Ka-putt-tja

Gerade: Tee mit ’nem ordentlichen Schluck Rum, Zucker und Zitrone.

Gleich: Bett in der Hoffnung, dass sich die fiese Erkältung mitsamt dem restlichen Weltschmerz dieses überaus doofen Tages über Nacht verflüchtigt.

Morgen: kann nur besser werden. OMMM. (Immerhin dieser Teil des Optimismus funktioniert gerade wieder. Wenn das kein gutes Zeichen ist!)

Ka-putt-tja

 

Momentbestandsaufnahme

Dann bist du krank und zwei Tage geht gar nichts und der Kopf ist wie mit Watte gefüllt und die Welt rundum dumpf und obwohl dich das ganze Kranksein – schon wieder Kranksein – nervt, bist du doch ganz froh über die Watte im Kopf und die Ruhe, die daraus entsteht, denn da wo viel Watte ist, ist kein Platz für allzu viele Gedanken. Da können sie überhaupt nicht ausholen und kreiselnkreiselnkreiseln und noch eine Schleife und sich verheddern und aufundab und dich dabei mitreißen. Zwei Tage Ruhe, zwei Nächte mit immerhin einigermaßen ausreichend Schlaf und dann ist diese ganze Krankseinfunktionsshice so ins System integriert, dass das Grübeln, einfach so, wieder nebenbei funktioniert und da ist zwar immer noch Watte im Kopf, aber die Zweifel drücken sie immer fester zusammen, nehmen immer mehr Raum ein, machen sich breit, kreiselnkreiseln und von vorne. Zu viele offene Baustellen auf einmal und du kommst nicht mehr hinterher beim Sortieren und Einordnen.

Und dann ist da so viel Traurigkeit in den letzten Tagen und Wochen und immerhin davon weißt du mittlerweile, was es mit ihr auf sich hat oder hast zumindest eine ziemlich starke Ahnung darüber, weißt, dass sie zwar im Jetzt getriggert und ausgelöst wird, aber eigentlich so weit in die Vergangenheit gehört, wie du überhaupt nur denken kannst. Du schaffst es zum ersten Mal, dir diese alte Sache überhaupt anzuschauen, nicht wegzuzucken, sie nicht wegzuschieben, sondern die Gefühle zuzulassen und den uralten Schmerz und das, wo er herkommt, zu betrachten, die Verzweiflung und Not zu spüren und das kostet Kraft und ist unendlich anstrengend, aber trotzdem ist da auch so etwas wie Hoffnung in dir, dass dir das Loslassen vielleicht doch irgendwann noch gelingen wird…

Katja

Erkenntnis des Tages

Irgendwann fällt dir auf, dass du trotz der ganztägig verstopften Nase und dem steifen Nacken, keine Sekunde darüber nachgedacht hast, heute die Spanischstunde ausfallen zu lassen und dann weisst du, dass irgendwie alles wieder ein bisschen besser sein muss.

Katja

Gedankenplätschern zum ersten Kaffee seit langem

Es fühlt sich merkwürdig fremd an, nach einer Woche den ersten Kaffee zu kochen, die Tasse zu schnappen und damit an den Rechner zu gehen, der hier eine Woche lang ausgeschaltet als Deko rumstand.

Der erste Kaffee schmeckt merkwürdig, so wie in der letzten Woche alles merkwürdig oder eigentlich nach gar nichts geschmeckt hat, aber ich kann keinen Tee mehr ertragen. Genausowenig wie Hühnersuppe aus der Dose, die es notgedrungen gab. Und auch am Rechner zu sitzen und hier ins Eingabefeld zu tippen ist irgendwie ungewohnt und fremd.

Jessas, selten hat mich ’ne Erkältung so heftig ins Aus geschossen, dass wirklich so viele Tage lang gar nichts mehr ging – ausser schlafen und gelegentlich, wenn ich wach war, lesen. Auf ’ne Handvoll Mails mit dem Handy hab ich’s wohl gebracht und wenigstens mein tägliches Foto hab ich via Handy geknipst (und dank WP-App gebloggt), fast alle im Liegen, mit Motiven rund um’s Bett. Ansonsten nur Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Dazu passte auch die Dumpfheit meiner Sinne. Kein Geschmackssinn, kein Geruchssinn, nur dumpfes Hören. Als wäre ich in eine Schicht Watte gewickelt und auch das Hirn fühlte sich wattig an.

Wenn ich aus dem Fenster schaue, graut mir davor, heute irgendwann raus in den Schneeregen zu müssen – auch, weil mein Anstrengungspegel gerade schon bei Spülmaschine aus- und einräumen bis in den roten Bereich ausschlägt – aber ich muss dringend einkaufen. Ich lechze nach Vitaminen in ausschweifenderer Form als in eine Multivitaminbrausetablette gepresst.

Vielleicht sollte ich das direkt erledigen, bevor ich in Versuchung gerate, mich im Web festzulesen, immerhin meldet der Feedreader über 600 ungelesene Beiträge. Und in der Wohnung gäbe es eigentlich auch mehr als eine Baustelle und Wäsche müsste ich auc… Halt. Stopp. Vielleicht sollte ich auch einfach langsam anfangen. Das erhöht die Chance deutlich, überhaupt was davon zu schaffen und nicht morgen direkt wieder flachzuliegen. Der Resthusten und Restschnupfen reicht vollauf, das muss nicht nochmal schlimmer werden.

Also jetzt: Liste machen und nach Prioritäten ordnen.

Katja (Hustenfee)