Juhuu! Ich durfte wieder mal für Leute kochen. (Rezeptesammlung für ein mediterranes Menü)

Gerade war ich für 2 Stunden in diverse Rezeptseiten, Rezepte im eigenen Blog und Kochbücher vertieft, um ein Menü für’s kommende Wochenende zusammenzustellen, an dem wir Besuch bekommen und ich – hier muss ich ja fast ein „schon wieder“ einfügen – für Gäste kochen darf, da fiel mir siedend heiss ein, dass ich ja schon lange versprochen hatte, das Rezept für die Thymiangnocchi und das restliche Menü vom letzten Besuchsbekochen zu bloggen. Das ist jetzt schon fast 4 Wochen her und weil am kommenden Wochenende wieder die gleichen kommen, brauchte ich heute so lange, um etwas ganz anderes zusammenzustellen.

Vor 4 Wochen gab’s mediterrane / italienische Küche und es ging los mit:

Melonenstreifchen mit Serrano-Schinken, Tomaten-Basilikum-Büffelmozzarella-Spießchen und Bruschetta

P6270033OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Man braucht dafür:

Galia-Melone
Serrano-Schinken

Mini-Büffelmozzarella (gibt’s in der Metro/sonst hatte ich den noch nirgends entdeckt)
aromatische Cocktailtomaten
Basilikum

Baguette
gutes Olivenöl
Knoblauch
Tomaten (für Bruschetta nehme ich meist Roma-Tomaten)
Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
Basilikum

Ich lasse die Mengen mal bewusst offen, weil es auch von der Personenzahl abhängig ist. Die Mengen oben habe ich mit deutlichem zeitlichen Abstand zum Hauptgang für 5 serviert.

Und so geht’s:

Am Vortag die Tomatenmasse für die Bruschetta vorbereiten, damit sie richtig durchziehen kann. Dafür einige Romatomaten (ich hatte 3) waschen, aufschneiden und mit einem Löffel die Kerne rauskratzen, sodass nur das feste Fruchtfleisch übrig bleibt. Das Fruchtfleisch kleinschnippeln, 2-4 Knoblauchzehen schälen und sehr fein schneiden, ca. 10 Blättchen Basilikum waschen, trocknen lassen oder trocken tupfen und sehr fein schneiden. Alles mit ca. 2 EL Olivenöl und Salz und Pfeffer vermischen. Das steht bei mir über Nacht im Kühlschrank, aber ich nehme es morgens zeitig raus, damit die Tomaten beim Servieren Zimmertemperatur haben. Dann sind sie sehr viel aromatischer als aus dem Kühlschrank.

Für die Bruschetta geht es am nächsten Tag, kurz vorm Servieren folgendermaßen weiter:

Den Backofen auf 250°C (oder wie warm eurer so geht, meiner ginge bis 275, da muss ich aber zu gut aufpassen, weil das Baguette schnell dunkel wird) Ober-/Unterhitze vorheizen. Baguette aufschneiden und mit einem Backpinsel dünn auf einer Seite mit Olivenöl einpinseln und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen (die geölte Seite nach oben). Für ca. 5-7 Min (gut aufpassen) bis die Oberseite goldbraun ist in den Backofen schieben, dann rausholen, die Baguettescheiben auf einen Teller setzen und mit einem Löffel die Tomatenmasse auf die Brotscheiben häufen.

Das schmeckt auch sehr lecker (und geht schneller), wenn man die Brotscheiben nach dem Backen einfach nur mit einer rohen Knoblauchzehe abreibt und die Tomaten weglässt oder eine Mischung aus beidem anbietet.

Für die Melone die Melone aufschneiden, von den Kernen befreien und in schmale Spalten schneiden. Die Schale abschneiden und entweder mit Schinken zusammen aufspießen oder die Streifchen in halbe Schinkenscheiben einwickeln.

