Bildbetrachtung

Ich war gestern seit längerem endlich wieder mal ‚Kunst gucken‘. Eigentlich hatten wir das schon für das letzte Wochenende geplant, an dem das Wetter durchgängig lausig war, aber aus Gründen hat es da nicht geklappt. Und vielleicht war es auch ganz gut so, denn es war bei herrlichem Sonnenschein schon furchtbar voll dort und ich möchte lieber nicht wissen, wie voll es erst bei Regenwetter gewesen wäre.

„Esprit Montmartre, Die Bohème in Paris um 1900“ heisst die Ausstellung und sie ist noch bis zum 1. Juni in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt zu sehen. Über 200 Werke von mehr als 20 verschiedenen Künstlern (darunter zB Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Picasso, Van Dongen) gibt es dort zu sehen, die alle um die Jahrhundertwende am Montmartre lebten und arbeiteten. Und es gibt dort nicht nur die schillernden Seiten der Zeit mit Cancan-Tänzerinnen des Moulin Rouge in bunten Kostümen zu sehen, sondern auch die Schattenseiten – Alkoholmissbrauch und Armut, die für viele Frauen den Zwang mitbrachte, sich zu prostituieren.

Viele der Bilder kamen mir bekannt vor, selbst einige von Künstern, bei denen ich sicher bin, dass ich die Namen vorher noch nicht gehört hatte. Für mich besonders interessant waren einige der Van Goghs, die dort hingen. Im Kröller-Müller-Museum vor einigen Jahren hatte ich ein recht gutes Gespür dafür, die Van Goghs von weitem zu erkennen – hier wäre mir das nicht gelungen, denn einige seiner Bilder, die in der Ausstellung gezeigt werden, weichen im Stil sehr von den (mir) bekannteren Werken ab. Ich muss unbedingt demnächst versuchen, die irgendwo im Web zu finden.

Erfreulicherweise ist auch der Audio-Guide, den ich mir schon im Vorfeld zu Hause als App runtergeladen hatte, wirklich gut gelungen. Es gibt zwar etliche Wiederholungen bei den Texten, speziell, wenn man auch die ausgeschilderten Texte über die Künstler liest, aber trotzdem ist das alles sehr interessant und auch unterhaltsam gestaltet. Ich habe nicht nur viele sehr beeindruckende Gemälde bestaunt, sondern gestern Nachmittag auch eine Menge über jene Zeit und die Lebensbedingungen am Montmartre gelernt. Empfehlenswert für alle in der Nähe von Frankfurt; ich würde nur nicht unbedingt an einem Sonntag Nachmittag hingehen, das ist da schon alles sehr eng gequetscht in den Räumen und von der Anordnung so, dass man sich schnell auf den Füßen rumtritt, wenn nur ein bisschen mehr los ist.

Leider durfte man dort nicht fotografieren. Aber ein paar Eindrücke von Frankfurt habe ich mitgebracht. Dafür, dass das so dicht ist, komme ich dort viel zu selten mal hin.

(Klick macht groß)

Katja

Zwischen Kirchen und Kaffee, Katja entdeckt Italien #10

Lebende Kunst!

Wie peinlich! Wir waren nur eine Woche unterwegs und ich bin jetzt schon am 10. Teil meiner Erinnerungen und Fotos. 😳

Noch peinlicher ist, dass ich bei meiner Erzählung im September letzten Jahres exakt bis zu dem Satz obendrüber gekommen bin und dann so lange gebraucht habe, um weiterzuschreiben. Der Teil vorher lag komplett geschrieben so lange in den Entwürfen, weil ich mir irgendwann vorgenommen hatte, hier immer erst einen Teil zu veröffentlichen, wenn der nächste fast fertig geschrieben ist, damit ich mal motiviert bin, auch bis zum Ende des Reiseberichtes durchzuhalten. Seitdem ist übrigens auch immer noch der Tab mit einer Ansicht von Florenz in Googlemaps in meinem Browser offen. 😀

Jetzt aber: weiter mit Florenz! (Mal sehen wie ausführlich oder nicht meine Erinnerung zurückkehrt beim Schreiben. Ich glaube, vor allem sollte ich drauf pfeifen, wie viele Teile das werden und lieber so erzählen, dass ich hinterherkomme und nicht immer so viel Zeit am Stück zum Aufschreiben brauche. Ist ja vielleicht auch lesefreundlicher, wenn es nicht zu lange Monsterbeiträge werden.)

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Vom Battisterium aus gehen wir als erstes bei der Touristeninformation vorbei und holen uns einen kostenlosen Stadtplan, was sich im Laufe des Tages als sehr gute Idee herausstellt. Zwar haben wir dank der italienischen SIM Internet und damit auch google-Maps verfügbar, aber die Orientierung in einer Stadt ist doch nochmal wesentlich einfacher, wenn man ausserdem eine einfache Übersicht hat, in welche Himmelsrichtung man, vom eigenen Standort aus, überhaupt suchen muss, um zum nächsten Ziel zu kommen. (Serviceinfo: Die, oder zumindest eine, Touristeninformation befindet sich, wenn man zwischen Dom und Battisterium die Straße Richtung Süden – also Richtung Arno – nimmt, die Via dei Calzaiuoli, direkt im Eckhaus auf der rechten Seite.)

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