*DIE* Reise

Wenn für mich eine Reise in groß und in Sternchen gefasst, die Bezeichnung *DIE* Reise verdient, dann ja wohl diese. Fast 6 Wochen unterwegs gewesen, ganz exakt 40 Nächte an 14 verschiedenen Orten verbracht. 7585 km insgesamt – unterwegs in Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien. Das war vermutlich eine vollkommen einmalige Reise, sowohl einmalig im Sinne von traumhaft schön als auch (wahrscheinlich und leider) einmalig im Sinne von once in a lifetime.

Mal sehen, ob ich wirklich dazu komme und die Muße habe, hier demnächst ein paar Eindrücke festzuhalten, aber ich hatte auf Twitter versprochen, wenigstens alle Etappen der Reise, alle Orte, an denen wir übernachtet haben, mal aufzulisten und here we are:

25.09. Abreise
25.09.-26.09. Châlus (Frankreich)
26.09.-27.09. San Sebastian (Spanien)
27.09.-28.09. Santiago de Compostela (Spanien)
28.09.-30.09. Porto (Portugal)
30.09.-01.10. Nazaré (Portugal)
01.10.-22.10. Isla Canela (Spanien)
23.10.-24.10. Sevilla (Spanien)
24.10.-26.10. Jerez da la Frontera (Spanien)
26.10.-28.10. Granada (Spanien)
28.10.-29.10. Tomelloso (Spanien)
29.10.-30.10. Almazan (Spanien)
30.10.-31.10. Saragossa (Spanien)
31.10.-01.11. Yosa de Sobremento (Spanien)
01.11.-03.11. Soulac sur mer (Frankreich)
03.11.-04.11. Vicq (Frankreich)
04.11. Heimkehr

Lustigerweise hat unsere Route die Routenplanung von googlemaps gesprengt. Die kann nur 10 Etappen verarbeiten und darstellen.

Hier immerhin noch in Einzelteilen die Hin- und Rückreise – wobei bei der Rückreise auch die letzte Etappe nach Hause (in der Nähe von Darmstadt) fehlt, weil das die 11. Etappe gewesen wäre.

Es fühlt sich sehr unwirklich an, beim Nachhausekommen nicht nur ein Kalenderblatt umzublättern, sondern nach dem ersten einen Moment hinschauen und innehalten und dann direkt das nächste Blatt auch noch umzuschlagen, weil man über einen Monat lang unterwegs war.

In der ganzen Zeit habe ich exakt einmal und auch nur für eine Stunde etwa, gedacht, ich wäre gerade lieber zu Hause. Da war ich aber körperlich und emotional durch und hatte so das Bedürfnis nach heimischer Couch und Pizza vom Lieferdienst. Ansonsten habe ich die komplette Zeit sehr genossen. Der Gedanke, nach Hause zu kommen, fühlte sich vor allem merkwürdig an als ich noch unterwegs war. Am Ende war es dann weniger komisch als befürchtet.

In mir war es schon lange nicht mehr so ruhig und friedlich wie auf dieser Reise und die war so ungefähr das Allerallerbeste, was ich gerade für mich tun konnte. Natürlich vermisse ich das Meer wieder, sobald ich ihm den Rücken zugedreht habe, weil Zeit am Meer nie ausreicht, wenn ich wieder abreisen muss, aber ich bin auch unglaublich froh und dankbar, dass ich überhaupt so lange dort bleiben konnte. Die Reise fühlte sich in jedem Moment als enormes Privileg an und das hat sie noch besonderer gemacht.

Katja

Es muss ja viel mehr Sommer sein

Und weil das im heimischen Draussen gerade nicht so gut funktioniert, brauche ich wenigstens wieder eine Erinnerung an den Sommer im Blogheader.

So wirklich der Jahreszeit nach war es aber eigentlich gar nicht im Sommer, sondern im Oktober 2011 als wir auf der spanischen Isla Canela, nur einen Katzensprung von der portugiesischen Grenze entfernt Urlaub machten. Den heissesten Oktober-Spanien-Urlaub bisher überhaupt, von dem ich nicht so genau weiss, ob die kontinuierlichen mehr als 30°C bei absolut wolkenlosem Himmel dem milden Klima dieser Gegend geschuldet waren oder ob das in jenem Jahr tatsächlich ein glücklicher Zufall war, dass wir so wunderbares Sommerwetter hatten.

