High voltage

Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich darüber lachen oder eher weinen soll, dass mir schon einmal Gelerntes so leicht wieder abhanden kommt. Ich _weiß_, dass das beste Mittel gegen meine innere Unruhe und mein ewiges Gehetztsein ist, mir bewusst Zeit für jene Dinge zu nehmen, die mich runterholen und zur Ruhe kommen lassen. Ausgiebig Kochen und Bloggen gehören dazu, helfen fast instant und wieder einmal sind es genau diese beiden Dinge, die ich in meinem gerade so gehetzten Alltag, der vollgepackt mit Terminen ist, wie er es seit 15 Jahren nicht war, vernachlässige, für die ich keine Zeit habe.

Dabei könnte man mich nachts um 4 aus dem Schlaf reißen und ich könnte nicht nur die Binomischen Formeln aufsagen oder wüsste aus dem Effeff*, dass die Avogadro-Konstante gerundet 6 mal 10 hoch 23 ist, sondern könnte ebenso sicher meine Überzeugung ausdrücken, dass man ja nie für etwas _Zeit hat_, sondern sich höchstens für Dinge (oder auch Menschen) _Zeit nimmt_ oder eben nicht und dass es fast immer eine Frage von Prioritäten ist.

Irgendwann heute Nachmittag lag ich heulend auf dem Bett, weil ich momentan oft das Gefühl habe, dass mir mein Leben gerade über den Kopf wächst. Mein Mut stürmt voran, ich kann auf einmal so vieles, was so viele Jahre nicht ging und will irgendwie alles auf einmal und überfordere mich mit meinen vielen Terminen derzeit chronisch selbst, weil neben all den Dingen, die ich gerne machen möchte und die meist damit zu tun habe, dass ich irgendeinen von euch tollen Menschen aus dem Internet in der Welt da draußen treffe, auch noch jene Termine habe, die ich #ausGründen anpacken muss und das sind im Moment unter anderem ein paar Arzttermine, die mich nicht nur Zeit sondern auch viele Nerven wegen viel Angst kosten. Und zwischen all dem Unterwegssein und dem dauernd draußen sein, fehlt mir so viel Zeit für mich und die Dinge, die mir gut tun. Natürlich tut es mir auch wahnsinnig gut, so viel zu unternehmen, aber das ist – so sehr es mir gefällt – auch immer noch unheimlich kraftraubend, weil ich dafür meistens unter Menschen bin, oft unter vielen davon, was für mich nach so langer Isolation immer noch alles andere als normal ist.

Was ich also gerade dringend lernen muss: Fuß vom Gas, nicht ganz aber ein bisschen. Gelegentlich mal rechts ranfahren und durchatmen. Ab und zu mal hinsetzen, nicht dauernd in Bewegung sein. Manchmal nur mal aus dem Fenster oder vor mich hingucken oder noch besser wieder mal häufiger mit Geduld nach innen und mir vor allem klar machen, dass niemand mich hetzt außer ich mich selber. Ruhe. In Ruhe machen. Jetzt hier ein Anfang. Statt Wäsche zusammenzulegen, was ich gefühlt dringend machen müsste, aber was tatsächlich morgen noch genauso dringend oder auch unwichtig sein wird, sitze ich hier, endlich wieder mal durch die Fingerspitzen denkend, mir die Zeit nehmend, Gedanken hier festzuhalten. In der Vergangenheit hat es schon ein paar Mal gut geklappt, mich selber dazu zu zwingen bzw. mir vorzunehmen, für eine Weile täglich zu bloggen, um das wieder mit mehr Normalität in den Alltag zu integrieren und gerade überlegte ich, dass ich das eigentlich wieder mal tun sollte – und vielleicht, weil der direkt folgende Gedanke war „das schaffst du doch derzeit nie im Leben, das kriegst du nicht hin, du hast ja so schon für nichts Zeit“, was – as absurd as can be – ja jenes beweist, was ich hier in Worte zu fassen versuche, werde ich genau das jetzt tun. Es wenigstens versuchen. Es kann ja nur helfen, nichts verschlechtern.

