Chamäleon

Die Kartoffel ist für mich eindeutig das Chamäleon unter den Gemüsen bzw. Beilagen. Mir fällt spontan kaum ein Nahrungsmittel ein, das so ungeheuer wandlungsfähig ist – wenn man jetzt mal davon absieht, was alles zB alles aus Mehl werden kann.

Kartoffelsalat, Kartoffelpü, Kartoffelgratin, Rosmarinkartoffeln, Pellkartoffeln, Kartoffelklöße, Gnocchi, Crashed Toffeln, Bratkartoffeln, Pommes – das sind nur 10 von vielen Möglichkeiten und die konnte ich ohne darüber nachzudenken zu müssen, einfach fix runterschreiben.

In meiner Kindheit gab es meist Kartoffeln als Beilagen zu allem möglichen. Meist waren das schnöde Salzkartoffeln und meine Mutter schaffte es, sie so zu kochen, dass sie am Ende möglichst nur verwässert aber sonst nach wenig anderem schmeckten. Deswegen dauerte es, selbst als ich dann gerne und viel kochte, eine Weile, bis ich das Potential der ollen Knollen zu schätzen wusste. Ein so als Hauptattraktion taugliches Gemüse sollte keinesfalls zu einem Leben als schnöde Beilage, womöglich noch als verwässerte Salzkartoffel, verdammt sein!

Zu den diversen Verarbeitungsmethoden, die ich bisher schon getestet hatte, kam jetzt noch eine neue hinzu, die so toll ist, dass ich sie hier unbedingt festhalten muss. Dabei handelt es sich um überaus fluffige Kartoffelplätzchen.

Vor einiger Zeit stieß ich bei Pastasciutta darauf und klickte mich von dort zu dermutanderer, deren schlichte Variante, nur bestehend aus Kartoffeln, Eiern, Mehl, Salz und Muskatnuss ich übernahm.

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Hergestellt hatte ich die aus:

5 mittelgroßen festkochenden Kartoffeln
2 Eiern
ca. 4 EL Mehl
und einer recht großzügigen Menge Salz und Muskatnuss.

Butter und Olivenöl zum Braten

Easypeasy Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln gar kochen, ausdampfen lassen, pellen, etwas abkühlen lassen und ab durch die Kartoffelpresse. Wer keine hat, ersetzt das durch Muskelkraft und reibt die Kartoffeln möglichst fein. Restliche Zutaten dazugeben und gründlich durchkneten. Mit bemehlten Händen (das Zeug klebt ziemlich!) Kugeln formen, ein bisschen platt drücken und in ein bisschen Butter mit Olivenöl bei eher mittlerer Hitze (bei meiner Herdplatte irgendwas zwischen 6 und 7 von 10) langsam und gemütlich goldbraun braten. Möglichst nur einmal in der Zeit wenden, wenn sie schon ein bisschen fest geworden sind.

Auf Küchenpapier ein bisschen abtropfen lassen, essen, freuen!

Die Menge oben ergab 15 Plätzchen, die ein bisschen größer als die ollen 5-Mark-Stücke waren und die Reste schmecken kalt auch noch ganz ok. 😀 Das war nämlich deutlich zu viel, die sind sehr sättigend. Nicht im Bild gab es dazu eine Gemüsepfanne (aus Paprika, Aubergine, Zucchini, Fenchel, Süßkartoffel und Möhren in wenig Öl angebraten und dann bei geschlossenem Pfannendeckel gegart, nur mit ein bisschen Pfeffer, Salz und Oregano gewürzt).

1A-Essen. Gerne wieder!

Katja

(Und hier noch der Extralink für Tanya zu einem Rezept für Kimchi-Kartoffelplätzchen bei Miss Boulette. Da sind unten auch noch mehr Kimchi-Rezepte verlinkt und ich wollte dir den Link eh längst mal zukommen lassen, falls du das Blog nicht ohnehin kennst. :))

Man möge mir die aktuelle Buch- und Rezeptelastigkeit verzeihen! Das wird auch wieder anders und ich heule euch bestimmt wieder bald genug die Ohren mit meinem Psychokram voll oder erzähle euch vom letztjährigen Spanienurlaub. 🙂

Pottkieker III

Grüner Spargel, Paprika, Zucchini, 3 übriggebliebene Kartoffelklöße vom Sonntag, Hühnerbrustfilet (das man getrost hätte weglassen können), Frühlingszwiebeln – alles mehr oder weniger kleingeschnippelt, den Spargel 3 – 4 Minuten vorgekocht, alles angebraten und lediglich mit etwas frisch gemahlenem Salz und schwarzem Pfeffer gewürzt.