Das neue Headerfoto, stammt von dieser Reise und einem Ausflug ins portugiesische Tavira, über den ich hier ausführlicher berichtet hatte. Jene Brücke ist die sog. Römerbrücke. Gebaut wurde sie aber gar nicht von den Römern, sondern erst in 1655 und wie fast die gesamte Stadt (und viele weitere an der Algarve) wurde sie beim großen Erdbeben von Lissabon in 1755 zerstört und dann über hundert Jahre später, in 1870 wieder aufgebaut – also die Brücke, nicht die Stadt.

Katja

Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #8

Als wir in Faro aufbrechen ist es schon nach 16 Uhr und das ist eigentlich recht spät um nochmal etwa 50 km weiter nach Westen zu fahren, aber wir wollen unbedingt einen der Strände der Felsalgarve sehen und so wahnsinnig viele Tage bleiben nicht, um nochmal extra die über 100 km dorthin zu fahren. Dass sich der Weg unbedingt gelohnt hat, ist über zwei Stunden später total klar, als ich mit fast bis zur Hüfte durchgeweichter Hose, weil mich eine Welle überraschend erwischt hat, wieder auf dem Weg zum Parkplatz bin.

Der Strand (Klick für google Maps) ist sehr anders als die spanischen, an denen ich in den letzten Jahren war. Der Sand ist gelb und viel grobkörniger als der weisse feine Sand der Costa de la luz, und die Wellen versetzen ihn sehr viel mehr in Bewegung, sodass man sich kaum auf den Füßen halten kann. Und überhaupt die Wellen! Die sind einfach so groß und schön, dass die Augen sich ganz automatisch weiten und der Blick losstrahlt. Hachz!

Der Strand könnte der Traumstrand schlechthin sein, wenn nicht so wahnsinnig viele Leute genau den gleichen Eindruck hätten, die sich dort tummeln. Ausser Sand und Sonne und Wahnsinnswellen gibt es also jede Menge vom Sonnenbrand stellenweise krebsroter und am restlichen Körper extrem blasshäutiger Briten. (Klickt macht alle Fotos groß.)

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Meer seh’n!

Beim Weitersortieren meiner Spanienfotos fiel mir wieder ein, dass ich ja auch ein paar kurze Videos mit dem Fotoapparat aufgenommen hatte. Jenes hier stammt von einem der Strände in Albufeira in Portugal, an dem wir waren, nachdem wir Faro angeschaut hatten.

Mehr davon im nächsten Teil meines 2011er Spanienreiseberichtsdingens.

Meeressehnsüchtig soifzend!

Katja

 

Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #7

Dann, am folgenden Sonntag kann ich endlich wieder sinnvoll auftreten und wir machen uns auf den Weg ins 70 km entfernte Faro. Dort gibt es eine, der in Portugal scheinbar relativ zahlreichen Knochenkapellen, d.h. eine Kapelle, deren Wände und Decken mit menschlichen Knochen verkleidet sind. Mich überläuft schon ein Schauer, wenn ich Fotos davon sehe, aber ich finde das so interessant, dass ich sie unbedingt sehen möchte, wenn wir so nah dran sind.

Das Navi lotst uns auf einen Parkplatz fast direkt an der Kirche und die hat – wie sollte es in diesem Urlaub auch anders sein – natürlich geschlossen.

Nossa Senhora do Carmo

Nossa Senhora do Carmo

Statt schaurige kalte Knochen anzuschauen, schlendern wir also durch die sonnigen Straßen Faros

und durch den Arco da Vila

Arco da Vila

Arco da Vila

in die Altstadt, die Vila Adentro,

mit ihren engen verwinkelten gepflasterten Gassen, die sich urplötzlich in einen weiten Platz öffnen,

an dem sich ein ehemaliges Kloster, das Rathaus und die Kathedrale befinden.

Kathedrale Sé

Kathedrale Sé

Die Kathedrale ist natürlich geschlossen! Alles andere hätte uns mittlerweile auch wirklich enttäuscht. Aber man kann herrlich auf den Stufen davor im Schatten sitzen, kühles Wasser trinken und ein paar Postkarten schreiben. (Das mit dem kühlen Wasser in der prallen Mittagssonne und 70 km von der Ferienwohnung entfernt geht übrigens so: Halbliterflaschen Wasser ohne Blubbels einfrieren und in ein Handtuch gewickelt einpacken. Die tauen über den Tag weg langsam auf und man hat den ganzen Tag unterwegs oder am Strand eine erfrischende Abkühlung, anstatt pipiwarmer Plörre dabei.)

