Wenn man…

…sich endlich für die Packstation registrieren möchte, weil die Paketzustellung am neuen Wohnort ein bisschen unzuverlässig funktioniert, was sich derartig äußert, dass Pakete, die für ein bestimmtes Lieferdatum terminiert sind, häufig irgendwann anders, aber auf keinen Fall zum geplanten und angekündigten Termin, an dem man dann extra und leider vergeblich zu Hause auf die Zustellung gewartet hat, ankommen, und man dann die Zusendung der Packstations-Zugangs-Karte via Terminwunsch von letzten Mittwoch auf letzten Donnerstag ändert, ist es schon ein bisschen ironisch, dass ausgerechnet diese Sendung, jetzt wiederum seit Mittwochfrüh unverändert, mit dem Hinweis „Zustellung am Wunschtag Donnerstag, 08.09.2016“, in der Zustellbasis zur Bearbeitung rumliegt.

Ach hätte man doch nur einen Packstationszugang, um solch sinnloses zu-Hause-vergeblich-auf-die-Zustellerin-Warten in Zukunft zu umgehen… oh wait…

Katja

Torben Kommemol!

Mit Postfilialen habe ich ja schon in der Kleinen Stadt einige einschlägige Erfahrungen (zB hier und hier) gemacht und jetzt: Neue Stadt, neues Abenteuer!

In der neuen Stadt gibt es keine „echte“ Post mehr, dafür aber direkt zwei Filialen in anderen örtlichen Läden, nämlich eine in einem Friseursalon und eine in einem Sonnenstudio. Eigentlich hätte ich heute gerne die Post im Sonnenstudio getestet, weil ich bei dem Friseur schon mal mit einer älteren Dame zu tun hatte, bei der dann eine simple Warenrücksendung zu einer größeren 15-minütigen Aktion ausartete („Wisse Sie, früher da ging des ja, awer des is ja heut alles aach net mehr so aafach mit dem neue technische Zeuchs *fuchtelt mit dem Paketscanner* komm ich aafach ned zurecht. TORBEN KOMMEMOL, ich braach dich hier emol.“) und man dort außerdem nicht mal ansatzweise in der Nähe parken kann, aber da ich um 15.40 Uhr schon mit dem restlichen Einkauf fertig war und das Sonnenstudio erst ab 16 Uhr nachmittags geöffnet hat, blieb mir also doch nur wieder der Friseursalon.

Hinterm Tresen die gleiche ältere Dame, bei der ich schon zur Viertelstunden-Rücksendungs-Session war. Nun denn!

 

ich: „Guten Tag! Ich würde das hier gerne als Paket versenden.“

ä.D.: „Ach ach. Als Paket?“

ich: „Ja genau.“ (nicke bekräftigend)

ä.D.: „Wisse Sie zufällig, wie schwer des ungefähr is?“

ä.D. (kommt langsam um den Tresen herumgeschlurft, schiebt die Brille auf die Stirn hoch, bückt sich zum, auf dem Tresen stehenden, Pappaufsteller, auf dem die Produkte samt Portokosten gelistet sind herunter und guckt angestrengt darauf)

ich (verkneife mir jeglichen Kommentar, dass sie das Teil auch einfach vom Tresen hätte runternehmen können und sich den Weg hätte sparen können)

ä.D. (nimmt meine Sendung in die Hand, hebt sie prüfend ein Stückchen hoch)

ä.D.: „Also des is ja höchstens e Kilo.“

ich: „Spielt das genaue Gewicht denn überhaupt eine Rolle? Ich möchte es ja als Paket versenden und es fällt da auf jeden Fall in die günstigste Kategorie.“

ä.D.: kneift die Augen wieder zusammen und guckt angestrengt auf den Pappaufsteller, murmelt „so bis zu aam Kilo, des macht 4 Euro“

ich: „Aber ich möchte das ja gerne als Paket versenden. Im Grunde könnte ich die Sendung dieser Größe sogar als Brief aufgeben, aber mir geht es um den versicherten Versand. Deswegen möchte ich es als Paket schicken. Das müsste sechsneunundneunzig kosten.“

ä.D.: „Sechsneununneunzich sache Sie? Awer des is ja bis 5 Kilo. Mir ham ja hier höchstens aa Kilo. Da macht des 4 Euro.“

ich: „Dann ist es aber nur ein Päckchen und der Versand ist nicht versichert. Darum geht es mir ja aber gerade. Ich möchte also wegen des versicherten Versandes freiwillig mehr Porto zahlen. Schauen Sie hier. *deutet auf die Kategorie* Das möchte ich.

