Gelesen im Mai 2015

Huch! Eigentlich fühlte es sich so an als wäre ich im Mai kaum zum Lesen gekommen, aber dadurch, dass ich wieder oft morgens vorm Aufstehen gelesen habe, sind es am Ende tatsächlich so viele Bücher geworden.

John Green – Eine wie Alaska

Miles ist Aussenseiter an seiner Schule und hat keine Freunde. Das ändert sich schlagartig als er auf das Internat Culver Creek wechselt und dort den ‚Colonel‘, Takumi und Alaska kennenlernt und wo er sich Hals über Kopf in Alaska verliebt, die ebenso schön wie launisch ist.

Das ist zugegebenermaßen ungeheuer knapp, aber ich finde es immens schwierig, viel über den Inhalt des Buches zu schreiben ohne zu spoilern, daher lieber etwas über meinen Eindruck beim Lesen.

Nach ‚Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)‘ war das innerhalb kurzer Zeit der zweite Roman von John Green, den ich verschlungen habe. Alaska merkt man deutlicher die eigentliche Zielgruppe an, das ist schon recht deutlich ein Jugendbuch. Trotzdem hat es mir enorm gut gefallen. Ich mag Greens Stil, der sich sehr gut und flüssig lesen lässt und ich mag seine Figuren, die ich bisher durch die Bank weg sympathisch fand. Manchmal stört mich so etwas bei Büchern, wenn irgendwie alle zu den ‚Guten‘ gehören, aber gerade bei diesen Jugendbüchern mag ich es irgendwie, weil das Lesen ein bisschen eine Flucht in eine ‚bessere‘ Welt ist. Gerade in dem Alter, das die Protagonisten haben (so 16, 17) hätte ich mir damals ein bisschen mehr heile Welt gewünscht, von daher passt es für mich gut als Abtauchmöglichkeit. Das mag aber auf andere möglicherweise nervig wirken und ein bisschen zu glatt.

Dafür bietet die Geschichte hier jede Menge Drama, da landet man als Leser*in erst mal genauso unsanft, wie die Charaktere inmitten der Handlung es tun.

Was ich an Green ausserdem gerne mag, ist die Schrulligkeit, die seine Hauptpersonen aufweisen. Colin, der Protagonist der ersten Liebe hatte die Angewohnheit, im Kopf aus allen Worten / Sätzen Anagramme zu bilden. Miles kennt eine große Sammlung letzter Worte berühmter Personen auswendig, der Colonel die Hauptstädte aller Länder (und ab später im Buch auch die Einwohnerzahlen). Sowas mag ich, solche Besonderheiten und dass Green seinen Figuren so nahe ist, dass er ihnen solche Eigenarten andichtet.

Und jetzt wiederhole ich mich bewusst, denn das schrieb ich auch schon nach Lesen des ersten Buchs von ihm: Tolles Buch. Mehr von John Green bitte!

 

Viktor Staudt – Die Geschichte meines Selbstmords

Es ist kompliziert.

Auf der einen Seite hat die Lieblingscorina mir eine vom Autor signierte Ausgabe des Buchs geschenkt, weil sie ihn kennengelernt hatte und sehr beeindruckt von ihm war und signierte Ausgaben sind ja von Haus aus eher so „yeah! \o/“.
Auf der anderen Seite finde ich das Buch leider alles andere als „yeah“, bin aber geneigt anzunehmen, dass es möglicherweise eine andere Wirkung hat, wenn man den Menschen hinter dem Buch kennenlernt.

1999 warf Viktor Staudt sich in seinem damaligen Wohnort Amsterdam vor einen Zug, um sein Leben zu beenden. Er überlebte, allerdings verlor er seine Beine und sitzt seitdem im Rollstuhl. In dem Buch erzählt er, chronologisch ein bisschen durcheinander, mit stetigen Rückblenden von seinem Leben. Was ihn in diese Situation auf dem Amsterdamer Bahnhof gedrängt hat, von den anschließenden Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten und „wie ich das Leben wiederfand“, was auch Untertitel des Buches ist.

