It’s not easy being green.

Heute: erst ’ne Stunde beim Therapeuten geheult, dann ’ne Stunde durch den Regen gestapft, der just dann einsetzte, als ich beim Spaziergang auf der Rheininsel möglichst weit vom Parkplatz samt abgestellten Auto entfernt war. Immerhin habe ich den Flüssigkeitsverlust durch Tränen so sicherlich direkt wieder ausgeglichen.

Ja nu November. So haben wir nicht gewettet, das geht jetzt keine weiteren 28 Tage lang so weiter! Da kannste dich warm anziehen! Gleiches mache ich besser auch, kalt ist mir nämlich gerade auch dauernd.

Ein bisschen „Beute“ vom Spaziergang, aus Regengründen weniger als gedacht, ich hatte nur das Händi dabei, nicht die wasserdichte Kamera.

Ach ja: und einen neuen Header gibt’s auch für den November. Der stammt allerdings nicht von heute sondern aus dem letzten Herbst. Ist aber lustigerweise auch fast vor der Haustür meines Therapeuten entstanden als ich seinerzeit nach einer harten Stunde erst mal mit Musik in den Ohren losgestapft bin statt nach Hause zu fahren. Überhaupt habe ich das im letzten Jahr und auch nach Anfang dieses Jahres (bis der Umzug so viel Stress gebracht hat) viel häufiger getan und sollte es mir vielleicht wieder angewöhnen.

Katja

 

It’s not that easy being green

Am Rhein war noch alles okay, zumindest irgendwie, aber dann beim Einkaufen, mitten im Laden, ist die Panik auf einmal da und ich merke, wie mir schwindlig wird und ich mich gerade noch so am Wagen festklammernd auf den Beinen halten kann. Wie in Trance weitermachen, zur Kasse gehen, raus, nach Hause fahren und dann, kaum ist die Tür hinter mir ins Schloss gefallen, laufen mir die Tränen über’s Gesicht. Und ich frage mich, ob ich es nicht vielleicht einfach irgendwann mal, in irgendeinem Jahr hinnehmen sollte, dass der November mich früher oder später doch wieder erwischen wird und ob das vielleicht mit weniger Wucht geschehen würde, diese Traurigkeit, wenn ich nicht jedes Jahr auf’s Neue versuchen würde, sie zu umgehen.

Seit Tagen merke ich, wie sie immer höhersteigt, merke, wie mich der Alltag komplett überfordert, was immer eine gute Wasserstandsanzeige ist, dass es nicht nur einfach mal ein schlechter Tag ist, will’s nicht wahrhaben, will das nicht mehr, bin mit mir selber unzufrieden, weil alle Versuche, mich davor zu wappnen, nichts anderes als brüchige Dämme sind, die früher oder später einreissen.

Ich hab das so satt. Vor allem, dass völlig egal zu sein scheint, was ich unternehme, was ich versuche, um dem zu entgehen. Und manchmal denke ich, je heftiger ich mich wehre, desto heftiger erwischt es mich dann. Und manchmal frage ich mich, ob es gerade das Gewappnet-sein-zu-wollen ist, was letztendlich alles auslöst. Mit diesem Willen und meinen Unternehmungen, mich in einem Jahr mal nicht unterkriegen zu lassen – vielleicht zementiere ich gerade damit aber, dass mich die Depressionen überrollen werden, weil ich sie damit als zwangsläufig gegeben und eintreffend annehme? Aber ich habe auch viel zu viel Angst davor, hinterrücks erwischt zu werden, als dass ich es schaffen könnte, locker zu bleiben, dem November gelassen entgegenzusehen, nicht zu versuchen, das alles zu umgehen.

Ist es wirklich so, dass ich gar nicht anders kann als abwarten, bis es mich überrollt und dann versuchen, nicht allzu tief zu fallen und möglichst bald wieder rauszukommen? Ist das so? Muss das so sein?

Ich fühle mich gerade gefangen, zwischen Verzweiflung und Wut, kann nicht mal mehr einschätzen, ob ich hier gerade wirklich meinen Kopf auskippe oder ob das einfach nur sinnloses Gejammer ist.

Mist das.

Katja