Hallo, ich bin Katja. Ich blogge hier jetzt wieder mal für eine Weile täglich.

Sometimes the fastest way to get there is to go slow. (Tina Dico, Count to ten)

Katja

 

(*sehr interessant übrigens der Wikipedia-Artikel mit diversen Herkunftstheorien)

Uh huh. Life’s like this. / 20 to go

Es ist kompliziert. (Bedeutungsvolle Pause. :mrgreen: )

Uh huh
Life’s like this
Uh huh, uh huh
That’s the way it is
‚Cause life’s like this
Uh huh, uh huh
That’s the way it is

(April Lavigne – Complicated)

Da wollte ich heute nicht wieder bis kurz vor Ultimo mit dem Bloggen warten, aber dann war so viel zu tun und ich den ganzen Tag beschäftigt und unterwegs und dann saßen wir gerade schon wieder mit Wein und gegrilltem Wels und tollem Rucola und Ramazzotti Arancia, den wir vor einer Weile probiert hatten und von dem wir heute präventiv lieber direkt eine ganze Kiste erstanden haben, weil, verdammt ist das Zeug lecker, vor allem mit einer Prise Zimt und frischer Orange, auf jeden Fall ist es jetzt schon wieder so spät und ich zugegebenermaßen auch ein bisschen angeschickert und normalerweise würde ich jetzt gar nicht mehr auf die Idee kommen, zu bloggen, aber das mit der Sturheit gilt natürlich auch heute immer noch und so leicht gebe ich mich nicht geschlagen und höre einfach so wieder auf, also gibt es heute wieder nur ein paar wenige Sätze, ABER immerhin! Immerhin halte ich meinen Vorsatz und fülle hier Tag um Tag die Eingabemaske aus, um wenigstens ein kurzes Lebenszeichen zu hinterlassen. Gerade ist es ein „alles gut“-Zeichen, ein müdes.

Schön, dass ihr hier lest, auch wenn es gar nichts „Echtes“ zu lesen gibt! 🙂

Katja

Eigentlich stattdessen, mit Meerblick / 21 to go

Eigentlich wollte ich heute Vormittag direkt schon bloggen, um nicht wieder so spät dran zu sein, aber dann habe ich mich stattdessen in einer Schrillion Kunden-Bewertungen von Strandstühlen festgelesen.

Eigentlich wollte ich heute Nachmittag schon bloggen, aber dann habe ich stattdessen 2 Stunden lang Zeug geschnippelt und den ersten Kürbis des Jahres in meinen Lieblings-Kürbis-Eintopf verarbeitet.

Eigentlich wollte ich heute Abend direkt nach dem Essen – es gab *Überraschung* Kürbis-Eintopf – bloggen, aber dann sind wir stattdessen ewig am Tisch sitzen geblieben, haben Wein getrunken und gequatscht.

Und wegen der vielen Eigentlichs gibt es jetzt eben nur diese paar losen Gedanken, denn jetzt komme ich tatsächlich wenigstens kurz zum Bloggen, während der Mitdings angefangen hat, eifrig nach einem Strand zu suchen, den wir im Herbst unter die bestellten Klappstühle schieben können. Also eigentlich (schon wieder) sucht er nach einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung in der Lieblingsprovinz im Lieblingsurlaubsland, direkt an einem Strand, den wir unter die Stühle schieben können oder so ähnlich.

Nachdem die letztherbstige Spanienreise der Autolosigkeit bzw. der langen Autolieferzeit zum Opfer fiel und wir eigentlich stattdessen im Frühling fahren wollten, was dann aber dem Umzug zum Opfer fiel, ist das Meerweh gerade auch besonders groß.

Und damit bekomme ich jetzt gerade eben so doch noch einen Schlenker mit aktuellem Bezug zu etwas hin, das ich ohnehin verbloggen wollte: ein paar Meerfotos! Als wir in Amsterdam waren, haben wir nämlich das Bombenwetter genutzt und waren an einem Nachmittag spät, als es schon leerer wurde und die Sonne nicht mehr ganz so schlimm geknallt hat, für 2 Stunden in Zandvoort am Strand. (Na gut, okok. Ich hätte natürlich auch bei strömendem Regen und ohne Sonne ganz wetterunabhängig ans Meer gewollt, wenn ich schon mal so in der Nähe bin. Aber so war’s schöner. 🙂 )

(Klick macht groß!)