In Kürze zusammengefasst waren es Depressionen und Panikattacken, die ihn soweit brachten und die richtigen Medikamente zur Behandlung seiner Borderline-Störung, die am Ende die Lösung brachten.

Und – das ist für mich das eigentlich Schlimme an dem Buch – das war’s auch quasi schon. Da leidet einer 15 Jahre lang an Angstattacken und statt sich mal damit auseinanderzusetzen, was da überhaupt passiert, sucht er immer neue ‚Kicks‘, weil es solche Situationen sind (zB er in einer Bar strippend oder bei einem Fotoshooting,…) die ihn die Angst vergessen lassen. Schließlich schnürt ihn die Angst so vom Leben ab, dass er im Internet aktiv wird, aber auch hier nicht auf der Suche nach Hilfe oder um erst mal zu verstehen, was da mit ihm los ist und passiert, sondern in einer Newsgroup, die das suicide schon im Namen trägt und wo, wenn ich ihn richtig verstanden habe, eher über mögliche Methoden als über Hilfemöglichkeiten diskutiert wird.

Und dann, und das hat mich vermutlich am meisten an dem Buch angekotzt (bitte entschuldigt die derbe Formulierung) – schreibt er immer wieder, wie sehr ihn Menschen bewundert hätten. Für seinen Mut, sich vor den Zug zu werfen. Für seine Stärke und den Mut nach der Amputation weiterzumachen.

Wer mich eine Weile kennt oder hier liest, weiss, dass es auch in meinem Leben eine lange Phase gab, die so dunkel war, dass ich dachte, es gäbe keinen anderen Ausweg und ja, auch ich habe mir damals den „Mut“ gewünscht, meinem Leben ein Ende zu setzen und fühlte mich feige, weil ich das nicht schaffte.

Möglicherweise ist diese Haltung in jenen dunklen Phasen auch verbreitet und üblich. Aber, großes ABER spätestens irgendwann, wenn ich nach eigener Aussage ins Leben zurückgefunden habe, finde ich es merkwürdig, das so unreflektiert aufzuschreiben (noch dazu in einem Buch), denn letztendlich ist dieser letzte Ausweg, der Weg der Verzweifelten und, sich dem Leben zu stellen und sich bewusst dafür zu entscheiden und all den Mist, der einen dadurch erwartet, anzunehmen ist mMn der eigentlich mutige Weg.

Mich hat gestört, dass der betroffene Zugführer zwar insofern thematisiert wird, dass Viktor Staudt fast schon in beleidigtem Ton darüber berichtet, dass dieser nichts mit ihm zu tun haben wollte, obwohl er ihm ja sogar einen Entschuldigungsbrief geschrieben hätte, aber mir fehlt die Selbstkritik, dass er da möglicherweise einen anderen Menschen stark traumatisiert hat. Mir fehlt die Einsicht, dass von allen Möglichkeiten, sein Leben freiwillig zu beenden, die beschissenste Idee ist, andere, unbeteiligte Menschen da mitreinzuziehen.

Dieses egozentrische Weltbild bestimmt für mich das ganze Buch. Natürlich kann er mit Bestimmtheit nur aus eigener Sicht und eigenem Empfinden schreiben, aber wo bleiben Verständnis und Empathie für sein Umfeld und wenigstens der Versuch, mal den eigenen Blickwinkel zu verlassen? Mir fehlt in weiten Teilen eine Art Reflexion, eine Auseinandersetzung mit dem, was er in den Jahren so gemacht hat. Das steht einfach alles so da, so war das eben.

