Vorsatzzementierung

Eigentlich wollte ich gerade nur mal gucken, wie wenig ich verstehe, wenn ich mich an ‚El Principito‘ – dem kleinen Prinzen auf Spanisch – versuche. Da ich das Buch aber fast auswendig kenne, ging es doch so überraschend gut, dass ich beschlossen habe, den nicht wieder auf den SUB zu werfen, sondern jetzt jeden Tag ein Kapitel zu lesen. Und weil ich mich und meinen inneren SchweineSchoßhund viel zu gut kenne, verkünde ich das jetzt hier mal laut schwarz auf weiss, um mir selber ein bisschen Druck Mut zu machen, damit ich auch durchhalte.

Es sind 27. Kapitel, ich müsste also am 22. August, falls ich mir selber gelegentlich einen Schlendriantag gönne ohne das Kapitel vor- oder nachzuholen, großzügig gerechnet also am 25. August fertig sein.

Tritte, Pieksen, Anfeuerungsrufe und gelegentliche Nachfragen zur DruckMotivationsförderung gerne gesehen. 😀

Katja

Auf den zweiten Blick

Auf den ersten Blick erscheint mir mein innerer Schweinehund immer fies, gemein und nutzlos, mit seiner doofen Art, mir dauernd im Weg rumzustehen, mich am Hosenbein festzuhalten oder simpel auf mich einzureden und mir damit in manchen Dingen ungeheuere Überwindung abzuverlangen, etwas bestimmtes zu tun.

Vorhin ist mir aufgegangen, dass ich ihm mit dieser Einschätzung vielleicht doch unrecht tue. Wie gut es sich anfühlt – manchmal wirklich bis zum Hochgefühl gesteigert – den Schweinehund wieder mal überwunden zu haben und genau das, was er mit aller Gewalt verhindern wollte, getan zu haben, ist manchmal wirklich unvergleichlich und kann mir gelegentlich selbst an furchtbar trüben Tagen dann doch noch ein Lächeln abringen.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, wie es wohl Menschen gehen mag, die ohne Antriebsprobleme alle Dinge einfach anpacken. (Gibt es die überhaupt?) Hat man dann trotzdem ein Erfolgserlebnis, weil man etwas geschafft hat? Braucht man das überhaupt in der Stärke, wenn es keinen Einfluss darauf hat, wie gut man den Schweinehund beim nächsten Mal überwinden kann? (Das wird ja leichter, wenn man in so ’nem Erfolgserlebnisdingensrun erst mal drin ist.)

Ich denke auf jeden Fall drüber nach, mich mit meinem inneren Schweinehund zu versöhnen. So langsam dämmert mir echt, dass er ja nur in guter Absicht handelt, gar nicht damit ich scheitere, sondern damit ich ihn überwinde. So Sparringspartnermäßig.

Ist es eigentlich sehr beknackt, seine Antriebslosigkeit zu vermenschlichen als wäre sie eine Waschmaschine? 😕

Katja

Anti-Prokrastinationsmemo an mich

Unangenehme Dinge erledigen sich quasi nie von selber.
Sonst wären meine Fenster seit Monaten strahlend sauber und man könnte nicht nur ahnen, sondern auch sehen, dass die Welt da draussen ordentlich bunt ist.

Unangenehme Dinge selber zu erledigen fühlt sich jedes Mal sehr viel besser an als das ewige vor-mir-herschieben. Irgendwann wird das auch in meinem Kopf haften bleiben und dazu führen, dass ich erst gar nicht mehr so viel aufschiebe. Bestimmt!
Dass die Fenster jetzt sauber sind, ist eigentlich fast egal. Das tritt in den Hintergrund hinter dem guten Gefühl, den inneren Schweinehund wieder mal besiegt zu haben.

Goil, wenn dann auch noch dieses coole Gefühl und ein heisser Kaffee die Belohnungszigarette verlustgefühlfrei ersetzen. Mal ganz zu schweigen von den 4, 5, 6, 7,… Kippen, die ich früher bei so einer unangenehmen Tätigkeit zwischendrin geraucht hätte und die das Fertigwerden unglaublich verzögert hätten, was ich aber selbstredend nicht den ewigen Kippenpausen sondern den fiesen vielen Fenstern zugeschrieben hätte.

Katja (Motivationsfee)