wenn’s gerade so furchtbar spannend ist, dass ich es auf keinen Fall aus der Hand legen kann. In die Badewanne kommt auch nur das jeweils aktuelle mit, kein spezielles Buch für’s Badezimmer.

Bonusantwort: mein Handy darf nicht mit in die Wanne oder auch nur an den Rand, weil ich viel zu viel Angst hätte, dass ich es in einem Schusseligkeitsanfall in der Wanne versenken würde.

Alle Projektbeiträge sammelt Katrin in ihrer tollen Liste! Zwei geschafft, fehlen noch 9 und 10, dann bin ich wieder auf dem Laufenden. Vielleicht auch 9, 10 und 11, wenn ich das nicht vor dem Wochenende erledige. Aber ist ja zum Glück alles ganz flauschig und puschelig hier! 🙂

Katja

52 Bücher, Teil 44

Man denke sich zur Einleitung einen röchelnden Hustenanfall, in dem meine stotternde und verräusperte Erklärung, weswegen ich jetzt so lange bei des Fellmonsters Bücherprojekt ausgesetzt habe, ein bisschen untergeht. Aber weil das ein ganz puscheliges Projekt ist, bei dem das einzig Scharfkantige die Buchseiten der Hauptdarsteller des Projektes sind, ist das wohl nicht so schlimm. 🙂

Beim jetzt auch schon nicht mehr ganz aktuellen Thema der 44. Projektwoche, dessen Tab immerhin schon offen ist, seit das Thema aktuell war, muss ich aber doch mal wieder mitmachen.

Es geht nämlich um

Reiseführer.

Mein heissgelieber Andalusien-Reiseführer hat mir jetzt schon 3 Jahre lang treue Dienste geleistet und wenn alles gut geht (*auf Holz klopf*), dann darf er im Oktober oder November wieder mit mir verreisen. Es wäre ihm gegenüber einfach gemein, ihn dann nicht hier vorzustellen!

Er heisst praktischerweise ‚Andalusien‘ und stammt aus dem Michael Müller Verlag. Der Autor, Thomas Schröder, gibt nicht nur wichtige Hinweise auf sehens- und besuchenswerte Dinge, sondern greift auch oft geschichtliche Begebenheiten aus der Zeit der maurischen Herrschaft in Andalusien auf, was den Reiseführer zu einer spannenden Angelegenheit macht.

Kein expliziter Reiseführer, aber im Urlaub ebenfalls mein ständiger Begleiter ist der Kunst und Architekturführer Andalusien von Brigitte Hintzen-Bohlen aus dem h.f. ullmann Verlag, der dann noch zusätzliche Details liefert, die der Reiseführer nachvollziehbarer Weise auslässt. Man will ja auch keinen 2000 Seiten Wälzer mit sich rumtragen.

Die beiden zusammen sind eine gute Kombination, die mich auch in internetfreien oder UMTS limitierten Urlauben, bestens informiert haben. 🙂

Und da ich speziell die Alhambra wahnsinnig wahnsinnig toll fand, gibt es für alle, die mal hinmöchten oder schonmal dort waren, noch zwei Tipps:

In seinen ‚Erzählungen von der Alhambra‘ schreibt Washington Irving über seinen Aufenthalt in den 1830ern auf der Alhambra und erzählt viele alte Legenden über die Festung und ihre Bewohner.

Nachdem wir die Alhambra vorletztes Jahr besucht hatten, habe ich’s letztes Jahr in Spanien gelesen. Zugegebenermaßen nicht so gut geeignet als Strandlektüre. Ich tat mir ein bisschen schwer mit seiner Sprache, die ich einfach nicht flüssig runterlesen konnte, aber ich mochte die Stimmung, die er mit seinen Beschreibungen der Orte in mir erzeugt hat, weil mich das an den Besuch in der Alhambra erinnerte.

Viel leichter lesbar und ohnehin eine Empfehlung, auch wenn man die Alhambra nicht kennt, ist ‚Mondlaub‘ von Tanja Kinkel.
Sie hat es bisher mit all ihren Büchern geschafft, mich ollen Geschichtsmuffel zu erreichen und mich dazu zu bringen, tagelang rumzuklicken und im Web zu lesen, weil ich unbedingt mehr über die Hintergründe der Epoche oder der geschichtlichen Charaktere des gelesenen Buches erfahren will. (Über Mondlaub hatte ich hier auch schonmal gebloggt als ich’s gerade gelesen hatte.)

Katja