Die Diagnose der Borderlinestörung bekommt er Jahre vorher und zerreisst den Behandlungsbericht? Und dann am Ende ist die Lösung und der Ausweg so einfach, dass es nur um die passende Medikation ging, die in den ganzen Jahren einfach gefehlt hat? Und natürlich hat das die ehemalige Hausärztin verbockt, die die falschen Medikamente verordnet hat als er zuerst wegen der Angstattacken bei ihr war. Im Epilog fragt er sich, wie sein Leben hätte verlaufen können, wenn er da keine Beruhigungsmittel sondern schon die richtigen Medikamente von der Hausärztin bekommen hätte. Er fragt sich aber nicht, wie sein Leben hätte verlaufen können, wenn er selber etwas anders gemacht hätte und zB zu einem weiteren Arzt gegangen wäre, der dann möglicherweise schon passende Medikamente verordnet hätte. Ihm blieb kein anderer Ausweg als der mit dem Zug…
Als jemand, der die Schuld quasi immer bei sich selber sucht, sich selber wegen alles möglichen zerfleischt und sich selber für verantwortlich hält, kann ich eine solche Sichtweise auf die Welt echt nur ganz schwer aushalten.

Mir ist es verflucht wichtig, dass wir möglichst offen über psychische Erkrankungen reden und mit ihnen umgehen können. Ich wünsche mir sehr, Depressionen seien kein Tabuthema mehr, weil ich daran glaube, dass es dann auch einfacher würde, sich Hilfe zu holen.

Vielleicht ist dafür auch Aufmerksamkeit in jeglicher Form gut und auch dieses Buch hat seinen Platz. Mich macht es allerdings wütend, denn es rührt ja auch in mir als seit Jahren an Depressionen und Angst Erkrankte (und ich schreibe bewusst nicht darunter Leidende) etwas an, weil das Thema an sich mir so vertraut und nahe ist. Vielleicht bringt es mich so auf, weil man ja unter ‚Leidensgenossen‘ immer hofft, sich selber irgendwie wiederzufinden, die eigenen Gedanken und Probleme und auch Lösungswege. Vielleicht regt es mich so auf, weil Viktor Staudts Weg so völlig anders ist als meiner, weil ich nur schwer verstehen kann, wie das ist, wenn der Wechsel zwischen Suizidalität und alles irgendwie cool & froody nicht ein hartes Stück Arbeit mit sich selber und die Auseinandersetzung mit sich selber, sondern vor allem die Einnahme der richtigen Tablette ist. Das erscheint mir, ein so falsches Bild nach ‚aussen‘ vermittelt, als wäre es tatsächlich so einfach („Du musst doch einfach nur….“ in diesem Fall dann die richtige Tablette einwerfen. „Guck, bei dem klappt’s doch auch.“). Aber – und das ist ja eigentlich klar, so verschieden wie Menschen nun mal sind – auch wir Depressiven ticken auf völlig unterschiedliche Art und Weise und es gibt kein objektives Richtig oder Falsch, sondern jede muss irgendwie ihren eigenen Weg finden und das ist eben Viktors Staudts Weg. Und vielleicht ist es für manche so einfach und es geht nur um die richtigen Pillen. Entschuldigung also für die Wut, die mir gar nicht zusteht. Ausser vielleicht in der Sache mit dem Reinziehen von Unbeteiligten.

Es ist kompliziert.

 

Doris Wolf, Rolf Merkle – Gefühle verstehen, Probleme bewältigen

Wir fühlen das, was wir denken. So lässt sich wohl in aller Kürze die Kernthese des Buchs zusammenfassen. In loser Zusammenstellung von einzelnen Aufsätzen betrachten Wolf und Merkle einzelne Gefühls-Themenbereiche und geben Tipps, wie man selber die Verantwortung für’s eigene Fühlen übernehmen und sich durch positivere Denkweisen besser fühlen kann.

Nach einem ersten Lesen bin ich noch recht unschlüssig. Dass viele Gefühle von meiner eigenen Wahrnehmung, meinem Blick auf Situationen abhängen, ist nichts neues für mich, aber es ist trotzdem interessant zu lesen, wie das im Buch aufgedröselt wird. Trotzdem, da wo es an die Arbeit und das Umdenken / Umlernen geht, erscheint es mir auf den ersten Blick deutlicher an der Oberfläche zu bleiben als jener Selbsthilferatgeber zum Thema Selbstachtung, was natürlich bei der Themenvielfalt kein Wunder ist.

