Die Schuhe hätte ich ja auch genommen

‚Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist eines der wichtigsten Merkmale der altägyptischen Kultur.‘ verrät Wikipedia direkt im ersten Satz, wenn man nach altägyptischen Bestattungsriten schaut und diesem Glauben verdanken wir es wohl, dass wir noch heute einen Einblick in die Pracht und Kunstfertigkeit vor so langer Zeit bekommen können. 1922 entdeckte Howard Carter das über 3.000 Jahre alte Grab Tutanchamuns im Tal der Könige und weil dessen Eingang wohl gut verborgen war, war noch fast der komplette alte Plunder erhalten.

Wie atemberaubend das ist, was ich so respektlos als ‚alten Plunder‘ bezeichne, darein erhielt ich vor einigen Tagen einen Einblick als ich es doch noch schaffte, die Tutanchamun-Ausstellung in Köln zu besichtigen, die gerade nur noch dieses Wochenende dort zu sehen ist und wo ich unbedingt hinwollte, seit Emily über ihren Besuch dort berichtet hatte. Keines der Stücke, die dort zu sehen sind, ist ein Original, aber gerade das macht vermutlich den Reiz aus. Viele Exponate sind deswegen nämlich nicht hinter dickem Glas gesichert oder zumindest weiträumig abgesperrt, sodass nur ein Blick aus der Ferne gelingt, sondern man kann sie teilweise sogar berühren oder zumindest sehr dicht heran.

Und trotz der Timeslottickets, die nur während einer bestimmten Zeit Einlass gewähren, wollen das recht viele Menschen gleichzeitig – also sehr dicht heran. Nach 2,5 Stunden war ich jenseits der Grenze meiner Aufnahmefähigkeit, am Ende immer flüchtiger betrachtend, mit autschenden Füßen vom vielen Rumstehen, aber mit vielen Eindrücken und Fotos beladen, froh, draussen von frischer Luft und Regen erwartet zu werden.

Wieder mal unfähig, vernünftig auszusortieren, hier wieder mal viel mehr Fotos als ich eigentlich zeigen wollte.

Katja

Mir lasse de Dom in Kölle

…auch wenn mir das gestern nicht so leicht fiel und ich den schon am liebsten hätte einpacken lassen um ihn für den heimischen Garten mitzunehmen. Einfach schön. Riesig. Beeindruckend.

Ich mag die großen katholischen Kirchen – so lange kein Gottesdienst drin stattfindet. Hinsetzen. Zur Ruhe kommen. Tief durchatmen. Drüber nachdenken, wie das mit der höheren Macht so ist. Irgendwie bin ich ja schon ein gläubiger Mensch (insofern ich daran glaube, dass es etwas gibt, größer ist als das, was ich zu verstehen in der Lage bin; insofern, dass etwas so großartiges wie Leben nicht einfach aus nichts kommen kann, zumindest nicht beseeltes Leben), wenn auch kein religiöser.  Ich mag die Ruhe von Kirchen. Ich mag es, so winzig wie ich bin, durch so ein riesiges Gebäude zu laufen, mit meinen Gedanken ganz alleine, mag das Gefühl, dass all die Alltagshektik vor der Tür Halt macht und keinen Zutritt hat.

Wenn, ja wenn, große Kirchen denn noch ein Ort der Ruhe wären. Unglaublich, wieviele Menschen da laut lärmend durchhetzen, ins Handy „ja, wir sind gerade im Kölner Dom unterwegs…“ brüllend, ihren Homies „er so…. und dann ich so….“-Geschichten erzählend, dass man meint, in einem Einkaufszentrum zu sein und nicht in einer Kirche. Manchmal fühle ich mich wirklich wie auf ’nem fremden Stern ausgesetzt…

Neben drei Stunden Guckens und Staunens hatte der Ausflug nach Köln noch meinen ersten Starbuckskaffee ever (Mjam!) zu bieten, eine neue Tasse (vom Dom) für meine Tassensammlung (Ich brauche mehr Schrankplatz! *soifz*), eine neue Kaugummisorte (Wrigleys Extra Mango Melone! Auch mjam!) und über eine Stunde Stau auf dem Rückweg. Schön war’s (bis auf den Stau)!

Katja