Für die Spieße die Tomaten und Basilikumblättchen waschen, den Mozzarella abtropfen und je eine Tomate, ein Blatt Basilkum und einen kleinen Büffelmozzarella aufspießen.

Danach gab’s:

Gefüllte Hühnerbrust, Thymian-Gnocchi und Zucchini Parmigiani

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Für die Hühnerbrust braucht man:

eine kleine Hühnerbrust pro Person
1 Scheibe Serranoschinken pro Hühnerbrust
frisch geriebener Parmesan
1-2 Zehen Knobi
2 Zweige frischen Rosmarin
Olivenöl
Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
(Weisswein)

Und so geht’s:

Rosmarinnadeln abzupfen, Knobi schälen und beides zusammen sehr fein hacken. Mit frisch geriebenem Parmesan, Pfeffer und Salz vermischen und mit einem Schluck Olivenöl zu einer glatten Paste verrühren.
In die Hühnerbrüste mit einem scharfen Messer eine Art Tasche schneiden, je 1 gehäuften TL der Paste in die Hühnerbrust füllen und die Öffnung mit dem Schinken umwickeln.
Das lässt sich am Vortag vorbereiten und über Nacht in einer verschlossenen Dose im Kühlschrank aufbewahren.

Später kommt es dann in die Pfanne wird scharf rundum angebraten (auf der Seite mit der Schinkennaht zuerst), mit einem großzügigen Schluck Weisswein abgelöscht und dann bei mittlerer Hitze mit aufgelegtem Pfannendeckel ca. 20 min gebraten. (Der Wein ist nicht spielentscheidend, der ist primär, damit man es nicht so im Auge behalten muss. Man kann da aber auch mit Geflügelfond oder auch nur einem Schluck Wasser ablöschen.) Dabei nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. (Wenn ihr das ohne Deckel macht, kann es deutlich länger dauern bis es durch ist, weil der Deckel die Wärme im Garraum hält.)

Für die Thymian-Gnocchi braucht man:

400 g mehlig kochende Kartoffeln
bis zu 200 g Mehl
50 g Hartweizengrieß (der dient dazu, dass die Gnocchi nicht so am Gaumen kleben bleiben)
Salz, Muskatnuss frisch gemahlen
5 oder mehr Zweige Thymian

Und so geht’s:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln gar kochen, dann ausdampfen lassen und noch heiss pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken (oder fein reiben). Die Thymianblättchen von den Zweigen zupfen. Das macht man idealerweise schon während die Kartoffeln kochen. Durchgepresste Kartoffeln, Thymian, Grieß, Salz, Muskatnuss und gut die Hälfte des Mehls mit den Händen gründlich verkneten (idealerweise trägt man dabei solche Einweghandschuhe, sonst bekommt man Michelinmännchen-Finger und kann sich irgendwann kaum noch bewegen #für_euch_getestet). Den Gnocchiteig auf einer großzügig bemehlten Unterlage zu Rollen von ca. 2 cm Durchmesser formen, davon je ca. 1 cm abtrennen, mit den Fingern ein bisschen rollen, platt drücken und mit einer Gabel das typische Muster reindrücken. (Das kann man vermutlich auch auslassen, macht aber nicht so viel Mehrarbeit und ich find’s hübscher mit Muster.)

CH3xjSfWEAA7N49

Ich habe versucht, das am Vortag vorzubereiten und hatte sie dann auf bemehltem Backpapier über Nacht im Kühlschrank, aber sie waren am nächsten Tag weich und matschig und ließen sich kaum vom – dann durchgeweichten – Backpapier lösen. Das ist zum Glück beim Probelauf passiert, für das Menü habe ich dann morgens um 6 Kartoffeln gekocht und sie morgens frisch zubereitet. Ich will aber demnächst mal probieren, ob man sie möglicherweise nach der Vorbereitung einfrieren und dann ohne Auftauen gefroren ins heisse Wasser packen kann. Da habe ich allerdings noch keine Erfahrungswerte. Vielleicht jemand von euch?