Muss ich mich noch ein bisschen mit beschäftigen und sicher noch ein-, zweimal lesen und auch tatsächlich damit arbeiten, bis ich etwas darüber sagen kann, ob es für mich persönlich hilfreich war. In jedem Fall ist es aber ein weiterer Schritt beim Verständnis der Zusammenhänge des Denkens und Fühlens.

Insofern: lesenswert. Wenn man sich allerdings zum Arbeiten mit nur einem Buch entscheiden möchte oder müsste, wäre meine Empfehlung eher ‚So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen‘ von Rolf Merkle.

 

Eoin Colfer – Artemis Fowl, Die Akte

Das war jetzt leider der wirklich allerletzte Band der grandiosen Artemis Fowl-Reihe von Eoin Colfer, wobei „Die Akte“ eigentlich gar kein echter Band mehr ist, sondern eine Sammlung, die zwei (Kurz-)Geschichten enthält (in einer davon erfährt man, wie Holly Short der erste weibliche ZUP-Officer wurde), Aufzeichnungen Artemis, wo er die verschiedenen Wesen des Erdvolks charakterisiert, sowie geheime Interviews mit den Hauptcharakteren der Reihe. Also alles in allem eine Materialsammlung, an der kein echter Fan vorbeikommt. Der einzige Haken: es ist viel zu kurz und zu schnell gelesen.

 

A. Lee Martinez – Der Mond ist nicht genug

Als Diana ihre neue Wohnung bezieht, ahnt sie nicht, dass im Schrank das buchstäbliche Monster wohnt, das sie fressen will, sobald sie den Schrank öffnet und auch nicht, dass ihre Realität nie wieder so sein wird, wie sie einmal war.  Doch sie bekommt das wirklich gut hin, arrangiert sich mit der neuen Wirklichkeit und auch mit dem gefräßigen Vorm, ‚adoptiert‘ dann ratz fatz noch ein, zwei, drei weitere Monster, die ja auch nur hilflose Wesen sind, die sich in dem Paralleluniversum, in dem sie unbeabsichtigt gelandet sind, zurechtfinden müssen und hilft nebenbei noch dem skurrilen Hausverwalter das Universum am Laufen zu halten.

Ich ahne, wenn das so weitergeht, kann ich irgendwann nicht mehr glaubhaft versichern, dass ich Fantasy nicht mag. A. Lee Martinez Buch hat mir viel Spaß gemacht. Das ist keine tiefschürfende Geschichte (und die muss es ja wahrlich nicht immer sein), aber eine ordentliche Gaudi, die sich gut runterlesen lässt. Schön. Ich bin gespannt auf weitere seiner Bücher.

 

Juli Zeh – Corpus Delicti. Ein Prozess.

In einer Zukunft, in der es kaum noch Krankheiten und Schmerzen gibt, überwacht der Staat seine Bürger vollständig, damit diese nach der ‚Methode‘ leben, einer Ideologie, bei der es keine individuellen Interessen mehr gibt, sondern das gesunde Leben des einzelnen bis ins kleinste Detail protokolliert wird.

In dieser Welt muss sich die junge, schöne und bis dato erfolgreiche Mia Holl vor Gericht verantworten, zunächst nur weil sie ihr Sportpensum nicht erfüllt hatte, doch das steigert sich immer weiter bis ihr terroristische Handlungen und Staats- bzw. Methodenverrat zur Last gelegt werden.

Nuuu ja.

Der Gedanke an diese vollständige Überwachung ist – wie bei all diesen Überwachungsstaatdystopien – erschütternd und doch ist das Buch mir nicht zu recht nahe gegangen. Zu wenig greifbar blieb die Protagonistin für mich. Zunächst ist sie zu rational, dann der plötzliche Wandel und sie handelt nur noch noch ihren Emotionen, um sich am Ende selbst zur Gallionsfigur einer Bewegung hochzustilisieren, mit deren Handeln sie eigentlich nichts zu tun hat oder haben will. Interessantere Figur ist ihr Gegenspieler. Der tut alles, um die Methode zu schützen und schreckt auch nicht davor zurück, Zeugen unter Druck zu setzen und Beweise zu fingieren. Trotzdem kam mir das alles beim Lesen nicht nahe, blieb mir fern und abstrakt, was bei einer Dystopie keine gute Voraussetzung ist.