Ich würze ja wirklich sehr gerne und gerne auch experimentell, aber manche Dinge und auch manches Mal, da mag ich’s einfach nur sehr schlicht und unverfälscht. Viel frisches knackiges Gemüse und speziell der Spargel bringt so viel Geschmack mit, dass ich den nicht mit irgendwas überlagern wollte.

Katja

Pottkieker

Weil ich’s ja so gut wie nie schaffe, mal ein Essen zu knipsen, wenn es sich vorm Verspeisen auf dem Teller befindet, gibt es heute mal einen Blick in die Töpfe bzw. Pfannen auf meinem Herd.

Gestern bissl rumprobiert, getestet und für gut befunden:

links im Topf: Selleriepüree. Das Rezept hatte ich irgendwann mal beim Chefkoch entdeckt und seit Monaten auf der ‚will ich unbedingt ausprobieren‘-Liste. Und wer das nicht auch will, ist selber schuld! Nie hat mir Sellerie besser geschmeckt. Yummi!

rechts in der Pfanne: Couscousgemüsebratlinge.

Das war mein erster Versuch, Bratlinge selber zu machen (ich hatte sonst immer nur so fertiges Pulver, das man mit Wasser quellen lässt) und war – abgesehen davon, dass sie ein wenig trocken waren, was Soße allerdings hätte beheben können – ziemlich begeistert, dass sie gleich so gut geworden sind.

Nur mit der Menge hatte ich mich ordentlich vertan. Das waren am Ende 9 wirklich große Bratlinge und wir haben mehr als die Hälfte davon übrig gelassen. Ich denke, je nachdem, was man dazu isst, reicht 1/3 bis die Hälfte davon locker für zwei.

Ich hatte an Zutaten verwendet:

1 Zucchini
3 Karotten
250 g Couscous
ca. 300 ml Brühe
1 Zwiebel
3-4 EL Mais
1 große Knobizehe
3 Zweige frischer Rosmarin
2 Eier
Pfeffer, Salz, Cayennepfeffer
Olivenöl
Paniermehl

rechtzeitig vorher (mind. 1 Stunde) irgendwann:
Die Zucchini waschen und fein raspeln, in einer Schüssel mit ein wenig Salz vermischen und gemütlich Brühe ziehen lassen. Zur weiteren Verarbeitung dann durch ein Tuch pressen oder wenn einem das zu aufwändig ist, tut’s auch wenn man’s mit einem Löffel in einem Sieb gut auspresst.

Die Karotten schälen und ebenso raspeln und in dem Sieb auspressen.

Die Zwiebel schälen und fein schneiden und in etwas Olivenöl im Topf glasig dünsten. Couscous und Brühe dazugeben und den Topf für 10 bis 15 Minuten zum Quellen vom Herd nehmen. Zucchini, Karotten, Mais, klein gehackte Kräuter und Knoblauchzehe und Eier unterrühren bzw. einkneten und ebenso die Gewürze.

Ist die Masse dann nach der Quellzeit zu feuchtkrümelig, um Bratlinge daraus zu formen, vorsichtig dosiert Paniermehl dazugeben. Da war ich zu großzügig, weswegen die Bratlinge etwas trocken waren.

Bratlinge formen und in wenig Öl von beiden Seiten knusprig braten.

Dazu gab es dann noch aus der hinteren Pfanne Zuchini-Paprika-Fenchel-Gemüse. (Nur kleingeschnippelt, angebraten und mit etwas Salz, Pfeffer, getrockneten Chiliringen und getrocknetem Koriandergrün gewürzt.)

Beim nächsten Versuch werde ich mal testen, noch ein bisschen frisch geriebenen Parmesan oder Old Amsterdam in die Bratlinge zu mischen und wohl den Gemüseanteil auch noch etwas erhöhen (vielleicht mit sehr fein geschnittener Paprika?). Aber ich fand’s auch so schon besser als diese Fertigmischungen und vor allem macht’s mehr Spaß. 🙂

Katja