Später müssen sie dann in heissem, nicht mehr kochenden Wasser für 3 min ziehen und ich hab sie danach noch in ein bisschen Butter hellbraun angebraten. (So schmecken sie auch pur mit ein bisschen frischem Salbei zusammen gebraten und ein bisschen Parmesan bestreut sehr genial.)

Für die Zucchini-Parmigiani braucht man:

1 Dose stückige Tomaten
2 Zweige Rosmarin
2 TL getrockneter Oregano
Olivenöl
Pfeffer, Salz frisch gemahlen
1 Prise Zucker
2 Zehen Knoblauch

2 Zucchini
2 Kugeln Mozzarella
ca. 10 schwarze Manzanilla-Oliven (falls ihr die nicht bekommt, nehmt lieber irgendwelche grünen als geschwärzte)
2 TL Kapern
2 Handvoll frisch geriebener Parmesan

Und so geht’s:

Rosmarin und Knobi klein hacken (falls man das gemeinsam mit den Hühnerbrüsten kochen möchte, kann man das natürlich auch zusammen hacken!), in wenig Olivenöl anschwitzen und zusammen mit den restlichen Zutaten im oberen Block ca. eine halbe Stunde lang bei niedriger Hitze vor sich hinköcheln lassen.
Das lässt sich am Vortag bis hierhin vorbereiten.

Die Zucchini waschen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, den Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und beides zusammen mit der Tomatensoße dachziegelartig in eine Auflaufform schichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die restliche Soße darüberträufeln, mit geriebenem Parmesan bestreuen. Die Oliven in dünne Ringe schneiden und darüberstreuen und auch die Kapern drüberstreuen.

Für ca. 30 min bei 180°C Ober-/Unterhitze in den Backofen. Fertig.

Ich hatte alles in Schüsseln bzw. Tellern und der Auflaufform auf dem Tisch stehen, damit sich jeder selber bedienen konnte.

Als sich dann Stunden später wieder jemand bewegen konnte, gab’s noch Nachtisch, nämlich:

Cheesecake-Eiscreme mit Erdbeersoße und Keks-Knusper

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Eis und die Knuspermasse hatte ich genauso gemacht, wie ich es hier schonmal gebloggt hatte.

Für die Erdbeersoße braucht man:

250 g Erdbeeren (das ergibt ein bisschen Vorrat und die lässt sich ganz hervorragend im Eiswürfelbehälter portionsweise einfrieren und dann in eine größere Dose umlagern)
2 Tütchen Bourbon-Vanillezucker
1 Vanilleschote
3-4 TL Gelierzucker

Und so geht’s:

Die Erdbeeren waschen, putzen und pürieren. In einem kleinen Topf zusammen mit dem Vanillezucker, dem ausgekratzen Vanillemark und der ausgekratzten leeren Schote und dem Gelierzucker unter Rühren aufkochen und 3-4 min kochen lassen. Heiss in sterile kleine Flaschen oder Gläser füllen oder einen Teil davon abkühlen lassen und dann einfrieren.

Lecker war’s! Meinten auch die Gäste. Scheint auch zu stimmen, denn sie kommen ja schon wieder. 🙂

Katja

 

Rezeptesammlung für ein mediterranes Menü, simpel ohne Chichi

Wenn man an einem Freitag Mittag Besuch aus dem Internet bekommt, kann man mit einem mediterranen Mittagessen sicher nichts verkehrt machen!

Und so gab’s hier, vor einiger Zeit, als Svü, die häufiger hier in der Nähe ihre Ma besucht, zum ersten Mal bei mir zu Besuch war, Lunch for two. Die Rezepte, vielleicht mag ja jemand etwas davon nachbasteln, gibt es jetzt hier.