 

Ernest Cline – Ready Player One

Noch eine Dystopie, angesiedelt von hier aus ca. 50 Jahre in der Zukunft. Die Energiekrise ist weit fortgeschritten, die Städte zerfallen, die Umwelt ist kaputt, die Menschen flüchten vor der realen Welt in eine riesige Online-Welt – die Oasis – die quasi alle Funktionen des Internets übernommen bzw. integriert hat. Der Zugang ist kostenlos und man bewegt seinen Avatar durch die virtuellen Welten.

Als der Multimilliardär James Halliday, Kind der 1970er mit einer großen Leidenschaft für die Computerspiele, TV-Serien, Kultfilme und Musik der 80er Jahre und Schöpfer dieser gewaltigen Simulation,  in der es sogar ein offizielles Schulsystem und einen eigenen Planeten voller öffentlicher Schulen gibt, stirbt, startet er ein großes Spiel. Der Spieler, dem es zuerst gelingt, anhand von Rätselaufgaben, die sich auf Hallidays Leidenschaften beziehen, 3 Schlüssel zu finden, durch die 3 Portale zu gehen, die dort gestellten Aufgaben zu meistern und so das von Halliday in der Oasis versteckte Easter-Egg zu finden, soll die Oasis und Hallidays gesamtes Milliardenvermögen erben.

Wade Watts, im echten Leben jugendlicher Waise, der im Trailerpark bei seiner Tante lebt, benennt seinen Avatar nach dem gleichnamigen Gralssucher um in Parzival und macht sich mit mehreren Tausend weiteren Jägern auf die Jagd nach den Schlüsseln. Als er – als allererster – den ersten findet, ist sein Avatar plötzlich in der ganzen Oasis berühmt und darüber hinaus auch in zunehmender Gefahr, denn die Sechser, die gleichförmige Avatararmee der Firma IOI wollen natürlich auch die ersten sein, die das Ei finden, um die bis dahin kostenlose Oasis in ein, für die Firma, lukratives Geschäftsmodell umzuwandeln. Dafür schrecken sie auch nicht davor zurück in der realen Welt auf die Menschen hinter den Avataren zu machen. Es geht also nicht mehr nur darum, selber zu gewinnen, sondern auch zu verhindern, dass einer der Sechser gewinnt und es geht um’s Überleben.

Das für mich wirklich unglaubwürdigste an der Geschichte ist, dass es Wade so dermaßen drauf hat. Er ist nicht nur in sämtlichen Computerspielen überlegen gut, er hat auch sämtliche Lieblingsfilme und Serien Hallidays teils über 100 Mal angeschaut, um die gestellten Rätsel zu knacken _und_ dabei hat er sich dann auch noch den ganzen Kram gemerkt. Also nicht nur, was da passiert, sondern auch in welcher Folge das der Fall war. Das ist einfach komplett unrealistisch, dass man so viele Details im Gedächtnis nicht nur gespeichert sondern auch abrufbar hat.

Wenn man das aber ausblendet ist das eine tolle Geschichte. Ich mag die popkulturellen Referenzen, auch wenn ich bei den amerikanischen Serien der Zeit und bei vielen der vorkommenden Spiele weniger Bezug habe als zu Musik und Filmen. Aber ich finde die ganze Idee dieser virtuellen Welt und auch der Jagd sehr faszinierend. Cline mag die 80er, das merkt man beim Lesen und hat ihnen hier ein tolles Denkmal gesetzt, das ich in den letzten Tagen oft am liebsten gar nicht aus der Hand gelegt hätte. Interessante Ideen, schön erzählt und flüssig lesbar – ich musste häufig an die Zeiten denken, als ich viele Adventures gespielt habe und wie es sich anfühlte, wenn man tagelang an der gleichen Stelle festhing und dann plötzlich eine Eingebung hatte, wie es weitergeht. Gutes Buch.

