Eine uralte südhessische Weisheit, die ich gerade erfunden habe, besagt: fällt dir nach 5 Minuten kein Titel ein, schreib eben einfach irgendwas in das Feld.

So viele Gedanken im Kopf und doch komme ich derzeit so selten dazu, sie hier festzuhalten.

Leben passiert gerade in einer rasanten Geschwindigkeit – außen und auch innen und vielleicht ist es daher nicht mal ein Wunder, dass mir gerade andauernd schwindlig ist. Da ist so viel Denken, bei dem ich mit dem Fühlen nicht hinterherkomme und so viel Fühlen, bei dem ich mit dem Denken nicht hinterherkomme und ich mittendrin. Aber ausnahmsweise mal nicht zerfasert und zerrissen, sondern irgendwie ganz. Ganz anders und ganz ungewohnt und wirklich irgendwie ganz in diesem eigentlichen ganzen Wortsinne. Wenig (hinter-)fragend, mehr hinspürend, hinguckend.

Hinguckend auch immer wieder mal im Draußen. Wenn es denn mal schön und trocken genug für das Draußen ist. Draußenbeute von letztens, denn für manches fehlt mir nicht nur die Zeit, sondern gerade auch die Worte*. Deswegen Bilder. (Klick macht groß.)

 

Katja

(*Aber fände ich sie, wären es gerade gute.)

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Endlich!

Volle Kanne Frühling!
Das lässt sich nicht mehr leugnen und der geht jetzt hoffentlich auch so schnell nicht wieder weg.

Katja

zwölf am zwölften: März 2014

Nach fast einem Jahr wieder mal ein Beitrag zum zwölf am zwölften-Projekt. Nicht wirklich mein Tagesablauf, dafür Aufnahmen von meinem Tageslauf, naja -spaziergang.

Eigentlich wollte ich nur schnell ein paar Sachen einkaufen, weil das dringend sein musste, aber auf dem Weg in die Stadt fiel mir auf, wieviel tatsächlich schon blüht. Also bin ich vorm Einkauf doch noch an den Rhein, geplant für ein paar Minuten, aber dann war ich über eine Stunde dort spazieren. Nachdenken. Als ob ich das nicht ohnehin die ganze Zeit viel zu viel tun würde.

Was mir aufgegangen ist: es ist gar nicht so, dass ich mich nicht freuen könnte, wie ich gestern fälschlicherweise annahm und schrieb. Freuen funktioniert, nur ist das gerade so eine flüchtige und oberflächliche Angelegenheit, wie ich es eigentlich nicht bei mir kenne. Fast so wie nicht richtig Luft zu bekommen beim Atmen. Man versucht, so tief wie möglich einzuatmen, aber aus irgendwelchen Gründen ist da ein beklemmendes Gefühl in der Brust und die Luft kommt nicht richtig in der Lunge an.

Heute, mit Blick auf die vielen Blüten vorm knackeblauen Himmel fiel es mir nicht schwer, mich über den Frühling zu freuen, aber dann ein paar Schritte weiter kamen mir doch wieder die Tränen und ich war froh, dass trotz des Sonnenscheins nicht viele Menschen dort unterwegs waren. Das ist jetzt keine superduperneue und hilfreiche Erkenntnis, aber wenigstens wieder ein bisschen, worauf ich rumdenken, wo ich nach Ursachen forschen kann, was gerade mit mir los ist.

Aber jetzt: Fotobeute! (Klick macht groß.)

Weitere Erkenntnisse am Rhein:

Die Alten sind gar nicht alle so technikfeindlich eingestellt wie das Internet manchmal denkt! Direkt neben einer Bank am Rheinufer hatte ein älteres Paar seine Klappstühle aufgebaut und beide saßen dort lesend – je mit einem Kindle in der Hand.

Ich finde den Mond tagsüber, wenn er so wolkig durchscheinend am blauen Himmel steht, mindestens so faszinierend wie am Nachthimmel. Unglaublich, dass dieses durchsichtige Gebilde eine feste Masse sein soll.

Ich muss wieder stoischer die Dinge tun, die mir gut tun. Auch und vor allem gerade dann, wenn ich das Gefühl habe, die Zeit rennt mir davon.

*

Alle Zwölfer-Beiträge sammelt wie immer Caro!

Katja