Besonders beliebt kann man sich bei derart internetaffinen Gästen natürlich machen, wenn man ihnen direkt einen Zettel mit dem heimischen wlan-Passwort auf den Platz legt, als Amuse Dingens quasi. 😀

Ansonsten war das ganze Menü im ‚keep it simple‘-Style und ganz ohne Chichi. Wir wollen’s ja an einem schnöden Freitagmittag auch nicht übertreiben!

Ausserdem war alles laktosefrei und (bis auf’s Baguetterösten) auch ohne Backofen zu bewältigen, weil ich ja immer noch keinen neuen habe. (Was sich *auf Holz klopf* hoffentlich in einer Woche ändert. Drückt mir die Daumen!)

IMG_0827

Bruschetta mit Tomate

Man braucht dafür:

1-2 Zehen Knoblauch
1-2 Tomaten
ein paar Blättchen frischen Basilikum
1/2-1 EL Olivenöl
Pfeffer und Salz, frisch aus der Mühle

pro Nase 2-3 Scheiben Baguette oder anderes Weissbrot
Olivenöl
1 Knoblauchzehe

Und so geht’s:

Am besten mind. 2-3 Stunden vorher, praktischerweise schon am Abend vorher, die Tomaten waschen, von den Kernen und dem flüssigen Innenleben befreien und nur die festen Bestandteile in sehr kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch sehr fein würfeln, ebenso die gewaschenen und trocken getupften Basilikumblätter. Alles vermischen, ein wenig Pfeffer und Salz drüber mahlen und mit einem Schluck Olivenöl verrühren. Das lässt man dann die paar Stunden oder über Nacht durchziehen, damit sich die Aromen verbinden.

Ein Wort zum Öl: Solche sehr simplen Rezepte leben von der Qualität der verwendeten Zutaten, hier, neben dem Geschmack der Tomaten, in erster Linie vom Öl. Ich habe ein relativ günstiges ‚Alltagsolivenöl‘, das ich für alle Brat- und sonstigen Sachen verwende, bei denen es nicht so sehr drauf ankommt. Da bringe ich immer den Jahresvorrat aus Spanien mit, weil ein Öl der gleichen Qualität hier einfach das doppelte bis dreifache kostet.
Gibt es Tomaten mit Mozzarella, Salat, Bruschetta oder dergleichen, nehme ich das Olivenöl, das ich im letzten Sommer in der Toskana, direkt in einer Ölmühle beim Hersteller gekauft habe. Das war bei weitem kein Schnäppchen – dafür ist es aber auch so gut, dass es mir schon ein bisschen die Tränen in die Augen getrieben hat, als ich die letzten Tropfen aus der ersten Flasche gewrungen habe. Ich liebe dieses Öl – das alleine wäre ein Grund nochmal in die Toskana zu fahren! Ach was! Das ist so gut, dafür könnte man direkt in die Gegend dort umziehen!

Und dann habe ich meist noch ein (selten zwei) mittelteures, mitteltolles wechselndes Olivenöl in Verwendung, das ich zB für Pestos verwende. Das ist nicht ganz so hammermäßig fruchtig wie das toskanische Öl, aber doch schon sehr und dafür auch noch einigermaßen bezahlbar, wenn man gleich so viel auf einmal braucht wie für ein Pesto. Aktuell ist das ein spanisches Öl, das ich im Urlaub dort gekauft und angebrochen habe, davor war es ein kretisches. Alle auch sehr fruchtig, aber nicht so sehr zum Niederknien wie das toskanische.

Hat man die Masse abends schon vorbereitet, sollte man sie unbedingt morgens aus dem Kühlschrank holen, damit die Zutaten Zimmertemperatur annehmen.

Den Backofen auf 180-200°C vorheizen.

Die Baguettescheiben auf einer Seite mit Olivenöl (wieder das gute verwenden!) einpinseln, auf ein Blech mit Backpapier legen (mit der geölten Seite nach oben) und so lange in den Ofen geben bis die Oberfläche leicht bräunt. In der Zwischenzeit die Knoblauchzehe schälen. Über die gebräunte Seite der Baguettescheiben mit der Knoblauchzehe reiben, dann auf einen Teller drappieren und mit einem Löffel die Tomaten-Knobi-Öl-Mischung auf den Baguettescheiben verteilen.