Katja

Leseliebe 2014 – meine Top 5 Bücher des Jahres

Quasi schon traditionell* hier meine Top-5-Bücher-Auswahl des Jahres 2014. Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 44 Bücher gelesen, das waren meine Favoriten: (Die Monats-Links in Klammern führen jeweils zu meinen kurzen Eindrücken über die Bücher.)

1. Nick Hornby – About a boy (gelesen im Juli)

2. Thommie Bayer – Vier Arten, die Liebe zu vergessen (gelesen im Dezember)

3. Nick Hornby – A long way down (gelesen im März)

4. Jane Austen – Stolz und Vorurteil (gelesen im Dezember)

5. Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (gelesen im Dezember)

In diesem Jahr fiel es mir deutlich schwerer als im letzten, aus den gelesenen Büchern die Favoriten auszuwählen. Ganz klar gehören die oberen 3, also die beiden Hornbys und das Buch von Thommie Bayer auf ihre jeweiligen Positionen. Die Plätze 4 und 5 habe ich vorhin beim Durchsehen meiner gelesenen Bücher und wie ich sie bewertet habe, eher spontan ausgewählt – möglicherweise ist das also ein bisschen tagesformabhängig. Dort hätten ebensogut Leonie Swann mit „Garou“ (gelesen im November), Zoë Beck mit „Wenn es dämmert“ (gelesen im November) oder Alan Bradley mit dem 4. Band von Flavia de Luce „Vorhang auf für eine Leiche“ (gelesen im Dezember) landen können – alle drei auch Bücher, die mir in diesem Jahr viel Freude gemacht haben.

Insgesamt war das Lesejahr für mich ziemlich unausgewogen, was ich auch daran merke, dass ich 6 dieser mittlerweile 8 hier aufgezählten Bücher im November und Dezember erst gelesen habe.

Was waren eure Top 5 in 2014? Macht jemand mit?

Katja

(*Die Lieblingscorina hat damit für’s Lesejahr 2012 mal angefangen und ich mache das seitdem einfach jedes Jahr schamlos nach.)

2012
2013

Leseliebe 2013 – meine Top 5 Bücher des Jahres

Die Lieblingscorina hat das im letzten Jahr vorgemacht und weil Lesen eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen ist über die ich ja ohnehin auch oft – wenn ich nicht gerade lese – nachdenke, rede oder blogge, gefiel es mir ungeheuer, das persönliche Bücherjahr nochmal Revue passieren zu lassen und die Favoriten des Jahres auszugucken. Und weil ich heute Nachmittag ohnehin zufällig in meiner Leseliste rumscrollte, fiel mir ein, das auch in diesem Jahr wieder festzuhalten.

Und in diesem Jahr ist es sogar noch ein bisschen einfacher für mich. Zum einen, weil ich insgesamt recht wenig gelesen habe (mit ’nur‘ 40 Büchern zumindest deutlich weniger als in den letzten Jahren) und leider waren da wenige wirklich gute Bücher dabei, sodass die Auswahl derer, die mir das Jahr besonders versüßt haben, nicht so schwer fiel, zum anderen weil ich ohnehin das ganze Jahr über ein paar Zeilen (manchmal auch ein paar mehr) zu jedem gelesenen Buch festgehalten habe. Deswegen liste ich hier mal nur die Titel auf und verlinke zu meinen Blogeinträgen wo sich jeweils die Gedanken zum Buch finden.

