52 Bücher, Teil 17

Das 17. Thema des 52 Bücherprojektes ist so lang, dass ich’s lieber direkt zitiere. Kürzer kann man das wohl auch gar nicht zusammenfassen.

Wie wär’s also mit Büchern, die man am Anfang so überhaupt gaaaaar nicht lesen wollte, weil beim Lesen des Titels und Klappentextes alle nur erdenklichen Klischees der Welt das Gefühl von Och-nich-noch-so’n-Buch herbeiriefen… sich dann aber – auf Drängen und Nötigungen anderer doch das Lesen aufgezwängt – das Buch als kleiner Schatz entpuppt hat, bei dem es schade gewesen wäre, das man es nicht gelesen hätte.

Das finde ich witzig, deswegen muss ich da mitmachen.

Irgendwann fragte Daniela mich während der Mathevorlesung, ob ich in der Mittagspause mit in die Stadt und in die Ferber’sche wolle. Der dritte Harry Potter wäre an dem Tag endlich rausgekommen und sie wollte sich den direkt kaufen. Eigentlich hätte sie ja nachts in die Buchhandlung in ihrer Stadt gewollt, um ihn sich da schon zu holen, aber dann hätte sie doch schon gepennt.

Ich verstand gelinde gesagt nur Bahnhof. Harry wer? Nachts Buchhandlung was? Aber egal. Ob ich in die Ferber’sche wollte musste man mich noch nie zweimal fragen, das war damals meine Lieblingsbuchhandlung in Gießen, obwohl es dort in den Innenräumen eine fiese Raum-Zeit-Anomalie gab, die dazu führte, dass man nur 10 Minuten drin blieb, aber draussen waren zwei Stunden vergangen.

Auf der Fahrt in die Stadt schwärmte Daniela weiter von diesem Harry und war ziemlich baff, dass ich davon noch nichts mitbekommen hatte, aber ich erklärte ihr lang und breit, dass ich mit Hypes ja so gar nicht konnte. Nee. Und überhaupt? Erwachsene, die sich auf ein Kinderbuch über einen Zauberlehrling stürzen? Albern. Haha. (Also nicht, dass ich damals keine Kinderbücher gemocht hätte, aber Zauberer?)

Hm ja ok. Weil ich mich selber nicht leiden kann, wenn ich einfach so aus Prinzip anti bin, ohne das eigentlich so genau wissen und beurteilen zu können (ey mittlerweile habe ich sogar Muscheln probiert, nur damit ich jetzt auch wirklich weiss, dass ich sie nicht mag^^), kaufte ich mir also den ersten Band dieser Serie. Dann hätte ich nach dem Lesen wenigstens Argumente für meine Ablehnung und müsste die nicht mit einem Gestammel über doofe Hypes begründen. Daniela verließ den Laden übrigens ganz geknickt, weil der dritte Band schon am Mittag des Erscheinungstages ausverkauft war. Und das in so ’ner großen Buchhandlung? Öhö. 😯

Das Buch lag dann eine ganze Weile in meinem Regal rum, weil ich ja so gar keine Lust darauf hatte, sowas Blödes zu lesen. Die Semesterferien kamen und dann fiel’s mir wieder ein und ich dachte, dass ich ja dann doch mal reingucken könnte. Tja, es war gut, dass ich es nicht während des Semesters aufgeklappt hatte. Ich hab den ersten Band nämlich erst wieder aus der Hand gelegt als ich ihn komplett durchgelesen hatte. Am nächsten Tag kaufte ich mir Band 2 und Band 3 und ab dann gehörte ich mit zu denjenigen, die es nicht abwarten konnten, bis endlich ein neuer Band erschien.

Danielas Grinsen und ‚ich hab’s dir ja gesagt‘ nahm ich dann übrigens zurückgrinsend hin. Den Spott hatte ich ja verdient. 😀

Über die Bücher selber brauche ich hier vermutlich nichts zu sagen. Die mag man oder auch nicht. Lesen sollte man wenigstens eines davon aber schon, bevor man beschließt sie nicht zu mögen. 😉

Katja

Auftauchen

Ich war versunken. Tagelang mit der Nase in Büchern klebend. In Geschichten getaucht, die mich angenehm wohlig warm umhüllt haben.

Ich weiss nicht mal, weswegen Joanne K. Rowlings Geschichte mich auch beim x-ten Male lesen, so in ihren Bann zieht. Eigentlich lese ich kürzere Geschichten, Bücher lieber als (zu) lange, aber von dieser magischen Welt kann ich gar nicht genug bekommen. Da stören mich nicht mal die Unstimmigkeiten und Logikbrüche, von denen mir bei jedem Lesen ein paar mehr auffallen.

Eigentlich wollte ich nur den letzten Band noch einmal lesen, weil ich den erst einmal gelesen hatte. Klar, dass ich dafür natürlich vorne anfangen musste, damit die Geschichte ihren richtigen Platz einnehmen kann. Irgendwann im November habe ich angefangen, gelegentlich mal ein Kapitel zu lesen, was ich eigentlich gar nicht kann – also so in Häppchen zu lesen. Meist kann ich erst wieder aufhören, wenn ich eine Geschichte quasi inhaliert habe. Wie ein Raubtier, das erst von der Beute ablässt, wenn nur mehr die blanken Knochen übrig sind.

Die letzten 3 Bände, die etwa zweieinhalbtausend der insgesamt etwa viereinhalbtausend Seiten ausmachen, habe ich in den letzten Tagen dann nur noch verschlungen und bin endlich komplett untergetaucht. Den PC habe ich nicht mal eingeschaltet in der Zeit, die Wohnung sieht aus wie Kraut und Rüben, der Kühlschrank ist leer. Heute, nachdem ich vorhin noch die letzten paar Seiten gelesen habe, bei denen mir gestern Abend irgendwann so oft die Augen zugefallen sind, dass es keinen Sinn mehr machte, weiterzulesen, ist das langsame Auftauchen in die Realität dran. Komisch (merkwürdig nicht lustig) fühlt es sich an. Als wären meine Sinne noch nicht wieder wach, echte Eindrücke aufzunehmen. Als müsste ich erst mal gewaltsam den Kopf wieder ins Freie bekommen, ganz so als würde es nicht genügen aus einer Wasseroberfläche aufzutauchen, weil sich eine Eisschicht darüber gebildet hat, die es zu durchstoßen gilt.

Gleich werde ich meine Nase zum ersten Mal in die Kälte des neuen Jahres recken und dann wohl endlich in einem hoffentlich wachen 2010 ankommen.

Spät aber dennoch: Gutes neues Jahr, Welt!

Katja