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Der Himmel von bleigrauen, schweren Wolken verhangen, nur eine winzige Lücke, die hellblau leuchtet. Und dann größer wird und größer und auf einmal bricht die Sonne mit aller Gewalt hindurch, blendet auf dem nassen Asphalt. Die Welt im Zwielicht. Auf einem Feld leuchten die zarten Sprosse frischer Aussaat in einem so dramatischen Grün wie es das in der Natur nur bei so dramatischem Licht zu sehen gibt. Die Bäume der Allee werfen fahle Schatten, die Pfützen in den Ackerfurchen sehen aus wie eisgrau leuchtende Spiegel. Aus einem Schornstein quillt heller Rauch, der von der Sonne angestrahlt wird und vor dem dunkelgrauen Himmelshintergrund aussieht, als würde er von selber und innen heraus leuchten.

Und ich, im Auto unterwegs zum Einkaufen. Guckend, staunend, tief durchatmend. Wenn Hoffnung ein Bild malen würde, dann müsste es so aussehen. Diese zwielichtige Stimmung, dieses Leuchten, das durch den dunklen Hintergrund umso strahlender wirkt.

Katja

Ganz oben ist der Himmel blau

Ganz oben ist der Himmel blau – das ging mir heute durch den Kopf als ich eine Weile am Rhein spazieren war, um den Kopf frei zu bekommen. Immer wieder zieht mich die Stille jenes Ortes magisch an. Im Sommer ist dort jede Menge Trubel, weil es an der Stelle direkt zwei kleine Strandabschnitte gibt, einen davon sogar mit Sand, aber zur kalten Jahreszeit begegnet man oft keiner Menschenseele.

Jener Satz oben kam mir in den Sinn, als ich den Kopf in den Nacken legte, um das blaue Fleckchen am Himmel inmitten des Graus zu betrachten. Die hohen Bäume sahen aus als seien sie ganz in Grau gehüllt, aber da wo ihre Spitzen in den Himmel ragen, war ein Loch in der Wolkendecke.

Sollte ich irgendwann mal ein Buch schreiben, müsste es genau diesen Titel tragen. Ganz oben ist der Himmel blau. Nicht, dass ich das vorhätte, also das Schreiben, aber der Titel würde mir gut gefallen, weil er für mich so viel Hoffnung ausdrückt.

Ich hab jetzt ein paar furchtbar doofe Wochen vor mir, die mir vor allen anderen Dingen furchtbare Angst machen. Aber ganz oben ist der Himmel blau. Und irgendwann sind diese Wochen vorbei und die Wolkendecke wird ganz aufreissen. Zumindest hoffe ich das.

(Klick macht die Bilder groß.)

Katja

Glück ist #24

…dieser Moment und das kribbelnde Gefühl, wenn man ahnt, aber noch nicht absolut sicher ist, dass man gerade die Lösung für ein Problem gefunden hat, auf dem man wochenlang rumgedacht hat. Und man muss nichts weiter tun als sich noch einen Moment zu gedulden und abzuwarten ob die Rechnung aufgeht, die Idee funktioniert, aber man ist sich eigentlich schon so sicher, dass die Hoffnung den Kampf mit dem Bangen deutlich dominiert.

Katja