Es widerstrebt mir, den Artikel einfach Becherkuchen zu nennen, aber mir fällt gerade kein toller Titel ein

Gerade fiel mir auf, dass die Fotos jetzt schon seit geraumer Zeit in den Entwürfen schlummert, weil ich das Rezept bloggen wollte und dass ich seitdem (irgendwann im Januar) zwar schon noch zweimal den Kuchen gebacken habe, weil er so herrlich unkompliziert ist, wenn man eigentlich gar keine Zeit zum Backen hat, aber das Rezept hab ich immer noch nicht gebloggt. (Was deutlich das Aufwandsverhältnis zwischen dem Backen dieses Kuchens und dem Aufschreiben seines Rezeptes zeigt. :D)

 

Das Rezept für den Becherkuchen hab ich vor schätzungsweise 25 Jahren von einer Freundin bekommen, dann irgendwann verschludert und vor Jahren im Internet wiedergefunden. Leider hab ich keine Ahnung mehr, wo das damals war. Der Kuchen heisst so, weil man keine Waage braucht, fast alle Zutaten werden mit einem leeren Schlagsahnebecher abgemessen (und praktischerweise kommt die Sahne auch rein, man hat also zufälligerweise den Becher direkt zur Hand :D).

Becher(butter)kuchen

für den Boden:

1 Becher Schlagsahne
1 Becher Zucker
1 Tütchen Vanillezucker
2 Becher Mehl
1 Tütchen Backpulver
4 Eier
2 EL Zitronensaft (bis hin zu dem Saft aus einer ganzen Zitrone + abgeriebene Schale. Ich variiere die Menge je nachdem, ob ich gerade unbehandelte Zitronen in der kleinen Stadt ergattere und wie zitronig ich gerade drauf bin)

Die Zutaten gründlich zu einem Teig verrühren und diesen auf einem mit Backpapier belegten Blech für etwa 10 Minuten bei 200°C (Ober-/Unterhitze) backen.

In der Zwischenzeit den Belag zubereiten:

1 Becher Zucker
1 Tütchen Vanillezucker
6 EL Milch
125 Gramm Butter (das ist ein halbes handelsübliches Stück und wer das via Augenmaß aufteilen kann braucht auch hier keine Waage. Ich teile meist nach Augenmaß und wiege dann um zu gucken, ob’s hinhaut)

200 Gramm Mandelblättchen

Die Zutaten – bis auf die Mandelblättchen – in einen Topf geben, erhitzen und so lange blubbernd kochen lassen bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Den Topf vom Herd nehmen, die Mandelblättchen gründlich darunterrühren und wenn der Boden aus dem Ofen kommt, das Gemisch möglichst gleichmäßig darauf verteilen. Nochmal für 12 – 15 Minuten backen (und unbedingt danach gucken, zu hell und zu dunkel liegen da relativ dicht beieinander). Fertig.

Wenn man den Kuchen nach dem Abkühlen in einem Behälter mit Deckel aufbewahrt (bei mir landet er in Tupper), schmeckt er am zweiten Tag besser als am ersten und am dritten besser als am zweiten, weil er statt auszutrocknen saftiger im Geschmack wird. Er lässt sich wunderbar transportieren und beansprucht im Gegensatz zu seinen quarkigen oder fruchtigen Kameraden auch im Sommer keinen Kühlschrankplatz, was ihn trotz seiner Unfruchtig- und Unquarkigkeit auch im Sommer manchmal zur Alternative macht.

Katja

Resteverwertungsmampf

In Ermangelung eines Schrankes oder einer Speisekammer oder auch nur einer echten Abstellecke, bewahre ich Vorräte in einem offenen Regal in der Küche auf. Das sieht dauernd furchtbar chaotisch aus und durch die umfangreiche Weihnachtsbäckerei ist es aktuell noch schlimmer als sonst. Auch wenn ich probiert hatte, recht passende Mengen an Nüssen und Co. zu besorgen – so komplett ist mir das nicht gelungen. Also muss ich in den nächsten Wochen / Monaten mal probieren, die Reste einigermaßen sinnvoll zu verwerten. Gestern lagen hier auch noch zwei Bananen rum, die zum puren Essen schon ziemlich reif waren – also improvisieren.

Das kam dabei heraus:

 

Und weil das in der Tat leckerer geworden ist, als ich beim Restezusammenrühren angenommen hätte, gibt es hier das Rezept:

Bananen-Mandel-Schoko-Resteverwertungsmampf:

2 sehr reife Bananen
4 EL Amaretto
3 Eier
100 Gramm Margarine
ca. 150 Gramm Zucker (ich hatte erst nur 100, aber damit schmeckte der Teig noch zu wenig süß, hab dann aber nur noch ’nen Schwung nachgekippt ohne genau abzumessen.)
1 Vanillezucker
150 Gramm Mehl
2 TL Backpulver
1 sehr gehäufter EL Kakaopulver
ca. 150 Gramm gemahlene Mandeln (die hab ich nicht genau abgemessen, eine ganze Tüte und ein Rest aus ’ner angefangenen)
ca. 50 Gramm gehackte Mandeln (auch nur geschätzt, war ’ne angebrochene Tüte)
Schokoglasur

Die Banane zusammen mit dem Amaretto pürieren. Eier, Zucker, Vanillezucker und Margarine schaumig rühren, dann Mehl, Backpulver und Kakao dazu sieben und die restlichen Zutaten dazugeben und unterrühren.

In eine gefettete Form füllen – mir erschien es zu wenig Teig für eine normalgroße Springform, also hab ich meine kleine Springform endlich mal eingeweiht, die für halbe Kuchenrezepte passt. Mehr als halbvoll wollte ich die Form nicht machen und der Rest reichte immer noch, um meine beiden kleinen herzförmigen Springformen zu füllen. Ich denke, richtig gepasst hätte es in einer normalgroßen Kastenform.

Gebacken wird bei 180°, die Dauer hängt von der Größe der Form ab. Die Herzformen waren nach 30 Minuten fertig, die kleine Springform hat ca. 45 Minuten gebraucht. Ich hab nach 25 Minuten angefangen immer mal danach zu gucken und mal mit einem Zahnstocher reinzupieksen, ob noch Teig kleben bleibt. Bei einer Kastenform reicht es vermutlich, wenn man nach 40 Minuten danach schaut.

Nach dem Backen etwas auskühlen lassen, Schokoladenglasur im Wasserbad schmelzen und mit einem Löffel (und/oder Backpinsel) den Kuchen rundrum damit bestreichen.

 

Katja

Ich weiss, was du letztes Wochenende getan hast…

(links oben und Mitte: Schokoladen-Sahne-Torte, links unten: Krümelkuchen mit Kirschfüllung, oben und unten: Apfelkuchen, rechts: Rhabarberkuchen)

Zum Glück war ich nur für’s Backen zuständig und 3/4 davon haben das Haus unberührt verlassen. Wenn ich ’nen Tag lang in dem süßen Geruch, der beim Backen aus dem Ofen strömt gestanden habe, könnte ich nämlich partout nix davon essen.

Katja (Backfee)