Mist.das.

Es ist kompliziert, dass da immer noch so viele Dinge vor mir rumliegen, die mir gerade so viel Mut abverlangen und/oder zumindest irgendwie eine bewusste Entscheidung, weil sie sich sonst auf ewig und in schwindelnde Höhe gestapelt vor mir aufbauen. Dieses gedankliche Nicht-Loslassen-Können, wenn sich ein Gedanke erst mal im Kopf geformt hat, macht mich fertig. Dass es kein echtes Beiseitelegen gibt, kein Abschieben, kein Wegpacken. Das alles ist andauernd da und wieder da und wieder. Es kreiselt tagsüber und lässt mich aktuell auch nachts wieder mal nicht schlafen. Keine Ruhe für den Kopf und sie wäre doch so dringend nötig.

Normalerweise ist Bloggen für solche Dinge DAS Mittel meiner Wahl, aber selbst das geht gerade nicht richtig. Obwohl ich hier seit Jahren immer wieder Seelenstriptease betreibe, ist die innere Zensur gerade zu groß und ich weiß (noch) nicht recht, wie ich damit umgehen soll. Mauern einreißen? Da fehlt mir gerade auch der Mut. Und es türmt sich direkt noch eine weitere Sache drauf auf’s Gedankenkarussel. Immer wieder dabei sein, immer wieder mitmachen, die nächste Fahrt geht rückwärts!

Noch vertrackter ist das gerade Nicht-Frei-Schreiben-Können bei den guten Dingen. Dass mir für einiges, was mich da bewegt, gerade auch der Ort fehlt, um es festzuhalten, der Ort, von dem ich es später wieder rauskramen kann, um mich irgendwann zu erinnern, wie diese Phase – in der sich gerade so viel ändert – gewesen ist. Das ist großer Mist. Wie gut mir der Blick in die Vergangenheit tut, merke ich gerade tatsächlich oft am vielleicht für mich spannendsten Feature von Facebook, der „An diesem Tag“-Funktion, die mich oft in alte Blogeinträge katapultiert und mir bewusst macht, wo ich immer noch nach den gleichen losen Fäden suche und wo ich schon deutlich weiter beim Entwirren bin.

Es ist gut und wichtig für mich, diese Gedanken zu sammeln, da muss ich mir wirklich (bald) etwas einfallen lassen. Wenn ich das nicht mache, nicht (auf)schreibe und das alles ohne Ventil im Kopf bleibt, wird der Druck immer größer und wie schnell das in heftigen Stimmungsschwankungen mündet und wie oft ich mich gerade wieder im Fall (be)finde, macht mir gerade ziemliche Angst.

Ich merke zwar, dass ich es bisher auch irgendwie immer noch schaffe, das Ruder wieder rumzureißen und den Fall aufzuhalten, aber das Eis kommt mir jeden Tag ein bisschen dünner vor…

Katja

 

angebrochene Gedanken

Je unaufgeräumter es sich gerade im Kopf anfühlt, desto größer wird mein Bedürfnis nach äusserer Ordnung und so räume ich wieder mal Schränke aus, gucke den Kram durch, räume Schränke wieder ein und da, wo ich vorher kaum Überblick hatte, was sich alles darin befindet – gerade bei den Fächern und Schubladen des großen Vorratsschranks in der Küche – ist auf einmal durch bessere Ordnung wieder jede Menge Platz frei, kann man wieder sehen, was sich in der Schublade befindet, findet man sich auf Anhieb zurecht. Und ich denke mir und frage mich, warum zur Hölle nur, muss das mit den Gedanken so viel komplizierter sein?! Also setze ich mich hin, die Finger auf der Tastatur und versuche, den Kopf erst mal leer zu räumen, zumindest das Gedankenkarussell dazu zu bringen, sich ein bisschen langsamer zu drehen.

Da sind viele Dinge, bei denen es ums Loslassen geht, oft begleitet von sehr ambivalenten Gefühlen und dann ist da ein Stapel, ein ziemlich wüstes Durcheinander zugegebenermaßen, mit meinen ganzen inneren Kämpfen zwischen Unsicherheit, Selbsthass und ihren Freunden auf der einen Seite und dem Wunsch, mir und meinem Wert endlich selbst bewusst zu werden auf der anderen Seite. Dazwischen purzeln Fragen um Selbstschutz, um Abgrenzung, um ‚böse‘ Gefühle und wie das mit dem Verzeihen eigentlich ist. Alles angedachte, angebrochene Gedanken, keiner davon irgendwie zu Ende gedacht und ich wünsche mir schon wieder, es wäre so leicht wie mit den Vorräten und ich könnte jetzt einfach mal eins nach dem anderen davon ‚aufbrauchen‘, zu Ende denken, den Knoten lösen, irgendwie damit klarkommen.

Ich bin ein Listenmensch, eine, die gerne abhakt, die gerne erledigt und Sachen zu Ende bringt. Es sind gerade immer wieder diese vielen losen Enden gleichzeitig, die mich irre machen…

Katja