#läuft_bei_mir

Und dann sind da diese Tage, an denen läuft’s echt ganz gut und du hast das Gefühl, mit der Lage klarzukommen und nicht einfach nur gerade so zu funktionieren. An denen kommst du damit klar, erst ewig auf den Handwerker zu warten und ihn dann stundenlang um dich rum zu haben, mit Kaffee und Werkzeug zu versorgen und bezüglich der temperamentvollen Nachbarn zu beruhigen, die direkt hinterher die Wohnung stürmen und die du spontan auf einen Espresso einlädst, während ihr euch immer wieder laut lachend an vorletzten Samstag erinnert, wo ihr ebenso spontan zusammen bis kurz vor 4 mit unfassbar viel Alkohol versumpft seid und dann schreibste noch eine Mail, natürlich auf Spanisch, an deine Spanisch-Stammtisch- formerly known as Spanisch-Kurs-Compañeros und traust dich endlich, sie zu dir nach Hause auf Tapas einzuladen, was du schon seit Jahren gerne getan hättest und dann fährste hin und triffst sie und freust dich, dass sie sich über die Einladung freuen und du bist zwar völlig geschafft, aber alles ist mal wirklich ok an diesem Tag.

Katja

(no words required)

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Katja

Heute vor einem Jahr

…hatte ich nachmittags einen Termin bei meiner Friseurin. Während ich auf dem Stuhl saß und sie mir die Haare schnitt, konnte ich das Schneetreiben vorm Fenster beobachten und sie erzählte mir, dass sie Heiligabend in aller Herrgottsfrühe in ihr Auto steigen wolle – sie hatte gerade so den Führerschein – und bei Wind und Wetter loswollte, um Weihnachten in Hamburg zu verbringen, da hat sie einen Onkel. Sie hätte den schon so lange besuchen wollen und ihre Eltern wären zwar traurig, wenn sie über die Feiertage weg wäre und ihr selber sei auch ordentlich mulmig beim Gedanken an die Fahrt beim angekündigten Wetterchaos, aber sie müsse das jetzt einfach machen. Sonst wird das nie was.

Und als ich den Salon verließ, 20 cm weniger Haare auf dem Kopf, und zu meinem Auto ging, holte ich mein Handy aus der Tasche und knipste jenes Foto oben. So lange hatte ich schon vor, ein Jahr lang ein tägliches Foto zu knipsen und die ganze Zeit stand ich mir mit meinen zwanghaften alle Eventualitäten vorher zu bedenken und alle Hättewärewenns zu wälzen und mir Gedanken über die möglichen Gefühle zu machen, wenn ich’s nicht schaffen würde das ein Jahr lang durchzuhalten und wie sehr mich das runterziehen könnte und… und… und…

Manche Dinge muss man einfach anfangen und gucken wo sie hinführen. Sonst wird das nie was. Und so kam es zu dem Foto.

Und jetzt können alle Bedenken und Befürchtungen und Hättewärewenns mal brav die Klappe halten und sich in die Ecke verziehen. Ich hab’s nämlich geschafft. Ich habe seit 16.12.2010 an jedem einzelnen Tag (mindestens) ein Foto geknipst und es am gleichen Tag direkt in mein Blog zu diesem Projekt hochgeladen. Fotos ohne großartigen künstlerischen Anspruch (ein paar davon sind trotzdem ganz hübsch geworden), aber dafür konsequent täglich. Und wenn’s ein Foto der Schlafzimmerlampe, wacklig mit dem Handy geknipst und hochgeladen, an kranken Tagen war. Dass Corina vom 1. Januar an mitgemacht hat, war sicherlich mit einer der Gründe, weswegen mir das Durchhalten letztendlich sogar viel leichter als gedacht fiel. Gesellschaft motiviert und es war einfach spannend zu sehen, wie unterschiedlich unsere Motive an den meisten Tagen waren, aber wie ähnlich dann doch zufällig an einigen anderen. Macht Laune!

Und ich bin stolz auf mein ‚a picture a day – a year‚ – es fühlt sich gut an, das durchgezogen zu haben.

Und weil ich das Gefühl habe, dass ich, seit ich täglich knipse und ein Motiv suche, viel aufmerksamer durch die Welt stolpere, mag ich das auch weiterhin tun. Mal sehen, ob immer noch mit dieser mir selber gegenüber strengen Konsequenz, die mich im Urlaub an einigen Tagen ziemlich Nerven gekostet hat, weil das spanische UMTS Netz des spanischen Anbieters, von dem ich – primär für diesen Zweck – extra eine Prepaidkarte hatte, oft nicht so wollte, wie es sollte. Aber weitermachen will ich auf jeden Fall.

Und irgendwie musste das heute sein. Ein Jahr später:

Und zum Friseur müsste ich auch dringend mal wieder. 😀

Katja

Mutation

… in 365 Tagen vom Mega-Suchtbolzen über 365 Tage Nichtmehrraucherin zur offiziellen Nichtraucherin, die sich aber eher wie ’ne nichtrauchende Exraucherin als nach exrauchender Nichtraucherin fühlt, was leider etwas ganz anderes ist als eine nierauchende Nichtraucherin.

It’s done. Und fühlt sich doch nicht anders als gestern an und schon gar nicht nach einem Ende oder Anfang, sondern nur einem weiteren Schritt.

Mehr Gedanken dazu wohl bestimmt noch hier, aber gerade mag ich nur die perfekten Zahlen festhalten, dann in die heisse Badewanne purzeln, dann zur Feier des Tages Essen gehen.

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 365 Tage   3 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 4.380 Zigaretten nicht geraucht, 525,60 Euro gespart
4 Gramm Nikotin und 57 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
15 Tage 5 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

Katja (schon ein bisschen Grinsefee)