Katja

Es geht bei Zeit ja meist ums Nehmen, nicht ums Haben

Immer, wenn von aussen viel auf mich einstürzt, fühlt es sich in mir an, als käme ich gar nicht mehr zur Ruhe. Wenn der Berg der zu erledigenden Dinge groß ist, verliere ich oft erst mal den Überblick, gerate ins Trudeln und schaffe es – je stärker ich trudele – nicht gut, mir einen Plan zurechtzulegen. Der Kopf steht dann nicht still. Nie. Nachts kann ich noch schlechter schlafen als ohnehin schon, weil 1000 Darfstenichtvergessens und Mussteunbedingtdrandenkens in meinem Kopf eine Party feiern.

Was mir dann – das hat die Erfahrung der letzten Jahre mich gelehrt – verlässlich gut hilft ist, wenn ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit meinen Kopf im Blog auskippe. Wenn ich hier Gedanken aufschreibe, wird es dort (also im Kopf) ruhiger, werde ich ruhiger. Der Haken an der Sache ist, dass ich genau das, was gut hilft, dann oft nicht gut hinbekomme. Viel los, viel zu tun und immer ist es das Bloggen, das auf der Strecke bleibt, weil das ja _eigentlich_ nur Freizeitvergnügen ist und wenn da (mindestens gefühlt) wenig Freizeit ist, fehlt mir die Ruhe und ich finde keinen Anfang. Und nicht mal die Feiertage bringen mich dazu, mal abzuschalten und runterzufahren.

So beobachte ich mich gerade wieder seit Wochen. Dadurch, dass ich seit Anfang Dezember diese dusslige Erkältung nicht wieder richtig losbekomme und ohnehin alles auf Sparflamme läuft, ist da noch weniger Energie übrig, um mich hinzusetzen und zu bloggen. Und es dauert jedes Mal, wenn ich in einer solchen Zwickmühle stecke, ein bisschen, bis die Erkenntnis bei mir ankommt, dass das (einer) der Haken ist, dass dieses Zeit nehmen, für diese Sache, die mir gut tut und vor allem hilft, den Kopf ein bisschen leiser zu bekommen, mich gar nicht aufhält, sondern voranbringt.

In diesem Sinne also endlich wieder ein Versuch, den gordischen Knoten im Kopf aufzubekommen. Zeit gewinnen, durch Zeit nehmen. Denn letztendlich ist ja nie welche davon übrig und es hängt alles nur an meiner Wahrnehmung.

Katja

Über Müsstemals und Möchtegerns

Im letzten Jahr (vielleicht auch schon länger?) ist das vorherrschende Gefühl bei mir, keine Zeit zu haben, dauernd gehetzt zu sein und gar nicht alles zu schaffen, was ich so schaffen müsste.

Und da liegt auch schon der Knackpunkt, denn die meisten Dinge, die ich so schaffen müsste, sind keine, die ich wirklich dringend schaffen muss, sondern mein meister Stress ist genauso hausgemacht, wie die vielen Marmeladen, die ich so koche oder zumindest gerne kochen würde – aber dann komme ich doch wieder nicht dazu.

Und je mehr ich mich in diesem ‚müsste‘ verheddere, zu weniger komme ich tatsächlich, weil das Gefühl der Überforderung – nicht inhaltlich, aber was Pensum vs. Zeit angeht – mittlerweile ein chronisches ist.

Seit etwa fünf Wochen, seit ich aus Spanien zurück bin, habe ich jetzt mal ausprobiert, wie es sich ohne todo-Liste anfühlt.

Das fällt mir nicht so leicht, denn ich bin ein Listenmensch und erst recht, wenn es um meine Todos geht. Vor einigen Jahren habe ich angefangen sehr akribisch Liste zu führen, weil ich gemerkt habe, dass es mir gut tut, Dinge darauf abzuhaken. Damit konnte ich mir selber vor Augen halten, dass ich ja doch was auf die Reihe bekommen habe – an Tagen, an denen es sich eigentlich so anfühlte, als bekäme ich nichts hin. An ganz schlechten Tagen habe ich mich selber ausgetrickst und damit motiviert, dass ich einzelne Dinge kleinschrittiger notiert habe.