ä.D.: „TORBEN KOMMEMOL, ich braach dich hier emol. Ich kann des net. TOOOOOORBEEEEEN!“

T.: „Wo brennt’s denn?“

ich: „Guten Tag, ich…“

ä.D. (fällt mir ins Wort): Die Dame möcht des hier verschigge. Kost 4 Euro, awer ich weiss net, wie ich des eingewwe muss.“

T.: „Ei, da musste doch einfa….

ich (falle Torben ins Wort): „Entschuldigung bitte! Ich möchte das gerne als Paket versenden, nicht als Päckchen.“

T.: „Ei, dann ist das aber teurer.“

ich: „Ja, das weiß ich, sechsneunundneunzig. Mir geht es um den versicherten Versand.“

T.: wendet sich an die ä.D. und erklärt Schritt für Schritt.

ä.D.: „Awer was mach ich dann jetz mit dene ganze Ausdrugge?“

T.: „Der kommt auf’s Paket, den scanst du gleich, den bekommt die Dame, den klebst du ihr hier auf so eine Karte und dann kommt gleich noch einer – der Einlieferungsbeleg – der ist auch für die Dame, damit sie auch sehen kann, ob das Paket angekommen ist.“

Zweiter Ausdruck flutscht raus.

ä.D.: „Awer wofür is der dann jetz?“

T. (schon im Gehen, zurück zum Friseurstuhl, wo er gerade am Schneiden war): „Das ist der Einlieferungsbeleg. Den klebst du mit auf die Karte für die Dame.“

ä.D.: „Awer wohin dann? Hier denebe odder auf die Rüggseide?“

ich: (summe – nur im Kopf – die Jeopardy-Melodie)

Torben schneidet schon wieder Haare und so klebt die ä.D. klebt den Einlieferungsbeleg beherzt „denebe“, schlurft langsam um den Tresen, schiebt die Brille hoch, kneift die Augen zusammen, guckt angestrengt.

ä.D.: „So! E Paket! Des war ja jetzt, was? E Paket! Macht sechsneununneunzich bidde! Wisse Sie, hier komme ja sonst fast immer nur Rüggsendunge. Mit dene kenn ich mich aus, mit Pakete net so. Wisse Sie, früher da ging des ja…“

ich (ihr lächelnd ins Wort fallend): „Des is ja heut alles aach net mehr so aafach mit dem neue technische Zeuchs.“

Katja

Das können Sie jetzt versichern!

Eben in der Postfiliale der Kleinen Stadt.

ich: Guten Tag. Ich hab hier eine Rücksendung, dann diese zwei Päckchen…

Postfrau: Sollen die als versichertes Paket oder einfach als Päckchen?

ich: Als einfache Päckchen bitte. Und dann habe ich hier noch einen Brief.

P: Soll der als einfacher Brief oder als versichertes Einschreiben?

ich: Äh. Als ganz normaler Brief natürlich.

P (guckt streng): Darf ich mal fragen, was da drin ist?

ich: Die Frage finde ich etwas seltsam…

P: Wollen Sie das ganz wirklich als normalen Brief versenden?

ich: Äh ja! Also gut. *soifz* Darin sind nur (NamevonDingen) – kein Geld. Falls sich Ihre Frage darauf bezog.

P (ganz vertieft darin, auf dem Umschlag rumzudrücken und den Inhalt hin- und herzubewegen): Dass es kein Geld ist, hatte ich ja jetzt auch gemerkt! Das fühlt sich anders an. Ihre (NamevonDingen) sind ja etwas fester.

ich: …

P: Wissen Sie, Geld sollten Sie nämlich nicht so verschicken! Es gibt ja jetzt auch die Möglichkeit, das in versicherten Einschreiben zu versenden.

ich: Dieses Gespräch ist jetzt nicht gerade sehr vertrauenerweckend…

P: Naja, Geld ist immer so oft weggekommen.

ich: …also vertrauenerweckend in das Unternehmen für das Sie arbeiten und in Ihre Kollegen meine ich.

P: Na jetzt passiert das ja nicht mehr so leicht. Also wenn man das versichert versendet. Bis zu 100 Euro gehen.

ich: Aber das ist ja nicht einfach ‚weggekommen‚. Das ist ja, während es sich irgendwo in den Händen von Ihnen und Ihren Kollegen befand, von einem Postmitarbeiter geklaut worden. Das ist ein bisschen was anderes.