Meine persönliche Lese-Top-5 aus 2013:

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1. Harry Cauley – Bridie und Finn (gelesen im Januar)

2. Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind / Alle sieben Wellen (gelesen im März) – das sind eigentlich zwei Bücher, aber weil die Geschichte für mich zusammengehört, ist das hier nur ein Punkt

3. Kressmann Taylor – Adressat unbekannt (gelesen im August)

4. Maximilian Buddenbohm – Marmelade im Zonenrandgebiet, Geschichten übers Erwachsenwerden (gelesen im November)

5. Tanja Kinkel – Die Söhne der Wölfin (gelesen im November/Dezember)

Macht jemand mit und stellt ihre/seine persönliche Top 5 aus 2013 vor? 🙂 (Nicht, dass meine Wunschliste nicht ohnehin schon voll genug wäre, aber das Risiko, dass sie noch länger wird, nähme ich zur Befriedigung der Neugier, was euch so am besten gefallen hat im letzten Jahr, dann wohl in Kauf. :D)

Katja

(Hier gab es meine Top 5 aus 2012.)

 

 

 

 

52 Bücher, Teil 5

Katrin ist krank und hat deswegen ein kurzes und schmerzloses Thema für den nächsten Teil des Bücherprojektes ausgewählt, was irgendwie passenderweise eine Idee der, wenn auch mit ganz was anderem, aber ebenfalls gerade kranken Guinan war.

Das Buch, das ganz oben auf einer deiner Listen steht.

Da ich nicht nur über meine Leseliste, sondern auch über diverse Wunschlisten verfüge, ist das natürlich grundsätzlich ziemlich einfach, wenn da nicht die Qual der Listenwahl wäre.

Nach Durchgucken meiner Listen habe ich mich für jene Wunschliste entschieden, auf der gerade ‚Schmetterling und Taucherglocke‘ ganz oben steht und da ich vor kurzem erst den Film gesehen habe, kann ich immerhin 2, 3 Worte mehr als ‚jo, will ich haben‘ darüber verlieren.

Das Buch stammt von Jean-Dominique Bauby, der bis zu seinem 43. Lebensjahr Chefredakteur der ‚Elle‘ war. Dann erlitt er einen Gehirnschlag und infolgedessen litt er am Locked-In-Syndrom. Das bedeutet, er war bei vollem Bewusstsein, aber vollständig gelähmt und konnte nicht sprechen. Lediglich ein Augenlid konnte er bewegen, also damit blinzeln. Das war sein einziger Kontakt zur Aussenwelt.

Und so ist auch dieses Buch entstanden – eine persönliche Assistentin sagte immer wieder das Alphabet auf und er blinzelte an der Stelle des passenden Buchstaben. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, über Monate hinweg. Denn nachdem ihm anfangs jeder Überlebenswille fehlte, merkte er recht bald, dass eines an ihm immer noch vollständig und wunderbar funktionierte: sein Geist und seine Phantasie. So entkam er dem äusseren Gefängnis dadurch, dass er im Inneren in Erinnerungen und Phantasien flüchtete.

Davon handeln Buch und Film, in denen zum ersten Mal ein am Locked-In-Syndrom Erkrankter über seine Grenzen, aber auch seine Möglichkeiten berichtet.

Der Film hat mich wahnsinnig berührt, jetzt bin ich unheimlich gespannt auf das Buch. Und eigentlich würde ich’s am liebsten direkt kaufen. Aber gerade liegt hier noch ein relativ hoher Stapel ungelesener Bücher, die erst mal dran sind. Man wird ja im Alter so mit ungefähr 21 mit der Zeit doch diszipliniert.

Die komplette Liste mit allen Projektbeiträgen gibt es hier.

Gute Besserung an Katrin, Guinan und alle, die sonst noch gerade krank sind! 🙂

Katja

Little Confessions #9

Seit Mitte Januar liste ich in einer Excel-Tabelle alles auf, was ich gekocht habe. Und ich muss gestehen, dass ich mir dabei schon ein bisschen schräg und schrullig vorkomme. Aber es hat den unschlagbaren Vorteil, dass sich die Frage, ob’s Spaghetti Bolognese zum letzten Mal vor 3 Tagen oder vor 3 Wochen gab, endlich eindeutig beantworten lässt – die subjektive Wahrnehmung ist in solchen Dingen ja sehr davon abhängig, wie gerne man ein Gericht mag. 😀
Ausserdem ist es sehr praktisch, wenn ich unkreativ einen leeren Einkaufszettel anstarre, der gefüllt werden mag, wenn ich einen Blick in die Liste werfen kann, was ich lange nicht gekocht habe. Und schließlich ist es für mich eine herrliche Gedächtnisübung, weil ich selten daran denke, das direkt nach 1 oder 2 Tagen zu notieren und ich das meistens nur einmal pro Woche erledige. Und so sehr ich mir das Hirn dabei auch verrenken muss – bisher ist die Liste lückenlos.