Sofort servieren! Ein Schälchen Oliven auf dem Tisch macht sich gut dazu.

*

Wenn dann das Eis schon gebrochen ist (im übertragenen Sinne!) und man mutig genug ist und sicher, dass man spätestens mit dem Nachtisch das Herz des Gastes gewinnen kann, dann gibt es natürlich als nächstes Salat!

Wieso man dafür mutig sein muss? Na deswegen! :mrgreen: (Den Song habe ich übrigens _immer_ im Ohr, wenn ich Salat zubereite. Immer.)

IMG_0831-001

Salat!

Also eigentlich sollte der Salat ein Rucola-Salat werden auf Bresaola mit Parmesanspähnen und Tomate. Dann habe ich aber keinen Bresaola und auch keinen Rucola beim Einkaufen bekommen und musste spontan im Laden umentscheiden. Es wurde dann dieser im Bild.

Und dafür braucht man:

Blattsalat nach Belieben. Ich nahm Feldsalat, jungen Spinat, Lollo Rossa, roten Mangold, roten Eichblattsalat und Rucola. *hust* Also eigentlich nahm ich eine Tüte Salat aus dem Kühlregal, schon gewaschen und geputzt mit eben jenen Zutaten oben. Das ist ein sehr toller Mix (Frischer Genießer-Mix), den es von B*nduelle so fertig gibt.
1-2 Handvoll Kirschtomaten
25 g Pinienkerne
1-2 EL Maiskörner
frischen Parmesan in Spänen

für das Dressing:

1-2 Frühlingszwiebeln
1 TL Dijon-Senf
1 EL Balsamico
1 unbehandelte Zitrone, davon den Schalenabrieb und 1 EL Saft
Pfeffer und Salz aus der Mühle
1 Prise Zucker
4-5 EL Olivenöl

So geht’s:

Die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten und ein bisschen abkühlen lassen. Die Tomaten waschen, halbieren und vom Stielansatz befreien.

Die Frühlingszwiebeln klein schneiden, die Zitronenschale fein abreiben. Frühlingszwiebeln, Senf, Balsamico, Zitronensaft und -schale, Pfeffer, Salz und Zucker in einer kleinen Schüssel mit einem Schneebesen verrühren und dann während des Weiterrührens ganz langsam das Olivenöl hineingießen und so lange weiterrühren bis eine geschmeidige Emulsion entstanden ist.

Die Blattsalate mit dem Dressing vermischen und auf einen Teller drappieren. Mais, Tomaten und Pinienkerne darüber streuen, ein paar Parmesanspäne drüberhobeln – dabei nicht vergessen, den Simpsons-Song vor sich hinzusummen und ab in den (hoffentlich) hungrigen Gast damit!

Der Salat macht quasi keine Arbeit, ist aber durch die Zitronenschale im Dressing doch recht pfiffig. 🙂

IMG_0833

Mit Rosmarin und Parmesan gefüllte Putenröllchen, Risoleekartoffeln und Peperonata

Das mit diesem Essen kam so:

