Neulich in der Reinigung

Reinigungsmann: Tach.
ich: Guten Tag. Ich hab hier 10 Hemden zum Bügeln.
R.: Oh-oh! Das wird dauern! Die Frau war krank. Die ist heute den ersten Tag überhaupt wieder da. Und die macht das ja mit dem Bügeln.
ich: Na macht ja nichts, wenn’s dauert. Wie lange denn?
R.: Oh-oh! Das wird lange dauern!
ich: Ach. Und wie lange denn? So ungefähr?
R.: Oh-oh! Auf jeden Fall lange. Sehr lange.
ich: Vielleicht könnten Sie mir einfach sagen, wann ich sie abholen kann?
R. (empört): Das kann ICH Ihnen doch nicht sagen! Auf keinen Fall mehr in der Woche.
ich: Ja, das macht ja nichts. Es darf ruhig etwas dauern. Ich muss nur wissen, wann ich wieder vorbeikommen kann, um die Hemden abzuholen. Ich komme aus der kleinen Stadt und möchte ungerne umsonst bis hierher fahren. Deswegen wäre ein genauer Termin praktisch.
R.: Also diese Woche wird das auf keinen Fall was. Nächste Woche dann wohl irgendwann.
ich: Und an welchem Tag denn da? Ich möchte ja nicht auf Verdacht an irgendeinem Tag vorbeikommen und die Hemden sind noch gar nicht fertig.
R.: Das kann ICH Ihnen nicht sagen. Geben Sie mir Ihre Telefonnummer. Dann rufe ich an, wenn sie fertig sind.
ich: Das möchte ich nicht so gerne. Nennen Sie mir doch bitte einen Tag, an dem sie auf jeden Fall fertig sein werden.
R. schlurft in einen Nebenraum.
R.: Sie müssten dann am Mittwoch vor halb 1 kommen.
ich: Also ich kann sie dann irgendwann ab Mittwoch abholen, ja?
R.: Sie müssten dann vormittags kommen. Mittwochnachmittag haben wir nicht offen.
ich: Ich weiss. Ich weiss nur noch nicht, ob ich das Mittwoch schaffe. Ich komme ansonsten wann anders nächste Woche, nur nicht vor Mittwoch.
R.: Ja vorher sind sie auf keinen Fall fertig. Donnerstag haben wir dann auch wieder nachmittags offen. Nur Mittwoch nicht. Kommen Sie da vor halb 1.
ich: Mittwoch vor halb 1 oder dann Donnerstag oder Freitag! Vielen Dank, auf Wiedersehen.

Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich wohl einen Termin genannt bekomme, bevor seine Frau mit dem Bügeln fertig ist oder ob wir einfach so lange im Laden weiterdiskutieren werden bis alle Bügelwäsche, inclusive meiner erledigt ist.

Katja

Serviceorientierung galore

Letzten Donnerstag in der ca. 10 km entfernten Textil-Reinigung:

ich: Wann sind’se denn fertig?
Reinigungsfrau: Hm, am Samstag.
ich: Ui, das geht ja dieses Mal schnell.
Reinigungsfrau: Hm, jo. So sind wir.

Natürlich bin ich am Samstag nicht direkt zum Abholen gekommen und auch Anfang der Woche noch nicht. Heute dann klebt ein großer handgeschriebener Zettel an der Tür:

Wir machen Urlaub vom 8.7. bis 13.7.

Vom 15.7. bis 3.8. nur vormittags geöffnet.

Der Zettel hing letzten Donnerstag noch nicht. Da bin ich sicher, weil er so auffällig ist, dass ich nicht mal aus dem Auto aussteigen musste, um ihn zu sehen und zu lesen.

Jetzt mal ernsthaft: hätte die Frau Reinigung mich nicht bei der Abgabe darauf hinweisen können, dass die Abholung auch ausschließlich exakt am Samstag möglich ist (sofern ich den Kram zeitnah haben möchte), weil sie danach im Urlaub sind?

Zum Glück sind das keine Sachen, die mit nach Italien reisen sollten, aber alleine die Zeit und Kilometer, um da heute hinzufahren und vor verschlossener Tür zu stehen, ärgern mich. Das hätte sich mit einem zusätzlichen Satz (ohne irgendwelchen Aufwand oder Mehrarbeit) von ihr vermeiden lassen und ich verstehe diese Mirdochegal-Haltung in Sachen Kundenzufriedenheit nicht.

(Picard-Facepalm war gestern! Otter-Facepalm via Dailyotter.)

Katja