Wenn man…

…sich endlich für die Packstation registrieren möchte, weil die Paketzustellung am neuen Wohnort ein bisschen unzuverlässig funktioniert, was sich derartig äußert, dass Pakete, die für ein bestimmtes Lieferdatum terminiert sind, häufig irgendwann anders, aber auf keinen Fall zum geplanten und angekündigten Termin, an dem man dann extra und leider vergeblich zu Hause auf die Zustellung gewartet hat, ankommen, und man dann die Zusendung der Packstations-Zugangs-Karte via Terminwunsch von letzten Mittwoch auf letzten Donnerstag ändert, ist es schon ein bisschen ironisch, dass ausgerechnet diese Sendung, jetzt wiederum seit Mittwochfrüh unverändert, mit dem Hinweis „Zustellung am Wunschtag Donnerstag, 08.09.2016“, in der Zustellbasis zur Bearbeitung rumliegt.

Ach hätte man doch nur einen Packstationszugang, um solch sinnloses zu-Hause-vergeblich-auf-die-Zustellerin-Warten in Zukunft zu umgehen… oh wait…

Katja

Paparazza

Eigentlich wollte ich schon wieder reingehen und twittern, dass ich gerade erfolglos 20 Minuten still stehend, mit der Kamera im Anschlag, vor meinem Sommerflieder im Garten einem Schmetterling aufgelauert hätte, aber dann war der ganze Busch auf einmal voll von Faltern, die, als ich rauskam,  wirklich erst mal für 20 Minuten wie vom Erdboden verschluckt waren. Fast als hätten sie mal testen wollen, wie weit meine Geduld reicht, um dann aber doch fix und ‚Nee Scherz, da sind wir!‘-rufend aus allen Winkeln aufzutauchen.

 

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Katja

Ich koche mir jetzt einen heissen Kakao und schnapp mir mein Buch. So.

Diese Momente, in denen man knietief im Frust steht, was umso schlimmer ist, weil man das eigentlich ganz anders im Sinn hatte…

Gestern hatte ich angefangen, mein Nähenlernprojekt wieder mal anzupacken und als es dann abends zu spät wurde und ich mich langsam mal um’s Essen kümmern wollte, fehlten mir eigentlich nur noch ein paar wenige Nähte. Heute hab ich zum Glück nicht viel auf dem Zettel, was unbedingt erledigt werden will und nachdem der Anfang beim Nähen gestern echt gut klappte, dachte ich, das sei jetzt fix zu Ende genäht und hab mich darauf gefreut, weil das Rattern der Nähmaschine ja schon irgendwie etwas Beruhigendes hat.

Soweit die Theorie. In der Praxis bin ich gerade auf 180 und völlig entnervt und frustriert, weil ich jetzt fast 2 Stunden dran gesessen habe, das blöde Ding, das ein Mäppchen für meine Stifte werden sollte, nicht fertig ist und auch gerade so aussieht als müsste ich alles, was ich heute daran genäht habe, nochmal auftrennen und von vorne anfangen, aber der eigentlich größte Frust besteht darin, dass ich die Nähmaschine nicht verstehe und ich allen Problemen furchtbar hilflos gegenüberstehe.

Bei meinem letzten Nähversuch, bei dem am Ende dann die durch den Henkel gewendete Tasche herausgekommen ist, hatte ich zwischendrin das Problem, dass all meine Nähte von oben aussahen als wären es die Stichunterseiten. Nur, dass die ja nichtmal anders aussehen, aber dieses Problem wirkte so. Googeln und langes durch Foren lesen ergab, dass mein Oberfadenspannung vermutlich zu straff sei und pling – nach dem Lockern ging alles wunderbar.

Heute hatte ich das Problem, dass mein Oberfaden dauernd reisst. Und das schon nach 2-3 Stichen. Ich habe in den letzten 2 Stunden vermutlich über 100 Mal den Faden neu eingefädelt (das kann ich jetzt nun wirklich ohne Anleitung!) und es hat nichts geholfen. Anfangs dachte ich, dass ich versehentlich den Reissverschluss erwischt hätte und dass der Faden deswegen gerissen sei, aber dann passte ich an der Stelle genau auf und auch dann riss er immer noch.

Ich habe die Unterfadenspule zweimal neu eingesetzt und den Faden eingefädelt, die Oberfadenspannung fester eingestellt und auch lockerer, ich habe die Nadel gewechselt, die Maschine angebettelt und vor Zorn geheult. Nichts. Ich habe alle möglichen Ursachen abgearbeitet, die mein Nähmaschinenhandbuch dafür hergibt. Und der Faden reisst und reisst und reisst wieder. Mittlerweile bin ich so zornig, dass meine Hände zu sehr zittern, um den blöden Faden auch nur noch einmal durch das verfluchte Nadelöhr dieser verdammten Maschine zu fädeln. Und es hätte, bevor ich vorhin in einem Wutanfall an der falschen Stelle was aufgetrennt habe, nur noch eine einzige Naht gefehlt, weil zwischendrin funktionierte es ja immer mal wieder für eine halbe Naht.

Und ich weiss natürlich, dass weder der Faden, noch das Nadelöhr was dafür können und auch nicht die Maschine, sondern dass ich an irgendeiner Stelle einen Fehler mache, den ich aber einfach nicht herausfinden kann. Und das macht es noch schlimmer, weil ich nicht mal guten Gewissens auf jemand anderen als mich selber schimpfen kann.

Und das, was mir heute Nachmittag eigentlich Spaß und Entspannung bringen sollte, frustriert mich zutiefst und sorgt dafür, dass ich mich wieder mal für eine Vollversagerin halte, die nicht mal so was Simples hinbekommt, wie eine Nähmaschine zu bedienen.

Vermutlich ist das Nähenlernprojekt in Wahrheit ein Geduld (mit mir selber) lernen Projekt.

Katja

(Übrigens sind das so Momente, wo ich meine Oma wahnsinnig vermisse. Die hätte keine 2 min an der Maschine gebraucht und aus dem Gefühl raus gewusst, woran es liegt.)