Ich wollte irgendwas Gefülltes und am liebsten Gerolltes machen, weil es da recht viele verschiedene Möglichkeiten gibt und man das einigermaßen gut vorbereiten kann und dann später nur noch braten/garen muss.
Und weil es mediterran bleiben sollte und ich ausserdem für den Kontrast einen kräftigen roten Farbklecks auf dem Teller haben wollte (das Auge kocht ja doch gelegentlich mit), suchte ich nach Zubereitungsarten für Paprikagemüse und blieb direkt fasziniert an italienischer Peperonata hängen, von der ich bis dato nie gehört hatte, in die ich mich aber so spontan verliebt habe, dass ich sie jetzt dauernd machen könnte – die schmeckt nämlich unter anderem auch sehr toll zu Nudeln.
Weil ich aber noch nicht so sicher war, ob und wie ich eine Soße zur Pute machen würde und ob und wie flüssig und zerlaufend die Peperonata werden würde, musste eine Beilage her, die auch ohne Soße auskommt – was dann für mich zB Reis eindeutig auf die Reservebank verbannt, denn eines meiner Kindheitstraumata beinhaltet die Erinnerung an furchtbar trockenen Reissalat mit kaum weiteren Inhaltsstoffen und ohne Dressing; ehrlicherweise hätte es nicht Reissalat sondern ‚kalter, knochentrockener Reis‘ heissen müssen. Jedenfalls kann ich seitdem keinen Reis mehr essen, ohne ihn am liebsten in Soße zu ertränken.
Kartoffeln allerdings sind toll und sowieso dauernd und überall unterschätzt und mir fiel wieder ein, wie sehr ich mich über die Bedienung in dem Restaurant amüsiert hatte, wo ich zum ersten Mal den Begriff Risoleekartoffeln in der Wochenkarte gelesen habe. Die war nämlich von der Frage, um was es sich dabei handelt, sichtlich überfordert und meinte, das seien „eben so Kartoffeln, halt eben in so Soße gemacht, sogenauweissichdasdochauchnicht!“ Bestellt habe ich sie damals nicht. Eben-so-Kartoffeln-halt-eben-in-so-Soße-gemacht klang nicht so lecker. Google war dann, obwohl es nicht in dem Laden bedient, deutlich hilfreicher. Das fällt wohl unter die Kategorie, wenn Restaurantchefs irgendwas mit einem Angebernamen auf die Karte setzen, ihrem Personal aber nicht erklären, was das überhaupt ist. Ist übrigens doch lecker! Auch wenn man’s so merkwürdig umschreiben kann.

Äh ja! Ich schweife ab. 😳 Geht ja hier um die Rezepte.

Für die Putenröllchen braucht man:

pro Nase 1 – 2 kleine flache Scheiben Putenbrust
Pfeffer, Salz
pro Röllchen 1 Scheibe luftgetrockneten italienischen oder spanischen Schinken (ich hatte Serranoschinken)

für die Füllung:

2-3 große Zweige Rosmarin
1-2 Zehen Knoblauch
2 Handvoll frisch geriebener Parmesan
Olivenöl
Pfeffer

zum Braten:

Olivenöl
Rosmarinzweige (optional)
Knoblauchzehen (optional)
Weisswein
Geflügelfond

Und so geht’s:

Rosmarin waschen, trocken tupfen oder trocknen lassen, die Nadeln von den Zweigen trennen und sehr fein hacken. Knoblauch schälen und sehr fein schneiden, Parmesan reiben. Rosmarin, Knobi und Parmesan in einer Schüssel oder einem tiefen Teller mit einer Gabel vermischen/zerdrücken, ein bisschen schwarzen Pfeffer drübermahlen und langsam Olivenöl dazugeben. So lange bis man eine geschmeidige Paste erhält, lieber ein bisschen zu trocken als zu ölig.

Das Fleisch waschen, trocken tupfen und falls nötig ein bisschen plätten. Auf der einen Seite mit Pfeffer und Salz würzen, die andere Seite mit der Rosmarin-Paste bestreichen und den Schinken darauflegen. Das Fleisch mit dieser Seite nach innen aufrollen und mit Zahnstochern oder Rouladennadeln fixieren.

Bis dahin lässt sich das morgens super vorbereiten.

Später dann Olivenöl in einer Pfanne (möglichst eine, für die man einen Deckel hat) erhitzen, ein oder zwei Knoblauchzehen mit ins Öl werfen und ebenso ein oder zwei Zweige Rosmarin. Die Röllchen von allen Seiten scharf anbraten, mit einem kräftigen Schluck Weisswein ablöschen, ca. 200 ml Geflügelfond angießen, die Hitze der Herdplatte auf mittlere Einstellung reduzieren, den Deckel auf die Pfanne und die Röllchen für ca. 20 min gar ziehen lassen. Dabei ein- oder zweimal wenden.