Seit schätzungsweise 2 Jahren habe ich meine todo-Listen nur noch elektronisch geführt. Das war zwar nicht mehr ganz so gut wie das Durchstreichen auf Papier, dafür kann Wunderlist, das ich dafür verwende, aber seit einiger Zeit auch wiederkehrende Tasks verwalten und man muss sie nicht jedes Mal einzeln reinfüttern (und es ist auch auf den diversen Geräten nutzbar und synchronisiert die Daten).

So kam es, dass ich auch die meisten täglich wiederkehrenden Dinge wie zB das Küche aufräumen, was ja immer anfällt, wenn man fast täglich kocht, auf die Liste packte. Dazu kommen alle Dinge, die mir irgendwann mal eingefallen sind, dass ich sie machen könnte / mal machen müsste und mittlerweile habe ich mehr als 20 Unterlisten angesammelt und insgesamt tummeln sich da deutlich mehr als 150 Aufgaben. Die unkomplizierte Möglichkeit dort Listen anzulegen führt dazu, dass ich das auch dauernd gemacht habe und jetzt habe ich dort so einen großen Wust an unerledigtem Kram, der mich jedesmal in geballter Summe anspringt, wenn ich Wunderlist aufmache.

Eigentlich also kein Wunder, dass ich dauernd das Gefühl habe, überfordert zu sein und niemals alles schaffen zu können, was ich so gerne schaffen wollen würde.

Die letzten Wochen jetzt, ganz ohne todo-Liste haben mir, glaube ich zumindest, gut getan. Besser als die Zeit davor auf jeden Fall. Alles, was dringend ist, habe ich auch so erledigt und mir ist zumindest nichts aufgefallen, was ich dadurch komplett vergessen hätte.

Ich bin ausserdem aufmerksamer geworden dahingehend, dass ich meinen ‚müsste ich ja mal‘-Reflex ein bisschen unterdrücke. Als Corina vor einiger Zeit Quitten gesammelt und verabeitet hat, war mein erster Impuls, am nächsten Tag auch losrennen zu müssen und zu schauen, ob ich am Rhein, wo so viele öffentliche Bäume stehen, noch welche bekomme. Und das ist typisch für mich dieser Reflex. Und der setzt unabhängig davon ein, ob ich gerade Zeit dafür hätte, Quitten einzusammeln und zu verarbeiten, oder ob ich mir damit (unnötigen) Stress mache. Dieses Mal ist es mir aufgefallen, noch bevor ich mit einem Eimer bewaffnet am Rhein war und ich habe mich bewusst entschieden, dass ich zwar vielleicht mal (lies: irgendwann mal) Quittengelee kochen könnte, aber beim besten Willen nicht in diesem Jahr dringend kochen müsste und schon mal gar nicht kochen muss.

Von der wunderbaren Welt des Wissens bekam ich einen ebenso guten Impuls wie den mit den Quitten, als sie letztens sinngemäß irgendwo schrieb, dass bei all dem ‚müsste mal‘ der Spaß ganz verloren geht und genau das trifft es bei mir auch sehr gut.

Es gibt wahnsinnig viele Dinge, die ich gerne mache oder auch, die ich gerne mal machen und ausprobieren würde. Aber dadurch, dass ich sofort das Gefühl habe und das auch sprachlich so verarbeite, dass ich die Dinge mal tun müsste, geht die Freude unterwegs irgendwie zwischen dem Gefühl gehetzt zu sein und eh nicht alles zu schaffen verloren.