P: Ihre (NamevonDingen) sind auf jeden Fall sicher. Die, die das professionell machen, die tasten ja eh nicht nur, die durchleuchten das richtig. (Hält den Umschlag hoch und guckt gegen das Licht durch.)

ich: Geld versende ich sowieso nicht mit der Post.

P: Würde ich ja auch nicht machen! Da kommt ja soviel weg und es hat ja heute eh jeder ein Konto. Aber, wenn Sie mal was verschicken wollen, dann wissen Sie ja jetzt, dass Sie das versichert verschicken können. Mit Einschreiben. Bis zu 100 Euro.

ich: …
ich: Äh ja. Danke. Auf Wiedersehen.

Hier schrieb ich schonmal ein überaus skurriles Erlebnis in der örtlichen Postfiliale. Vielleicht würde es ja schon reichen, wenn bei der Auswahl der Postmitarbeiter einfach nur annähernd solch penible Gründlichkeit an den Tag gelegt würde wie bei der Unterschriftenkontrolle beim Postident-Verfahren?

Katja

So nicht!

Wer schonmal online ein Konto eröffnet hat, hat vielleicht auch in diesem Rahmen Bekanntschaft mit dem Postident Verfahren gemacht. In Kürze geht das so: Man meldet sich online mit seinen Daten bei der gewünschten Bank an und muss in keine Filiale rennen (was bei reinen Onlinebanken ohnehin schwierig wäre), dann druckt man einen Bogen mit den eingegebenen Daten aus und geht mitsamt dem Bogen und dem eigenen Personalausweis (evtl. auch mit einem anderen Ausweispapier, aber das weiss ich gerade nicht sicher) zu einer Postfiliale, die Mitarbeiter dort drucken einen weiteren Bogen für das Verfahren aus, gucken sich den Ausweis an, gucken einem ins Gesicht, lassen einen unterschreiben und drücken dann einen Stempel auf die Papiere, der bestätigt, dass man das auch selber ist, der da online versucht, ein Konto auf den entsprechenden Namen zu eröffnen und leiten die Papiere dann direkt an die Bank weiter. Das Verfahren ist für den Nutzer kostenlos. Man hat ein neues Konto. Alle sind glücklich.

So weit die Theorie.

In der Praxis läuft das folgendermaßen:

ich: Guten Tag, ich würde gerne diesen Brief versenden und habe hier ausserdem die Unterlagen für ein Postident Verfahren.

Postangestellte (murmelnd): Einsfünfundvierzig.

P. klebt die Marke auf, ich lege das Geld und meinen Personalausweis vor ihr hin.

P. greift nach dem Ausweis. *Tippeditipp, tippeditipp* *ausdruck*

P.: So, hier jetzt bitte unterschreiben.

ich: *unterschreib*

P. greift nach dem Blatt, hält meinen Ausweis direkt neben das Blatt, guckt hin und her.

P.: So geht das aber nicht. Sie müssen genauso unterschreiben wie hier auf dem Ausweis.

ich: Das kann ich nicht. Das ist zum einen ja schon etliche Jahre her und meine Unterschrift hat sich verändert, zum anderen habe ich eigentlich niemals so unterschrieben wie auf dem Ausweis oder auch auf meiner EC-Karte, weil das Unterschriftenfeld da immer viel zu klein ist und meine Unterschrift passt da gar nicht rein. In winzig ist die aber nie so schwungvoll wie normalerweise.

P.: Wenn das so ist, müssten Sie sich jetzt eigentlich erst mal einen neuen Ausweis machen lassen.

ich: …

P.: Also so geht das auf jeden Fall nicht! Ich kann das so nicht annehmen! Das müssen wir nochmal machen!

ich: Aber ich stehe doch hier vor Ihnen. Sie haben meinen Ausweis in der Hand und ausserdem kennen Sie mich doch auch. Ich bin doch öfter hier. Sie wissen doch, dass ich das bin und dass das mein Ausweis ist.

P.: Ja, aaaaber… *holt tief Luft*… Das geht so nicht! Die Unterschrift muss GENAUSO aussehen wie auf Ihrem Ausweis.

ich: Genauso wie im Ausweis bekomme ich das nie im Leben hin.

P.: Wissen Sie, wir werden nämlich darauf geprüft. Darauf, dass wir darauf achten, dass die Unterschrift gleich aussieht. Und die Tester, die machen das dann mit Absicht so, dass sie ganz anders unterschreiben, um zu sehen, ob wir ausreichend aufpassen.

ich: Aber ich will Sie gar nicht testen. Ich will nur ein Konto eröffnen.