Falls man eine Soße haben möchte, nimmt man am Ende den Deckel runter, nimmt die Röllchen aus der Pfanne und stellt sie im Backofen warm, schmeckt die Flüssigkeit in der Pfanne mit Pfeffer, Salz, Zucker und einer kleinen Prise Muskat ab, fischt die Knoblauchzehen und die Rosmarinzweige raus und lässt die Soße (wieder bei stärkerer Hitze) ein bisschen reduzieren bis einem die Konsistenz gefällt. Falls sie einem dann noch zu ‚dünn‘ vorkommt, kann man auch ein paar kleine Stückchen kalte Butter mit dem Schneebesen einarbeiten – dann aber vorher die Pfanne vom Herd nehmen, damit es nicht mehr kocht.

Für die Peperonata braucht man:

1 Zwiebel
2 Paprikaschoten
ca. eine halbe Dose stückige Tomaten (oder natürlich frische kleingeschnippelte)
ein großzügiger Schluck Weisswein (optional)
Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
Zucker
scharfes Paprikapulver (ich nehme am liebsten das aus Spanien mitgebrachte geräucherte)
Peperoni, frisch oder getrocknet, Menge nach Belieben
Olivenöl

Und so geht’s:

Die Zwiebel schälen und klein würfeln, die Paprika waschen, putzen und in Streifen schneiden. Öl im Topf erhitzen, die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig braten, die Paprikastreifen dazugeben und ein paar Minuten mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und mit einem großzügigen Schluck Weisswein ablöschen. Die Tomaten dazugeben und mit Paprika und Peperoni abschmecken. Insgesamt 30-45 Minuten bei niedirger Hitze vor sich hinköcheln lassen, die ersten 15 min mit geschlossenem Topfdeckel, später dann mit offenem, sodass der größte Teil der Flüssigkeit von den Tomaten verdunstet und eine geschmeidige Masse übrig bleibt. Nochmal abschmecken. Fertig.

Lässt sich ebenfalls gut vorbereiten und schmeckt auch super zu Nudeln, Gnocchi oder Polenta. Und sogar zu Reis. 😀

Für die Risoleekartoffeln braucht man:

Drillinge (das sind diese ganz winzigen Kartöffelchen – man kann natürlich auch größere nehmen und die ein bisschen kleinschnippeln), Menge nach Belieben
Butter
Olivenöl
Salz

Und so geht’s:

Kartoffeln abschrubben und mit Schale gar kochen. Dann abgießen, ausdampfen lassen und möglichst direkt schälen. (Auch das kann man morgens prima erledigen.)

Butter mit einem Schuss Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze die Kartoffeln in der Butter schwenken bis sie gerade so ein bisschen rundum gebräunt sind. Idealerweise denkt man dann daran, ein bisschen Salz darüberzumahlen – zur Not flitzt man aber nach dem Probieren auch nochmal in die Küche, um die Mühle zu holen und fuchtelt dem Gast damit wild über’m Teller rum. 😀

IMG_0839

Cookie-Eiscreme mit Karamellsoße

Eis geht ja quasi immer, selbstgemachtes erst recht. Hier alles mit laktosefreien Zutaten – ich schreib’s jetzt nicht nochmal extra für alle Zutaten dazu, denn es geht natürlich genausogut mit den laktosehaltigen Produkten.

Wie das Cookies-Eis geht, hatte ich hier schon aufgeschrieben.

Für die Karamellsoße braucht man:

75 g Zucker
25 g Butter
100 ml Sahne
100 g Creme Fraiche

Und so geht’s:

Butter und Zucker in einen Topf geben und schmelzen. Auf meinem Herd mache ich das immer auf Stufe 7-8 von 10. Unter Rühren so lange köcheln lassen bis ein hellbraunes Karamell entsteht. Das schäumt am Anfang ziemlich, einfach weiterrühren und weiterköcheln, dann wird es später wieder klar.