Und sie verrät mir, jetzt, wo die Spargelsaison zu Ende ist, dass die heimische Küche, in den gut zwei Monaten, die die Saison andauerte, 20 Mal (!) Spargel ausgespuckt hat. Soviel davon habe ich noch in keinem Jahr zubereitet! Das macht es ein bisschen leichter, jetzt wieder 10 Monate lang geduldig darauf zu warten, dass nächstes Jahr wieder die Buden neben den Feldern aus dem Boden wachsen. 🙂

Katja

Glück ist…Awardsdingens

Charlotta hat mir einen Award oder vielleicht auch ein Stöckchen überreicht, den ich deswegen schön finde, weil es um Dinge geht, die einen glücklich machen.

Auf die kann man sich eigentlich gar nicht häufig genug besinnen und auch deswegen sammle ich sie ja auch schon seit einer Weile. 10 davon soll ich hier auflisten – here we go:

  • die Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben
  • Sonnenschein (ohne Licht kann ich gar nicht), das Meer (die Antwort auf meine Sehnsucht) und der Wind (der Inbegriff von Lebendigkeit)
  • frische sonnengereifte süße Erdbären, nicht zu verwechseln mit dem Gewächshauszeug, das nur so aussieht
  • frische Zutaten einzukaufen, ein leckeres Essen daraus zu kochen, den Duft, den es in der Wohnung verströmt und es anschließend zu essen
  • in der Geschichte eines guten Buches komplett zu versinken und die Welt um mich rum zu vergessen
  • meinen Lieblingsteddy feste in den Arm zu nehmen und an mich zu drücken
  • Dinge, am liebsten welche, die mich erden, mit den Händen zu tun
  • die Freiheit, die es bedeutet nach einigen Jahren ohne, wieder ein eigenes Auto zu besitzen und noch dazu das einzige, das wie für mich gemacht ist: (m)ein Golfi
  • Kinderlachen bzw. strahlende Kindergesichter – ich kann mich dann nicht gegen das Mitlachen / Lächeln wehren
  • Musik. Die Tatsache, dass es zu jeder Stimmung den passenden Song gibt, gibt mir das Gefühl, dass wir Menschen doch gar nicht sooo verschieden sein können. Immerhin eine gemeinsame Sprache scheint es zu geben.

Nochmal Dankeschön an Charlotta. 🙂

Im Weiterreichen von sowas bin ich nicht so gut, daher freue ich mich einfach über jede/n, den oder die es dazu bringt, ein paar Minuten über Dinge nachzudenken, die ihn/sie glücklich machen. Wer mag, schnappe sich gerne auch das Bildchen und nehme es mit. Award verdient habt ihr eh alle, die ihr hier geduldig meinen Timpf lest. 😉

Katja

Leseliste

*hochdeut*

Jetzt neu unter „Was?

Mal gucken, ob ich dran denke, die Liste aktuell zu halten. Primär schreibe ich sie für mich (was ja hier keine Überraschung sein dürfte, weil’s fast immer gilt^^), ich finde die Idee sehr spannend tatsächlich mal drauf zu achten, was ich das Jahr über so alles lese.

Geklaut hab ich die Idee von Tanya, die Anfang des Jahres auf ihre letztjährige Bücherliste verwiesen hat.

Den seltsamen Was?-Namen trägt sie, weil ich eigentlich noch ein Wie? dorthin quetschen wollte. Da sich Artikel aber nicht als Seiten verlinken lassen, lass ich’s bleiben und denk mir vielleicht noch schönere Namen dafür aus. Vielleicht auch nicht.

Katja