Ohne noch einen Versuch zu unternehmen, uns weitere Sehenswürdigkeiten anzuschauen, schlendern wir einfach durch die Straßen der Stadt und ich bin wieder einmal fasziniert, wieviele Gegensätze es in einzelnen Städten gibt und wie großartig ich das Gesamtbild finde, das sich in meinem Kopf über Faro vermischt.

Zum Beispiel gibt es an vielen Stellen in der Stadt Muster auf dem Boden durch farbige Pflastersteine. Das ist so toll, weil wir dadurch hinterher viele der Fotos mit Hilfe der Satellitenansicht von Google-Maps haargenau den Straßen und Plätzen zuordnen können, wo sie entstanden sind.

Ausserdem faszinieren mich die vielen, vielen verschiedenen Gitter sehr, die sich vor fast allen bodentiefen Fenstern der oberen Etagen in der ganzen Stadt finden und die eine Art Minibalkone für Menschen mit sehr kleinen Füßen bilden.

Ich liebe es, ohne genauen Plan und Ziel durch die Städte, die ich besuche, zu laufen und einfach zu schauen und reinzuspüren, wie eine Stadt sich anfühlt, die unterschiedlichen Facetten zu entdecken.

Beim Sortieren der Fotos war ich irgendwann an dem Punkt, in Zukunft nur noch Urlaub an hässlichen Orten machen zu wollen, damit es mir nicht so schwer fällt, Bilder auszusortieren. Ich hatte wieder einmal das Gefühl, nur mit ein paar einzelnen Bildern gar keinen richtigen Eindruck festhalten zu können, weil Faro auf mich so vielschichtig wirkte. Nachdem ich also aussortiert und nochmal aussortiert und nochmal aussortiert hatte, habe ich immer noch über 30 Fotos übrig.

Für alle, die also noch ein bisschen mehr von der Stadt sehen möchten – hier zum Durchklicken:

Von Faro aus fahren wir nochmal etwa 50 km an der Algarve weiter in Richtung Westen, um uns einen der Strände der Felsalgarve anzuschauen. Aber darüber später mehr! 🙂

Katja

Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #5

(Was bisher geschah: #1, #2, #3, #4)

Am nächsten Tag wollen wir uns dann endlich Portugal mal aus der Nähe anschauen. Gegen Mittag brechen wir auf in Richtung Tavira, das zu besuchen mir eine Frau aus meinem Spanischkurs, die dort vor Jahren einige Urlaube verbracht hat, ans Herz gelegt hatte. Die Verwirrung über die Ankunftszeit, die das Navi berechnet hat, legt sich kurz hinter der Brücke über den Grenzfluss und wir lernen an diesem Tag, dass Portugal in einer anderen Zeitzone liegt, was mich ja wieder mal sehr beeindruckt hat. Ja, ich bin leicht zu begeistern! Aber hey – eine andere Zeitzone. Das kannte ich nur durch Flugreisen, aber nicht dadurch, dass man eine simple und nicht mal besonders lange Brücke überquert.

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Wenn einer eine Reise tut (Spanien 2011) #4

(Was bisher geschah: #1, #2, #3)

Genug gefaulenzt, jetzt wollen wir endlich was sehen!

Auch den Vormittag des Montags verbringen wir mit den Nasen in Büchern, aber nachmittags machen wir uns endlich auf den Weg nach Ayamonte. Jene Stadt, die direkt hinter der Brücke zur Isla Canela auf dem Festland liegt und die nur durch den Grenzfluss, den Rio Guadiana, von Portugal getrennt ist.

Also erst mal zum Hafen, der am Rio Guadiana liegt, um einen Blick auf Portugal zu werfen. Ich weiss wirklich nicht, wieso das so ist, aber mich fasziniert die Nähe oder das Überqueren einer Grenze oder auch nur das Rübergucken in ein anderes Land (oder wie im Jahr vorher sogar auf einen anderen Kontinent) jedes Mal auf’s Neue. (Kennt hier wer diese Szene aus den Simpsons, wo Homer vor der amerikanischen Botschaft in Australien dauernd, sich lautstark freuend von Amerika nach Australien und zurück hopst? So in etwa fühlt sich das an. :D)

Bei der Ankunft am Hafen, begrüßt uns eine faul auf dem Parkplatz unter einem Auto dösende Katze. Naja, eigentlich war’s ihr völlig schnuppe, dass wir jetzt da sind, nur ich hab mich über ihre Anwesenheit gefreut. (Klick macht alle Fotos groß.)

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