Ich bin – wenn das auch ganz andere blöde Schattenseiten mitbringt und überhaupt durch die Schattenseiten erst ausgelöst wurde, aber das ist ja eine ganz andere Geschichte – momentan in der Lage, mir die meiste Zeit frei einteilen zu können und statt dass ich sie mit Dingen fülle, die mich erfüllen, verbringe ich gerade viel zu viel Zeit damit, mich gehetzt zu fühlen und in dem Gefühl festzuhängen, nichts auf die Reihe zu bekommen. Das muss dringend wieder anders werden und der Artikel ist vielleicht / hoffentlich ein Anfang damit; der Versuch, das erst mal in Worte zu fassen und im Kopf zu sortieren, damit ich es vielleicht auch im Alltag wieder besser sortiert bekomme, damit ich vielleicht meine Zeit (und auch und vor allem das Zeitgefühl) wieder besser in den Griff bekomme.

Und weil ich in den letzten 2, 3 Tagen schon wieder angefangen habe, mir todo-Listen auf Zetteln zu notieren, ist vermutlich auch der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Wunderlist wieder mal öffnen sollte und radikal alles rauswerfen, an das ich ohnehin denke und auch alles, was so ein müsste/könnte ja mal Ding ist. Ich glaube, es gibt auch so genügend Müsste-und-Könnte-Mals, denen ich im Alltag begegne oder die mir dann schon einfallen werden, wenn ich die Zeit dafür habe – aber vor allem auch, wenn ich wieder ein bisschen mehr Ruhe und Raum im Kopf dafür habe. Und dann heissen vielleicht ein paar von ihnen auch wieder Möchtegerns statt Müsstemals.

Katja

Open mind for a different view

Meistens ist Schreiben für mich das Aufdröseln von Gedankenknäueln, aber es gibt Tage, da passiert genau das Gegenteil und ich merke beim Schreiben, wie ich mich immer weiter verheddere und wie es mir nicht gelingt, das in Worte zu fassen, was ich eigentlich ausdrücken möchte.

*

Heute ist nach vielen ich-muss-heute-unbedingt-Tagen in Folge der erste ich-müsste-heute-mal-Tag und ich bin noch am überlegen, ob das nun gut oder schlecht ist. Einerseits bin ich immer noch furchtbar angespannt und fertig, von all den Dingen, die ich in den letzten Tagen erledigt habe, so sehr, dass nicht mal ein gewisser Stolz einsetzt, dass ich mich auch tatsächlich durch alles durchgekämpft habe, und ich bin froh, dass es heute auch mit einem weniger durchgetretenen Gaspedal geht. Andererseits kann ich mir das wieder mal nicht gut zugestehen, wenig zu machen und so hänge ich zwischen Motivationsverlust (der dringende Zwang ist weg) und dem nicht gut damit Fühlen, wenig zu schaffen.

So kommt es, dass mich die wenigen Dinge, die ich heute tatsächlich schaffe, viel mehr mentale Kraft kosten als das Durchziehen die letzten Tage. Und die Zeit, in der ich nichts echt Produktives mache, fließt an mir vorbei, ohne dass ich sie wirklich nutzen würde für die Dinge, die ich neben all jenen, die ich erledigen muss, gerne machen würde. So als würde irgendwas in mir dicht machen nach solchen hektischen Tagen und dieses Machenmachen anhalten – nur nicht auf dem gesunden Weg, dass es sich tatsächlich nach Ruhe anfühlt, sondern auf diesem innerlich durchdrehenden, der nur die Gedanken rotieren lässt und den Rest von mir blockiert.

Ich weiss nicht, wieviele Dinge ich heute angefangen habe, wie oft ich sinnlos in der Wohnung hin- und hergerannt bin, ohne wenn ich bei B angekommen war noch zu wissen, wieso ich von A losgelaufen war. Dann mache ich irgendwas ganz anderes, gehe zurück nach A und das, was ich machen wollte, fällt mir kurz darauf wieder ein. Nur, dass ich dann eigentlich schon etwas ganz anderes angefangen hatte, was ich in just dem Moment dann aber auch wieder aus den Augen verliere, weil mir ja das vorherige wieder eingefallen war. Und so fühle ich mich immer noch total gehetzt und gestresst, obwohl ich tatsächlich viel mehr Zeit damit verbringe, völlig verpeilt zu sein und dauernd den Faden zu verlieren, sowohl gedanklich als auch im Tun.