Wenn das Karamell hellbraun ist, die Sahne einrühren. Durch die kalte Flüssigkeit erstarrt das Karamell erst mal. Einfach bei niedriger bis mittlerer Hitze so lange weiterrühren bis sich alles wieder gelöst hat. Dann die Creme Fraiche unterrühren und die Soße abkühlen lassen.

Wenn man die Soße im Kühlschrank aufbewahrt, wird sie ziemlich fest, je wärmer sie wird, desto flüssiger wird sie aber wieder. Also am besten, falls man sie am Vortag schon zubereitet, rechtzeitig vorher aus dem Kühlschrank nehmen.

Das Eis mit der Karamellsoße und ein bisschen Dekoobst auf einen Teller drappieren und grinsend den zufrieden löffelnden Gast beobachten. 🙂

*

Hat Spaß gemacht (fand Svü wohl auch)! Man sollte ja häufiger mal jemanden zum Mittagessen einladen.

Katja

Supi-Suppe

Während der Sommer noch im vollen Gange ist, war ich ganz glücklich, trotzdem schon die ersten Kürbisse ergattern zu können. Die dürfte es von mir aus nämlich, genau wie Spargel oder Erdbeeren, das ganze Jahr über geben. Aber vielleicht wären sie dann gar nicht mehr so etwas besonderes, wer weiss.

Den ersten gab es hier in Form einer sommerlichen Suppe und die fand ich richtig gut. Normalerweise habe ich in Kürbissuppen meist viel Ingwer und auch Kreuzkümmel drin – diese war durch Tomaten und Rosmarin eher mediterran und das passt gut zu dem Sommer vor der Tür.

Kürbis-Tomaten-Suppe mit Rosmarin

Man braucht dafür:

1 kleinen Hokaido-Kürbis (meiner wog samt Kernen ein kleines bisschen mehr als 1 kg)
ca. 400 g aromatische Tomaten
1 Zwiebel (ich hatte eine recht große rote drin)
4 Zehen Knobi
4 – 6 Zweige Rosmarin
Olivenöl
Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
1/2 l Gemüsebrühe
1 kleine Dose Manzanilla-Oliven ohne Kern
ein bisschen frisch geriebenen Parmesan

Und so geht’s:

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Schale des Kürbis gründlich waschen und den Kürbis halbieren, die Kerne rauslöffeln und das Fruchtfleisch samt Schale würfeln. Die Schale kann dran bleiben, bei Hokaidokürbissen wird die beim Kochen ganz weich und ist essbar.
Die Tomaten waschen, halbieren und vom Stilansatz befreien. Die Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden, die Knoblauchzehen schälen, den Rosmarin waschen.

Eine große Auflaufform einölen und Kürbis, Tomaten, Zwiebel und Knoblauch reingeben und die Rosmarinzweige darauf verteilen. Die Oberfläche dünn mit Olivenöl einpinseln und kräftig salzen und pfeffern.

IMG_4238

Die Form für ca. 45 min in den vorgeheizten Backofen stellen. In der Zwischenzeit die Oliven abtropfen lassen und in dünne Ringe schneiden und den Parmesan reiben.

IMG_4241

Die Rosmarinzweige aus der Form sammeln, ein paar Nadeln sollten drin bleiben, aber die harten Stile müssen raus. Kürbis und Co. in einen Topf umfüllen, die Brühe dazugeben und alles fein pürieren. Die Suppe aufkochen – Vorsicht! Unbedingt rühren, das Zeug blubbert sonst wie ein Vulkan und die Küche ist hinterher renovierungsbedürftig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Oliven dazugeben und auf Tellern mit dem Parmesan bestreut anrichten.

IMG_4242

Omnomnom.

Katja