P.: Ja das würden Sie aber doch auch sagen, wenn Sie ein Testkunde wären.

ich: Aber Sie kennen mich doch und wissen, dass ich kein Tester bin.

P.: Ja, aaaber die Tester sind ja auch ganz normale Kunden, hier aus der kleinen Stadt. Und Sie würden dann genau das gleiche sagen, um das abzustreiten.

ich: Aber es geht doch darum, dass Sie bestätigen, dass ich das auch bin, die das Konto eröffnen will. Nicht darum, dass jemand kommt, der möglichst originalgetreu meine Unterschrift auf meinem Ausweis nachmalen kann.

P.: Aber darauf werden wir getestet. SO geht das auf jeden Fall nicht.

P. *ritschratsch* Zerreisst mein eben unterschriebenes Formular, druckt ein neues aus.

P.: So, jetzt strengen Sie sich aber mal richtig an, dass das genauso aussieht hinterher.

ich: *knirsch* *mal* Hier bitte. Das ist jetzt zwar nicht meine Unterschrift, aber ich hoffe, es genügt Ihren Ähnlichkeitsansprüchen.

P.: *strahlend* Na bitte, das war doch jetzt ganz einfach!

Was man so unter ganz einfach versteht…

Katja

 

Glück ist #25

Und dann gibt es diese Tage, wo du nichtsahnend den Briefkasten leerst und kurz darauf nicht ein kleines Grinsen – wie die beigefügte Karte es dir wünscht – sondern ein ultrabreites Grinsen im Gesicht hast und das zwar auch des Umschlaginhaltes wegen, aber noch viel mehr, weil es so schön ist, jemanden zu kennen, der solche Grinseumschläge zur Post bringt.

Hachz Internet. Toll, dass es dich gibt!

Katja

Neulich vor der Post

Vor der Post der kleinen Stadt gibt es 5 Parkplätze, solche ‚Kopfparklücken‘  – die Bezeichnung habe ich vor Äonen mal in der Fahrschule gelernt, vermutlich haben die mittlerweile einen viel stylisheren Namen, sowas wie Ahead-Gap oder so – wo man ganz einfach vorwärts einparkt. Zwei benachbarte Parkplätze waren frei, alle anderen belegt, als die Frau im dicken Audi vor mir und ich fast zeitgleich den Blinker links setzen um dort einzuparken. Sie fährt in den rechten der freien Plätze rein, ziemlich ungeschickt, steht fast 20 cm über die Begrenzungslinie zum letzten verbleibenden freien Parkplatz. Nach rechts hat sie etwa ’nen Meter Luft bis zum nächsten geparkten Fahrzeug. Ich fahre extra noch nicht in die Lücke, warte, damit sie nochmal bequem vor und zurück fahren und sich besser hinstellen kann, da stellt sie den Motor ab. Um’s mal mit Jules Worten zu sagen: Ich glaube, mein Rentier pfeift!

Es ist klar, da passt nicht noch ein Auto rein, zumindest nicht, wenn beide noch die Tür aufbekommen wollen. In einem völlig ungeahnten Anflug von Geistesgegenwärtigkeit fahre ich, während sie, noch im Wagen sitzend, ihre Siebensachen zusammensucht, in die Parklücke. So weit nach rechts, dass ich meine Fahrertür noch aufbekommen werde, zu dicht an ihrem Wagen, als dass sie ihre noch aufbekäme.

Während ich aussteige, sehe ich sie empört hinter der Scheibe gestikulieren. Wie befreiend es sich anfühlt, sie freundlich anzulächeln, während ich meine Klappbox mit den Kekspäckchen aus dem Kofferraum hole und ihr den Stinkefinger nur gedanklich zeige!

Als ich in die Post verschwinde, sitzt sie immer noch in ihrem ‚Gefängnis‘ und regt sich auf, anstatt einfach einmal zurück zu fahren und einen halben Meter weiter nach rechts, wo sie jede Menge Platz hätte.

Diese seltenen Momente, wo mich die Dreistigkeit von anderen mal nicht sprachlos macht, sondern wo ich solchem Verhalten wirklich angemessen begegnen kann, mal nicht den Kopf einziehe, die tun wirklich richtig gut! 🙂

Katja

Wenn der Postmann…

…statt zweimal zu klingeln die Postkarte einfach schweigend in den Briefkasten wirft, lässt sich das zwar eigentlich nicht mit einem Filmtitel verwursten, aber wen interessiert das schon, wenn er so eine puschelige Karte mit puscheligen Grüßen aus dem Briefkasten rausholen kann?

Hachz!

Dankeeeee!

Katja