Und da sind so viele Gedanken in mir, die ich eigentlich aufschreiben möchte, aber mir fehlt so sehr die Zeit und die Ruhe dafür. Zumindest gefühlt tut sie das. Wie wird man das nur wieder los, dieses Zeitwegrenngefühl? Ich glaube, ich hänge da seit Wochen drin fest und weiss nicht, wie ich zur Ruhe kommen soll, weil ich, sobald ich mich still hinsetze, auch sofort wieder das Gefühl habe, dringend etwas zu erledigen zu müssen, weil da so viele Dinge sind für viel zu wenig Zeit… Aber das, was wirklich fehlt ist vermutlich gar nicht so sehr die Zeit sondern nur die innere Ruhe.

*

Und der Kopf kreiselt und kreiselt und dann kommt eine SMS und ein Anruf und mir wird wieder mal bewusst, was dieses in mir selber festhängen doch für Luxusprobleme sind, im Vergleich zu jenen echten Problemen, die über anderen gerade zusammenbrechen. Und das ist der erste Moment, wo die Welt kurz stillsteht und die Gedanken kurz stillstehen und wo ich denke, dass das alles nichts ist, das, was ich da oben um mich selber kreiselnd aufgeschrieben habe. Gar nichts von irgendeiner Bedeutung.

Katja

Head(er)rotation

Irgendwie läuft das mit der Urlaubsplanung dieses Jahr alles nicht so rund. Aus Gründen konnten wir uns bis Ende letzter Woche nicht festlegen, wann genau wir fahren können, also wäre es auch eher Zeitverschwendung gewesen schon nach einer Unterkunft zu suchen, weil wir uns am Ende nur geärgert hätten, wenn das Haus oder die Wohnung dann in der relevanten Zeit nicht frei gewesen wäre und jetzt eilt’s auf einmal, damit auch noch ein bisschen Sonne übrig bleibt und der Atlantik noch warm genug ist, um die Zehen ausgiebig einzutunken.

Am Wochenende furchtbar viele Hausbeschreibungen gelesen und ausgerechnet das Haus mit der Toppriorität verschwindet kommentarlos vom Buchungsportal nachdem wir beim Vermieter angefragt haben. Antwort haben wir natürlich auch keine erhalten. Haus Nummer zwei mit der traumhaften Lage fast auf dem Strand ist ein bisschen teurer als uns lieb ist und so haben wir gerade noch zwei weitere nachgefragt und hoffen, dass irgendeines davon im Wunschzeitraum noch frei ist. Und dabei hab ich zum allerersten Mal in den mittlerweile über 2,5 Jahren, seit ich Spanischkurse belege, ganz furchtbar dringend Spanisch gebraucht, weil es keine weitere Sprache gab, die der Hauseigentümer mit uns gemeinsam hat und das ist schon ein cooles Gefühl, jetzt vielleicht nur deswegen in ein bestimmtes Haus fahren zu können, weil ich den Kurs mache, weil wir ansonsten der Umständlichkeit halber gar nicht angefragt hätten. (Und während ich hier tippte, trudelte innerhalb weniger Minuten schon die Antwort ein – ist der schnell!)

Ungünstigerweise liegt der Wunschzeitraum in gar nicht so weiter Ferne. Das wäre jetzt nicht so schlimm – früher am Meer zu sein ist ja grundsätzlich toll. Allerdings rotiert mein Kopf schon seit dem Wochenende und rattert mir Tag und Nacht die Dinge vor, an die ich vorher unbedingt noch denken muss, jene die ich noch besorgen muss und auch, was ich unbedingt noch erledigen muss. Schlafen? Fehlanzeige!

Und weil die nächsten Wochen hier hektisches Rotieren und dann hoffentlich (ich nähme durchaus gedrückte Daumen!) südspanischer Sonnenschein auf dem Programm stehen, gibt es für den Oktober auch Urlaubsstimmung im Header.

Das Foto hatte ich gerade erst im 9. Teil meines Reiseberichts vom letzten Jahr gebloggt, daher spare ich mir längere Erklärungen von wann und wo es stammt.

Ich bin dann mal weiterrotieren!

Katja